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Ontourworld - Flag Niederlande
Allgemeine LänderinfosÖsterreich

Österreich – Allgemeine Informationen

von Joe OnTour 25. Oktober 2026
Erstellt von Joe OnTour

Österreich – Allgemeine Infos

Österreich ist ein traditionell überaus beliebtes, gastfreundliches und landschaftlich spektakuläres Reiseland, in dem Besucher einen sicheren und unbeschwerten Urlaub verbringen.
 
Das Land glänzt regelmäßig mit Spitzenplätzen in internationalen Sicherheitsrankings. Dennoch ist insbesondere in den großen Touristenzentren und Ballungsräumen, allen voran in den belebten Einkaufsstraßen, an den Bahnhöfen und rund um die Hauptattraktionen von Wien, Salzburg und Innsbruck, die übliche Vorsicht vor Taschendiebstahl angebracht. In der Urlaubszeit kommt es gelegentlich zu Aufbrüchen von Fahrzeugen an abgelegenen Wanderparkplätzen oder in der Nähe von bekannten Natursehenswürdigkeiten. Im Pannenfall auf den hervorragend ausgebauten Autobahnen und Schnellstraßen wird schnelle und kompetente Hilfe durch den österreichischen Automobilclub ÖAMTC (Österreichischer Automobil-, Motorrad- und Touringclub) geleistet.

Österreich – Allgemeine Informationen
 
Fläche: 83.883 km² (davon entfallen rund 62 % auf gebirgiges Alpenland).
 
Bevölkerungszahl: rund 9,1 bis 9,2 Millionen (Stand 2025/26). Die Bevölkerung wächst seit Jahren konstant, was vor allem auf die Zuwanderung in die urbanen Zentren zurückzuführen ist.
 
Bevölkerungsdichte: rund 109 Einwohner pro km².
 
Hauptstadt: Wien, heute mit rund 2 Millionen Einwohnern in der eigentlichen Kernstadt und etwa 2,9 Millionen in der gesamten Metropolregion. Wien gilt weltweit als eine der Städte mit der höchsten Lebensqualität.
 
Geografie: Österreich liegt im südlichen Mitteleuropa und grenzt als Binnenstaat an acht Nachbarländer: Deutschland und Tschechien im Norden, die Slowakei und Ungarn im Osten, Slowenien und Italien im Süden sowie die Schweiz und Liechtenstein im Westen. Das markanteste geografische Merkmal sind die Ostalpen, die das Land von West nach Ost durchziehen. Der höchste Berg Österreichs ist der majestätische Großglockner mit 3.798 m ü. M. Neben den Hochgebirgen prägen weite Hügellandschaften, das Donaubecken im Norden und Osten sowie zahlreiche große Seen (darunter der Bodensee im Westen, der Neusiedler See im Osten und die Salzkammergutseen) das Landschaftsbild.
 
Sehenswürdigkeiten/Attraktionen: Österreich bietet eine einzigartige Symbiose aus kaiserlicher Kultur und alpiner Natur. Zu den wichtigsten Attraktionen zählen die kaiserlichen Paläste in Wien (Schönbrunn, Hofburg), die historische Barock-Altstadt von Salzburg (UNESCO-Weltkulturerbe), das „Goldene Dachl“ in Innsbruck, die Kulturlandschaft Hallstatt-Dachstein im Salzkammergut, die Großglockner-Hochalpenstraße sowie die Weinregion der Wachau entlang der Donau.
 
Staatsform: Parlamentarisch-demokratische Bundesrepublik seit 1920 (wiederbegründet 1945). Das Land gliedert sich in neun selbstständige Bundesländer. Das Zweikammerparlament besteht aus dem direkt gewählten Nationalrat (183 Abgeordnete) und dem Bundesrat (Vertretung der Länder).
 
Staatsoberhaupt: Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Das Amt hat vorwiegend repräsentative Aufgaben, gilt jedoch in innenpolitischen Krisenzeiten als wichtige stabilisierende Instanz.
 
Regierungschef: Nach den politischen Dynamiken der letzten Jahre wird die Bundesregierung vom amtierenden Bundeskanzler geleitet. Die Innenpolitik ist geprägt von Debatten um Wirtschaftswachstum, die Energiewende im Alpenraum, den Ausbau des öffentlichen Verkehrs sowie leistbaren Wohnraum in den Ballungszentren.
 
Sprache & Religion: Amtssprache ist Deutsch. Regional sind Kroatisch, Slowenisch und Ungarisch als Minderheitensprachen offiziell anerkannt. Die gesprochene Umgangssprache ist stark von bairisch-österreichischen Dialekten geprägt. Durch den intensiven Tourismus wird flächendeckend Englisch verstanden. Der Großteil der Bevölkerung ist historisch römisch-katholisch geprägt (ca. 52 %), wobei der Anteil Konfessionsloser sowie muslimischer und orthodoxer Minderheiten in den Städten wächst.
 
Geld, Preisniveau & Strom: Zahlungsmittel ist der Euro. Das allgemeine Preisniveau liegt in Österreich leicht über dem deutschen Durchschnitt. Vor allem Dienstleistungen, Hotelübernachtungen und die Gastronomie in den bekannten Wintersport- und Tourismushochburgen (z. B. Kitzbühel, Ischgl, St. Anton) können teuer sein. Es gilt die europäische Netzspannung von 230 V, 50 Hz mit den üblichen Steckdosentypen C und F (kein Adapter notwendig). Die internationale Landesvorwahl lautet +43.
 
Anreise & Auto: Österreich besitzt ein extrem modernes Fernstraßennetz, dessen Nutzung für Pkw mautpflichtig ist. Auf allen Autobahnen und Schnellstraßen gilt die Vignettenpflicht (als klassischer Klebeaufkleber oder vorab online gebuchte Digitale Vignette erhältlich für 1 Tag, 10 Tage, 2 Monate oder 1 Jahr). Zusätzlich fallen für bestimmte Tunnel und Pässe (z. B. Brennerautobahn, Tauern- und Karawankentunnel) Sondermauten (Streckenmaut) an. Es gilt ein striktes Tempolimit von 130 km/h auf Autobahnen, 100 km/h auf Freilandstraßen und 50 km/h im Ortsgebiet. Die Promillegrenze liegt bei 0,5 (0,1 für Fahranfänger). Im Winter (1. November bis 15. April) gilt eine situative Winterreifenpflicht. Die Pannenhilfe wird rund um die Uhr vom ÖAMTC (Notruf 120) geleistet.

Österreich – Klima, Fauna & Flora
 
Das Klima Österreichs gehört zur mitteleuropäischen Übergangszone mit stark alpinem Charakter. Die Winter in den Bergen sind kalt und schneereich, was den weltberühmten Wintersport ermöglicht, während die Sommer mäßig warm bis heiß ausfallen. Durch den Klimawandel kommt es jedoch im Sommer vermehrt zu extremen Hitzeperioden in den Tallagen und Städten sowie zu heftigen Gewittern mit Starkregen im Bergland. Die beste Reisezeit für Wanderungen und Rundreisen liegt zwischen Juni und September; Kulturreisende schätzen auch das Frühjahr und den goldenen Herbst.
Die alpine Fauna ist artenreich: In den Hochlagen leben Gämsen, Steinböcke, Alpenmurmeltiere und Alpensalamander. In den tiefen Wäldern sind Rotwild, Wildschweine und Füchse weit verbreitet, während in den Nationalparks (wie dem Nationalpark Hohe Tauern) seltene Greivögel wie der Steinadler und der Bartgeier majestätisch ihre Kreise ziehen.
Rund 47 % der Staatsfläche sind bewaldet, womit Österreich zu den waldreichsten Ländern Europas gehört. In den Tälern und Hügellandschaften dominieren Laubwälder (Buchen, Eichen), die mit zunehmender Höhe in dichte Fichten-, Lärchen- und Zirbenwälder übergehen. Oberhalb der Baumgrenze erstrecken sich die saftigen alpinen Matten (Almen), die im Frühsommer durch eine einzigartige Blütenpracht aus Enzian, Alpenrosen und Edelweiß bestechen.

Österreich – Geschichte & Kultur
  • Das Habsburgerreich: Jahrhundertelang prägte die Dynastie der Habsburger das Land. Österreich stieg zur europäischen Großmacht auf. Wien wurde das glanzvolle Zentrum eines riesigen Vielvölkerstaates, der weite Teile Mittel- und Osteuropas umfasste.
  • Kaiserzeit & Kulturblüte: Unter Kaiser Franz Joseph I. und seiner Ehefrau Kaiserin Elisabeth („Sisi“) erlebte die Habsburgermonarchie im 19. Jahrhundert eine späte Blütezeit. Wien wurde zur Welthauptstadt der klassischen Musik (Mozart, Beethoven, Strauss) und der Moderne (Gustav Klimt, Sigmund Freud).
  • Republik & Moderne: Nach dem Zusammenbruch der Monarchie im Ersten Weltkrieg entstand die Erste Republik. 1938 folgte der erzwungene „Anschluss“ an Nazi-Deutschland. Nach dem Zweiten Weltkrieg erlangte Österreich 1955 durch den Staatsvertrag seine volle Souveränität zurück und verpflichtete sich zur immerwährenden Neutralität. 1995 trat das Land der Europäischen Union bei.

Österreich – Unterkünfte
 
Österreich bietet Beherbergungsbetriebe auf höchstem Niveau. Neben exzellenten 4- und 5-Sterne-Wellnesshotels in den Alpen prägen traditionelle, familiengeführte Gasthöfe und Frühstückspensionen das Bild. Im Sommer und Winter ist Urlaub auf dem Bauernhof äußerst beliebt. Eine Besonderheit im alpinen Raum sind die Hunderten bewirtschafteten Schutzhütten des Alpenvereins, die Wanderern einfache Übernachtungsmöglichkeiten inmitten der Bergwelt bieten. Eine rechtzeitige Reservierung in den Ferienmonaten und während der Skisaison ist unerlässlich.

 
⚠️ Österreich – Wichtige Insidertipps für Rundreisende
 
Ein Roadtrip durch Österreich verspricht Fahrspaß pur, verlangt Autofahrern in den Bergen und Städten jedoch ein paar spezifische Kenntnisse ab.
 
🏔️ Das Einmaleins des Bergfahrens & Maut-Tricks
  • Die Motorbremse nutzen: Beim Befahren von langen Passstraßen bergab solltest du niemals dauerhaft auf der Bremse stehen. Die Bremsen überhitzen sonst schnell und verlieren ihre Wirkung. Schalte in einen niedrigen Gang (auch bei Automatikwagen manuell runterschalten) und nutze die Motorbremse. Es gilt die Faustregel: Fahre im selben Gang bergab, in dem du auch bergauf fahren würdest.
  • Die Rettungsgasse ist Pflicht: Sobald sich auf Autobahnen oder Schnellstraßen der Verkehr zu stauen beginnt, muss zwingend eine Rettungsgasse gebildet werden (Fahrzeuge auf der linken Spur ganz nach links, alle anderen Spuren ganz nach rechts). Das Nichtbeachten wird streng bestraft.
  • Digitale Streckenmaut vorab buchen: Für Abschnitte wie die Brennerautobahn oder den Tauerntunnel kannst du die Sondermaut vorab online buchen (Videomaut). Kameras scannen dein Kennzeichen an der Mautstation und die Schranke öffnet sich automatisch auf einer separat reservierten Spur – so fährst du am Stau vorbei.
🅿️ Die Park-Falle in den Städten: Kurzparkzonen
  • In fast allen österreichischen Städten (besonders in Wien, Salzburg und Graz) ist das Parken auf öffentlichen Straßen flächendeckend kostenpflichtig und zeitlich streng begrenzt (Kurzparkzonen). Oft gibt es keine Parkscheinautomaten am Straßenrand. Du musst vorab in Kiosken (Tabaktrafiken) papierene Parkscheine kaufen und diese ausgefüllt hinter die Windschutzscheibe legen, oder eine Park-App nutzen. Die entspannte Alternative sind die innerstädtischen Park & Ride-Garagen am Stadtrand.

 
🗺️ Der perfekte 10-Tages-Roadtrip: Berge, Seen & Kaiserflair
 
Diese landschaftlich atemberaubende Route führt dich von Ost nach West einmal quer durch das Herz Österreichs – vorbei an kaiserlichen Prachtbauten, glitzernden Alpenseen und über die spektakulärsten Passstraßen.
  • Gesamtstrecke: ca. 580 km
  • Start: Wien
  • Ziel: Innsbruck / Vorarlberg

Tag 1 & 2: Die kaiserliche Metropole (Wien)
  • Das erlebst du: Besichtige das Schloss Schönbrunn, den Stephansdom und die Hofburg. Genieße die Atmosphäre im Prater und besuche ein traditionelles Wiener Kaffeehaus. (Das Auto bleibt während dieser Tage in der Hotelgarage – Wien hat ein grandioses U-Bahn-Netz).
Tag 3: Das Weltkulturerbe an der Donau (Die Wachau)
  • Route: Wien ➔ Melk ➔ Wachau (ca. 90 km / 1 Std.)
  • Das erlebst du: Fahre entlang der Donau in die malerische Weinregion der Wachau. Besuche das barocke Stift Melk, das majestätisch über dem Fluss thront, und unternimm eine Weinverkostung in den charmanten Winzerorten wie Dürnstein.
Tag 4 & 5: Das Postkarten-Idyll (Das Salzkammergut & Hallstatt)
  • Route: Wachau ➔ Bad Ischl ➔ Hallstatt (ca. 180 km / 2 Std.)
  • Das erlebst du:
    • Fahre ins Salzkammergut. Stoppe in Bad Ischl und besuche die Kaiservilla (die Sommerresidenz von Sisi und Franz Joseph).
    • Besuche am fünften Tag das weltberühmte, malerisch zwischen steilen Bergen und dem See eingezwängte Dorf Hallstatt (UNESCO-Weltkulturerbe). Tipp: Nutze die frühen Morgenstunden, bevor die Reisebusse eintreffen.
Tag 6 & 7: Die Stadt Mozarts (Salzburg)
  • Route: Hallstatt ➔ Salzburg (ca. 75 km / 1,2 Std.)
  • Das erlebst du: Erkunde die barocke Altstadt von Salzburg. Besuche Mozarts Geburtshaus, schwere Festungsarchitektur auf der Festung Hohensalzburg und schlendere durch die berühmte Getreidegasse.
Tag 8 & 9: Das Dach Österreichs (Großglockner & Zell am See)
  • Route: Salzburg ➔ Zell am See ➔ Großglockner-Hochalpenstraße ➔ Heiligenblut (ca. 130 km)
  • Das erlebst du: Ein absoluter fahrerischer Höhepunkt. Nach einem Zwischenstopp am Zeller See befährst du die Großglockner-Hochalpenstraße. Sie führt dich in 48 Kehren hinauf in die hochalpine Bergwelt bis auf 2.504 Meter Höhe mit direktem Blick auf den Pasterzen-Gletscher. Übernachte im idyllischen Bergdorf Heiligenblut.
Tag 10: Das Herz der Alpen (Innsbruck)
  • Route: Heiligenblut ➔ Kitzbühel ➔ Innsbruck (ca. 160 km / 2,5 Std.). Besichtigung der Altstadt mit dem Goldenen Dachl, umrahmt von der gewaltigen Kulisse der Nordkette. Rückgabe des Autos und Abreise.

 
📋 Küche, Etikette & Sprachführer
 
Die österreichische Küche ist weltberühmt für ihre Mehlspeisen und herzhaften Klassiker, die stark von den Kronländern der alten Monarchie beeinflusst wurden.
 
🍲 Kulinarische Highlights
  • Wiener Schnitzel: Ein absolut hauchdünnes, zart geklopftes Kalbsschnitzel, das in einer Panier aus Mehl, Ei und frischen Semmelbröseln schwimmend in Schmalz goldgelb ausgebacken wird. Traditionell serviert mit Petersilerdäpfeln (Kartoffeln) und Preiselbeeren.
  • Tafelspitz: Ein sanft gekochtes, zartes Stück Rindfleisch, das traditionell in einer kräftigen Rindsuppe mit Gemüse, Schnittlauchsauce und Apfelkren (Apfel-Meerrettich-Sauce) serviert wird.
  • Kaiserschmarrn: Eine süße Hauptspeise oder Dessert. Ein dicker, luftiger Pfannkuchenteig, der in der Pfanne zerrissen, karamellisiert und mit Puderzucker bestreut wird. Serviert mit Zwetschkenröster (eingekochten Pflaumen).
  • Wiener Kaffeehauskultur: Ein immaterielles UNESCO-Kulturerbe. Man bestellt keinen einfachen Kaffee, sondern Spezialitäten wie eine Melange (Kaffee mit geschäumter Milch) oder einen Einspänner (Schwarzer Kaffee mit Schlagobershaube), dazu ein Stück Sachertorte oder warmen Wiener Apfelstrudel.

 
💶 Restaurant-Etikette & Trinkgeld-Tipps
  1. Das Trinkgeld-„Aufrunden“: In Österreich ist das Trinkgeld (Trinkgeld) ein wichtiger Bestandteil des Service-Einkommens. Üblich sind 10 % des Rechnungsbetrages. Anders als in manchen südeuropäischen Ländern sagst du den Betrag direkt beim Bezahlen inklusive Trinkgeld dem Kellner (z. B. bei einer Rechnung von 46,00 € sagst du beim Überreichen eines 50-Euro-Scheins: „50 Euro“ oder „Stimmt so“).
  2. Gemeinsam oder getrennt? In Österreich ist es in fast allen Restaurants und Gasthäusern völlig normal und unkompliziert möglich, dass der Kellner die Rechnung am Tisch für jede Person einzeln abrechnet („Zahlen Sie zusammen oder getrennt?“).
  3. Bargeld lacht: Obwohl die Kartenzahlung weit verbreitet ist, gilt in vielen urigen Berghütten, ländlichen Gasthöfen oder kleineren Cafés weiterhin das Prinzip: „Nur Bares ist Wahres“. Habe auf einem Roadtrip immer genügend Euro-Bargeld dabei.

 
📋 Übersicht: Die österreichische Speisekarte
ÖsterreichischAusspracheHochdeutsch / Erklärung
Vorspeisen / SuppnVor-speisen / SuppnVorspeisen (z. B. Frittatensuppe – Rindsuppe mit Pfannkuchenstreifen).
HauptspeisenHaupt-speisenHauptgerichte
Mehlspeisen / NachspeisMehl-speisen / Nach-speisDesserts (Kuchen, Strudel, Schmarren).
ErdäpfelErd-äpfelKartoffeln
Obers / SchlagobersObers / Schlago-bersSahne / Schlagsahne
KrenKrenMeerrettich
EierschwammerlEier-schwammerlPfifferlinge (sehr beliebt im Spätsommer).
MarilleMa-rilleAprikose (berühmt: Marillenknödel).
Zahlen, bitte!Zahlen, bitte!Der klassische Satz, um die Rechnung anzufordern.

 
🗣️ Die wichtigsten Sprachbegriffe & Höflichkeitsfloskeln
 
Die Österreicher legen großen Wert auf Höflichkeit, Titel und eine korrekte Ansprache. Ein herzliches, lokales Wort bricht sofort das Eis.
ÖsterreichischAusspracheDeutsch / Erklärung
Grüß Gott!Grüß GottGuten Tag! / Hallo! (Die wichtigste, formelle und universelle Begrüßung für jede Tageszeit).
Servus!ServusHallo! / Tschüss! (Lockerer Gruß unter Bekannten oder in den Bergen).
Griaß di!Griaß diHallo! / Ich grüße dich! (Hört man fast überall beim Wandern auf den Almen).
Bitte sehr / Danke sehrBitte sehr / Danke sehrDie Standardformeln, oft sehr herzlich ausgesprochen.
Pfiat di! / Wiederschauen!Pfiat di / Wieder-schauenTschüss! / Auf Wiedersehen! (Wiederschauen nutzt man formell im Geschäft).
Passt schon!Passt schonAlles klar. / Kein Problem. / Das ist in Ordnung.
OachkatzlschwoafOach-katzl-schwoafEichhörnchenschweif (Der berüchtigtste Zungenbrecher des Landes – perfekt, um mit Einheimischen zu lachen).
 
Hinweis: Alle Angaben zu politischen Ämtern, Währung und aktuellen Entwicklungen wurden nach bestem Wissen zum Stand Herbst 2026 recherchiert. Für aktuelle, verbindliche Informationen empfiehlt sich vor Reiseantritt ein Blick auf die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.
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25. Oktober 2026 0 comments
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Allgemeine LänderinfosNiederlande

Niederlande – Allgemeine Informationen

von Joe OnTour 25. Oktober 2026
Erstellt von Joe OnTour
 

Niederlande – Allgemeine Infos

Die Niederlande sind ein traditionell überaus beliebtes, weltoffenes Reiseland, in dem Besucher mit großer Herzlichkeit empfangen werden und in aller Regel einen sicheren, unbeschwerten Urlaub verbringen.
 
Das Land gilt als eines der sichersten Reiseziele Europas. Dennoch ist insbesondere in den großen Touristenzentren und Ballungsräumen, allen voran in den belebten Straßen, Grachten und rund um die Bahnhöfe von Amsterdam, Rotterdam und Den Haag, die übliche Vorsicht vor Taschendiebstahl angebracht. In der Urlaubszeit kommt es gelegentlich zu Aufbrüchen von Fahrzeugen oder Wohnmobilen an unbewachten Strandparkplätzen entlang der Nordseeküste. Da das Fahrrad das unbestrittene Hauptverkehrsmittel des Landes ist, gehört Fahrraddiebstahl zur häufigsten Kleinkriminalität – wer mit dem eigenen Rad anreist, sollte stets in hochwertige Schlösser investieren. Im Pannenfall auf den hervorragend ausgebauten Autobahnen wird schnelle Hilfe durch den königlichen niederländischen Automobilclub ANWB (Algemene Nederlandsche Wielrijders-Bond) geleistet.

 
Niederlande – Allgemeine Informationen
 
Fläche: 41.543 km² (wovon rund 18 % aus Wasserflächen bestehen; die Niederlande sind eines der am dünnsten mit Landfläche gesegneten, aber am dichtesten besiedelten Länder Europas).
 
Bevölkerungszahl: rund 18,1 bis 18,3 Millionen (Stand 2025/26). Die Einwohnerzahl wächst seit Jahren konstant, maßgeblich getragen durch Zuwanderung und eine stabile demografische Entwicklung.
 
Bevölkerungsdichte: rund 520–525 Einwohner pro km² (damit gehören die Niederlande zu den am dichtesten besiedelten Flächenstaaten der Welt).
 
Hauptstadt: Amsterdam, mit rund 920.000 Einwohnern in der eigentlichen Kernstadt. Der offizielle Regierungssitz, der königliche Palast sowie das Parlament befinden sich jedoch im rund 60 km entfernten Den Haag (’s-Gravenhage). Die gesamte Megaregion im Westen des Landes (Amsterdam, Rotterdam, Den Haag, Utrecht) verschmilzt zur wirtschaftlich mächtigen Metropolregion Randstad mit über 8,5 Millionen Einwohnern.
 
Geografie: Die Niederlande liegen im Westen Mitteleuropas und grenzen im Osten an Deutschland, im Süden an Belgien und im Norden sowie Westen an die Nordsee. Das auffälligste Merkmal der Geografie ist die extreme Flachheit des Landes: Rund die Hälfte des Staatsgebietes liegt weniger als einen Meter über dem Meeresspiegel, etwa ein Viertel liegt sogar komplett unter dem Meeresspiegel (vollständig vom Meer abgedämmte und künstlich entwässerte Gebiete, sogenannte Polder). Der tiefste Punkt liegt mit 6,76 Metern unter Normalnull in der Gemeinde Zuidplas. Das Land wird von den riesigen Mündungsdeltas dreier großer europäischer Flüsse geprägt: Rhein (Rijn), Maas und Schelde. Im äußersten Süden, in der Provinz Limburg, wird das Land sanft hügelig; hier befindet sich mit dem Vaalserberg (322,4 m ü. M.) am Dreiländereck zu Deutschland und Belgien die höchste Erhebung des Festlands. Zum Staatsgebiet gehören zudem die Kette der Westfriesischen Inseln (darunter Texel und Terschelling) in der Nordsee sowie einige Überseeinseln in der Karibik (u. a. Aruba und Curaçao), die als autonome Länder Teil des Königreichs sind.
 
Sehenswürdigkeiten/Attraktionen: Die Niederlande bieten eine grandiose Mischung aus historischer Kultur und modernem Lifestyle. Zu den wichtigsten Attraktionen zählen die Grachten und Museen Amsterdams (Rijksmuseum, Van Gogh Museum), die historischen Windmühlen von Kinderdijk (UNESCO-Welterbestätte), die moderne Architektur und der gigantische Hafen von Rotterdam, der königliche Badeort Scheveningen, die historischen Käsestädte Alkmaar und Gouda sowie der weltberühmte Frühlings-Blumenpark Keukenhof in Lisse.
 
Staatsform: Parlamentarische Monarchie seit 1815. Die Verfassung sichert ein Zweikammerparlament (Staten-Generaal), bestehend aus der Ersten Kammer (Senat) und der politisch einflussreichen Zweiten Kammer (Abgeordnetenhaus) mit 150 Abgeordneten.
 
Staatsoberhaupt: König Willem-Alexander, im Amt seit dem 30. April 2013, nachdem seine Mutter, Königin Beatrix, nach 33-jähriger Regentschaft abgedankt hatte. Die königliche Familie (Oranje-Nassau) genießt im Volk traditionell großen Rückhalt und wird am Nationalfeiertag (Koningsdag) intensiv gefeiert.
 
Regierungschef: Ministerpräsident Dick Schoof (parteilos), im Amt seit Juli 2024. Er führt eine komplexe Vier-Parteien-Koalition an; die niederländische Innenpolitik ist geprägt von intensiven Debatten über die Asyl- und Migrationspolitik, die Bewältigung des akuten Wohnungsmangels in den Ballungsräumen sowie die Transformation der heimischen Landwirtschaft im Zuge strenger europäischer Stickstoffauflagen.
 
Sprache & Religion: Amtssprache ist Niederländisch. In der nördlichen Provinz Friesland ist zudem Friesisch (Frysk) als zweite Amtssprache anerkannt. Die Niederländer sind absolute Sprachentalente: Über 90 % der Bevölkerung sprechen hervorragend und fließend Englisch, und durch die geografische Nähe wird im Alltag sowie in Touristengebieten auch Deutsch fast flächendeckend verstanden. Das Land ist stark säkularisiert; über die Hälfte der Bevölkerung ist konfessionslos. Historisch teilt sich das Land in einen protestantisch geprägten Norden und einen katholisch geprägten Süden (Brabant und Limburg).
 
Ortszeit: Mitteleuropäische Zeit (MEZ) mit Sommerzeitumstellung. Es gibt keinerlei Zeitverschiebung zu Deutschland, Österreich und der Schweiz.
 
Geld, Preisniveau & Strom: Das offizielle Zahlungsmittel ist der Euro. Das allgemeine Preisniveau liegt in den Niederlanden leicht über dem deutschen Durchschnitt. Insbesondere Dienstleistungen, Restaurantbesuche und vor allem die Parkplatzgebühren sowie Mieten in Amsterdam gehören zu den teuersten in Europa. Es gilt die europäische Netzspannung von 230 V, 50 Hz. Es werden die in Mitteleuropa üblichen Steckdosentypen (Typ C und F) verwendet; ein Reiseadapter ist nicht notwendig. Die internationale Landesvorwahl lautet +31.
 
Anreise & Auto: Die meisten Reisenden kommen über das exzellent ausgebaute deutsche Autobahnnetz direkt ins Nachbarland. Das niederländische Fernstraßennetz ist komplett mautfrei (Ausnahme sind lediglich zwei spezielle Tunnel im Süden: der Westerscheldetunnel und der Kiltunnel). Für Autofahrer gelten extrem strikte Regeln: Auf allen Autobahnen gilt tagsüber (zwischen 06:00 und 19:00 Uhr) ein striktes Tempolimit von 100 km/h; erst nachts (zwischen 19:00 und 06:00 Uhr) darf auf einigen Abschnitten bis zu 130 km/h gefahren werden. Die Promillegrenze liegt bei 0,5 (0,2 für Fahranfänger). Geschwindigkeitsüberschreitungen werden über ein engmaschiges Kamerasystem erfasst und mit drakonischen Bußgeldern (oft ab 100 bis mehrere Hundert Euro) geahndet. Die Pannenhilfe wird flächendeckend vom ANWB („Wegenwacht“) betrieben.
 

Niederlande – Klima, Fauna & Flora
 
Das Klima der Niederlande ist stark maritim geprägt, mit milden Wintern und mäßig warmen, wechselhaften Sommern. Durch die stetigen Winde vom Atlantik und der Nordsee kann das Wetter rasch umschlagen, und Regenschauer gehören das ganze Jahr über zum Alltag. Die Sommermonate (Juni bis August) sind die wärmste Zeit, doch die beliebteste Reisezeit ist der Frühling (April und Mai), wenn die gigantischen Tulpen- und Blumenfelder im Westen des Landes in voller Blüte stehen.
Durch die extrem dichte Besiedlung und die intensive landwirtschaftliche Nutzung ist die unberührte Natur rar gesät. Dennoch bieten Nationalparks wie die Hoge Veluwe im Landesinneren Rückzugsräume für Rotwild, Wildschweine und Mufflons. An den flachen Küsten des Wattenmeeres (Waddenzee, UNESCO-Weltnaturerbe) leben riesige Kolonien von Seehunden und Kegelrobben, zudem dient die Region Millionen von Zugvögeln als lebenswichtiger Rastplatz.
Die Flora wird durch die künstlich geschaffene Polderlandschaft bestimmt. Große Waldbestände sind selten; brachliegendes Land wird meist von saftigen Grasweiden dominiert. Berühmt sind die künstlich angelegten Dünenlandschaften an der Küste, die mit Strandhafer bepflanzt sind, um den Sand vor den Nordseestürmen zu schützen. Im Frühling verwandelt sich der „Bollenstreek“ (die Blumenzwiebelregion zwischen Haarlem und Leiden) in ein kilometerlanges, künstliches Farbenmeer aus Tulpen, Hyazinthen und Narzissen.
 

Niederlande – Geschichte & Kultur
    • Der Achtzigjährige Krieg: Im 16. Jahrhundert standen die Niederlande unter spanischer Herrschaft der Habsburger. Unter der Führung von Wilhelm von Oranien erhoben sich die Provinzen, was im Achtzigjährigen Krieg (1568–1648) mündete und schließlich zur Anerkennung der unabhängigen Republik der Sieben Vereinigten Provinzen führte.
    • Das Goldene Zeitalter (Gouden Eeuw): Im 17. Jahrhundert stiegen die Niederlande zur weltweit führenden Handels-, See- und Wirtschaftsmacht auf. Durch die Vereinigte Ostindische Compagnie (VOC) florierte der weltweite Handel. In dieser Epoche erlebte auch die Kunst mit Meistern wie Rembrandt van Rijn, Johannes Vermeer und Frans Hals eine einzigartige Blütezeit.
    • Königreich & Moderne: Nach der napoleonischen Besetzung entstand 1815 das heutige Königreich. Im Zweiten Weltkrieg wurden die Niederlande trotz erklärter Neutralität von Nazi-Deutschland besetzt. Nach dem Krieg modernisierte sich das Land rasant, verzichtete auf seine Kolonien und wurde 1957 zu einem der sechs wegweisenden Gründungsmitglieder der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (heute EU).

Die niederländische Kultur ist historisch tief im Prinzip der Toleranz und des Pragmatismus verwurzelt. Das gesellschaftliche Konzept des Polderns beschreibt die typisch niederländische Eigenschaft, trotz tiefgreifender Meinungsverschiedenheiten so lange im Dialog zu bleiben, bis ein für alle tragbarer, vernünftiger Kompromiss gefunden ist – ein Erbe aus den Jahrhunderten, in denen man den Kampf gegen das Wasser nur gemeinsam gewinnen konnte.
 

Niederlande – Unterkünfte
 
Das Übernachtungsangebot in den Niederlanden ist modern, vielseitig und perfekt organisiert. Neben klassischen Hotelketten und charmanten Boutique-Hotels in historischen Grachtenbehäusern erfreut sich das Land einer riesigen Camping- und Ferienhaus-Kultur. Großflächige Ferienparks (wie Center Parcs oder Landal) liegen meist mitten in den Küstendünen oder Waldgebieten und bieten maximalen Komfort für Familien. Individualreisende nutzen sehr häufig die privaten Bed & Breakfasts (Vrienden op de Fiets für Radreisende) oder mieten ein schwimmendes Hausboot auf den unzähligen Kanälen. Aufgrund der hohen Nachfrage sollten Unterkünfte in Amsterdam und an der Nordseeküste in der Haupt- und Osterzeit Monate im Voraus gebucht werden.
 

⚠️ Niederlande – Wichtige Insidertipps für Rundreisende
Ein Roadtrip durch die Niederlande verlangt Autofahrern vor allem in den Städten ein völlig neues Fahrverhalten ab. Das Fahrrad hat hier absolut Vorrang, und die Parkplatzgebühren können ein tiefes Loch in die Urlaubskasse reißen.
 
🚲 Das „Fiets“-Gesetz: Absolute Priorität für Fahrräder
    • Der Radweg-Dschungel: Die Niederlande besitzen das am besten ausgebaute Radwegenetz (Fietspaden) der Welt. Diese Wege sind fast immer rot asphaltiert und baulich von der Straße getrennt.
    • Die goldene Regel: Fahrräder haben im Kreisverkehr, beim Abbiegen und an Kreuzungen fast immer Vorfahrt. Wenn du als Autofahrer nach rechts abbiegst, musst du den Schulterblick extrem sorgfältig ausführen: Radfahrer schießen oft mit hohem Tempo (besonders E-Bikes) an dir vorbei. Bei einem Unfall zwischen Pkw und Fahrrad trägt der Autofahrer in den Niederlanden rechtlich fast immer die Hauptschuld.
    • Die „Dutch Reach“-Methode: Gewöhne dir beim Aussteigen aus dem Auto an, die Fahrertür immer mit der rechten Hand zu öffnen. Dadurch dreht sich dein Oberkörper automatisch nach hinten, und du siehst im Augenwinkel, ob sich von hinten ein Radfahrer nähert.

🅿️ Die Parkplatz-Falle & die smarte Park-and-Ride-Lösung (P+R)
    • Parken in den Städten: Autofahren im Zentrum von Amsterdam, Utrecht oder Rotterdam ist ein Albtraum. Die Straßen sind extrem schmal, und die Parkgebühren am Straßenrand liegen in Amsterdam bei unverschämten 7,50 € bis 9,00 € pro Stunde. Wer kein Ticket zieht oder die Parkzeit überzieht, bekommt sofort eine Parkkralle (Wielklem) oder das Auto wird kostenpflichtig abgeschleppt.
    • Die geniale Rettung – Das P+R-System: Große Städte bieten am Stadtrand an den Autobahnringen fantastische Park+Ride-Parkplätze an (z. B. P+R Sloterdijk oder P+R RAI in Amsterdam).
    • Wie es funktioniert: Wenn du nach 10:00 Uhr morgens oder am Wochenende einfährst, zahlst du für 24 Stunden Parken oft nur unschlagbare 1,00 € bis 6,00 € – unter einer Bedingung: Du musst direkt am P+R-Automaten ein ermäßigtes ÖPNV-Ticket kaufen und mit der Tram oder Metro ins Stadtzentrum und wieder zurück fahren. Beim Bezahlen des Parktickets musst du das genutzte ÖPNV-Ticket scannen, um den Rabatt zu erhalten. Günstiger und entspannter kann man die Städte nicht besuchen.


🗺️ Der perfekte 10-Tages-Roadtrip:
 
Grachten, Dünen & Windmühlen
Diese abwechslungsreiche Route führt dich im Kreis durch das Herz der Niederlande – vorbei an pulsierenden Städten, historischen Käsemärkten, monumentalen Deichanlagen und endlosen Sandstränden.
    • Gesamtstrecke: ca. 450 km (sehr kurze Fahrzeiten, perfekt zum Genießen)
    • Start/Ziel: Amsterdam / Utrecht


Tag 1 & 2: Das Venedig des Nordens (Amsterdam)
    • Das erlebst du: Schlendere durch das historische Grachtenviertel (Jordaan), mache eine klassische Grachtenrundfahrt per Boot und besuche das Rijksmuseum. Nutze das P+R-System und lass das Auto während der zwei Tage komplett stehen.

Tag 3: Käse-Tradition & die Küstendünen (Alkmaar & Bergen aan Zee)
    • Route: Amsterdam ➔ Alkmaar ➔ Bergen aan Zee (ca. 55 km / 50 Min.)
    • Das erlebst du:
        • Fahre nach Norden in die historische Stadt Alkmaar. Wenn du zwischen April und September freitags reist, kannst du den traditionellen Käsemarkt erleben, bei dem die Käseträger in weißen Gewändern riesige Laibe transportieren.
        • Fahre am Nachmittag weiter an die Nordseeküste nach Bergen aan Zee und unternimm eine Wanderung durch die höchsten und breitesten Dünengebiete des Landes.

Tag 4 bis 10: Der weitere Verlauf der Rundreise
    • Tag 4 & 5: Von Bergen geht es über Enkhuizen und den 32 km langen Abschlussdeich (Afsluitdijk) nach Leeuwarden in Friesland.
    • Tag 6 & 7: Weiterfahrt zum autofreien Kanal-Dorf Giethoorn und anschließend nach Den Haag (Binnenhof, Mauritshuis, Scheveningen).
    • Tag 8 & 9: Besuch der historischen Windmühlen von Kinderdijk und der modernen Architektur in Rotterdam.
    • Tag 10: Abschluss des Roadtrips in der entspannten Universitätsstadt Utrecht mit ihren einzigartigen Werftekellern.


 
📋 Küche & Kulinarisches: Herzhaft, süß und unkompliziert
 
Die niederländische Küche ist historisch eher bodenständig und maritim geprägt. Heute zeichnet sie sich durch eine riesige Snack-Kultur, fantastische Milchprodukte und starke koloniale Einflüsse (insbesondere aus Indonesien) aus.
 
🐟 Herzhafte Klassiker & Streetfood
  • Hollandse Nieuwe (Matjes): Der unbestrittene König der niederländischen Fischküche. Der junge, milde Hering wird traditionell an der Schwanzflosse gepackt, leicht in gewürfelte, rohe Zwiebeln gedippt und mit weit nach hinten überstrecktem Kopf direkt in den Mund gleiten gelassen. Wer das nicht mag, bestellt ein Broodje Haring (Matjes im weichen Brötchen).
  • Kibbeling: In mundgerechte Stücke geschnittenes Fischfilet (traditionell Kabeljau), das in Backteig frittiert und heiß mit Knoblauch- oder Remouladensauce serviert wird. Ein Muss an jeder Fischbude (Viskraam) an der Küste.
  • Bitterballen: Das wohl beliebteste Bar-Food des Landes. Kleine, panierte und frittierte Rindfleisch-Ragoutbällchen, die innen kochend heiß sind. Sie werden traditionell mit Senf zum Bier bestellt.
  • Stamppot: Ein klassisches Wintergericht. Ein deftiger Eintopf aus gestampften Kartoffeln und Gemüse (wie Grünkohl oder Karotten), der mit einer kräftigen Räucherwurst (Rookworst) und Senf serviert wird.
  • Indonesische Rijsttafel (Reistafel): Durch die koloniale Vergangenheit ist die indonesische Küche in den Niederlanden extrem populär. Eine Reistafel in einem indonesischen Restaurant besteht aus einer Vielzahl kleiner Schälchen mit aromatischen Fleisch-, Fisch- und Gemüsegerichten (z. B. Saté-Spieße in Erdnusssauce, Rendang-Rindergulasch), die mit Reis geteilt werden.
🥞 Süße Sünden
  • Poffertjes: Winzige, dicke Pfannkuchen, die in speziellen Gusseisenpfannen gebacken werden. Sie werden noch heiß mit einem großen Stück Butter und bergeweise Puderzucker serviert.
  • Stroopwafels: Zwei hauchdünne, knusprige Waffeln, die in der Mitte mit einer klebrig-süßen Schicht aus warmem Karamellsirup zusammengehalten werden. Insider-Tipp: Lege die Waffel vor dem Essen als „Deckel“ auf deine heiße Kaffee- oder Teetasse – durch den Wasserdampf schmilzt der Sirup im Inneren perfekt.

 
💶 Restaurant-Etikette & Trinkgeld-Tipps
  1. Die Sache mit dem Bargeld (Pin Only): Die Niederlande sind beim bargeldlosen Bezahlen weltweit Vorreiter. In unzähligen Cafés, Restaurants und selbst an Marktständen suchst du Kassen vergeblich. Achte auf Schilder mit der Aufschrift „Pin Only“ oder „Hier nur Kartenzahlung“. Ohne Giro- oder Kreditkarte bist du in den Niederlanden oft aufgeschmissen.
  2. Das Trinkgeld (Fooi): In den Niederlanden ist der Service gesetzlich immer im Preis inbegriffen. Trinkgeld ist daher keine Pflicht, wird bei gutem Service aber gerne gesehen. In Restaurants rundet man entweder großzügig auf oder gibt 5 % bis 10 %. Da per Karte gezahlt wird, nennst du dem Kellner entweder vor dem Scannen den Gesamtbetrag inklusive Trinkgeld oder tippst es direkt in das Kartenterminal ein. In Bars und Cafés lässt man einfach ein paar Cent-Münzen liegen oder rundet auf den nächsten Euro auf.
  3. Die Restaurantrechnung teilen (Going Dutch): Das weltbekannte Phänomen, dass beim gemeinsamen Essen absolut exakt getrennt abgerechnet wird, ist in den Niederlanden gelebte Realität. Gruppen nutzen dafür meist die Bezahl-App Tikkie: Eine Person zahlt die Gesamtrechnung per Karte und schickt den anderen sofort einen Zahlungslink per WhatsApp, über den der exakte Cent-Betrag sekundenschnell per Online-Banking erstattet wird.
  4. Die Essenszeiten: Mittags isst man oft nur einen schnellen Snack (ein belegtes Brot oder ein Umitje – Strammer Max) zwischen 12:00 und 14:00 Uhr. Das Abendessen (Diner) findet im Vergleich zu Südeuropa recht früh statt, meist zwischen 18:00 und 20:00 Uhr. Nach 21:00 Uhr schließen viele Restaurantküchen bereits.

 
📋 Übersicht: Die niederländische Speisekarte (De Menukaart)
NiederländischAusspracheDeutsch / Erklärung
VoorgerechtenFohr-cherechtenVorspeisen
HoofdgerechtenChoft-cherechtenHauptgerichte
Nagerechten / DessertNach-cherechten / DessertNachspeisen
DagschotelDach-schotelDas Tagesgericht (oft ein günstiges, ehrliches Hauptgericht).
Patat / FrietPatat / FrietPommes frites (werden traditionell mit Mayonnaise, Erdnusssauce und Zwiebeln als Patat Oorlog – „Pommes Krieg“ bestellt).
KaasKahsKäse (z. B. Gouda oder Edamer).
KraanwaterKrahn-waterLeitungswasser (wird in manchen modernen Restaurants auf Nachfrage kostenlos serviert).
Biertje / PilsBiertje / PilsEin kleines, frisch gezapftes Bier (wird meist in 0,2- oder 0,25-Liter-Gläsern serviert, damit es kalt bleibt).
De rekening, alstublieft.De rekenig, alstü-bliftDie Rechnung, bitte.

 
🗣️ Die wichtigsten Sprachbegriffe & Höflichkeitsfloskeln
 
Obwohl fast jeder Niederländer perfekt Englisch spricht, bricht ein freundliches niederländisches Wort sofort das Eis. Die Sprache ist direkt, aber im Umgangston sehr herzlich und entspannt.
NiederländischAusspracheDeutsch / Erklärung
Hallo! / Hoi!Hallo / ChojHallo! (Das universelle „Hoi“ nutzen auch Fremde im Alltag sehr locker).
Goedemorgen!Chude-morgenGuten Morgen! (Bis ca. 12:00 Uhr).
Goedemiddag!Chude-middachGuten Tag! (Von 12:00 bis 18:00 Uhr).
Goedenavond!Chude-afondGuten Abend! (Ab 18:00 Uhr).
AlstublieftAlstü-bliftBitte. (Höflichkeitsform, z. B. wenn man dem Kellner etwas reicht oder um etwas bittet).
Dank u wel! / Bedankt!Dank ü wel / Be-danktVielen Dank! / Danke!
Tot ziens!Tot sinsAuf Wiedersehen!
Doei! / Doeg!Duj / DruchTschüss! (Sehr häufiger, lockerer Abschied im Geschäft oder Café).
Pardon / SorryPardong / SorryEntschuldigung. (Um im Gang vorbei zu kommen oder den Kellner anzusprechen).
Gezellig!Che-selligGemütlich / Gesellig / Schön! (Das wichtigste Kulturwort der Niederlande. Es beschreibt alles, was eine gute, entspannte Stimmung hat – von einem netten Abend mit Freunden bis zu einem gemütlichen Café).
 
⚠️ Wichtige Insidertipps für Rundreisende (Ergänzung)
  • Der „Matrixborden“-Check auf der Autobahn: Über den niederländischen Autobahnen hängen fast überall digitale Schilderbrücken (Matrixborden). Wenn dort eine Geschwindigkeit mit einem roten Kreis angezeigt wird, ist das ein verbindliches Tempolimit (z. B. bei Stau). Zeigt die Tafel eine Zahl ohne Kreis, ist das nur eine Empfehlung. Ein blinkender Pfeil bedeutet, dass du sofort die Spur wechseln musst.
  • Vorsicht an den Tram-Schienen: Wenn du in Städten wie Amsterdam oder Rotterdam unterwegs bist, haben Straßenbahnen (Trams) absolut immer Vorfahrt – auch im Kreisverkehr und an Zebrastreifen. Die Bahnen bremsen für niemanden und kündigen sich lautstark mit einer Klingel an. Bleibe als Autofahrer niemals auf den Schienen stehen.

 
🚲 Fahrrad-Verleihsysteme in den Niederlanden: Mobil wie die Einheimischen
 
Die Niederlande besitzen die beste Fahrrad-Infrastruktur der Welt. Wer das Land wirklich authentisch erleben will, steigt vom Auto oder der Bahn aufs Rad (Fiets). Für Rundreisende und Städtetouristen gibt es dafür hervorragende Verleihsysteme.
 
🌟 Das Nonplusultra: Das „OV-fiets“-System
 
Das OV-fiets (betrieben von der niederländischen Eisenbahngesellschaft NS) ist das mit Abstand populärste Fahrradverleihsystem des Landes. Es ist an fast jedem der rund 300 Bahnhöfe, an U-Bahn-Stationen und großen Busbahnhöfen zu finden. Die markanten blau-gelben Räder sind extrem robust, perfekt gewartet und besitzen eine Rücktrittbremse sowie eine Gangschaltung.
⚠ Die Krux für ausländische Touristen:
Das OV-fiets ist als Anschlussmobilität für den Nahverkehr gedacht. Man kann es nicht einfach bar oder spontan mit der Kreditkarte am Automaten leihen.
  • Die Voraussetzung: Du benötigst eine persönliche, gelbe „Persönliche OV-chipkaart“ (die niederländische ÖPNV-Karte). Diese Karte muss online beantragt werden und erfordert ein europäisches Bankkonto (für das SEPA-Lastschriftverfahren).
  • Die Aktivierung: Auf dieser persönlichen Karte muss einmalig (kostenlos) das „OV-fiets-Abonnement“ freigeschaltet werden.
  • Die Lösung für Touristen: Wer nur für ein paar Tage im Land ist, für den ist der bürokratische Aufwand oft zu hoch. Es sei denn, du reist per Interrail oder planst eine längere Rundreise. Dann lohnt es sich, die Karte 2–3 Wochen vor Reiseantritt online zu bestellen. Die Miete ist mit ca. 4,55 € pro 24 Stunden unschlagbar günstig. Du hältst einfach deine Karte an den Scanner im Fahrraddepot, das Schloss springt auf und die Maut wird später vom Konto abgebucht.

 
📱 Die besten Alternativen für Spontan-Touristen (App-basiert)
 
Wer keine persönliche OV-chipkaart besitzt, nutzt in den Städten und Urlaubsregionen unkomplizierte, App-basierte Bikesharing-Anbieter. Hier registriert man sich einfach per Smartphone und hinterlegt eine Kreditkarte oder Paypal.
1. Donkey Republic (Der Touristen-Liebling)
  • Wo gibt es das? In fast allen großen niederländischen Städten (Amsterdam, Rotterdam, Utrecht, Den Haag) sowie in vielen Küstenorten.
  • Wie funktioniert es? Die leuchtend orangefarbenen Räder stehen an festen „virtuellen“ Stationen im Stadtgebiet. Du öffnest das Rad per Bluetooth über die App.
  • Kosten: Abrechnung erfolgt flexibel pro Minute (ca. 1,50 € für 30 Minuten) oder als praktischer Tagespass (ca. 12–15 € für 24 Stunden).
2. FlickBike & Lime
  • Wo gibt es das? Hauptsächlich in den großen Ballungsräumen.
  • Wie funktioniert es? Klassisches Free-Floating-System. Die Räder haben keine festen Stationen, sondern werden über die In-App-Karte geortet und können überall in der erlaubten Zone abgestellt werden.
  • Kosten: Meist eine Startgebühr von 1,00 € + ca. 0,15 € bis 0,25 € pro Minute.

 
🏪 Der klassische Fahrradverleih (Fietsverhuur)
 
Wenn du eine mehrtägige Radtour planst oder ein E-Bike (in den Niederlanden sehr ratsam wegen des ständigen Gegenwinds!) suchst, ist der klassische Verleihladen die beste Wahl.
  • An jedem größeren Bahnhof und in jedem Küstenort gibt es lokale Verleiher (oft erkennbar am Schild Fietsverhuur).
  • Vorteil: Du bekommst hier hochwertige Trekkingräder, E-Bikes, Lastenräder (Bakfiets) für Familien sowie passende Fahrradtaschen und Schlösser.
  • Kosten: Normale Räder ca. 10–15 € pro Tag, E-Bikes ca. 25–35 € pro Tag. Mehrtägige Mieten werden oft deutlich günstiger. Wichtig: Meist muss ein Ausweis und eine Kaution (oder Kreditkarte) hinterlegt werden.

 
Hinweis: Alle Angaben zu politischen Ämtern, Währung und aktuellen Entwicklungen wurden nach bestem Wissen zum Stand Herbst 2026 recherchiert. Für aktuelle, verbindliche Informationen empfiehlt sich vor Reiseantritt ein Blick auf die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.
Allgemeine LänderinfosNiederlande

Niederlande – Allgemeine Informationen

von Joe OnTour 25. Oktober 2026

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25. Oktober 2026 0 comments
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Allgemeine LänderinfosFrankreich

Frankreich – Allgemeine Informationen

von Joe OnTour 25. Oktober 2026
Erstellt von Joe OnTour

Frankreich – Allgemeine Infos

Frankreich ist ein traditionell überaus beliebtes Reiseland, in dem Besucher mit großer Gastfreundschaft empfangen werden und in aller Regel einen unbeschwerten Urlaub verbringen.
 
Insbesondere in den großen Touristenzentren wie Paris, Marseille und Lyon sowie an großen Bahnhöfen und in den Metros ist jedoch erhöhte Vorsicht vor Taschendiebstahl geboten. In der Urlaubszeit kommt es gelegentlich zu Aufbrüchen von Fahrzeugen an schlecht einsehbaren Strandparkplätzen (insbesondere an der Côte d’Azur) oder an Autobahnraststätten. Beliebt ist zudem die Masche von Trickbetrügern auf den Autobahnen im Süden des Landes, die Touristen durch vorgetäuschte Pannen oder das Anbieten von vermeintlicher Hilfe ablenken, um Wertsachen aus dem unverschlossenen Auto zu stehlen. Es empfiehlt sich daher dringend, das Fahrzeug selbst bei kurzen Stopps immer komplett zu verriegeln, keine Taschen sichtbar liegenzulassen und bei Pannen auf den Autobahnen ausschließlich die offiziellen Notrufsäulen zu nutzen, da dort ein staatlich regulierter Abschleppdienst angefordert wird.
 
 
Frankreich – Allgemeine Informationen
 
Fläche: 543.940 km² (bezogen auf das europäische Mutterland, das sogenannte France métropolitaine; inklusive der Überseegebiete wie Réunion, Guadeloupe oder Martinique sind es 643.801 km²).
 
Bevölkerungszahl: rund 68,5 bis 68,9 Millionen (Stand 2025/26). Frankreich verzeichnet ein stabiles Bevölkerungswachstum und ist nach Deutschland das bevölkerungsreichste Land der Europäischen Union.
 
Bevölkerungsdichte: rund 126 Einwohner pro km².
 
Hauptstadt: Paris, heute mit rund 2,1 Millionen Einwohnern in der Kernstadt und etwa 11,2 bis 11,5 Millionen in der gesamten Metropolregion (Aire urbaine de Paris).
 
Geografie: Frankreich liegt in Westeuropa und grenzt an Belgien, Luxemburg, Deutschland, die Schweiz, Italien, Monaco, Andorra und Spanien. Es besitzt Küsten zum Ärmelkanal, zur Nordsee, zum Atlantischen Ozean und zum Mittelmeer.
 
Das Landschaftsbild ist extrem vielseitig:
  • Der Norden und Westen sind flach bis sanft hügelig und von großen Flussbecken (wie der Loire und der Seine) geprägt.
  • Der Süden und Osten werden von mächtigen Hochgebirgen dominiert. Hier liegen das Zentralmassiv, die Pyrenäen an der Grenze zu Spanien und die Alpen an der Grenze zu Italien und der Schweiz.
Der höchste Berg Frankreichs (und der gesamten Alpen) ist der Mont Blanc mit 4.805 m ü. M. Die Gesamtlänge der französischen Küsten beläuft sich auf über 3.400 km und reicht von den rauen Kreidefelsen der Normandie über die wilden Granitküsten der Bretagne bis hin zur palmengesäumten Côte d’Azur.
 
Sehenswürdigkeiten/Attraktionen: Das Land quillt über vor weltberühmten Highlights. Dazu gehören Paris (Eiffelturm, Louvre, Versailles), die majestätischen Schlösser der Loire, die historische Inselfestung Mont-Saint-Michel, die römischen Monumente in Nîmes und Arles, das Weinbaugebiet Bordeaux sowie die Lavendelfelder der Provence und die Strände der Französischen Riviera.
 
Staatsform: Semipräsidentielle Republik. Die aktuelle Verfassung der Fünften Republik stammt aus dem Jahr 1958. Das Parlament ist ein Zweikammersystem, bestehend aus der Nationalversammlung (Assemblée nationale) und dem Senat (Sénat). Das Staatsoberhaupt besitzt in Frankreich eine traditionell sehr starke politische Machtstellung.
 
Sprache & Religion: Amtssprache ist Französisch. Regionale Sprachen wie Bretonisch, Baskisch oder Korsisch werden gepflegt, haben aber keinen offiziellen Status. In touristischen Regionen wird gut Englisch verstanden. Das Land ist historisch katholisch geprägt, versteht sich jedoch seit 1905 als streng laizistischer Staat (strikte Trennung von Kirche und Staat).
 
Geld, Preisniveau & Strom: Zahlungsmittel ist der Euro. Das Preisniveau liegt im Schnitt etwas über dem deutschen Niveau, wobei Paris und die Côte d’Azur zu den teuersten Pflastern Europas gehören. Es gilt die europäische Netzspannung von 230 V (die Steckdosen besitzen oft einen herausstehenden Erdungsstift, moderne Schukostecker passen jedoch problemlos). Die internationale Landesvorwahl lautet +33.
 
⚠️ Frankreich – Wichtige Insidertipps für Rundreisende
Ein Roadtrip durch Frankreich bietet traumhafte Landstraßen (Routes Nationales), erfordert jedoch eine gute Vorbereitung bezüglich der Autobahngebühren und der Umweltzonen in den Städten.
 
🛣️ Das französische Mautsystem (Péage) & Free-Flow
  • Das klassische System: Die meisten Autobahnen werden von privaten Gesellschaften betrieben. Du ziehst bei der Auffahrt ein Ticket und bezahlst beim Verlassen mit Kreditkarte oder bar. Wichtig: Viele Mautstationen haben keine Kassenhäuschen mit Personal mehr. Ordne dich an den Spuren mit dem grünen Pfeil oder dem Kreditkartensymbol (Cartes) ein.
  • Die neue Free-Flow-Maut (Flux Libre): Auf immer mehr Autobahnabschnitten (z. B. auf der A79 in Zentralfrankreich oder Abschnitten der A4 und A14) wurden die klassischen Mautschranken abgebaut. Kameras erfassen das Kennzeichen im Vorbeifahren. Achtung: Du musst die Maut innerhalb von 72 Stunden entweder online (z. B. auf dem Portal der Betreibergesellschaft Sanef/Aliae) oder an speziellen Terminals an den Raststätten nachzahlen, sonst drohen Bußgelder ab 90 Euro!
  • Der Télépéage-Tipp: Wenn du entspannt reisen willst, besorge dir vorab einen elektronischen Maut-Transponder (z. B. bip&go). Damit kannst du die reservierten Spuren mit dem orangefarbenen „t“ nutzen, musst nicht anhalten und die Gebühren werden automatisch vom Konto abgebucht.
 
🏷️ Die Umweltplakette „Crit’Air“: Pflicht für Stadtbesuche
  • Was ist das? Frankreich hat in vielen Ballungsräumen (Paris, Lyon, Marseille, Toulouse, Nizza, Straßburg etc.) dauerhafte oder wetterabhängige Umweltzonen (ZFE – Zone à Faibles Émissions) eingeführt. Jedes Fahrzeug (auch ausländische Pkw!) benötigt dafür eine windschutzscheibengroße Plakette an der Innenseite.
  • Wie bekommt man sie? Die Plakette unterteilt Fahrzeuge je nach Emissionsklasse in die Kategorien 0 bis 5. Du musst sie unbedingt vor der Reise über die offizielle Regierungswebseite (certificat-air.gouv.fr) bestellen. Sie kostet inklusive internationalem Versand nur ca. 4,61 Euro. Kaufst du sie nicht und fährst in eine Umweltzone, droht ein Bußgeld von 68 Euro.

 
🗺️ Der perfekte 10-Tages-Roadtrip: Der Zauber des Westens
Diese Route führt dich von Paris aus durch die geschichtsträchtige Normandie, an die raue Atlantikküste der Bretagne und zurück über das märchenhafte Loire-Tal.
  • Gesamtstrecke: ca. 850 km
  • Start/Ziel: Paris

 
Tag 1 & 2: Die Stadt der Liebe (Paris & Versailles)
  • Das erlebst du: Eiffelturm, Louvre, Montmartre und eine Bootsfahrt auf der Seine. Nutze den zweiten Tag für das prachtvolle Schloss von Versailles. (Liefere das Auto erst an Tag 3 am Stadtrand ab, in Paris selbst ist ein Pkw reiner Ballast).
 
Tag 3 & 4: Kreidefelsen & Fachwerkidylle (Die Normandie)
  • Route: Paris ➔ Giverny ➔ Honfleur ➔ Étretat (ca. 210 km)
  • Das erlebst du: Stoppe in Giverny bei Monets berühmtem Mühlengarten. Fahre weiter in das malerische Hafenstädtchen Honfleur mit seinen schmalen Fachwerkhäusern. Bestaune am vierten Tag die monumentalen, weißen Kreideklippen von Étretat.
  • Kulinarischer Tipp: Probiere echten normannischen Camembert, frische Crêpes und dazu ein Glas regionalen Cidre (Apfelwein).
 
Tag 5 & 6: Das Wunder im Meer & die wilde Bretagne
  • Route: Étretat ➔ Mont-Saint-Michel ➔ Saint-Malo (ca. 220 km)
  • Das erlebst du: Besuche den weltberühmten Mont-Saint-Michel, die Klosterinsel, die majestätisch im Wattenmeer thront (am besten am späten Nachmittag, wenn die Busse weg sind). Fahre weiter in die alte Korsarenstadt Saint-Malo, die von einer mächtigen Festungsmauer komplett umschlossen wird.
  • Kulinarischer Tipp: Bestelle eine herzhafte Galette (Buchweizencrêpe) gefüllt mit Schinken, Ei und Käse.
 
Tag 7, 8 & 9: Das Tal der Könige (Die Schlösser der Loire)
  • Route: Saint-Malo ➔ Angers ➔ Amboise / Tours (ca. 280 km)
  • Das erlebst du: Fahre ins malerische Loire-Tal. Besuche die absoluten Highlights unter den Hunderten Schlössern: Das gigantische Schloss Chambord (mit der doppelwendelförmigen Treppe von Da Vinci) und das romantische Wasserschloss Chenonceau, das sich elegant über den Fluss Cher spannt.
  • Kulinarischer Tipp: Koste den regionalen Ziegenkäse Selles-sur-Cher und kombiniere ihn mit einem spritzigen Sauvignon Blanc aus dem Loire-Tal (z. B. Sancerre).
 
Tag 10: Rückreise nach Paris
  • Route: Amboise ➔ Paris (ca. 210 km). Rückgabe des Mietwagens und Abreise.
 
Hier ist eine perfekt optimierte, alternative Route für den Süden Frankreichs.
 
Dieser Roadtrip führt dich durch die weltberühmten Kulturlandschaften der Provence, vorbei an spektakulären Schluchten und historischen römischen Monumenten, bis hin zu den palmengesäumten Promenaden und azurblauen Buchten der Côte d’Azur.
 

 
🗺️ Der perfekte Südfrankreich-Roadtrip: Provence & Côte d’Azur
  • Gesamtstrecke: ca. 550 km (reine Fahrtzeit ca. 7,5 Stunden, sehr entspannt aufgeteilt)
  • Start: Avignon (Provence)
  • Ziel: Nizza (Côte d’Azur)
 

 
Tag 1 & 2: Die Stadt der Päpste & das antike Erbe (Avignon & Pont du Gard)
  • Route: Anreise nach Avignon – Ausflug zum Pont du Gard (ca. 30 km).
  • Das erlebst du:
    • Besichtige den gigantischen, gotischen Papstpalast und schlendere über die berühmte, halbe Brücke Pont d’Avignon.
    • Mach am zweiten Tag einen Ausflug zum Pont du Gard – dem monumentalen römischen Aquädukt, das sich in drei Stockwerken spektakulär über den Fluss Gardon spannt (UNESCO-Weltkulturerbe).
  • Kulinarischer Tipp: Probiere in einer lokalen Brasserie Daube Provençale – ein in kräftigem Rotwein geschmortes Rindergulasch mit Oliven und Kräutern der Provence.
 
Tag 3 & 4: Das Herz der Provence (Gordes, Roussillon & Lavendel)
  • Route: Avignon ➔ Gordes ➔ Roussillon ➔ Aix-en-Provence (ca. 110 km / 2 Std.)
  • Das erlebst du:
    • Fahre in die Hügellandschaft des Luberon. Besuche das spektakuläre Klippendorf Gordes und das nahegelegene Roussillon, das für seine leuchtend roten und gelben Ockerfelsen weltberühmt ist.
    • Wenn du zwischen Mitte Juni und Mitte Juli reist, fährst du hier direkt an den intensiv duftenden, violetten Lavendelfeldern (z. B. rund um die Abtei von Senanque) vorbei.
    • Checke am Abend in Aix-en-Provence ein, der historischen Hauptstadt der Provence, bekannt für ihre unzähligen Brunnen und die von Platanen gesäumte Prachtstraße Cours Mirabeau.
 
Tag 5 & 6: Die Fjorde des Mittelmeers (Marseille & die Calanques)
  • Route: Aix-en-Provence ➔ Cassis ➔ Marseille (ca. 50 km / 1 Std.)
  • Das erlebst du:
    • Beziehe Quartier im charmanten Fischerort Cassis. Von hier aus startet die Wanderung (oder eine Bootstour) in den Nationalpark Calanques – tief in den weißen Kalkstein eingeschnittene, fjordähnliche Meeresbuchten mit glasklarem, türkisfarbenem Wasser.
    • Nutze den sechsten Tag für einen Ausflug in die pulsierende Hafenmetropole Marseille. Besuche den Alten Hafen (Vieux Port) und genieße den monumentalen Rundumblick von der Kirche Notre-Dame de la Garde.
  • Kulinarischer Tipp: In Marseille schlägt die Geburtsstunde der Bouillabaisse – der legendären, edlen Fischsuppe. Sie wird mit einer Knoblauch-Paprika-Mayonnaise (Rouille) und Röstbrot serviert.
 
Tag 7: Der Grand Canyon Europas (Verdon-Schlucht)
  • Route: Cassis ➔ Moustiers-Sainte-Marie ➔ Gorges du Verdon ➔ Fréjus (ca. 190 km / 3 Std.)
  • Das erlebst du:
    • Verlasse die Küste kurzzeitig für ein absolutes Naturschauspiel: Die Verdon-Schlucht (Gorges du Verdon). Die Straße führt entlang schwindelerregender, bis zu 700 Meter tiefer Felswände, an deren Boden sich das smaragdgrüne Wasser des Flusses entlangschlingert.
    • Leih dir am türkisblauen Lac de Sainte-Croix ein Tretboot, um ein Stück weit in die Schlucht hineinzufahren. Übernachte am Abend an der Küste bei Fréjus oder Saint-Raphaël.
 
Tag 8, 9 & 10: Glamour, Palmen & Kunst (Die Côte d’Azur von Cannes bis Nizza)
  • Route: Fréjus ➔ Cannes ➔ Antibes ➔ Nizza (ca. 70 km / 1,5 Std. insgesamt)
  • Das erlebst du:
    • Tag 8: Fahre entlang der Küstenstraße nach Cannes. Schlendere über die berühmte Uferpromenade La Croisette und wirf einen Blick auf den roten Teppich des Festivalpalasts.
    • Tag 9: Besuche das charmante Städtchen Antibes mit seiner historischen Festungsmauer direkt am Meer und dem beeindruckenden Picasso-Museum.
    • Tag 10: Erkunde Nizza (Nice). Spaziere über die prachtvolle Promenade des Anglais, tauche ein in das Farbenmeer des Blumenmarktes in der barocken Altstadt (Vieux Nice) und genieße den Blick vom Schlossberg (Colline du Château) über die engelsgleiche Bucht.
  • Kulinarischer Tipp: Koste in den Gassen von Nizza das traditionelle Streetfood Socca – einen herrlich knusprigen, herzhaften Pfannkuchen aus Kichererbsenmehl und viel schwarzem Pfeffer, der frisch aus dem Holzofen kommt. Kombiniere ihn mit einem eiskalten, provenzalischen Roséwein.

 
💡 Zusätzlicher Insider-Tipp für diese Route:
  • Die ZTL in den Bergen (Nizza & Umland): Nizza hat in seiner historischen Altstadt eine strenge Fußgänger- und verkehrsberuhigte Zone. Nutze am besten die großen Parcazur-Park-and-Ride-Parkplätze am Stadtrand (z. B. Parcazur Henri Sappia) und fahre bequem mit der modernen Straßenbahn ins Zentrum. Das spart viel Geld und Nerven bei der Parkplatzsuche.
 
📋 Die kulinarische Übersicht: Genuss auf Französisch
Die französische Küche (Gastronomie) gehört zum immateriellen UNESCO-Weltkulturerbe. Sie ist regional stark verwurzelt.
 
🍲 Traditionelle Hauptgerichte
  • Coq au Vin: Ein absoluter Klassiker. In Stücke geschnittenes Hähnchenfleisch, das stundenlang in einer reichhaltigen Sauce aus kräftigem Rotwein (traditionell Burgunder), Champignons, Speck, Zwiebeln und Kräutern geschmort wird, bis es vom Knochen fällt.
  • Boeuf Bourguignon: Ein herzhaftes Rinderschmorgericht aus dem Burgund. Das Fleisch wird ebenfalls in Rotwein eingelegt und langsam mit Karotten, Knoblauch und Speckwürfeln gegart.
  • Ratatouille: Ein klassisches Gemüsegericht aus der Provence (Südfrankreich). Eine geschmorte Mischung aus Auberginen, Zucchini, Paprika, Tomaten, Zwiebeln und Knoblauch, verfeinert mit frischen Kräutern der Provence (Thymian, Rosmarin).
  • Bouillabaisse: Die weltberühmte, reichhaltige Fischsuppe aus Marseille. Sie wird aus verschiedenen Edelfischsorten, Meeresfrüchten und Safran gekocht und traditionell mit Rouille (einer Knoblauch-Paprika-Mayonnaise) und gerösteten Baguettescheiben serviert.
 
🥖 Das Savoir-Vivre (Käse, Brot & Wein)
Ein Essen ohne Baguette ist in Frankreich unvorstellbar. Es wird kostenlos in einem Körbchen zum Essen gereicht (ebenso wie eine Karaffe Leitungswasser – une carafe d’eau). Vor dem Dessert folgt traditionell der Käsegang (Plateau de fromages). Frankreich produziert über 400 Käsesorten – vom cremigen Brie de Meaux über den würzigen Roquefort (Blauschimmel) bis zum nussigen Comté.
 

Hier ist die übersichtliche Tabelle der bekanntesten französischen Weine, sortiert nach den weltweit renommiertesten Anbauregionen. Frankreich hütet mit seinem strengen AOP-System (Herkunftsschutz) einige der edelsten Tropfen der Welt.

🍷 Die großen Weinregionen im Überblick
RegionWeinart / RebsortenBekannte AppellationenGeschmack & CharakterPasst perfekt zu
BordeauxRotwein (Merlot, Cabernet Sauvignon)Médoc, Pomerol, Saint-ÉmilionKraftvoll, tiefrot, reich an Gerbstoffen, elegant und extrem lagerfähig.Boeuf Bourguignon, gegrilltes Rindfleisch, kräftiger Hartkäse.
Burgund (Bourgogne)Rotwein (Pinot Noir)

Weißwein (Chardonnay)
Chablis, Meursault, Romanée-ContiRot: Filigran, fruchtig, feine Säure.
Weiß: Mineralisch, cremig, oft im Holzfass gereift.
Rot: Coq au Vin, Entenbrust.
Weiß: Jakobsmuscheln, gebratener Fisch, Geflügel.
ChampagneSchaumwein (Chardonnay, Pinot Noir)ChampagnePrickelnd, elegant, feine Perlage, Aromen von Brioche und grünem Apfel.Aperitif, Meeresfrüchte, festliche Anlässe.
Rhône-TalRotwein (Syrah, Grenache)Châteauneuf-du-Pape, Côte-RôtieSehr würzig, kräftig, Aromen von dunklen Beeren, Pfeffer und Kräutern.Lammbraten, Wildgerichte, kräftige Eintöpfe.
Loire-TalWeißwein (Sauvignon Blanc)Sancerre, Pouilly-FuméExtrem spritzig, frisch, Aromen von Zitrusfrüchten, Gras und Feuerstein.Ziegenkäse (Chèvre), frische Austern.
Elsass (Alsace)Weißwein (Riesling, Gewürztraminer)Alsace Grand CruMeist trocken, hocharomatisch, fruchtbetont und sehr mineralisch.Flammkuchen, Sauerkraut (Choucroute), würziger Weichkäse.
ProvenceRoséwein (Grenache, Cinsault)Côtes de ProvenceSehr hell, lachsfarben, trocken, beerig und wunderbar erfrischend im Sommer.Ratatouille, mediterrane Fischgerichte, sommerliche Salate.

💡 Kleiner Wein-Insider für den Einkauf:
Auf französischen Weinetiketten suchst du die Rebsorte (wie „Merlot“ oder „Chardonnay“) oft vergeblich. Die Franzosen nennen fast immer nur die Region oder die Gemeinde (die Appellation, z. B. „Sancerre“), da sie davon ausgehen, dass der Kenner weiß, welche Rebsorte dort gesetzlich vorgeschrieben ist.
Wenn auf einer Flasche der Begriff „Grand Cru“ oder „Premier Cru“ steht, handelt es sich um Wein aus einer der am höchsten klassifizierten Einzellagen der jeweiligen Region mit besonders hoher Qualität.
 

💶 Restaurant-Etikette & Trinkgeld (Le Pourboire)
  1. Die Platzweisung: Warte am Restauranteingang immer, bis der Kellner dir einen Tisch zuweist („Installez-vous“ oder „Suivez-moi“). Sich einfach selbst an einen freien Tisch zu setzen, gilt als extrem unhöflich.
  2. Der Service ist inklusive: Auf der Rechnung steht rechtlich immer der Zusatz „Service compris“ (Service inbegriffen). Das bedeutet, dass das Bedienungsgeld bereits im Preis enthalten ist.
  3. Die Trinkgeld-Regel: Ein hohes Trinkgeld wird nicht erwartet. Wenn das Essen und der Service jedoch gut waren, lässt man aus Höflichkeit 5 % bis 10 % des Betrages in bar auf dem Teller liegen, auf dem die Rechnung gebracht wurde. Beim Bezahlen per Karte rundet man in Frankreich nicht verbal auf (zahle die Karte glatt und wirf Münzen auf den Tisch).
  4. Die gemeinsame Rechnung: Es ist in Frankreich absolut unüblich, dass der Kellner am Tisch die Rechnung für eine Gruppe mühsam einzeln auseinanderrechnet („Ich hatte das Schnitzel, du das Wasser…“). Es wird eine Gesamtrechnung gebracht. Man teilt den Betrag entweder pauschal durch die Anzahl der Personen oder eine Person zahlt alles und man regelt das Geld untereinander.
 
🗣️ Die wichtigsten französischen Höflichkeitsfloskeln
Die Franzosen legen extrem großen Wert auf die korrekte Etikette. Wer ein Geschäft oder Restaurant betritt, ohne die Angestellten zu grüßen, wird oft bewusst ignoriert. Ein kurzes „Bonjour“ öffnet jede Tür.
 
FranzösischAusspracheDeutsch / Erklärung
Bonjour!Bong-schurGuten Tag! / Hallo! (Das wichtigste Wort des Tages).
Bonsoir!Bong-swarGuten Abend! (Ab ca. 17:00/18:00 Uhr).
Au revoir!O revwarAuf Wiedersehen!
S’il vous plaîtSil wu pleBitte. (Höflichkeitsform, z. B. „Un café, s’il vous plaît“).
Merci beaucoup!Mersi bokuVielen Dank!
De rien.De rjangBitte! / Kein Problem! (Als Antwort auf ein Danke).
Excusez-moiExküse-mwaEntschuldigen Sie mich. (Um Aufmerksamkeit zu bekommen).
PardonPardongEntschuldigung. (Wenn man jemanden unabsichtlich anrempelt).
L’addition, s’il vous plaît.Ladißjong, sil wu pleDie Rechnung, bitte.

Sprachtipps

Hier sind die wichtigsten Sprachtipps und Höflichkeitsfloskeln, die im Alltag in Frankreich unerlässlich sind, um Missverständnisse zu vermeiden und von den Einheimischen respektvoll und zuvorkommend behandelt zu werden.

⚠️ Der wichtigste Sprachtipp: Das „Bonjour-Gesetz“
In Deutschland ist es oft üblich, direkt mit dem Anliegen oder einer Frage ins Haus zu fallen (z. B. „Haben Sie noch einen Tisch frei?“). In Frankreich ist das ein absolutes Fettnäpfchen und gilt als extrem unhöflich.
    • Die goldene Regel: Bevor du im Restaurant, im Hotel, an der Kasse oder auf der Straße auch nur ein einziges Wort sagst (egal ob auf Französisch oder Englisch), musst du dein Gegenüber mit einem klaren „Bonjour“ begrüßen und die Antwort abwarten.
    • Erst nach diesem kurzen, gegenseitigen Gruß ist der Kanal für das eigentliche Gespräch geöffnet. Wer das Bonjour vergisst, wird oft spürbar unterkühlt oder gar nicht bedient.

👋 Begrüßung & Abschied
    • Bonjour! (Bong-schur) – Guten Tag! / Hallo! (Das Fundament jeder Konversation, nutzbar bis zum späten Nachmittag).
    • Bonsoir! (Bong-swar) – Guten Abend! (Nutzt man ganz automatisch ab ca. 17:00 / 18:00 Uhr).
    • Au revoir! (O revwar) – Auf Wiedersehen!
    • Salut! (Salü) – Hallo! / Tschüss! (Sehr locker, nur unter Freunden oder zu Kindern nutzen).
    • Bonne journée! (Bonn schurne) – Einen schönen Tag noch! (Sagt man sehr häufig beim Abschied im Geschäft oder Restaurant).

🕊️ Die Säulen der Höflichkeit
    • S’il vous plaît (Sil wu ple) – Bitte. (Die formelle Höflichkeitsform für Fremde und im Restaurant, z. B. „Un café, s’il vous plaît“).
    • Merci beaucoup! (Mersi boku) – Vielen Dank!
    • De rien. (De rjang) – Bitte! / Kein Problem! / Gern geschehen! (Die klassische Antwort auf Merci).
    • Je vous en prie. (Schö wu sang pri) – Ich bitte Sie! / Sehr gerne! (Die deutlich elegantere und formellere Variante von „Bitte sehr“).

🤝 Entschuldigungen & Aufmerksamkeit gewinnen
    • Excusez-moi (Exküse-mwa) – Entschuldigen Sie mich. (Der perfekte Satz, um die Aufmerksamkeit des Kellners zu bekommen oder jemanden auf der Straße nach dem Weg zu fragen).
    • Pardon (Pardong) – Entschuldigung. (Nutzt man eher reflexartig, wenn man jemanden im Gedränge unabsichtlich anrempelt oder vorbei möchte).
    • S’il vous plaît, Monsieur / Madame (Sil wu ple, Mößjö / Madam) – Bitte, der Herr / die Dame. (Perfekt, um den Kellner oder die Kellnerin diskret an den Tisch zu rufen).

💬 Praktische Sätze für den Einstieg
    • Parlez-vous anglais? (Parle-wu angle?) – Sprechen Sie Englisch? (Es zeugt von großer Höflichkeit, diesen Satz voranzustellen, bevor man einfach auf Englisch losredet).
    • Je ne comprends pas. (Schö nö komprang pa) – Ich verstehe nicht.
    • L’addition, s’il vous plaît. (Ladißjong, sil wu ple) – Die Rechnung, bitte.
    • C’était délicieux! (Setä delißjö) – Es war köstlich!

 
Hinweis: Alle Angaben zu politischen Ämtern, Währung und aktuellen Entwicklungen wurden nach bestem Wissen zum Stand Herbst 2026 recherchiert. Für aktuelle, verbindliche Informationen empfiehlt sich vor Reiseantritt ein Blick auf die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.
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Allgemeine LänderinfosKroatien

Kroatien – Allgemeine Informationen

von Joe OnTour 25. Oktober 2026
Erstellt von Joe OnTour
 
 
Kroatien – Allgemeine Infos
 
Kroatien ist ein traditionell überaus beliebtes, gastfreundliches Reiseland, in dem Besucher an der langen Adriaküste sowie im Landesinneren einen unbeschwerten Urlaub verbringen.
 
Insbesondere in den viel besuchten Touristenzentren wie Dubrovnik, Split, Zadar und Rovinj ist jedoch die übliche Vorsicht vor Taschendiebstahl angebracht. In der Hauptferienzeit kommt es gelegentlich zu Aufbrüchen von Fahrzeugen an schlecht einsehbaren Küstenparkplätzen oder in der Nähe von bekannten Natursehenswürdigkeiten. Es empfiehlt sich daher, das Fahrzeug stets komplett abzuschließen, keine Wertsachen offen liegenzulassen und bevorzugt bewachte oder belebte Parkflächen zu nutzen. Im Pannenfall auf den Autobahnen sollte die Hilfe über den offiziellen kroatischen Automobilclub HAK (Hrvatski autoklub) oder den eigenen Pannendienst angefordert werden.
 
Kroatien – Allgemeine Informationen
 
Fläche: 56.594 km² Landfläche, dazu kommen mehr als 31.000 km² Küstenmeer.
 
Bevölkerungszahl: rund 3,8 bis 3,9 Millionen Einwohner (Stand 2025/26). In den letzten Jahrzehnten verzeichnet das Land einen leichten Bevölkerungsrückgang, der jedoch in den wirtschaftlich starken Küstenregionen und der Hauptstadt durch saisonalen und dauerhaften Zuzug teilweise ausgeglichen wird.
 
Bevölkerungsdichte: rund 68 Einwohner pro km².
 
Hauptstadt: Zagreb, mit rund 760.000 Einwohnern in der Kernstadt und knapp 1,1 Millionen Menschen in der gesamten Metropolregion. Sie bildet das wirtschaftliche und kulturelle Herz des Landes.
 
Geografie: Kroatien liegt an der Nahtstelle zwischen Mittel- und Südosteuropa und erstreckt sich sichelförmig von den Alpenausläufern im Norden bis zur Bucht von Kotor im Süden. Das Staatsgebiet grenzt im Norden an Slowenien und Ungarn, im Osten an Serbien, im Süden und Osten an Bosnien und Herzegowina sowie im äußersten Süden an Montenegro. Im Westen öffnet sich das Land vollständig zur Adria.
Das Land gliedert sich geografisch in drei markante Großregionen:
    1. Die pannonische Tiefebene im Norden und Osten, die von weiten Flusslandschaften (Save, Drau, Donau) geprägt und intensiv landwirtschaftlich genutzt wird.
    2. Das gebirgige Zentralkroatien, das durch die Gebirgszüge der Dinariden (wie Velebit und Kapela) dominiert wird. Hier liegt mit dem Dinara (1.831 m ü. M.) auch der höchste Berg des Landes.
    3. Die adriatische Küstenregion (Istrien, Kvarner-Bucht und Dalmatien). Die kroatische Küste ist extrem zerklüftet und erstreckt sich inklusive aller Inseln über 5.800 km. Zum Staatsgebiet gehören 1.244 Inseln, Klippen und Riffe, von denen jedoch nur 48 dauerhaft bewohnt sind. Die größten Inseln sind Krk und Cres.

Sehenswürdigkeiten/Attraktionen: Das Land besitzt eine enorme Dichte an UNESCO-Welterbestätten, darunter die weltberühmte Altstadt von Dubrovnik, der Diokletianspalast in Split, der historische Stadtkern von Trogir, die Euphrasius-Basilika in Pula sowie die einzigartigen Nationalparks Plitvitzer Seen und Krka mit ihren kaskadenförmigen Wasserfällen.
 
Staatsform: Parlamentarische Republik seit der Verfassung von 1990. Das Einkammerparlament (Sabor) umfasst je nach Wahlperiode zwischen 151 und 160 Abgeordnete.
 
Staatsoberhaupt: Staatspräsident Zoran Milanović. Das Amt ist vorwiegend mit repräsentativen Aufgaben und außenpolitischen Kompetenzen ausgestattet.
 
Regierungschef: Ministerpräsident Andrej Plenković (HDZ), der die Regierungsgeschäfte leitet. Die Innenpolitik der letzten Jahre war geprägt von der vollständigen Integration in die europäischen Strukturen sowie von Reformen zur Wirtschaftsförderung und dem Ausbau der Infrastruktur.
 
Sprache & Religion: Amtssprache ist Kroatisch. In touristischen Regionen wird hervorragend Englisch und sehr häufig auch Deutsch verstanden (besonders in Istrien und der Kvarner-Bucht). Die Bevölkerung ist mit rund 79 % überwiegend römisch-katholisch geprägt.
 
Ortszeit: Mitteleuropäische Zeit (MEZ) mit Sommerzeitumstellung. Es gibt keinen Zeitunterschied zu Deutschland, Österreich und der Schweiz.
 
Geld und Preisniveau: Seit Januar 2023 ist der Euro das offizielle Zahlungsmittel in Kroatien. Das Preisniveau hat sich in den letzten Jahren, insbesondere in den touristischen Hotspots entlang der Küste (wie Dubrovnik, Split oder Rovinj), spürbar dem mitteleuropäischen Standard angenähert. Das Inland und ländliche Regionen sind weiterhin deutlich günstiger.
 
Netzspannung & Telefon: 230 V, 50 Hz. Es werden die in Mitteleuropa üblichen Steckdosentypen verwendet, ein Adapter ist nicht erforderlich. Die internationale Landesvorwahl lautet +385.
Das Mobilfunknetz ist flächendeckend sehr gut ausgebaut.
 
Anreise: Die meisten Reisenden aus Mitteleuropa reisen mit dem eigenen Auto über Österreich und Slowenien an. Das kroatische Autobahnnetz ist modern und hervorragend ausgebaut; die Nutzung ist mautpflichtig. Die Gebühr wird streckenabhängig an Mautstationen entrichtet.
 
Kroatien – Klima, Fauna & Flora
Das Land teilt sich in zwei Klimazonen. Im Landesinneren herrscht moderat-kontinentales Klima mit kalten Wintern und warmen Sommern. Die Küstenregion besitzt mediterranes Klima mit sehr sonnigen, heißen Sommern (oft weit über 30 °C) und milden, aber teils windigen Wintern. Berüchtigt ist hier die Bura, ein kalter, böiger Fallwind, der im Winter und Frühjahr von den Bergen zur Küste hinabfegt.
Dank des gebirgigen und dünn besiedelten Hinterlandes verfügt Kroatien über eine erstaunlich intakte Tierwelt. In den tiefen Wäldern des Gorski Kotar und des Velebit-Gebirges leben stabile Populationen von Braunbären, Wölfen und Luchsen. Die Vogelwelt ist mit seltenen Arten wie dem Gänsegeier (unter anderem auf der Insel Cres) vertreten.
Rund 47 % der Landesfläche sind bewaldet. Während im Norden dichte Laub- und Mischwälder dominieren, ist die Küste von mediterraner Vegetation geprägt: Hier wachsen Steineichen, Pinien, Olivenbäume, Feigen sowie weit verbreitetes, duftendes Gestrüpp wie Macchia, Salbei und Rosmarin.
 
Kroatien – Geschichte & Kultur
    • Antike & Mittelalter: In der Antike war die Region römische Provinz (Illyricum). Im 7. Jahrhundert wanderte die slawische Bevölkerung ein. Im Jahr 925 wurde unter König Tomislav das erste unabhängige kroatische Königreich gegründet.
    • Fremdherrschaft: Ab 1102 bestand eine Personalunion mit Ungarn, später gerieten große Teile der Küste unter die Herrschaft der Republik Venedig, während das Landesinnere ab dem 16. Jahrhundert Teil des Habsburgerreiches wurde.
    • 20. Jahrhundert: Nach dem Ersten Weltkrieg wurde Kroatien Teil des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen (später Jugoslawien). Nach dem Zweiten Weltkrieg bildete es eine Teilrepublik des sozialistischen Jugoslawiens unter Tito.
    • Unabhängigkeit & Moderne: 1991 erklärte Kroatien seine Unabhängigkeit, was den kroatischen Unabhängigkeitskrieg auslöste, der bis 1995 andauerte. Seither modernisierte sich das Land rasant: 2013 folgte der Beitritt zur Europäischen Union, 2023 die Einführung des Euro und die Aufnahme in den Schengen-Raum.

Die Küche verbindet mitteleuropäische Einflüsse (deftige Fleischgerichte, Gulasch, Strudel) im Norden mit mediterraner Leichtigkeit an der Küste. Berühmt sind fangfrischer Fisch, Meeresfrüchte, Pršut (luftgetrockneter Schinken) sowie die Fleischklassiker Ćevapčići und Ražnjići. Das Weinbauland Kroatien bringt hervorragende einheimische Sorten wie den weißen Malvazija (Istrien) oder den roten Plavac Mali (Dalmatien) hervor.
 
Das Übernachtungsangebot ist reichhaltig: Neben modernen 4- und 5-Sterne-Resorts prägen vor allem unzählige private Apartments („Apartmani“) sowie exzellent ausgestattete Campingplätze direkt am Meer das touristische Bild.
 

 
Kroatien – Insidertipps für Rundreisende
Eine Rundreise durch Kroatien lebt vom Kontrast zwischen der rauen, geschichtsträchtigen Inselwelt und dem wilden, waldreichen Hinterland. Um den Massen zu entkommen und das authentische Kroatien zu erleben, solltest du deine Route mit ein paar cleveren Kniffen planen.
 
🚗 Fortbewegung und Verkehrs-Insidertipps
    • Die Magistrale (D8) statt der Autobahn: Die legendäre Küstenstraße Jadranska Magistrala gilt als eine der schönsten Panorama-Strecken Europas. Wenn du Zeit hast, meide die Autobahn A1 im Landesinneren und fahre stattdessen die Küste entlang – besonders der Abschnitt zwischen Senj und Karlobag bietet spektakuläre Ausblicke auf die kahlen Hänge des Velebit-Gebirges und die Insel Pag.
    • Maut und Elektronik: Die Maut auf den Autobahnen wird streckenabhängig an den Zahlstellen in bar oder mit Kreditkarte bezahlt. In den Sommermonaten bilden sich vor den Zahlstellen (insbesondere an der Lučko-Station bei Zagreb) oft lange Staus. Wer viel fährt, holt sich das elektronische Mautgerät ENC, mit dem man eigene Spuren nutzen kann und rund 21 % Rabatt auf die Mautgebühren erhält.
    • Inselfähren strategisch buchen: Die staatliche Fährgesellschaft Jadrolinija verbindet alle großen Inseln. Für beliebte Verbindungen (wie Split–Hvar) solltest du Tickets in der Hauptsaison unbedingt vorab online kaufen. Achtung: Ein Onlineticket ist keine Platzgarantie für eine bestimmte Uhrzeit; du musst dich dennoch 45 bis 60 Minuten vor Abfahrt in die Fahrzeugschlange einreihen.

🏞️ Natur abseits der Massen
    • Alternative zu Plitvice – Nationalpark Krka früh am Morgen: Die Plitvitzer Seen sind atemberaubend, aber in der Hochsaison extrem überlaufen. Ein genialer Ausweichtipp ist der Nationalpark Krka. Wenn du hier den Eingang Lozovac direkt zur Öffnung um 08:00 Uhr nutzt, hast du den berühmten Holzsteg-Rundweg am Wasserfall Skradinski buk fast für dich allein.
    • Das unentdeckte Binnenland – Rastoke: Auf dem Weg von Zagreb zu den Plitvitzer Seen liegt der kleine Ort Slunj. Der historische Ortsteil Rastoke wird auch als „die kleinen Plitvitzer Seen“ bezeichnet. Hier schmiegen sich alte Holzmühlen direkt an schäumende Flussläufe und unzählige kleine Wasserfälle – perfekt für einen Zwischenstopp abseits des Massentourismus.
    • Naturpark Biokovo und der Skywalk: Oberhalb der Makarska Riviera führt eine schmale, spektakuläre Passstraße hinauf in den Naturpark Biokovo. Auf halber Höhe bietet der gläserne Skywalk Ravna Vlaška auf 1.228 Metern Höhe einen Adrenalinkick und einen unvergesslichen Blick über die gesamte dalmatinische Inselwelt.

🏰 Kulturelle Perlen und Insel-Geheimnisse
    • Insel Šolta statt Hvar: Während die Nachbarinsel Hvar als glitzerndes Jetset-Zentrum gilt, ist die Insel Šolta (nur eine kurze Fährfahrt von Split entfernt) eine Oase der Ruhe. Hier prägen alte Fischerdörfer wie Maslinica und Stomorska, dichte Olivenhaine und einsame Klippenpfade das unberührte Bild.
    • Das Herz Istriens – Hum & Motovun: Wer seine Rundreise im Norden beginnt, sollte das istrische Hinterland nicht verpassen. Hum gilt offiziell als die kleinste Stadt der Welt (rund 30 Einwohner) und verzaubert mit mittelalterlichem Charme. Das nahegelegene Bergdorf Motovun thront majestätisch über den Trüffelwäldern des Mirna-Tals.
    • Dubrovniks Stadtmauern am späten Nachmittag: Wenn du die weltberühmten Stadtmauern von Dubrovnik besichtigen willst, gehe niemals um die Mittagszeit, wenn die Kreuzfahrtschiffe ihre Passagiere anlanden. Nutze die letzten zwei Stunden vor Schließung am späten Nachmittag: Das Licht für Fotos ist perfekt, die Steine haben sich leicht abgekühlt und die Massen sind bereits weg.

🍽️ Kulinarische Entdeckungen
    • Konobas im Hinterland: Meide die direkt an den Strandpromenaden gelegenen Touristenrestaurants. Suche stattdessen nach landestypischen Konobas (kleinen, oft familiengeführten Kellertavernen) in den Dörfern im Hinterland. Nur dort bekommst du die echte Peka – Fleisch oder Tintenfisch mit Kartoffeln, das stundenlang unter einer eisernen Glocke in der Glut geschmort wird (muss oft einen Tag im Voraus bestellt werden).
    • Der Trüffel-Hotspot: In Istrien solltest du unbedingt Gerichte mit lokalen Trüffeln probieren – die traditionellen hausgemachten Nudeln Fuži mit Trüffelsauce sind in den Gasthäusern rund um den Motovun-Wald ein absolutes Muss und deutlich günstiger als in Westeuropa.

Hier ist die kompakte, übersichtliche Liste der wichtigsten kroatischen Begriffe und Redewendungen, maßgeschneidert für deinen Restaurantbesuch in einer traditionellen Konoba und die alltägliche Verständigung während deiner Rundreise.

🍽️ In der Konoba (Essen & Trinken)
KroatischAussprache (Näherung)Deutsch
Dobar tek!Dobar tekGuten Appetit!
KonobaKonobaTraditionelle Taverne / Gasthaus
JelovnikJelownikSpeisekarte
GostionicaGostionizaWirtshaus / Restaurant
Račun, molim.Ratschun, molimDie Rechnung, bitte.
Usluga je uključena?Usluga je ukljutschena?Ist das Trinkgeld/Bedienung inklusive?
VodaWodaWasser
MesoMesoFleisch
RibaRibaFisch
KruhKruchBrot
Pivo / VinoPiwo / WinoBier / Wein
Živjeli!Schiwjeli!Prost!


👋 Alltägliche Höflichkeit & Begrüßung
    • Dobar dan! (Dobar dan) – Guten Tag!
    • Bok! (Bok) – Hallo! / Tschüss! (Sehr locker unter Freunden)
    • Hvala vam. (Chwala wam) – Danke Ihnen.
    • Molim. (Molim) – Bitte. (Als Antwort auf „Danke“ oder als „Bitte?“)
    • Doviđenja! (Dowidjenija) – Auf Wiedersehen!
    • Oprostite. (Oprostite) – Entschuldigung. (Um Aufmerksamkeit zu bekommen)
    • Da / Ne (Da / Ne) – Ja / Nein


🗺️ Unterwegs & Orientierung
    • Gdje je…? (Gdje je…) – Wo ist…?
    • Plaža (Plascha) – Strand
    • Trgovina (Trgowina) – Geschäft / Supermarkt
    • Ljekarna (Ljekarna) – Apotheke
    • Wlan lozinka (Wlan lozinka) – WLAN-Passwort


Hier ist eine umfassende kulinarische Übersicht der besten und bekanntesten kroatischen Gerichte.
Diese Übersicht ist perfekt aufgeteilt nach den regionalen Unterschieden, damit du bei deiner Rundreise in jeder Region genau weißt, welche Spezialität du in der lokalen Konoba bestellen solltest.

 
Die kroatische Küche wird oft als „Küche der Regionen“ bezeichnet. Während das Landesinneren stark von der deftigen österreichisch-ungarischen und slawischen Küche geprägt ist, dominiert an der Adriaküste (Istrien, Kvarner und Dalmatien) eine leichte, mediterrane Küche mit viel frischem Fisch, Olivenöl und Kräutern.
🥩 Deftige Klassiker & Fleischgerichte
  • Ćevapčići: Der absolute Klassiker auf dem Balkan. Dabei handelt es sich um würzige, gegrillte Röllchen aus Hackfleisch (meist eine Mischung aus Rind- und Schweinefleisch). Sie werden traditionell mit Ajvar (einer würzigen Paste aus Paprika und Auberginen), rohen Zwiebeln und weichem Fladenbrot (Lepinja) serviert.
  • Peka (Unter der Glocke): Das wohl traditionellste Gericht Dalmatiens. Fleisch (meist Kalb, Lamm oder Hähnchen) oder Tintenfisch wird zusammen mit Kartoffeln, Gemüse, Kräutern und Olivenöl in eine flache gusseiserne Pfanne gelegt. Diese wird mit einer schweren Metallglocke (Čripnja) abgedeckt und komplett mit glühender Holzkohleasche bedeckt. Das Gericht schmort darin mehrere Stunden im eigenen Saft und wird unglaublich zart. Tipp: Muss in Konobas oft einen Tag im Voraus bestellt werden!
  • Pašticada: Ein festlicher dalmatinischer Rinderschmorbraten. Das Fleisch wird tagelang in einer Marinade aus Essig, Knoblauch und Nelken eingelegt und anschließend stundenlang mit Backpflaumen, Feigen, Speck und Rotwein geschmort, bis eine dicke, dunkle und leicht süßliche Sauce entsteht. Serviert wird das Gericht traditionell mit hausgemachten Gnocchi.
  • Zagrebački odrezak (Zagreber Schnitzel): Die kroatische Antwort auf das Cordon Bleu. Ein Kalbs- oder Schweineschnitzel, das mit Schinken und geschmolzenem Käse gefüllt, paniert und goldbraun ausgebacken wird.
🐟 Frisches aus dem Meer (Küstenregion)
  • Crni Rižot (Schwarzes Risotto): Ein absolutes Muss an der Küste. Die tiefschwarze Farbe erhält das cremige Risotto durch die Tinte von frischen Tintenfischen (Sipa). Es schmeckt intensiv nach Meer, ist wunderbar würzig und wird oft mit etwas geriebenem Hartkäse verfeinert.
  • Gegrillter Fisch (Riba na gradele): Einfach, aber genial. Frischer Fisch (wie Goldbrasse/Orada oder Wolfsbarsch/Brancin) wird über offener Holzkohle gegrillt, nur mit Olivenöl, Knoblauch und Petersilie bestrichen. Die klassische Beilage dazu ist Blitva (Mangoldgemüse mit Kartoffeln und viel Knoblauch).
  • Buzara (Scampi oder Muscheln): Eine Zubereitungsart für Meeresfrüchte. Bei Škampi na buzara werden die Krustentiere in einer Sauce aus Weißwein, Olivenöl, Knoblauch, Petersilie und Semmelbröseln sanft geköchelt. Es gibt auch die rote Variante (na crveno) mit einem Schuss Tomatensauce. Gegessen wird traditionell mit den Fingern, dazu wird Weißbrot zum Aufsaugen der Sauce gereicht.
🧀 Vorspeisen & edle Snacks
  • Pršut: Ein erstklassiger, luftgetrockneter Schinken (ähnlich dem italienischen Parma- oder spanischen Serrano-Schinken). In Dalmatien wird er zusätzlich leicht im Rauch getrocknet, während der istrische Pršut rein luftgetrocknet ist. Er wird hauchdünn geschnitten und mit Oliven serviert.
  • Paški sir (Pager Käse): Ein weltberühmter Hartkäse von der Insel Pag. Da die Schafe auf der Insel durch die salzigen Winde (Bura) nur salzige, mit Heilkräutern (wie Salbei) versetzte Gräser fressen, erhält die Milch und somit der Käse ein ganz einzigartiges, würziges Aroma.
  • Fuži s tartufima: Hausgemachte, typisch istrische Nudeln, die in einer cremigen Sauce mit frischen lokalen Trüffeln aus dem Motovun-Wald geschwenkt werden.
🥐 Süßspeisen & Desserts
  • Štruklji: Eine Spezialität aus der Region rund um Zagreb. Ein dünner Ziehteig, der mit Frischkäse (Sir) gefüllt, gerollt und entweder in Salzwasser gekocht oder im Ofen mit Sahne überbacken wird. Es gibt sie herzhaft oder süß.
  • Rozata: Das dalmatinische Pendant zur Creme Caramel. Ein cremiger Pudding aus Eiern, Milch und Zucker, der mit dem lokalen Rosenlikör (Rozalin) verfeinert und mit einer flüssigen Karamellsauce gestürzt wird.
  • Fritule: Kleine, frittierte Teigbällchen (ähnlich wie Quarkbällchen), die oft mit Rosinen, Zitronenschale und einem Schuss Rakija (Schnaps) aromatisiert und mit Puderzucker bestreut werden. Man findet sie besonders im Winter und an Straßenständen an der Küste.

Hier sind die passenden Weine zu den traditionellen Gerichten sowie die wichtigsten Verhaltensregeln zum Thema Trinkgeld in Kroatien, damit beim Restaurantbesuch alles glattläuft.

🍷 Kroatische Weine: Die perfekten Begleiter
Kroatien hat eine jahrtausendealte Weinbautradition und bietet eine faszinierende Vielfalt an einheimischen (autochthonen) Rebsorten. Die Weine sind perfekt an die regionale Küche angepasst.
Die besten Weißweine (ideal zu Fisch, Meeresfrüchten & hellen Fleischgerichten)
    • Malvazija Istarska (Istrischer Malvasia): Der König der weißen Rebsorten in Istrien. Er ist trocken, erfrischend, leicht mineralisch und duftet oft nach Zitrusfrüchten und Akazienblüten.
        • Passt perfekt zu: Istrischen Trüffelnudeln (Fuži s tartufima), gegrilltem Fisch und Muscheln (Buzara).

    • Pošip: Ein edler, körperreicher Weißwein, der ursprünglich von der Insel Korčula in Dalmatien stammt. Er hat eine goldgelbe Farbe, Aromen von getrockneten Aprikosen und Feigen sowie eine angenehme Säure.
        • Passt perfekt zu: Schwarzem Risotto (Crni Rižot) und gehaltvollen Fischgerichten.

    • Graševina (Welschriesling): Die am häufigsten angebaute Rebsorte im kontinentalen Kroatien (Slawonien). Ein unkomplizierter, frischer Wein mit Apfel- und Bittermandel-Noten.
        • Passt perfekt zu: Zagreber Schnitzel (Zagrebački odrezak) und kalten Platten mit Pršut und Käse.

Die besten Rotweine (ideal zu deftigem Fleisch, Wild & Schmorgerichten)
    • Plavac Mali: Die bedeutendste rote Rebsorte Dalmatiens. Sie wächst auf extrem steilen Hängen direkt am Meer (z. B. auf der Halbinsel Pelješac). Der Wein ist extrem kräftig, alkoholreich, gerbstoffstark und schmeckt nach dunklen Beeren, Kirschen und Gewürzen. Fun Fact: Plavac Mali ist ein enger Verwandter des kalifornischen Zinfandel.
        • Passt perfekt zu: Der dalmatinischen Pašticada oder kräftigen Fleischgerichten aus der Peka.

    • Teran: Die traditionelle rote Rebsorte Istriens. Der Wein hat eine tief rubinrote Farbe, eine spürbare, erfrischende Säure und Aromen von Waldbeeren und Pfeffer.
        • Passt perfekt zu: Deftigen Schmorgerichten, Wild und reifem Pager Käse (Paški sir).


💶 Trinkgeld-Tipps für Kroatien (Napojnica)
Seit der Einführung des Euro im Jahr 2023 hat sich die Trinkgeldpraxis in Kroatien stark an westeuropäische Standards angepasst.
Wie viel Trinkgeld ist üblich?
    • Im Restaurant / in der Konoba: Hier sind 10 % des Rechnungsbetrages der Standard für guten Service. Bei außergewöhnlich gutem Service in gehobenen Restaurants können es auch 15 % sein. Wenn der Service schlecht war, ist es völlig in Ordnung, kein Trinkgeld zu geben.
    • In Cafés und Bars: Für einen Kaffee oder ein schnelles Bier rundet man den Betrag einfach auf den nächsten vollen Euro auf (z. B. von 2,60 € auf 3,00 €).
    • Im Taxi / beim Tankwart: Auch hier ist das Aufrunden auf den nächsten Euro oder das Hinterlassen von 1–2 Euro Kleingeld üblich.

Das Fettnäpfchen beim Bezahlen: „Stimmt so“ gilt nicht
In Kroatien läuft das Bezahlen im Restaurant etwas anders ab als in Deutschland:
    1. Der Kellner bringt die Rechnung in einer kleinen Mappe oder auf einem Teller.
    2. Sagen Sie beim Überreichen des Geldes nicht direkt „Stimmt so“. Es gilt als höflicher, sich das Wechselgeld zunächst komplett zurückgeben zu lassen.
    3. Danach lassen Sie das Trinkgeld einfach beim Verlassen des Tisches in der Mappe, auf dem Teller oder direkt auf dem Tisch liegen.

Bezahlen mit Kreditkarte
In den meisten touristischen Restaurants und Konobas ist die Zahlung mit EC- oder Kreditkarte heute problemlos möglich.
    • Wichtig: Es gibt auf dem Kartenbeleg oder dem Terminal oft keine Option, das Trinkgeld direkt per Karte hinzuzufügen.
    • Die beste Lösung: Bezahlen Sie den Rechnungsbetrag mit Karte und legen Sie das Trinkgeld für den Kellner in bar auf den Tisch. So stellen Sie sicher, dass das Geld auch direkt bei der Servicekraft ankommt.


Optimierte Route für eine 10-tägige Kroatien-Rundreise
 
Hier ist eine optimierte, 10-tägige Route für eine unvergessliche Kroatien-Rundreise. Sie ist als Roadtrip konzipiert und verbindet die spektakulärsten Landschaften, historischen Küstenstädte und die kulinarischen Highlights, die wir besprochen haben, ohne dass du zu viel Zeit im Auto verbringst.

🗺️ Der perfekte 10-Tages-Roadtrip: Von Istrien nach Dalmatien
  • Gesamtstrecke: ca. 750 km (reine Fahrtzeit ca. 10 Stunden, verteilt auf 10 Tage)
  • Start: Pula / Rovinj (Istrien)
  • Ziel: Dubrovnik (Süddalmatien)

Tag 1 & 2: Das magische Istrien (Rovinj & das Trüffel-Hinterland)
  • Route: Anreise nach Rovinj – Ausflug nach Motovun & Hum.
  • Das erlebst du:
    • Erkunde die wunderschöne, venezianisch geprägte Altstadt von Rovinj mit ihren engen Gassen.
    • Fahre am zweiten Tag ins grüne Binnenland zum Bergdorf Motovun und in die kleinste Stadt der Welt, Hum.
  • Kulinarischer Tipp: Bestelle in einer Konoba in Motovun die traditionellen Nudeln mit frischem Trüffel (Fuži s tartufima), dazu ein Glas istrischen Teran-Rotwein.
Tag 3: Die Wiege der Wasserfälle (Rastoke & Plitvitzer Seen)
  • Route: Rovinj ➔ Slunj/Rastoke ➔ Plitvitzer Seen (ca. 240 km / 3 Std.)
  • Das erlebst du:
    • Mach zur Mittagszeit einen Zwischenstopp im historischen Mühlendorf Rastoke bei Slunj.
    • Beziehe am Nachmittag deine Unterkunft in der Nähe des Nationalparks Plitvitzer Seen, um am nächsten Morgen direkt der Erste am Eingang zu sein.
  • Kulinarischer Tipp: Probiere im Hinterland frisch gefangene, über Holzkohle gegrillte Flussforelle (Pastrva).
Tag 4: UNESCO-Naturwunder & die Panoramastraße der Adria
  • Route: Plitvitzer Seen ➔ Küstenstraße (Magistrale) ➔ Zadar (ca. 130 km / 2 Std.)
  • Das erlebst du:
    • Verbringe den Vormittag im Nationalpark Plitvitzer Seen (früh starten!).
    • Fahre am Nachmittag hinunter zur Küste und genieße die atemberaubende Fahrt auf der Jadranska Magistrala mit Blick auf die kahlen Inseln.
    • Erlebe den Abend an der Meeresorgel in Zadar, wo die Wellen Musik erzeugen, und genieße den laut Alfred Hitchcock „schönsten Sonnenuntergang der Welt“.
Tag 5 & 6: Split, Trogir & der Krka-Geheimtipp
  • Route: Zadar ➔ Nationalpark Krka ➔ Trogir ➔ Split (ca. 160 km / 2,5 Std. insgesamt)
  • Das erlebst du:
    • Tag 5: Fahre morgens zum Nationalpark Krka (Nutze den Eingang Lozovac um 8:00 Uhr). Am Nachmittag schlenderst du durch die mittelalterliche Inselaltstadt von Trogir (UNESCO-Weltkulturerbe), bevor du in Split eincheckst.
    • Tag 6: Widme diesen Tag ganz Split. Schlendere durch den riesigen, lebendigen Diokletianspalast, der das Herz der Altstadt bildet, und genieße das Flair an der Uferpromenade Riva.
  • Kulinarischer Tipp: In Split ist es Zeit für ein authentisches Schwarzes Risotto (Crni Rižot) oder Muscheln in Weißweinsauce (Dagnje na buzara).
Tag 7 & 8: Insel-Idylle auf Hvar (oder der Šolta-Geheimtipp)
  • Route: Split ➔ Autofähre nach Stari Grad (Insel Hvar) (Fährzeit: ca. 2 Std.)
  • Das erlebst du:
    • Setze mit der Fähre auf die sonnenreichste Insel Kroatiens über.
    • Erkunde die mondäne Stadt Hvar mit ihrer Festung und die historischen Gassen von Stari Grad. Wenn du es komplett ruhig und untouristisch willst, wähle stattdessen die Nachberinsel Šolta.
  • Kulinarischer Tipp: Bestelle am Vorabend in einer kleinen Dorfkonoba auf der Insel eine echte Peka (unter der Eisenglocke geschmortes Lamm oder Tintenfisch). Genieße dazu den lokalen Weißwein Pošip.
Tag 9 & 10: Die Perle der Adria (Dubrovnik)
  • Route: Insel Hvar (Fähre nach Drvenik auf dem Festland) ➔ Dubrovnik (ca. 140 km Festlandstrecke / 2,5 Std.)
  • Das erlebst du:
    • Fahre entlang der spektakulären Makarska-Riviera nach Süden bis nach Dubrovnik.
    • Spaziere am späten Nachmittag (wenn die Tagestouristen weg sind) über die weltberühmte, komplett begehbare Stadtmauer.
    • Genieße den letzten Abend in den glänzenden Kalksteingassen der Altstadt (Stradun).
  • Kulinarischer Tipp: Zum Abschluss der Reise gibt es den traditionellen Rinderschmorbraten Pašticada mit Gnocchi und dazu ein schweres Glas dalmatinischen Plavac Mali-Rotwein.

💡 Praktische Tipps für diesen Roadtrip:
  • Mietwagen-Tipp: Wenn du fliegst, buche den Mietwagen als Einwegmiete (Abholung in Pula oder Zagreb, Rückgabe in Dubrovnik). Das spart dir die lange Rückfahrt.
  • Unterkünfte: In Istrien, Split und Dubrovnik lohnt es sich, zentrumsnah zu buchen, um das Auto stehenlassen zu können. An den Plitvitzer Seen sind die traditionellen Holzhäuser im Umland perfekt.


 
Hinweis: Alle Angaben zu politischen Ämtern, Währung und aktuellen Entwicklungen wurden nach bestem Wissen zum Stand Herbst 2026 recherchiert. Für aktuelle, verbindliche Informationen empfiehlt sich vor Reiseantritt ein Blick auf die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.

Allgemeine LänderinfosKroatien

Kroatien – Allgemeine Informationen

von Joe OnTour 25. Oktober 2026
Kroatien

Nationalpark Plitvicer Seen

von Joe OnTour 19. November 2015

Fragen zum Reiseziel Kroatien?

Im Europa-Forum bekommst Du die Antworten!

25. Oktober 2026 0 comments
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Ontourworld - Flag Italien
Allgemeine LänderinfosItalien

Italien – Allgemeine Informationen

von Joe OnTour 25. Oktober 2026
Erstellt von Joe OnTour

Italien – Allgemeine Infos

Italien ist ein traditionell überaus beliebtes Reiseland, in dem Besucher mit großer Herzlichkeit empfangen werden und in aller Regel einen unbeschwerten Urlaub verbringen.
 
Insbesondere in den viel besuchten Touristenzentren wie Rom, Mailand, Florenz und Venedig sowie an großen Bahnhöfen ist jedoch erhöhte Vorsicht vor Taschendiebstahl und professioneller Kleinkriminalität geboten. In der Urlaubszeit kommt es gelegentlich zu Trickdiebstählen entlang der Autobahnen (insbesondere auf der viel befahrenen Autostrada del Sole A1) oder an Raststätten. Beliebt ist die Masche, Touristen auf einen vermeintlichen Reifenschaden oder eine Panne aufmerksam zu machen, um sie abzulenken und Wertsachen aus dem unverschlossenen Auto zu stehlen. Es empfiehlt sich daher dringend, das Fahrzeug selbst bei kurzen Stopps immer komplett zu verriegeln, keine Taschen sichtbar liegenzulassen und bei Pannen bevorzugt den offiziellen Notruf des italienischen Automobilclubs ACI (Automobile Club d’Italia) zu kontaktieren. 
 
Italien – Allgemeine Informationen
 
Fläche: 302.073 km²
 
Bevölkerungszahl: rund 58,7 bis 59 Millionen (Stand 2025/26). Italien verzeichnet eine fortschreitende demografische Alterung, die jedoch in den wirtschaftlich starken Regionen des Nordens und in den Metropolen durch Zuwanderung stabilisiert wird.
 
Bevölkerungsdichte: rund 195–197 Einwohner pro km².
 
Hauptstadt: Rom (Roma), heute mit rund 2,8 Millionen Einwohnern in der Kernstadt und etwa 4,3 Millionen in der gesamten Metropolregion.
 
Geografie: Italien nimmt die markante, stiefelförmige Halbinsel im Süden Europas sowie die großen Mittelmeerinseln Sizilien und Sardinien ein. Im Norden bilden die Alpen eine natürliche Grenze zu Frankreich, der Schweiz, Österreich und Slowenien. Das Staatsgebiet umschließt zudem vollständig zwei souveräne Kleinstaaten als Enklaven: San Marino und die Vatikanstadt. [1]
Das Land ist geografisch stark zweigeteilt:
  • Der Norden wird von der mächtigen Alpenkette und der fruchtbaren, intensiv landwirtschaftlich und industriell genutzten Po-Ebene (Pianura Padana) geprägt.
  • Die Halbinsel wird der Länge nach vom Gebirgszug des Apennin durchzogen, welcher das klimatische und geografische Rückgrat des Landes bildet.
Italien ist zudem ein tektonisch aktives Land mit mehreren Vulkanen, darunter der Ätna auf Sizilien (der höchste aktive Vulkan Europas mit ca. 3.357 m), der Stromboli und der berüchtigte Vesuv bei Neapel. Der höchste Berg des Landes (und der gesamten Alpen) ist der Mont Blanc (Monte Bianco) an der Grenze zu Frankreich mit 4.805 m ü. M.
 
Die Gesamtlänge der italienischen Küsten beläuft sich auf knapp 7.600 km. Sie reicht von den sandigen Adria-Badestränden im Osten über die felsige Riviera im Westen bis hin zu den dramatischen Steilküsten Kalabriens und den Traumstränden Sardiniens.
 
Sehenswürdigkeiten/Attraktionen: Italien besitzt weltweit die höchste Dichte an UNESCO-Welterbestätten. Dazu gehören historische Kulturmetropolen wie Rom (Kolosseum, Vatikan), Florenz (Uffizien, Dom) und Venedig mit seinen Kanälen, die antiken Ruinen von Pompeji, die Amalfiküste sowie die einzigartige Hügellandschaft der Toskana und die majestätischen Dolomiten.
 
Staatsform: Parlamentarische Republik seit 1946 (Verfassung von 1948). Das Zweikammerparlament besteht aus der Abgeordnetenkammer (Camera dei Deputati) und dem Senat (Senato della Repubblica).
 
Staatsoberhaupt: Staatspräsident Sergio Mattarella (seit 2015, im Jahr 2022 für eine zweite Amtszeit wiedergewählt). Er gilt als moralische Instanz und stabilisierender Faktor des Landes.
 
Regierungschef: Ministerpräsidentin Giorgia Meloni (seit Oktober 2022). Die italienische Innenpolitik ist traditionell von häufig wechselnden Regierungen geprägt, zeigt sich in den letzten Jahren jedoch stabiler; Schwerpunkte der Debatten liegen meist auf Wirtschaftswachstum, Migrationspolitik und EU-Finanzierungsfragen.
 
Sprache & Religion: Amtssprache ist Italienisch. Regional sind Deutsch (in Südtirol), Französisch (im Aostatal) und Slowenisch als Amtssprachen anerkannt. In den touristischen Zentren wird sehr gut Englisch, im Norden (insbesondere an den oberitalienischen Seen und der oberen Adria) auch häufig Deutsch verstanden. Das Land ist traditionell stark römisch-katholisch geprägt, wenngleich der Anteil praktizierender Gläubiger sinkt.
 
Ortszeit: Mitteleuropäische Zeit (MEZ) mit Sommerzeitumstellung. Es gibt keinen Zeitunterschied zu Deutschland, Österreich und der Schweiz.
 
Geld und Preisniveau: Das offizielle Zahlungsmittel ist der Euro. Das Preisniveau variiert in Italien extrem: Während die touristischen Hotspots (Venedig, Florenz, Mailand, Rom) und der Norden allgemein auf oder über deutschem Niveau liegen, ist das Leben im südlichen Inland (Mezzogiorno) oft deutlich günstiger.
 
Netzspannung & Telefon: 230 V, 50 Hz. Neben den flachen Eurosteckern findet man in älteren Gebäuden noch die dreipoligen Steckdosen vom Typ L. Für dickere Schukostecker ist daher oft ein dreipoliger Italien-Adapter notwendig. Die internationale Landesvorwahl lautet +39. Wichtig: Bei italienischen Telefonnummern muss die führende Null der Ortsvorwahl (z. B. 06 für Rom) immer mitgewählt werden, auch vom Ausland aus!
 
Anreise & Auto: Die meisten Reisenden aus Mitteleuropa kommen über die Brenner-Autobahn (A22) oder die Schweizer Tunnel. Das italienische Autobahnnetz (Autostrade) ist hervorragend ausgebaut und fast vollständig mautpflichtig. Als Autofahrer benötigt man den nationalen Führerschein und den Fahrzeugschein; die Mitnahme der Grünen Versicherungskarte wird empfohlen. Verkehrsregeln sind streng: Auf Autobahnen gilt ein Tempolimit von 130 km/h, die Promillegrenze liegt bei 0,5 (0,0 für Fahranfänger). Die Straßenwacht wird vom ACI betrieben.

 
Italien – Klima, Fauna & Flora
Das Klima Italiens reicht vom gemäßigten kontinentalen Klima im Norden (mit kalten Wintern in den Alpen und heißen, feuchten Sommern in der Po-Ebene) bis hin zu einem ausgeprägten mediterranen Klima im Süden und an den Küsten. Die Sommer auf der Halbinsel werden im Zuge des Klimawandels zunehmend heißer und trockener; in Regionen wie Sizilien oder Apulien werden im Juli und August nicht selten Temperaturen von über 40 °C gemessen, was vermehrt zu regionaler Wasserknappheit führt. Die besten Reisezeiten für Kultur- und Rundreisen sind daher das Frühjahr (April bis Juni) sowie der Herbst (September und Oktober).
In den unzugänglichen Bergregionen der Alpen und des Apennins hat sich die Tierwelt in den letzten Jahren erstaunlich erholt. Der Apennin-Wolf und der braune Marsische Bär leben in den Nationalparks wieder in stabilen Beständen. An den Steilküsten und auf den Inseln finden sich zudem seltene Seevögel und Reptilien.
 
Die Flora wechselt parallel zum Klima: Im Norden dominieren dichte Laub- und Nadelwälder (Eichen, Buchen, Kiefern), während die Hügel Mittelitaliens von Zypressen, Olivenbäumen und riesigen Weinbaugebieten geprägt sind. Im tiefen Süden und auf den Inseln dominieren die immergrüne, duftende Macchia, Korkeichen, Kakteen und Zitrusplantagen.

 
Italien – Geschichte & Kultur
  • Antike & Weltreich: Italien ist die Wiege des Römischen Reiches, das ab dem 3. Jahrhundert v. Chr. vom kleinen Stadtstaat Rom zur antiken Weltmacht aufstieg und ganz Europa sowie den Mittelmeerraum prägte.
  • Zersplitterung & Renaissance: Nach dem Fall Roms im 5. Jahrhundert war das Land über Jahrhunderte in rivalisierende Stadtstaaten, Herzogtümer und den Kirchenstaat zersplittert. Dennoch wurde Italien im 14. und 15. Jahrhundert zum Zentrum der Renaissance (Florenz, Venedig), die Kunst, Wissenschaft und Architektur weltweit revolutionierte.
  • Nationalstaat: Erst im 19. Jahrhundert gelang im Zuge des Risorgimento (1861) unter König Viktor Emanuel II. und Giuseppe Garibaldi die Einigung zum Königreich Italien.
  • Moderne: Nach der faschistischen Diktatur unter Benito Mussolini im Zweiten Weltkrieg stimmte die Bevölkerung 1946 für die Abschaffung der Monarchie. Italien wurde eine demokratische Republik und gehört zu den sechs Gründungsmitgliedern der Europäischen Gemeinschaft (heute EU).
 
Die italienische Küche (Cucina) genießt weltweit Kultstatus. Sie zeichnet sich durch die extreme Frische ihrer einfachen Zutaten aus. Jede Region hütet ihre eigenen kulinarischen Schätze – von der Pizza Napoletana im Süden über die Bistecca alla Fiorentina in der Toskana bis hin zum Risotto alla Milanese im Norden. Italien ist zudem das größte Weinbauland der Welt; weltberühmte Tropfen wie der Chianti Classico (Toskana), der Barolo (Piemont) oder der prickelnde Prosecco (Venetien) gehören zu jedem Essen dazu.
 
Das Übernachtungsangebot ist lückenlos: Vom luxuriösen Grand Hotel über charmante Boutique-Pensions in historischen Palazzi bis hin zum überaus beliebten Agriturismo (Urlaub auf dem Bauernhof, oft mit exzellenter eigener Gastronomie) findet jeder Reisende die passende Unterkunft.

 
⚠️ Italien – Wichtige Insidertipps für Rundreisende
Ein Roadtrip durch Italien bietet maximale Freiheit, birgt für Autofahrer jedoch zwei berüchtigte, sehr teure Stolperfallen: das Mautsystem und die verkehrsberuhigten Zonen (ZTL). 
 
🚗 Die ZTL-Falle: Zonen mit beschränktem Verkehr (Zona a Traffico Limitato)
  • Was ist die ZTL? Fast jede italienische Stadt (allen voran Florenz, Rom, Pisa, Bologna und Mailand) hat ihr historisches Zentrum für den normalen Autoverkehr gesperrt. Nur Anwohner und Busse besitzen eine Genehmigung.
  • Wie funktioniert die Falle? Die Einfahrten werden elektronisch mit Kameras überwacht. Wer ohne Erlaubnis am Schild vorbeifährt, zahlt 80 bis über 100 Euro Strafe – und zwar pro einzelner Einfahrt! Wer bei der Parkplatzsuche dreimal im Kreis durch das Tor fährt, bekommt drei Strafzettel.
  • Das Signal verstehen: Achte auf die Schilder mit dem roten Kreis und der Aufschrift „ZTL“. Oft steht dort ein elektronisches Licht:
  • Varco Attivo (rot leuchtend): Kameras sind scharf, Einfahrt verboten!
  • Varco Non Attivo (grün leuchtend): Zone ist aktuell freigegeben.
  • Die Hotel-Ausnahme: Wenn deine Unterkunft innerhalb einer ZTL liegt, kann das Hotel dein Autokennzeichen beim Check-in im System der Polizei registrieren lassen, damit die Strafe storniert wird. Wichtig: Sende dem Hotel das Kennzeichen unbedingt vorab und verlange eine schriftliche Bestätigung. Ausnahme Mailand: In Mailands historischer „Area C“ gibt es diesen Hotelservice nicht; hier muss jeder eine tägliche City-Maut (ca. 7,50 €) zahlen.
🛣️ Autobahn-Maut & smarte Bezahlsysteme
  • Das klassische System: Bei der Einfahrt auf die Autobahn ziehst du ein Ticket, bei der Ausfahrt bezahlst du bar oder mit Karte.
  • Free-Flow (Ohne Schranken): Auf einigen Autobahnen im Norden (z. B. rund um Mailand auf der A36, A59, A60) gibt es keine Mautstationen mehr. Kameras erfassen das Kennzeichen im Vorbeifahren. Achtung: Du musst die Maut innerhalb von 15 Tagen selbstständig online über das Portal „Pedemontana“ nachzahlen, sonst drohen hohe Bußgelder!
  • Die richtige Spur wählen: An den Mautstationen musst du dich richtig einordnen:
  • Weiße Schilder: Barzahlung oder Kreditkarte.
  • Blaue Schilder (Carte): Ausschließlich Kredit-, Debit- oder Viacard-Zahlung (geht meist am schnellsten).
  • Gelbe Schilder (Telepass): Nur für Fahrzeuge mit einem elektronischen Maut-Transponder.
  • Der Maut-Transponder-Tipp (Telepass Grab & Go): Wenn du eine längere Rundreise planst, lohnt sich die Anschaffung einer Mautbox (z. B. der ADAC-Mautbox oder des touristenfreundlichen Telepass Grab & Go). Das Gerät wird an der Windschutzscheibe befestigt, du nutzt die freien gelben Telepass-Spuren ohne anzuhalten und die Maut wird bequem von deiner Kreditkarte abgebucht. Für den Grab & Go-Service zahlt man meist nur ca. 1 € Aktivierungsgebühr pro Tag, an dem man die Autobahn auch wirklich nutzt.

🗺️ Der perfekte 10-Tages-Roadtrip durch Italien
Diese klassische, optimierte Route führt dich von Norden nach Süden zu den absoluten Höhepunkten der Kunst, Kultur und Kulinarik Mittelitaliens.
  • Gesamtstrecke: ca. 680 km (reine Fahrtzeit ca. 8 Stunden, perfekt aufgeteilt)
  • Start: Venedig oder Florenz
  • Ziel: Rom

Tag 1 & 2: Die Wiege der Renaissance (Florenz)
  • Route: Anreise nach Florenz (Firenze).
  • Das erlebst du:
    • Bestaune den gewaltigen Dom von Florenz, schlendere über die historische Brücke Ponte Vecchio und genieße den Sonnenuntergang über den Dächern der Stadt von der Piazzale Michelangelo.
    • Besuche am zweiten Tag die weltberühmten Uffizien (Tickets unbedingt Wochen im Voraus online reservieren!).
  • Kulinarischer Tipp: Bestelle in einer traditionellen Trattoria das Bistecca alla Fiorentina – ein massives, perfekt über Holzkohle gegrilltes T-Bone-Steak, serviert mit einem Glas Chianti Classico.
Tag 3 & 4: Das Herz der Toskana (Siena & das Val d’Orcia)
  • Route: Florenz ➔ San Gimignano ➔ Siena (ca. 90 km / 1,5 Std.)
  • Das erlebst du:
    • Fahre morgens zum mittelalterlichen „Manhattan der Toskana“, nach San Gimignano, bekannt für seine hohen Geschlechtertürme.
    • Checke nachmittags in Siena ein. Setze dich auf die muschelförmige Piazza del Campo und besichtige den prachtvollen, schwarz-weiß marmorierten Dom.
    • Nutze den vierten Tag für eine Panoramafahrt durch das weltberühmte Val d’Orcia – vorbei an den klassischen Zypressenalleen, sanften Hügeln und Fotomotiven, die man von jeder Postkarte kennt.
  • Kulinarischer Tipp: Koste in Siena die handgemachten, dicken Spaghetti namens Pici cacio e pepe (mit Pecorino-Schafskäse und schwarzem Pfeffer).
Tag 5: Die schiefe Pracht & die Küste (Pisa & Lucca)
  • Route: Siena ➔ Pisa ➔ Lucca (ca. 140 km / 2 Std.)
  • Das erlebst du:
    • Mach einen Zwischenstopp auf der Piazza dei Miracoli in Pisa für das obligatorische Foto am Schiefen Turm.
    • Fahre weiter in das charmante Lucca. Die Besonderheit: Lucca besitzt eine vollständig erhaltene, breite Renaissancestadtmauer, die heute als Parkanlage dient. Leihe dir ein Fahrrad und umrunde die gesamte Altstadt auf der Mauer.
Tag 6 & 7: Die grüne Oase & Mystik (Umbrien / Assisi)
  • Route: Lucca ➔ Trasimenischer See ➔ Assisi (ca. 210 km / 2,5 Std.)
  • Das erlebst du:
    • Verlasse die Toskana und fahre nach Umbrien, das „grüne Herz Italiens“. Mach Mittagspause am malerischen Trasimenischen See.
    • Beziehe deine Unterkunft in der magischen Bergstadt Assisi. Die gigantische Doppelbasilika San Francesco mit den weltberühmten Fresken von Giotto wird dich sprachlos machen. 
  • Kulinarischer Tipp: Umbrien ist berühmt für seine Wurstspezialitäten. Probiere eine kalte Platte mit Prosciutto di Norcia und feiner Wildschweinsalami.
Tag 8, 9 & 10: Die Ewige Stadt (Rom)
  • Route: Assisi ➔ Rom (ca. 180 km / 2 Std.)
  • Das erlebst du:
    • Fahre nach Süden und liefere deinen Mietwagen direkt bei der Ankunft in Rom ab (in Rom brauchst du absolut kein Auto; die Stadt lässt sich perfekt zu Fuß und mit der Metro erkunden!).
    • Tag 8 & 9: Tauche ein in die Antike: Besuche das Kolosseum, das Forum Romanum und das Pantheon. Wirf eine Münze in den Trevi-Brunnen und schlendere abends durch das charmante Gassenviertel Trastevere.
    • Tag 10: Besuche den Vatikan mit dem Petersdom und den Vatikanischen Museen (inklusive der Sixtinischen Kapelle).
  • Kulinarischer Tipp: In Rom musst du die zwei absoluten Nudel-Weltklassiker im Original probieren: Pasta alla Carbonara (mit Guanciale-Speck, Ei und Pecorino) oder Pasta alla Amatriciana (mit Tomatensauce).

💶 Restaurant-Etikette & Trinkgeld-Tipps (La Mancia)
Damit du im italienischen Restaurant wie ein Einheimischer wirkst, beachte diese drei Grundregeln:
  1. Das „Coperto“: Wundere dich nicht, wenn auf der Rechnung pro Person 1,50 € bis 3,00 € extra aufgeführt sind. Das ist das sogenannte Pane e Coperto (Gedeck und Brot). Es ist eine offizielle Gebühr für das Eindecken des Tisches und das gereichte Brot; das ist völlig normal und kein Betrug.
  2. Die Trinkgeld-Regel: Da das Coperto bereits den Service abdeckt, ist ein großes Trinkgeld in Italien nicht obligatorisch. Wenn der Service jedoch hervorragend war, lässt man aus Höflichkeit einfach 1 bis 2 Euro bar auf dem Tisch liegen (oder rundet bei kleineren Rechnungen im Café auf). Es wird in Italien nicht direkt beim Bezahlen auf den Rechnungsbetrag aufgeschlagen (also beim Bezahlen mit Karte den Rechnungsbetrag abbuchen lassen und das Trinkgeld passend in bar auf den Tisch legen).
  3. Kein Cappuccino nach 11 Uhr! Für Italiener ist Cappuccino ein reines Frühstücksgetränk, da die warme Milch die Verdauung schwerer Speisen behindert. Wer nach dem Mittag- oder Abendessen Milchkaffee bestellt, outet sich sofort als Tourist. Nach dem Essen trinkt man ausschließlich einen Caffè (einen Espresso).

Kompakte, übersichtliche Tabelle mit den wichtigsten italienischen Begriffen und Bezeichnungen für die Speisekarte.
 
Hier ist die kompakte, übersichtliche Tabelle mit den wichtigsten italienischen Begriffen und Bezeichnungen für die Speisekarte. Damit bist du in jeder traditionellen Trattoria oder Osteria bestens gewappnet und bestellst wie ein Einheimischer.

🍽️ Der Menüaufbau (Die Gänge)
In Italien ist es üblich, dass ein klassisches Abendessen (Cena) aus mehreren separaten Gängen besteht. Keine Sorge: Du musst nicht alle Gänge bestellen, aber die Reihenfolge auf der Karte ist immer gleich.
BegriffAusspracheDeutsch / Erklärung
AntipastiAnti-pastiVorspeisen (z. B. Bruschetta, Aufschnitt, eingelegtes Gemüse).
Primi PiattiPrimi PiattiDer erste Hauptgang (Immer Nudeln, Risotto, Gnocchi oder Suppen).
Secondi PiattiSekondi PiattiDer zweite Hauptgang (Fleisch- oder Fischgerichte – kommen meist ohne Beilage!).
ContorniKontorniBeilagen (Müssen extra zum Secondo bestellt werden, z. B. Bratkartoffeln, Gemüse).
DolciDoltschiDesserts / Nachspeisen (z. B. Tiramisù, Panna Cotta).

🍖 Fleisch, Fisch & Zutaten (Ingredienti)
ItalienischAusspracheDeutsch
ManzoMantsoRindfleisch
MaialeMajaleSchweinefleisch
PolloPolloHähnchen
PescePescheFisch
Frutti di mareFrutti di mareMeeresfrüchte
VerdureWerdureGemüse
FormaggioFormaddshoKäse
Fungo (Funghi)Fungo (Fungi)Pilz (Pilze)

☕ Getränke & Allgemeines (Bevande)
ItalienischAusspracheDeutsch / Erklärung
Acqua gassata / frizzanteAkwa gassata / fritsanteWasser mit Kohlensäure
Acqua naturale / lisciaAkwa naturale / lischiaWasser ohne Kohlensäure
Vino della casaWino della kasaHauswein (oft günstig und sehr gut, wird im Krug serviert).
Vino rosso / biancoWino rosso / bjankoRotwein / Weißwein
BirraBirraBier
Il conto, per favore.Il konto, per faworeDie Rechnung, bitte.
CaffèKafféEin Espresso (das Wort „Espresso“ nutzt man in Italien beim Bestellen kaum).

💡 Kleiner kulinarischer Rettungsanker:
Wenn du auf der Karte das Wort „al forno“ liest, bedeutet das aus dem Ofen (z. B. mit Käse überbacken). Steht dort „alla griglia“, wurde das Gericht gegrillt.

 
 
Hier sind die wichtigsten italienischen Höflichkeitsfloskeln, mit denen du im Restaurant, im Hotel und beim täglichen Umgang mit den Einheimischen sofort sympathisch wirkst. Die Italiener schätzen es sehr, wenn Reisende auch nur ein paar Worte ihrer Sprache nutzen.

👋 Begrüßung & Abschied
  • Buongiorno! (Buon-dschorno) – Guten Morgen! / Guten Tag! (Nutzt man formell bis zum Nachmittag).
  • Buonasera! (Buona-sera) – Guten Abend! (Nutzt man formell ab ca. 15:00/16:00 Uhr).
  • Ciao! (Tschau) – Hallo! / Tschüss! (Sollte man nur bei Freunden, Jugendlichen oder im sehr informellen Rahmen nutzen).
  • Salve! (Salwe) – Hallo! / Guten Tag! (Die perfekte, neutrale Zwischenlösung: Höflich, aber nicht ganz so steif wie Buongiorno).
  • Arrivederci! (Arriwedertschi) – Auf Wiedersehen! (Formeller Abschied).
  • Buonanotte! (Buona-notte) – Gute Nacht! (Sagt man wirklich erst, wenn man schlafen geht).

🕊️ Die „Zauberworte“ der Höflichkeit
  • Per favore / Per piacere (Per fawore / Per pjatschere) – Bitte. (Wenn man um etwas bittet, z. B. „Un caffè, per favore“).
  • Grazie! (Gratzje) – Danke!
  • Grazie mille! (Gratzje mille) – Vielen Dank! (Wörtlich: Tausend Dank).
  • Prego! (Prego) – Bitte! / Gern geschehen! (Als Antwort auf „Grazie“).
  • Prego, si accomodi. (Prego, si akkomodi) – Bitte, nehmen Sie Platz / Treten Sie näher. (Hört man oft vom Kellner am Restauranteingang).

🤝 Entschuldigungen & Aufmerksamkeit
  • Mi scusi. (Mi skusi) – Entschuldigen Sie bitte. (Die Höflichkeitsform, um z. B. die Aufmerksamkeit des Kellners zu bekommen oder nach dem Weg zu fragen).
  • Scusa. (Skusa) – Entschuldigung. (Informell unter Freunden oder zu Kindern).
  • Permesso? (Permesso) – Darf ich vorbei? / Darf ich eintreten? (Sehr wichtig und höflich, wenn man sich im Restaurant durch enge Tischreihen drängen muss).
  • Non importa. (Non importa) – Macht nichts / Keine Ursache.

💬 Im Restaurant (Praktische Sätze)
  • Sì / No (Si / No) – Ja / Nein.
  • Un tavolo per due, per favore. (Un tavolo per due, per fawore) – Einen Tisch für zwei Personen, bitte.
  • È delizioso! (E delitzi-oso) – Es ist köstlich! (Das größte Lob für den Koch).
  • Tutto bene, grazie. (Tutto bene, gratzje) – Alles bestens, danke. (Wenn der Kellner fragt, ob alles schmeckt).

Hinweis: Alle Angaben zu politischen Ämtern, Währung und aktuellen Entwicklungen wurden nach bestem Wissen zum Stand Herbst 2026 recherchiert. Für aktuelle, verbindliche Informationen empfiehlt sich vor Reiseantritt ein Blick auf die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.


Allgemeine LänderinfosItalien

Italien – Allgemeine Informationen

von Joe OnTour 25. Oktober 2026
Italien

Alberobello Trulli

von Joe OnTour 20. November 2015

Fragen zum Reiseziel Italien?

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25. Oktober 2026 0 comments
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Ontourworld - Flag Irland
Allgemeine LänderinfosIrland

Irland – Allgemeine Informationen

von Joe OnTour 25. Oktober 2026
Erstellt von Joe OnTour

Irland – Allgemeine Infos

 
Irland ist ein traditionell überaus beliebtes Reiseland, in dem Besucher mit der sprichwörtlichen irischen Gastfreundschaft empfangen werden und in aller Regel einen unbeschwerten Urlaub verbringen.
Insbesondere in den größeren Touristenzentren und Ballungsräumen, allen voran in den belebten Ausgehvierteln von Dublin (wie dem Temple-Bar-Bezirk), ist jedoch Vorsicht vor Taschendiebstahl und Kleinkriminalität angebracht. In der Haupturlaubszeit kommt es gelegentlich zu Aufbrüchen von Mietwagen an unbewachten, abgelegenen Parkplätzen entlang von Küstenstraßen, bekannten Aussichtspunkten (wie an den Cliffs of Moher) oder Wanderwegen. Es empfiehlt sich daher, das Fahrzeug stets komplett abzuschließen, keine Wertgegenstände offen im Auto liegenzulassen und nach Möglichkeit auf belebten Parkflächen zu parken. Im Pannenfall auf den irischen Autobahnen und Nationalstraßen sollte man sich vergewissern, dass der Pannendienst im offiziellen Auftrag des zuständigen Automobilclubs (wie der AA Ireland) oder des Autovermieters handelt.
 
 
Fläche: 70.273 km² (bezogen auf die Republik Irland, welche rund fünf Sechstel der gesamten irischen Insel umfasst; die verbleibenden rund 14.130 km² gehören als Nordirland zum Vereinigten Königreich).
 
Bevölkerungszahl: rund 5,3 bis 5,4 Millionen (Stand 2025/26). Dies stellt einen deutlichen Zuwachs gegenüber früheren Jahrzehnten dar; Irland verzeichnet seit den 2000er-Jahren ein konstantes Bevölkerungswachstum, das sowohl durch eine vergleichsweise hohe Geburtenrate als auch durch starke internationale Zuwanderung getragen wird.
 
Bevölkerungsdichte: rund 76 Einwohner pro km².
 
Hauptstadt: Dublin (Baile Átha Cliath), heute mit rund 590.000 Einwohnern in der eigentlichen Kernstadt und rund 1,5 Millionen Menschen in der gesamten Metropolregion (Greater Dublin Area).
 
Geografie: Irland nimmt den weitaus größeren Teil der gleichnamigen Insel im Nordatlantik ein. Im Nordosten grenzt die Republik an Nordirland und damit an das Vereinigte Königreich. Im Osten wird die Insel durch die Irische See und den St.-Georgs-Kanal von Großbritannien getrennt, während im Westen und Süden der offene Atlantische Ozean anschließt.
 
Die geografische Gestalt Irlands gleicht einer weiten, flachen Beckenlandschaft im Landesinneren, die von einem unvollständigen Ring aus Bergen und Hügelketten an den Küsten umgeben ist. Das Landesinnere ist geprägt von weiten Ebenen, saftigen grünen Weiden, zahlreichen Torfmooren und großen Fluss- und Seensystemen. Der längste Fluss des Landes und der gesamten britischen Inseln ist der Shannon mit einer Länge von rund 360 km, der sich durch mehrere große Seen (wie den Lough Derg) schlängelt.
Die höchsten Erhebungen finden sich im Südwesten der Insel in der Grafschaft Kerry. Hier liegt das Gebirge der Macgillycuddy’s Reeks, in dem sich mit dem Carrauntoohil (1.038 m) auch der höchste Berg Irlands befindet.
 
Die irischen Küsten weisen eine Gesamtlänge von über 1.400 km auf und zeigen markante Unterschiede. Während die Ostküste flacher verläuft und breite Sandstrände besitzt, ist die Westküste zum Atlantik hin extrem zerklüftet. Hier ragen spektakuläre Steilklippen wie die berühmten Cliffs of Moher oder die Klippen von Slieve League senkrecht aus dem Meer, und tiefe, fjordähnliche Buchten schneiden weit in das Land ein. Dem Festland vorgelagert sind zahlreiche kleinere Inseln wie die Aran-Inseln oder Achill Island.
 
Sehenswürdigkeiten/Attraktionen: Irland ist weltberühmt für seine mystischen Kulturstätten und grandiosen Naturlandschaften. Zu den wichtigsten Attraktionen zählen die Welterbestätte Newgrange (ein steinzeitliches Hügelgrab), der spektakuläre Küstenabschnitt des „Ring of Kerry“, die Klippen von Moher, der Wild Atlantic Way sowie der Killarney-Nationalpark. Kulturelle Zentren wie Dublin (mit dem berühmten Trinity College), Galway und Cork bieten ein reiches Angebot an Musik, Literatur und Geschichte.
Staatsform: Parlamentarische Republik seit der Verfassung von 1937. Das Zweikammerparlament (Oireachtas) besteht aus dem gewählten Abgeordnetenhaus (Dáil Éireann) mit derzeit 160 bis 174 Abgeordneten (die Zahl wird regelmäßig an das Bevölkerungswachstum angepasst) und dem Senat (Seanad Éireann) mit 60 Mitgliedern.
 
Staatsoberhaupt: Präsident Michael D. Higgins, im Amt seit dem 11. November 2011. Er wurde 2018 für eine zweite siebenjährige Amtszeit wiedergewählt. Der als Dichter und Intellektueller geschätzte Politiker genießt im irischen Volk über alle Parteigrenzen hinweg ein außerordentlich hohes Ansehen.
 
Regierungschef: Premierminister (Taoiseach) Simon Harris (Fine Gael), im Amt seit April 2024, nachdem sein Vorgänger Leo Varadkar zurückgetreten war. Die irische Innenpolitik der jüngeren Vergangenheit ist geprägt von einer Dreiparteienkoalition, intensiven Debatten über die Bewältigung der Wohnungsnot sowie den wirtschaftlichen Herausforderungen und rechtlichen Anpassungen im Nachgang des britischen Brexits.
 
Sprache: Amtssprachen sind Irisch (Gaeilge) und Englisch. Obwohl Irisch laut Verfassung die erste offizielle Amtssprache ist und auf allen Verkehrsschildern sowie offiziellen Dokumenten an erster Stelle steht, ist Englisch im Alltag die dominierende Sprache. Irisch wird vor allem in den staatlich geschützten Regionen, den sogenannten Gaeltacht-Gebieten (hauptsächlich im Westen des Landes), aktiv als Muttersprache gesprochen.
 
Religion: Traditionell stark römisch-katholisch geprägt. Auch wenn der Einfluss der katholischen Kirche in den letzten Jahrzehnten im Zuge einer rasanten gesellschaftlichen Modernisierung und Säkularisierung spürbar zurückgegangen ist, bekennen sich weiterhin rund 69 % der Bevölkerung zum katholischen Glauben; daneben gibt es protestantische Minderheiten (Church of Ireland) sowie eine wachsende Zahl an Konfessionslosen.
 
Ortszeit: Westeuropäische Zeit (WEZ/GMT). In Irland gilt die Sommerzeitregelung (letzter Sonntag im März bis letzter Sonntag im Oktober: WEZ+1). Die Zeitverschiebung zu Deutschland, Österreich und der Schweiz beträgt somit ganzjährig −1 Stunde.
 
Geld und Preisniveau: Das offizielle Zahlungsmittel in der Republik Irland ist der Euro (wichtig: Im benachbarten Nordirland gilt das britische Pfund). Das allgemeine Preisniveau in Irland liegt spürbar über dem deutschen Durchschnitt und gehört, bedingt durch hohe Steuern auf Alkohol und Tabak sowie gestiegene Kosten für Dienstleistungen und Unterkünfte, zu den höchsten in der Europäischen Union. In den touristischen Zentren und vor allem in Dublin ist das Preisniveau nochmals deutlich erhöht.
 
Netzspannung: 230 V, 50 Hz. In Irland werden ausschließlich die dreipoligen Stecker des Typs G (Commonwealth-Stecker) verwendet. Für Reisende aus Mitteleuropa ist daher ein entsprechender Reiseadapter zwingend erforderlich.
 
Telefon: Der Mobilfunk ist flächendeckend sehr gut ausgebaut; öffentliche Telefonzellen haben im digitalen Zeitalter kaum noch Bedeutung. Die internationale Landesvorwahl für die Republik Irland lautet +353.
Die wichtigsten regionalen Vorwahlen lauten: Dublin 01, Cork 021, Galway 091, Limerick 061 und Waterford 051. (Bei Anrufen aus dem Ausland wird die führende Null der Ortsvorwahl weggelassen).
 
Anreise: Die Anreise mit dem eigenen Fahrzeug erfolgt meist über Frankreich (z. B. von Cherbourg) mit modernen Autofähren direkt nach Rosslare oder Dublin, was zwar Zeit erfordert, aber landschaftlich reizvoll ist. Alternativ gibt es Fährverbindungen über Großbritannien (Transit-Route). Das irische Fernstraßennetz (Autobahnen und Nationalstraßen) ist hervorragend ausgebaut; auf mehreren Autobahnabschnitten (wie der Ringautobahn M50 um Dublin) wird eine elektronische oder klassische Maut erhoben.
 
Auskünfte: Tourism Ireland, Gutleutstraße 32, 60329 Frankfurt am Main. Für Österreich und die Schweiz stehen entsprechende Vertretungen online und telefonisch zur Verfügung. Vor Reiseantritt sollten aktuelle Adressdaten und Einreisebestimmungen überprüft werden.
 
Auto: Für Autofahrer sind Führerschein und Fahrzeugschein erforderlich; die Grüne Versicherungskarte ist ratsam. Wichtig ist der Linksverkehr. Die Promillegrenze liegt bei 0,5 (0,2 für Anfänger), Geschwindigkeiten gelten in km/h. Der Pannendienst läuft über AA Ireland.
 
 
Irland – Klima
Irlands maritimes Klima wird vom Golfstrom geprägt, was milde Winter und mäßige Sommer beschert. Regen fällt ganzjährig, besonders im Westen. Die beste Reisezeit liegt zwischen Mai und September, wobei Juli und August am stärksten frequentiert sind.
 
 
Irland – Fauna & Flora
Die Tierwelt ist inselbedingt artenärmer, bietet aber Rückzugsräume für Rotwild und große Seevogelkolonien an den Klippen. Botanisch ist die Insel für ihre saftigen Landschaften, Moorgebiete und die floristische Vielfalt des Burren bekannt, trotz historischer Waldarmut.
 
 
Irland – Geschichte
Von frühen Jägern, Megalithkulturen (Newgrange) und Kelten über die Christianisierung (St. Patrick), Wikinger und englische Vorherrschaft bis hin zur Hungersnot im 19. Jahrhundert, dem Osteraufstand 1916 und der Republikgründung 1949 reicht die bewegte Historie. Das Karfreitagsabkommen 1998 befriedete den Nordirlandkonflikt, während der EU-Beitritt und der „Keltische Tiger“ das moderne Irland formten.
 
 
Irland – Essen & Trinken
Die Küche verbindet deftige Klassiker wie Irish Stew oder das Full Irish Breakfast mit einer modernen Gastronomieszene. Weltbekannt sind das Stout (Guinness) und irischer Whiskey; in Pubs gilt Selbstbedienung an der Bar.
 
 
Irland – Unterkünfte
Neben klassischen Hotels prägen private Bed & Breakfasts (B&Bs), malerische Cottages und historische Castle Hotels das vielfältige Übernachtungsangebot.
 

⚠️ Irland – Wichtige Insidertipps für Rundreisende
 
Ein Roadtrip auf der „Grünen Insel“ ist ein unvergessliches Abenteuer, verlangt Autofahrern durch den Linksverkehr und extrem schmale Straßen jedoch volle Konzentration ab.
 
🚗 Die Herausforderungen des Linksverkehrs & der Straßenverhältnisse
  • Der Linksverkehr: Das Steuerrad des Mietwagens befindet sich auf der rechten Seite, geschaltet wird mit der linken Hand. Tipp für den Start: Buche nach Möglichkeit einen Mietwagen mit Automatikgetriebe (Automatic). Das nimmt enorm viel Stress, da du dich voll auf die Straße und das Linksfahren konzentrieren kannst.
  • Die Straßenkategorien: Autobahnen (mit einem M gekennzeichnet, z. B. M50) und Nationalstraßen (N, z. B. N7) sind hervorragend ausgebaut. Abenteuerlich wird es auf den Regionalstraßen (R) und Lokalstraßen (L). Diese sind oft extrem schmal, von hohen Fuchsienhecken oder Steinmauern gesäumt und weisen kaum Ausweichstellen (Passing Places) auf. Hier gilt: Defensiv fahren und lieber einmal mehr abbremsen.
  • Die Spiegel-Miete: Da man sich als Festland-Europäer beim Linksverkehr instinktiv eher zu nah am linken Straßenrand orientiert, kommt es bei Mietwagen überproportional häufig zu Schäden am linken Außenspiegel (durch Hecken oder Mauern). Eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung (Super Damage Waiver) ist in Irland dringend ratsam.
🛣️ Das elektronische Mautsystem auf der M50 (Dublin)
  • Die schrankenlose Maut: Rund um Dublin verläuft die Ringautobahn M50. Zwischen den Anschlussstellen 6 und 7 gibt es eine rein elektronische Mauterfassung (eFlow Barrier-Free Tolling). Kameras scannen dein Kennzeichen im Vorbeifahren.
  • Wie man bezahlt: Es gibt dort keine Kassenhäuschen! Du musst die Maut (ca. 3,50 €) bis spätestens 20:00 Uhr des Folgetages selbstständig nachzahlen. Das geht online auf eflow.ie, telefonisch oder an fast jeder Tankstelle und in Kiosken mit dem „Payzone“-Symbol. Wer es vergisst, zahlt saftige Bußgelder. Hinweis: Viele Mietwagenfirmen rechnen die Maut automatisch über die hinterlegte Kreditkarte ab – frage hierzu unbedingt beim Check-in am Schalter nach.

🗺️ Der perfekte 10-Tages-Roadtrip: Der Wild Atlantic Way
Diese spektakuläre Route führt dich entlang eines der schönsten Abschnitte des Wild Atlantic Way im wilden Westen Irlands – vorbei an steilen Klippen, mystischen Tälern und lebendigen Pub-Städten.
  • Gesamtstrecke: ca. 690 km
  • Start: Shannon Airport / Galway
  • Ziel: Cork oder Dublin

Tag 1 & 2: Das bunte Herz des Westens (Galway & Connemara)
  • Das erlebst du: Starte in Galway, der lebendigsten Stadt Irlands. Genieße die Straßenmusikanten in der Quay Street und die bunten Pub-Fassaden. Nutze den zweiten Tag für eine Rundfahrt durch die wilde, einsame Moor- und Berglandschaft von Connemara und besuche die majestätische Kylemore Abbey.
  • Kulinarischer Tipp: Koste fangfrische Austern an der Bucht von Galway mit einem spritzigen Weißwein.
Tag 3 & 4: Die rauen Riesen (Die Klippen von Moher & Loop Head)
  • Route: Galway ➔ Burren-Nationalpark ➔ Cliffs of Moher ➔ Lahinch (ca. 90 km)
  • Das erlebst du: Fahre durch die surreale, graue Karstlandschaft des Burren. Besuche die weltberühmten Cliffs of Moher (Nutze die Abendstunden nach 16:30 Uhr für magisches Licht und weniger Trubel). Erkunde an Tag 4 die deutlich ruhigere, aber nicht weniger spektakuläre Halbinsel Loop Head.
Tag 5 & 6: Das Postkarten-Irland (Der Ring of Kerry & Killarney)
  • Route: Lahinch ➔ Killimer-Tarbert Fähre ➔ Killarney (ca. 140 km)
  • Das erlebst du: Setze mit der Autofähre über den Shannon-Fluss. Dein Basislager ist das charmante Städtchen Killarney. Befahre am sechsten Tag die berühmteste Panoramastraße des Landes: Den Ring of Kerry. Dich erwarten dramatische Küstenausblicke, grüne Hügel und die Aussichtspunkte Ladies View und Moll’s Gap.
  • Kulinarischer Tipp: Gönne dir nach der Panoramafahrt einen wärmenden Irish Coffee im Killarney-Nationalpark.
Tag 7 & 8: Wilde Einsamkeit (Die Dingle-Halbinsel)
  • Route: Killarney ➔ Dingle ➔ Slea Head Drive (ca. 80 km)
  • Das erlebst du: Viele Locals halten die Dingle-Halbinsel für noch schöner als den Ring of Kerry. Der Slea Head Drive führt dich an der äußersten Spitze entlang steiler Klippen direkt am Atlantik. Das Städtchen Dingle besticht durch seine bunten Häuser und tollen Fischrestaurants.
Tag 9 & 10: Historische Monumente & bunte Hafenstädte (Kinsale & Cork)
  • Route: Dingle ➔ Kenmare ➔ Glengarriff ➔ Kinsale (ca. 210 km)
  • Das erlebst du: Fahre über den spektakulären Bergpass Healy Pass nach Süden in die wunderschöne, farbenfrohe Hafenstadt Kinsale, die als kulinarische Hauptstadt Irlands gilt. Erkunde am zehnten Tag das nahegelegene Cork und den historischen English Market.

💶 Geld, Restaurant-Etikette & Trinkgeld-Tipps
  1. Die Pub-Kultur & Selbstbedienung: Der Pub ist das Wohnzimmer der Iren. Wichtig zu wissen: In traditionellen Pubs gibt es keine Bedienung am Tisch. Du gehst für jedes Getränk und oft auch für das Essen selbst an die Bar (The Counter), bestellst dort und bezahlst direkt.
  2. Runden schmeißen (Buying Rounds): Wenn du in einer Gruppe im Pub bist, ist es eine eiserne soziale Regel, dass man „Runden“ schmeißt. Jeder kauft abwechselnd für den ganzen Tisch Getränke. Wer geht, ohne seine Runde bezahlt zu haben, gilt als extrem unhöflich.
  3. Das Trinkgeld: In Restaurants ist bei gutem Service ein Trinkgeld von 10 % bis 15 % üblich. Prüfe vorab die Rechnung: Steht dort bereits der Begriff „Service Charge“, ist das Trinkgeld schon enthalten. In Pubs gibt man dem Barkeeper beim Bestellen an der Bar kein prozentuales Trinkgeld; man sagt bei einer größeren Bestellung einfach „And have one yourself“ (er bucht sich dann den Preis für ein Pint als Trinkgeld ein) oder wirft Kleingeld in das Tip Jar auf dem Tresen.
  4. Essenszeiten: Das Mittagessen (Lunch) findet zwischen 12:00 und 14:30 Uhr statt. Das Abendessen (Dinner) wird meist recht früh zwischen 18:00 und 20:30 Uhr eingenommen. Danach schließen in kleineren Orten oft die Küchen.

Exkurs zur irischen Whiskey-Kunde

(traditionell mit „e“ geschrieben). Er erklärt die Besonderheiten, die wichtigsten Sorten und den ungeschriebenen Pub-Knigge.
 

🥃 Irischer Whiskey: Das flüssige Gold der Grünen Insel
Irland gilt als die historische Wiege des Whiskeys. Schon im Frühmittelalter brannten irische Mönche das Lebenswasser, auf Gälisch „Uisce Beatha“ (gesprochen: Ischke Bacha), woraus sich im Laufe der Jahrte das Wort Whiskey entwickelte. Während schottischer Whisky oft rauchig und torfig schmeckt, unterscheidet sich der irische Whiskey grundlegend in Herstellung und Charakter.
 
🌟 Die 3 großen Geheimnisse des irischen Whiskeys
  1. Die dreifache Destillation (Triple Distilled): Während die meisten schottischen Whiskys nur zweimal destilliert werden, jagen die irischen Erzeuger ihren Whiskey fast immer dreimal durch die kupfernen Brennblasen. Das macht den irischen Whiskey unnachahmlich mild, weich und fruchtig.
  2. Kein Torfrauch: Im Gegensatz zu vielen schottischen Kollegen wird das Malz in Irland traditionell in geschlossenen Öfen ohne Torfrauch getrocknet. Der Whiskey behält dadurch seine klaren Getreide- und Fruchtaromen ohne die typisch medizinische Rauch- oder Torfnote.
  3. Die Erfindung des Single Pot Still: Dies ist die urtypische, geschützte irische Whiskey-Art. Hierbei wird eine Mischung aus gemälzter und ungemälzter Gerste in einer einzigen Brennblase destilliert. Das verleiht dem Whiskey eine ganz besondere, leicht cremige Textur und eine feine Würze.

📋 Die 4 wichtigsten Whiskey-Kategorien im Überblick
 
Wenn du vor dem Pub-Regal oder im Fachgeschäft stehst, triffst du auf vier Bezeichnungen:
  • Single Malt: Besteht zu 100 % aus gemälzter Gerste und stammt aus einer einzigen Destillerie. Er ist komplex, elegant und oft von Aromen wie Vanille, Honig und hellen Früchten geprägt.
  • Single Pot Still: Der irische Nationalstolz (Mischung aus gemälzter und ungemälzter Gerste). Er schmeckt wunderbar cremig, vollmundig und bringt eine charakteristische Note von grünem Apfel und sanften Gewürzen mit.
  • Single Grain: Wird nicht aus Gerste, sondern aus anderen Getreidesorten (wie Mais oder Weizen) in kontinuierlichen Brennverfahren hergestellt. Er ist sehr leicht, süßlich und bildet oft die Basis für Blends.
  • Blended Irish Whiskey: Die weltweit bekannteste Kategorie (z. B. Jameson oder Tullamore D.E.W.). Hier werden verschiedene Malt-, Pot-Still- und Grain-Whiskeys miteinander verschnitten, um einen absolut harmonischen, leicht zugänglichen und unkomplizierten Allrounder zu kreieren.

🍻 Der irische Pub-Knigge für Whiskey-Genießer
 
Damit du im Pub beim Whiskey-Bestellen sofort wie ein Kenner wirkst, solltest du diese drei Regeln beachten:
  1. Die richtige Bestellung: Wenn du den Whiskey pur (Zimmertemperatur) trinken möchtest, bestellst du ihn „neat“. Möchtest du einen winzigen Schluck Wasser dazu, um die Aromen zu öffnen, orderst du ihn „with a splash of water“.
  2. Vorsicht mit Eis (On the rocks): Einen teuren Single Malt oder Single Pot Still mit Eiswürfeln zu bestellen, gilt unter irischen Kennern als Sünde, da die Kälte die feinen Aromen betäubt und das schmelzende Eis den Whiskey verwässert. Bei einem einfachen Blend für ein Mixgetränk ist Eis hingegen völlig in Ordnung.
  3. Die Alternative – Ein „Half and Half“: Wenn du dich wie die Einheimischen an den Geschmack herantasten willst, bestelle ein Half and Half. Du bekommst dann ein frisch gezapftes Pint Guinness und dazu ein kleines Glas Whiskey (einen Shot). Die beiden Getränke ergänzen sich durch ihre Malz- und Röstaromen hervorragend.


📋 Übersicht: Die irische Speisekarte (The Menu)
EnglischAusspracheDeutsch / Erklärung
StartersStartersVorspeisen
Mains / Main CourseMäns / Män KorsHauptgericht
DessertsDißörtsNachspeisen
Irish StewEirisch StjuDer Nationalfeiertags-Klassiker: Ein deftiger Eintopf aus Lammfleisch, Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln.
Seafood ChowderSifud TschauderEine sämige, dickflüssige Fischsuppe mit Sahne, vollgepackt mit verschiedenen Edelfischen, Muscheln und Lachs.
Fish and ChipsFisch änd TschipsIn Bierteig frittiertes Fischfilet (meist Kabeljau) mit dicken Pommes, serviert mit Erbsenpüree (Mushy Peas) und Remoulade.
Soda BreadSohda BredTraditionelles, schweres irisches Brot, das mit Natron statt Hefe gebacken wird. Wird fast immer mit gesalzener Butter zur Suppe gereicht.
Pint of StoutPeint of StautEin großes Glas (ca. 0,57 Liter) dunkles, cremiges Guinness-Bier.
The bill, please.Dö bill, plißDie Rechnung, bitte.

🗣️ Die wichtigsten Höflichkeitsfloskeln & Sprachbesonderheiten
 
Obwohl in Irland fast ausschließlich Englisch gesprochen wird, nutzen die Iren eine ganz eigene, wunderbar höfliche und bildhafte Ausdrucksweise (Irish English).
Englisch (Irland)AusspracheDeutsch / Erklärung
Cheers!TschiersDanke! / Prost! (Das universellste Wort in Irland. Man sagt es zum Barkeeper, zum Busfahrer beim Aussteigen und beim Anstoßen).
Please / Thank youPliß / Sänk juBitte / Danke. (Iren nutzen diese Worte im Übermaß, sei lieber einmal zu höflich).
Hi / HelloChai / ChellohHallo.
How’s it going?Chaus it goingWie geht’s? / Alles klar? (Die Standard-Begrüßung).
What’s the craic?Wots dö kräckWas gibt’s Neues? / Wie ist die Stimmung? (Craic ist das irische Wort für Spaß, Geselligkeit und Neuigkeiten).
It’s grand.Its grändAlles super. / Passt schon. / Kein Problem. (Hört man ständig, wenn etwas völlig in Ordnung ist).
SorrySorriEntschuldigung. (Wird auch genutzt, um die Aufmerksamkeit eines Kellners zu bekommen).
Slán!SlahnTschüss! / Auf Wiedersehen! (Das traditionelle gälische Wort zum Abschied, das fast jeder nutzt).
Hinweis: Alle Angaben wurden nach bestem Wissen recherchiert; vor Reiseantritt empfiehlt sich die Prüfung aktueller Hinweise.
 
Allgemeine LänderinfosIrland

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25. Oktober 2026 0 comments
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Allgemeine LänderinfosPortugal

Portugal – Allgemeine Informationen

von Joe OnTour 25. Oktober 2026
Erstellt von Joe OnTour
 
 
Portugal ist ein traditionell überaus beliebtes Reiseland, in dem Besucher mit großer Herzlichkeit empfangen werden und in aller Regel einen unbeschwerten Urlaub verbringen.
 
Insbesondere in den größeren Touristenzentren sowie in den Ballungsräumen von Lissabon und Porto ist jedoch Vorsicht vor Taschendiebstahl und Kleinkriminalität angebracht. In der Urlaubszeit kommt es gelegentlich zu Diebstählen aus Fahrzeugen an schlecht einsehbaren Aussichtspunkten (Miradouros) oder Parkplätzen in Strandnähe. Es empfiehlt sich daher, das Fahrzeug stets komplett abzuschließen, keine offen sichtbaren Wertgegenstände auf den Sitzen liegenzulassen und bevorzugt auf belebten, offiziellen Parkplätzen zu halten. Im Pannenfall auf den Autobahnen sollte man sich vergewissern, dass der gerufene Pannendienst im Auftrag der Betreibergesellschaft (z. B. Brisa) handelt.
 
Portugal – Allgemeine Informationen
 
Fläche: 92.212 km² (inklusive der Atlantikinseln Madeira und Azoren).
Bevölkerungszahl: rund 10,4 bis 10,6 Millionen (Stand 2025/26). Nach Jahren des leichten Rückgangs hat sich die Einwohnerzahl Portugals dank spürbarer Zuwanderung in den letzten Jahren wieder stabilisiert.
 
Bevölkerungsdichte: rund 113–115 Einwohner pro km².
 
Hauptstadt: Lissabon, heute mit rund 545.000 Einwohnern in der eigentlichen Kernstadt und weit über 2,8 Millionen Menschen in der gesamten Metropolregion (Área Metropolitana de Lisboa).
 
Geografie: Portugal nimmt den westlichen Teil der Iberischen Halbinsel ein, die es sich mit Spanien teilt. Im Norden und Osten bildet Spanien die einzige europäische Landgrenze; im Westen und Süden öffnet sich das Land vollständig zum Atlantischen Ozean. Zum Staatsgebiet gehören zudem die zwei autonomen Inselregionen im Atlantik: die Azoren (bestehend aus neun Inseln) und das Archipel Madeira (inklusive der Insel Porto Santo sowie den unbewohnten Ilhas Desertas und Selvagens) vor der Nordwestküste Afrikas.
Das Land wird geografisch maßgeblich durch den Fluss Tejo in zwei Hälften geteilt. Die nördliche Region ist überwiegend gebirgig, von kühlerem, feuchtem Klima geprägt und dicht bewaldet. Hier befindet sich die Serra da Estrela, das höchste Gebirge des portugiesischen Festlands. Der höchste Gipfel auf dem Festland ist der Torre mit 1.993 m ü. M. Der absolut höchste Punkt des gesamten portugiesischen Staatsgebiets befindet sich jedoch auf der Azoreninsel Pico: Der gleichnamige Vulkan Ponta do Pico ragt dort 2.351 m in die Höhe.
Südlich des Tejo ändert sich das Landschaftsbild grundlegend. Hier erstrecken sich die weiten, sanft hügeligen Ebenen des Alentejo, die intensiv landwirtschaftlich genutzt werden und für ihre riesigen Korkeichen- und Olivenhaine bekannt sind. Ganz im Süden schließt sich die Region der Algarve an, die durch die Hügelketten der Serra de Monchique und Serra do Caldeirão gegen die kühleren Nordwinde abgeschirmt wird.
 
Die Küstenlinie des portugiesischen Festlands erstreckt sich über eine Länge von knapp 830 km. Während die Westküste (Costa Vicentina und der Norden) rau, windig und von mächtigen Steilklippen sowie langen Sanddünen geprägt ist, bietet die Südalgarve geschützte, wärmere Badebuchten inmitten der weltberühmten, goldgelben Sandsteinfelsen.
 
Sehenswürdigkeiten/Attraktionen: Portugal ist reich an kulturellen Schätzen wie den historischen Altstädten von Porto und Lissabon, den prachtvollen Schlössern von Sintra, der alten Universitätsstadt Coimbra und den monumentalen Klöstern in Batalha und Alcobaça. Ergänzt wird dies durch landschaftliche Highlights wie das Douro-Weinbaugebiet, die rauen Surfstrände bei Nazaré sowie die Badeparadiese der Algarve und Madeiras.
 
Staatsform: Semipräsidentielle Republik seit der Verfassung von 1976. Das Einkammerparlament (Assembleia da República) besteht aus 230 Abgeordneten, deren Zusammensetzung in den letzten Jahren durch eine zunehmend fragmentierte Parteienlandschaft geprägt ist.
 
Staatsoberhaupt: Präsident Marcelo Rebelo de Sousa, im Amt seit dem 9. März 2016 und im Jahr 2021 für eine zweite Amtszeit bestätigt. Er ist für seine extreme Volksnähe bekannt und im Land traditionell sehr populär.
 
Regierungschef: Ministerpräsident Luís Montenegro (PSD), im Amt seit April 2024. Nach den vorgezogenen Parlamentswahlen führt er eine Minderheitsregierung an; die Innenpolitik ist seither stark von Verhandlungen über Haushaltsmehrheiten sowie von Debatten um das Gesundheitssystem und bezahlbaren Wohnraum geprägt.
 
Praktische Hinweise: Amtssprache ist Portugiesisch (neben Mirandés als Regionalisierung im Nordosten). Es wird mit dem Euro bezahlt; das Preisniveau liegt unter dem deutschen, zog aber in Touristen-Hotspots an. Es gelten die europäische Netzspannung und die üblichen Steckdosentypen. Die Landesvorwahl lautet +351. Bei der Anreise mit dem Auto ist die elektronische oder klassische Maut zu beachten, und vor Ort gelten Standard-Verkehrsregeln mit einer 0,5-Promillegrenze. Offizielle touristische Auskünfte erteilt das Fremdenverkehrsamt (Visit Portugal).
 
Klima & Natur: Das Festland spürt zunehmend extremere Sommer mit Dürre- und Waldbrandgefahr im Süden und Landesinneren, während der Norden feuchter bleibt. Die Fauna umfasst neben Arten des Nordens auch geschützte Tiere wie den Iberischen Luchs. Die Flora reicht von Eukalyptus- und Kiefernwäldern im Norden bis zu Korkeichen im Alentejo sowie den geschützten Lorbeerwäldern auf Madeira.
 
Geschichte: Die Historie reicht von frühen keltischen und phönizischen Spuren über die römische Provinz Lusitania, die maurische Herrschaft und die Reconquista im 12. Jahrhundert bis zum Goldenen Zeitalter der Entdeckungen im 15. und 16. Jahrhundert. Nach der Diktatur des Estado Novo brachte die Nelkenrevolution 1974 die Demokratie, gefolgt vom EU-Beitritt 1986.
 
Essen, Trinken & Unterkünfte: Die Küche ist stark vom Atlantik geprägt (Bacalhau in unzähligen Variationen, gegrillte Sardinen und Pastéis de Nata). Das Übernachtungsangebot reicht von Landurlaub (Turismo Rural) bis zu den historischen Pousadas in umgebauten Kulturdenkmälern.
 

⚠️ Portugal – Wichtige Insidertipps für Rundreisende
Ein Roadtrip durch Portugal bietet fantastische Küstenstraßen, birgt jedoch eine berüchtigte Stolperfalle für Autofahrer: das komplizierte Mautsystem, insbesondere die rein elektronischen Autobahnen.
 
🛣️ Das elektronische Mautsystem (SCUT) verstehen
In Portugal gibt es zwei Arten von mautpflichtigen Autobahnen:
  1. Klassische Autobahnen (z. B. A1 zwischen Lissabon und Porto): Hier ziehst du ganz normal an einer Schranke ein Ticket und bezahlst beim Abfahren bar oder mit Kreditkarte.
  2. Rein elektronische Autobahnen (ehemals SCUT, z. B. A22 an der Algarve oder A28 im Norden): Hier gibt es keine Mautstationen und keine Schranken! Stattdessen sind elektronische Brücken über der Fahrbahn montiert, die die Kennzeichen der vorbeifahrenden Autos scannen.
🚗 Wie man die elektronische Maut als Tourist bezahlt:
  • Mit dem Mietwagen (Die einfachste Lösung): Fast alle portugiesischen Autovermietungen statten ihre Fahrzeuge gegen eine geringe Gebühr (ca. 1,50 € bis 2,00 € pro Tag, gedeckelt auf meist ca. 20 €) mit einem Via-Verde-Transponder aus. Dieser registriert alle Mautfahrten (sowohl klassische Schranken als auch elektronische Brücken) automatisch. Die Beträge werden nachträglich bequem von deiner Kreditkarte abgebucht. Tipp: Buche diesen Service beim Vermieter unbedingt dazu, sonst wird die Nachzahlung extrem kompliziert.
  • Mit dem eigenen Auto (Auslandskennzeichen): Wenn du mit dem eigenen Pkw anreist, musst du dein Kennzeichen vorab registrieren. Am einfachsten ist das System EasyToll: An den Grenzübergängen gibt es „EasyToll Welcome Points“. Dort steckst du deine Kreditkarte in einen Automaten, dein Kennzeichen wird gescannt und mit der Karte verknüpft. Die Maut wird dann 30 Tage lang automatisch abgebucht. Alternativ kannst du vorab online eine virtuelle Prepaid-Karte (TollCard) erwerben.

🗺️ Der perfekte 10-Tages-Roadtrip durch Portugal
Diese optimierte Route führt dich von Norden nach Süden einmal quer durch das Land und verbindet die zwei großen Metropolen mit spektakulären Steilküsten, historischen Burgen und den schönsten Weinregionen.
  • Gesamtstrecke: ca. 620 km (reine Fahrtzeit ca. 7 Stunden, sehr entspannt aufgeteilt)
  • Start: Porto
  • Ziel: Faro (Algarve) oder Lissabon

Tag 1 & 2: Die Stadt des Portweins (Porto & das Douro-Tal)
  • Route: Anreise nach Porto.
  • Das erlebst du:
    • Schwere Atlantikbrisen und barocker Charme: Erkunde das historische Viertel Ribeira, laufe über die beeindruckende Brücke Ponte Dom Luís I und besuche eine der traditionellen Portweinkellereien in Vila Nova de Gaia.
    • Mach am zweiten Tag einen Ausflug in das spektakuläre Douro-Tal, das älteste geschützte Weinbaugebiet der Welt, wo der Wein auf steilen Schieferterrassen wächst.
  • Kulinarischer Tipp: Koste in Porto das berühmte Francesinha – ein deftiges, mit verschiedenen Fleischsorten gefülltes Sandwich, das mit geschmolzenem Käse und einer würzigen Bier-Tomaten-Sauce übergossen wird.
Tag 3: Die Universitätsstadt & das Venedig Portugals (Aveiro & Coimbra)
  • Route: Porto ➔ Aveiro ➔ Coimbra (ca. 125 km / 1,5 Std.)
  • Das erlebst du:
    • Stoppe morgens in Aveiro, das für seine Kanäle und die bunten, traditionellen Moliceiro-Boote bekannt ist.
    • Fahre weiter nach Coimbra, der ehemaligen Hauptstadt des Landes. Das absolute Highlight hier ist die barocke Biblioteca Joanina der historischen Universität, die hoch über der Stadt thront.
Tag 4: Gigantische Wellen & Märchenschlösser (Nazaré & Sintra)
  • Route: Coimbra ➔ Nazaré ➔ Sintra (ca. 180 km / 2 Std.)
  • Das erlebst du:
    • Besuche die Klippen von Nazaré, wo im Winter die höchsten surfbaren Wellen der Welt (bis zu 30 Meter hoch) an Land rollen. Auch im Sommer ist der Blick vom Aussichtspunkt Sitio atemberaubend.
    • Fahre weiter in das nebelverhangene Gebirge von Sintra (UNESCO-Weltkulturerbe). Die farbenprächtigen Paläste wie der Palácio Nacional da Pena wirken wie aus einem Disney-Film entsprungen.
Tag 5, 6 & 7: Die Stadt des Lichts (Lissabon)
  • Route: Sintra ➔ Lissabon (ca. 30 km / 40 Min.)
  • Das erlebst du:
    • Stelle dein Auto in Lissabon (Lisboa) am besten in einer Parkgarage ab, da die Stadt perfekt mit Tram und Metro zu erkunden ist.
    • Fahre mit der historischen Tram 28 durch die steilen Gassen der Alfama, genieße den Ausblick vom Castelo de São Jorge und besuche das Jerónimos-Kloster im Stadtteil Belém.
    • Nutze den siebten Tag für einen entspannten Ausflug an die Atlantikküste nach Cascais und zum Cabo da Roca, dem westlichsten Punkt des europäischen Festlands.
  • Kulinarischer Tipp: Hole dir in Belém die weltberühmten, noch warmen Blätterteigschmankerl mit Puddingfüllung – die Pastéis de Belém (mit Zimt und Puderzucker bestreuen!).
Tag 8, 9 & 10: Die goldene Felsküste (Die Algarve)
  • Route: Lissabon ➔ Lagos / Albufeira (ca. 260 km / 2,5 Std.)
  • Das erlebst du:
    • Fahre über die Autobahn A2 nach Süden an die Algarve.
    • Erkunde die historische Seefahrerstadt Lagos und wandere entlang der Ponta da Piedade, einer der schönsten Felsformationen weltweit, wo goldgelbe Sandsteinklippen ins türkisfarbene Meer ragen.
    • Mach eine Bootstour zur berühmten Höhle von Benagil und genieße die letzten Tage an den windgeschützten Traumstränden der Südküste.

💶 Restaurant-Etikette & Trinkgeld-Tipps in Portugal
  1. Die „Couvert“-Falle: Sobald du dich an den Tisch setzt, bringt der Kellner ungefragt kleine Schälchen mit Brot, Oliven, Butter, Schinken oder Käse (Couvert). Achtung: Das ist kein Gruß aus der Küche! Alles, was du davon anrührst, wird pro Person einzeln auf der Rechnung abgerechnet. Wenn du es nicht möchtest, sag einfach freundlich „Não, obrigado“ (Nein, danke) und der Kellner nimmt es wieder mit.
  2. Das Trinkgeld (Gorjeta): In einfachen Cafés rundet man beim Espresso (Bica) einfach auf den nächsten Cent- oder Eurobetrag auf. In traditionellen Restaurants und Tascas sind 5 % bis 10 % Trinkgeld üblich, wenn der Service gut war. Auch hier gilt: Zahle den Rechnungsbetrag per Karte und lass das Trinkgeld in bar auf dem Tisch liegen.
  3. Essenszeiten: Portugiesen essen mittags zwischen 12:30 und 14:30 Uhr. Das Abendessen beginnt selten vor 20:00 Uhr, oft wird erst gegen 21:00 Uhr bestellt. Wer um 18:30 Uhr ein Restaurant sucht, steht oft vor verschlossenen Türen.

📋 Die wichtigsten portugiesischen Begriffe für die Speisekarte
PortugiesischAusspracheDeutsch / Erklärung
EntradasEntradasVorspeisen
Prato principalPratu prinßipalHauptgericht
SobremesaSobremesaDessert / Nachspeise
BacalhauBakalyauStockfisch (Das Nationalgericht, angeblich gibt es 365 Rezepte dafür).
Sardinhas assadasSardinyas aßadasFrisch gegrillte Sardinen (Der Klassiker im Sommer).
Frango Assado / Piri-PiriFrangu aßadu / Piri-PiriScharf gegrilltes Hähnchen (Besonders beliebt an der Algarve).
MariscoMarißkuMeeresfrüchte
Água com gás / sem gásAgwa kom gas / sen gasWasser mit / ohne Kohlensäure
Vinho VerdeVinyu Verde„Grüner Wein“ (Ein junger, leicht prickelnder, sehr erfrischender Weißwein).
A conta, por favor.A konta, pur faworDie Rechnung, bitte.
Obrigado / ObrigadaObrigadu / ObrigadaDanke! (Männer sagen Obrigado, Frauen sagen Obrigada).
Hier sind die wichtigsten portugiesischen Höflichkeitsfloskeln, mit denen du bei deiner Rundreise sofort die Herzen der Einheimischen gewinnst. Die Portugiesen gelten als ausgesprochen höflich und freuen sich über jeden Versuch, ihre Sprache zu sprechen.

 
👋 Begrüßung & Abschied
  • Bom dia! (Bon di-a) – Guten Morgen! / Guten Tag! (Nutzt man formell bis zur Mittagszeit).
  • Boa tarde! (Boa tahr-de) – Guten Nachmittag! / Guten Tag! (Nutzt man ab der Mittagszeit bis zum Einbruch der Dunkelheit).
  • Boa noite! (Boa noj-te) – Guten Abend! / Gute Nacht! (Nutzt man, sobald es dunkel ist und zum Schlafengehen).
  • Olá! (O-lah) – Hallo! (Die universelle, lockere Begrüßung für jede Tageszeit).
  • Adeus! (A-deusch) – Auf Wiedersehen! (Formeller Abschied).
  • Tchau! (Tschau) – Tschüss! (Lockerer Abschied unter Bekannten).

🕊️ Das große „Danke“-Fettnäpfchen: Obrigado vs. Obrigada
Im Portugiesischen hängt das Wort für „Danke“ vom eigenen Geschlecht ab, nicht von dem der Person, mit der man spricht:
  • Obrigado! (Obri-gah-du) – Danke! (Wenn du ein Mann bist).
  • Obrigada! (Obri-gah-da) – Danke! (Wenn du eine Frau bist).
  • Muito obrigado / obrigada! (Muintu obri-gah-du / -da) – Vielen Dank!

🤝 Höflichkeit im Alltag & Restaurant
  • Por favor (Pur fah-wor) – Bitte. (Wenn man um etwas bittet, z. B. „Uma cerveja, por favor“ – Ein Bier, bitte).
  • De nada! (De nah-da) – Bitte! / Gern geschehen! (Als Antwort auf ein Danke).
  • Com licença. (Kom li-ßên-ßa) – Entschuldigung / Gestatten Sie? (Extrem wichtig und höflich, wenn man im engen Restaurant oder im Bus an jemandem vorbeimöchte oder einen Raum betritt).
  • Desculpe. (Disch-kul-pe) – Entschuldigen Sie. (Wenn man jemanden unabsichtlich anrempelt oder die Aufmerksamkeit des Kellners möchte).
  • Prazer! (Prah-zer) – Angenehm! / Schön, Sie kennenzulernen.
  • Sim / Não (Sing / Nau) – Ja / Nein (Das „m“ und „o“ werden sehr nasal gesprochen).

☕ Kleiner Kaffee-Insider für die Bar
Wer in Portugal einfach nur einen „Kaffee“ (Café) bestellt, bekommt einen starken Espresso. Je nachdem, wo du dich im Land befindest, nutzt man dafür eine ganz eigene Höflichkeitsfloskel an der Theke:
  • In Lissabon bestellt man: „Uma Bica, por favor.“
  • In Porto bestellt man: „Um Café / Um Cimbalino, por favor.“

Hinweis: Alle Angaben unterliegen dem Wandel und wurden zum Stand Herbst 2026 recherchiert. Für aktuelle Einreise- und Sicherheitshinweise empfiehlt sich das Auswärtige Amt.
 
 
 
 
 
 
Allgemeine LänderinfosPortugal

Portugal – Allgemeine Informationen

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Vicentina Amado Beach

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25. Oktober 2026 0 comments
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Kenia

Afrika – Kenia

von Joe OnTour 3. September 2026
Erstellt von Joe OnTour

Afrika - Kenia Tauchen

Kenias Küste bei Malindi: Sansibars stille Schwester und ein Tauchparadies vor der Haustür

Es gibt Momente, in denen ein Reiseziel alle Erwartungen sprengt – und die Küste rund um Malindi im Norden Kenias ist so ein Ort. Während die meisten Kenia-Reisenden an Safaris, staubige Pisten und die Große Migration der Serengeti denken, wartet an der Küste des Indischen Ozeans ein völlig anderes Land: türkisfarbenes Wasser, jahrhundertealte Swahili-Kultur, Mangrovenwälder voller Vögel – und eines der artenreichsten, am besten geschützten Korallenriffe Ostafrikas, direkt vor der Haustür.

Ankunft an der Vasco-da-Gama-Küste

Der kleine Flughafen von Malindi liegt nur wenige Minuten vom Zentrum entfernt, und schon beim Landeanflug wird klar, warum diese Küste seit Jahrhunderten Seefahrer anzieht: Ein schmales, hellgrünes Riffband trennt das tiefblaue offene Meer von einer türkisen Lagune, dahinter ein Streifen Palmen, so weit das Auge reicht. Malindi selbst ist eine Stadt der Gegensätze – Fischerboote (Dhaus) mit ihren typischen Dreieckssegeln teilen sich den Horizont mit italienischen Beachclubs, denn Malindi gilt seit den 1980er-Jahren als beliebtes Ziel italienischer Urlauber und Auswanderer. Pizzerien, Gelaterien und italienische Sprachfetzen gehören hier ebenso zum Stadtbild wie Muezzin-Rufe und Suaheli-Marktgeschrei.

Wer die Altstadt erkundet, stößt schnell auf die berühmte Vasco-da-Gama-Säule, ein schlichtes Steinkreuz auf einer Landzunge südlich der Stadt. Der portugiesische Seefahrer errichtete es 1498 auf seiner Fahrt nach Indien – eines der ältesten europäischen Bauwerke an der ostafrikanischen Küste und ein stiller Zeuge dafür, wie früh Malindi bereits Teil des globalen Handelsnetzes zwischen Arabien, Indien und Afrika war. Jahrhunderte vor den ersten Europäern hatten hier bereits arabische und persische Händler Handelsposten errichtet; die Swahili-Kultur, die aus dieser Verschmelzung von Bantu-Bevölkerung, arabischen Händlern und später indischen und portugiesischen Einflüssen entstand, prägt bis heute Sprache, Architektur und Küche der gesamten Küste.

Zwischen Baobabs und Korallensteinhäusern

Ein Spaziergang durch die engen Gassen der Malindi-Altstadt fühlt sich an wie eine Zeitreise: schmale Korallenstein-Häuser mit kunstvoll geschnitzten Holztüren, kleine Moscheen, offene Werkstätten, in denen Handwerker Dhau-Modelle oder Kangas – die farbenfrohen Baumwolltücher der Küstenbevölkerung – herstellen. Nur wenige Kilometer außerhalb der Stadt liegen die Ruinen von Gedi, eine im 13. Jahrhundert gegründete Swahili-Handelsstadt, die im 17. Jahrhundert aus bis heute nicht vollständig geklärten Gründen aufgegeben wurde. Umschlungen von den Wurzeln riesiger Feigenbäume, bewohnt von scheuen Kolobus-Affen und seltenen Sokoke-Tauben, gehört ein Besuch der Ruinen von Gedi – heute Nationalmonument mitten im dichten Küstenwald – zu den eindrücklichsten Ausflügen der gesamten Region.

Watamu: 30 Kilometer, die den Unterschied machen

Wer wirklich für das Meer nach Malindi kommt, sollte sich die halbe Autostunde zum benachbarten Watamu nicht entgehen lassen. Diese kleine, deutlich ruhigere Ortschaft ist heute DER Tauch- und Schnorchel-Hotspot der kenianischen Küste – und das aus gutem Grund: Der 1968 gegründete Watamu Marine National Park zählt zu den ältesten Meeresschutzgebieten Afrikas und schützt auf rund 32 Quadratkilometern eines der gesündesten Korallenriff-Ökosysteme im gesamten Indischen Ozean. Über 600 Fischarten wurden hier bereits dokumentiert, dazu zahlreiche Meeresschildkröten-Nistplätze – die UNESCO hat die weiter gefasste Region um Watamu als Biosphärenreservat anerkannt.

Abtauchen ins Watamu-Riff

Ich erinnere mich noch genau an meinen ersten Tauchgang am „Canyon Reef“, einem der rund 16 offiziellen Tauchplätze im Marine Park, die in Tiefen zwischen fünf und 45 Metern liegen und damit sowohl Anfängern als auch erfahrenen Tauchern etwas bieten. Kaum unter Wasser, öffnet sich eine Welt aus Korallengärten, Senken und schmalen Kanälen, durch die sich das Sonnenlicht in tanzenden Mustern bricht. Riesige Weichkorallenfächer wiegen sich in der Strömung, dazwischen patrouillieren Schwärme von Husarenfischen, Doktorfischen und leuchtend blauen Fahnenbarschen.

Am Nachbar-Spot „South Dolphin“ – ein flach beginnendes Plateau, das in Richtung Südosten stufenweise auf 25 Meter abfällt – warteten dann die eigentlichen Stars des Tages: Muränen, die neugierig aus ihren Verstecken lugten, ein Trupp Papageifische beim geräuschvollen Abweiden der Korallenblöcke, und, mit etwas Geduld, die für die Region typische, hier vergleichsweise häufig gesichtete Drachenmuräne mit ihren auffälligen, fast schon comichaft anmutenden Nasenfortsätzen. Wer Glück hat, begegnet zudem Adlerrochen, die elegant über den sandigen Grund gleiten, oder – vor allem zwischen Oktober und März, wenn die Sicht mit oft über 20 Metern am besten ist – sogar Walhaien und Mantarochen, die durch die nährstoffreichen Strömungen vor der Küste angezogen werden.

Ein Tipp aus eigener Erfahrung: Die Monate Juli und August sollte man für Tauchgänge eher meiden, da in dieser Zeit stärkerer Regen und Flussabfluss das Wasser deutlich trüber machen. Zwischen Dezember und März dagegen ist das Meer oft glasklar, die Wassertemperatur bewegt sich angenehm zwischen 26 und 29 Grad – kaum ein Grund, überhaupt einen Neoprenanzug mit Ärmeln zu tragen.

Wenn Delfine und Wale den Horizont teilen

Nicht nur unter Wasser lohnt sich der Blick aufs Meer. Vor Watamu und Malindi tummeln sich das ganze Jahr über Buckeldelfine und Große Tümmler, die sich häufig neugierig Booten nähern und mit etwas Glück sogar neben dem Rumpf mitschwimmen. Besonders eindrücklich wird es zwischen Juli und September, wenn Buckelwale auf ihrer Wanderung entlang der ostafrikanischen Küste hier Station machen – von einem Boot aus lassen sich ihre imposanten Fontänen und gelegentlichen Breaches beobachten, ein Naturschauspiel, das selbst erfahrene Taucher jedes Mal aufs Neue verstummen lässt.

Mida Creek: Stille zwischen den Mangroven

Wer nach so viel Meer eine ruhigere Seite der Küste sucht, findet sie im Mida Creek, einer weitläufigen Gezeitenlagune südlich von Watamu, gesäumt von einem der ausgedehntesten Mangrovenwälder Kenias. Ein hölzerner Steg führt tief hinein in das Labyrinth aus Wurzeln und schlammigen Wattflächen – ideal, um bei Sonnenuntergang Fischadler, Reiher und die charakteristischen, klappernden Rufe der Mangroven-Kingfisher zu beobachten, während das Licht das Wasser in Orange- und Rosatöne taucht. Eine geführte Bootstour durch die Kanäle, angeboten von lokalen Gemeindekooperativen, ist nicht nur ruhiger Kontrastpunkt zum trubeligen Tauchalltag, sondern unterstützt zugleich direkt die Erhaltung dieses fragilen Ökosystems, das als Kinderstube für einen Großteil der Fischpopulation des Riffs dient.

Kulinarisches zwischen Suaheli-Küche und Dolce Vita

Der italienische Einfluss macht sich auch beim Essen bemerkbar: Frische Pasta und hervorragende Pizza aus dem Steinofen stehen in Malindi selbstverständlich neben klassischer Suaheli-Küche auf der Karte. Unbedingt probieren sollte man Samaki wa Kupaka – in Kokosmilch und Gewürzen gegarten Fisch, meist mit Chapati oder Reis serviert – sowie frisch gegrillte Riesengarnelen direkt vom Boot. An den Straßenständen der Altstadt duftet es abends nach Mahamri, leicht süßem, in Kokosöl frittiertem Gebäck, das traditionell zum Frühstück oder als Nachmittagssnack mit süßem Chai serviert wird. Wer die Gastfreundschaft der Küstenbevölkerung erleben möchte, lässt sich Zeit: Ein Teller wird hier selten allein gegessen, und eine Einladung an den gemeinsamen Tisch ist keine Seltenheit.

Ein Küstenabschnitt, der noch nicht überlaufen ist

Was Malindi und Watamu im Vergleich zu bekannteren Tauchzielen wie den Malediven oder dem Roten Meer besonders macht, ist genau das: Trotz der offensichtlichen Schönheit des Riffs ist die Region touristisch bei Weitem nicht so überlaufen. Die Tauchbasen sind meist klein und familiär geführt, viele davon in Kooperation mit lokalen Meeresschutzprojekten, die sich unter anderem dem Schutz bedrohter Meeresschildkröten-Nistplätze widmen – ein Engagement, das man als Gast durch die Wahl des richtigen Anbieters aktiv unterstützen kann.

Am letzten Abend meiner Reise saß ich am Strand von Watamu, die Füße im noch warmen Sand, und beobachtete, wie die Fischerboote mit ihren Öllampen langsam zurück zum Ufer glitten, während sich der Himmel über dem Indischen Ozean in ein tiefes Orange färbte. In diesem Moment wurde mir klar: Kenia ist weit mehr als Safari und Savanne. Wer bereit ist, den Weg an die Küste zu finden, wird mit einer der eindrucksvollsten Unterwasserwelten Ostafrikas belohnt – und mit einer Gastfreundschaft, die noch lange nach der Rückkehr nachwirkt.


Reise-Infos auf einen Blick

Beste Reisezeit für Tauchen: Oktober bis März (klarste Sicht, ruhige See); Juli/August eher meiden (trübes Wasser durch Regenabfluss). Buckelwale am ehesten Juli bis September, Delfine ganzjährig.

Anreise: Direktflüge nach Malindi oder Mombasa (von dort ca. 2 Std. Fahrzeit nach Watamu), teils auch über Nairobi mit Weiterflug.

Tauchen: Zahlreiche PADI-zertifizierte Tauchbasen in Watamu und Malindi, Kurse für Einsteiger ebenso wie geführte Tauchgänge für Fortgeschrittene im Marine Park (Eintrittsgebühr für den Nationalpark fällt zusätzlich an).

Nicht verpassen: Ruinen von Gedi, Vasco-da-Gama-Säule, Bootstour durch Mida Creek, Sonnenuntergang am Watamu Beach.

Hinweis: Aktuelle Einreisebestimmungen (Kenia verlangt eine elektronische Einreisegenehmigung, das sogenannte Kenya Electronic Travel Authorization/eTA) sowie Gesundheits- und Sicherheitshinweise sollten vor Reiseantritt beim Auswärtigen Amt sowie auf der offiziellen kenianischen Einwanderungsseite geprüft werden.

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FotoGalerie aus 1981

Die Bilder in der FotoGalerie sind aus unserer Reise aus dem Jahr 1981, also etwas für Nostalgiker.

Bilder Afrika Kenia Tauchen

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Fragen zum Reiseziel Kenia?

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3. September 2026 0 comments
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Allgemeine LänderinfosRussland

Russland – Allgemeine Informationen

von Joe OnTour 30. August 2026
Erstellt von Joe OnTour

Russland und St. Petersburg: Allgemeine Informationen für Reisende

Russland im Überblick

Russland ist mit rund 17,1 Millionen Quadratkilometern das flächenmäßig größte Land der Erde – es erstreckt sich über elf Zeitzonen, von der Ostsee im Westen bis zur Beringstraße im äußersten Osten, wo es nur wenige Kilometer von Alaska entfernt liegt. Trotz dieser gewaltigen Ausdehnung lebt der Großteil der etwa 144 Millionen Einwohner im europäischen Teil des Landes, westlich des Urals. Die Hauptstadt Moskau ist mit über 13 Millionen Einwohnern das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum, während St. Petersburg mit rund 5,4 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt und das historische „Tor nach Europa“ darstellt.

Amtssprache ist Russisch, eine ostslawische Sprache, die mit dem kyrillischen Alphabet geschrieben wird. In den großen Städten und touristischen Zentren sprechen viele jüngere Menschen sowie Angestellte in Hotels und Restaurants zumindest rudimentär Englisch, im ländlichen Raum und abseits der Touristenpfade ist dies jedoch deutlich seltener der Fall. Es empfiehlt sich, zumindest ein paar grundlegende russische Wörter und die kyrillischen Buchstaben zu kennen, da Straßenschilder, Speisekarten und Metrostationen meist ausschließlich auf Kyrillisch beschriftet sind.

Die Landeswährung ist der Russische Rubel (RUB). Internationale Zahlungskarten westlicher Anbieter wie Visa oder Mastercard funktionieren in Russland seit einigen Jahren aufgrund internationaler Sanktionen nicht zuverlässig beziehungsweise gar nicht. Reisende sollten sich daher grundsätzlich mit ausreichend Bargeld in Euro oder US-Dollar eindecken und dieses vor Ort umtauschen, da eine Versorgung mit Bargeld über ausländische Karten und Geldautomaten in der Regel nicht möglich ist. Auch Reiseschecks werden nicht akzeptiert.

Politisches System und Verwaltung

Russland ist verfassungsrechtlich eine föderale, semipräsidentielle Republik, gegliedert in eine Vielzahl von Föderationssubjekten – Republiken, Gebiete (Oblaste), autonome Kreise sowie die beiden Föderationsstädte Moskau und St. Petersburg, die einen eigenen, den Regionen gleichgestellten Verwaltungsstatus besitzen. An der Spitze des Staates steht der Präsident, dem weitreichende Machtbefugnisse zukommen; die Regierung wird vom Ministerpräsidenten geführt. Für Reisende ist vor allem relevant, dass staatliche Institutionen in Russland deutlich präsenter und einflussreicher im Alltag auftreten, als man dies aus vielen westeuropäischen Ländern gewohnt ist – etwa bei Registrierungspflichten für Ausländer, die sich länger als sieben Werktage im Land aufhalten, oder bei der Kontrolle von Ausweisdokumenten.

Bevölkerung, Religion und Kultur

Russland ist ein multiethnischer Staat mit über 190 anerkannten Volksgruppen, wobei ethnische Russen mit rund 80 Prozent die deutliche Mehrheit stellen. Die vorherrschende Religion ist das russisch-orthodoxe Christentum, das nach den Jahrzehnten staatlich verordneter Religionslosigkeit in der Sowjetzeit seit den 1990er-Jahren eine bemerkenswerte Wiederbelebung erfahren hat. Zahlreiche Kirchen und Klöster wurden in den vergangenen dreißig Jahren restauriert oder originalgetreu wiederaufgebaut. Daneben leben in Russland bedeutende muslimische, buddhistische und jüdische Gemeinschaften, vor allem in bestimmten Regionen wie dem Nordkaukasus, Tatarstan oder Burjatien.

Kulturell hat Russland der Welt einige der bedeutendsten Beiträge in Literatur, Musik, Ballett und bildender Kunst geschenkt. Namen wie Puschkin, Tolstoi, Dostojewski, Tschaikowski, Rachmaninow oder Kandinsky prägen bis heute das internationale Bild der russischen Kultur. St. Petersburg selbst war und ist ein Zentrum dieses kulturellen Schaffens: Hier wirkten Dostojewski und Puschkin, hier hat das weltberühmte Mariinski-Theater seinen Sitz, eine der bedeutendsten Opern- und Ballettbühnen der Welt, und hier gründete sich im 18. Jahrhundert die Russische Akademie der Künste.

Wirtschaft und Alltag

Russland verfügt über bedeutende Rohstoffvorkommen, insbesondere Erdöl, Erdgas und Metalle, die traditionell einen wesentlichen Teil der Staatseinnahmen ausmachen. Internationale Sanktionen infolge des Kriegs gegen die Ukraine haben seit 2022 tiefgreifende Auswirkungen auf Wirtschaft, Handel, Bankwesen und internationale Reiseverbindungen, die auch für Besucher aus dem Ausland unmittelbar spürbar sind – etwa bei der Nutzung von Zahlungskarten, bei Flugverbindungen oder beim Zugang zu bestimmten internationalen Dienstleistungen und Plattformen. Für den Alltag in St. Petersburg bedeutet dies, dass Reisende sich vorab gründlich informieren und entsprechend planen sollten, insbesondere in Bezug auf Bargeldversorgung und Kommunikation.

Geschichte in Kürze

Die Geschichte Russlands reicht von den mittelalterlichen Fürstentümern der Kiewer Rus über das Zarenreich, das im 18. Jahrhundert unter Peter dem Großen zur europäischen Großmacht aufstieg, bis zur Oktoberrevolution 1917, die das Land in die Sowjetunion verwandelte. Nach dem Zerfall der UdSSR 1991 entstand die heutige Russische Föderation. Diese wechselvolle Geschichte prägt bis heute das Stadtbild vieler russischer Metropolen: prunkvolle Zarenpaläste stehen neben monumentalen sowjetischen Bauten und modernen Hochhäusern – ein architektonischer Spiegel der politischen Umbrüche der letzten drei Jahrhunderte.

Klima und beste Reisezeit

Russland ist klimatisch enorm vielfältig, doch für den europäischen Teil des Landes, zu dem auch Moskau und St. Petersburg gehören, gilt grundsätzlich ein gemäßigt-kontinentales Klima mit kalten, oft strengen Wintern und warmen, manchmal schwülen Sommern. In St. Petersburg, das an der Ostsee liegt, mildert die Nähe zum Meer die Temperaturen etwas ab, gleichzeitig sorgt die feuchte Meeresluft für häufigen Nebel, Wind und Niederschlag – die Stadt gilt als eine der regenreichsten Großstädte Europas.

Die beliebteste Reisezeit für St. Petersburg liegt zwischen Mai und September. Besonders die Monate Juni und Juli sind wegen des Phänomens der „weißen Nächte“ gefragt, wenn die Sonne aufgrund der nördlichen Lage der Stadt nie vollständig untergeht und die Dämmerung bis in die frühen Morgenstunden anhält. In dieser Zeit ist allerdings auch mit deutlich höheren Preisen für Unterkünfte und mit vollen Sehenswürdigkeiten zu rechnen. Der Winter dagegen zeigt St. Petersburg von einer ganz anderen, stilleren Seite: verschneite Palastfassaden, zugefrorene Kanäle und kurze, aber stimmungsvolle Tageslichtstunden – allerdings bei Temperaturen, die häufig deutlich unter den Gefrierpunkt fallen.

St. Petersburg: Geschichte und Bedeutung

St. Petersburg wurde 1703 von Zar Peter dem Großen an der Mündung der Newa in die Ostsee gegründet, mit dem erklärten Ziel, ein „Fenster nach Europa“ zu schaffen. Über 200 Jahre lang, bis 1918, war die Stadt die Hauptstadt des Russischen Reiches und Sitz der Zarenfamilie. In dieser Zeit entstanden die meisten der prachtvollen Bauwerke, die das Stadtbild bis heute prägen: der Winterpalast, die Peter-und-Paul-Festung, unzählige Kirchen, Adelspaläste und die weitläufigen Kanalanlagen, die der Stadt den Beinamen „Venedig des Nordens“ eingebracht haben.

Im 20. Jahrhundert erlebte die Stadt, die zwischenzeitlich in Petrograd und später in Leningrad umbenannt wurde, dramatische Ereignisse: die Oktoberrevolution 1917 nahm hier ihren Ausgang, und im Zweiten Weltkrieg überstand die Stadt eine fast 900 Tage andauernde Belagerung durch deutsche Truppen, die mehr als eine Million Menschenleben forderte. Seit 1991 trägt die Stadt wieder ihren ursprünglichen Namen St. Petersburg und ist heute UNESCO-Weltkulturerbe mit einer der dichtesten Ansammlungen historischer Bauwerke weltweit.

Sehenswürdigkeiten im Überblick

Zu den bekanntesten Attraktionen zählen die Eremitage im Winterpalast mit einer der größten Kunstsammlungen der Welt, der weitläufige Palastplatz mit der Alexandersäule, die Erlöserkirche auf dem verklärten Blut mit ihren charakteristischen bunten Zwiebeltürmen sowie die Peter-und-Paul-Festung auf der Hasen-Insel. Außerhalb der Stadt locken die ehemaligen Sommerresidenzen der Zaren: Peterhof mit seinen berühmten Springbrunnenkaskaden am Finnischen Meerbusen und Zarskoje Selo mit dem Katharinenpalast und dem rekonstruierten Bernsteinzimmer. Der Newski-Prospekt, die zentrale Prachtstraße der Stadt, verbindet viele dieser Sehenswürdigkeiten und ist zugleich das Zentrum für Geschäfte, Cafés und Nachtleben.

Daneben lohnen sich Besuche der Isaakskathedrale mit ihrer vergoldeten Kuppel, von der aus sich ein Panoramablick über die gesamte Innenstadt bietet, sowie des Russischen Museums, das die weltweit größte Sammlung russischer Kunst beherbergt und damit eine gute Ergänzung zur internationalen Ausrichtung der Eremitage darstellt. Wer sich für maritime Geschichte interessiert, findet im Kreuzer „Aurora“, der am Newa-Ufer vor Anker liegt und einst mit einem Schuss das Signal zum Sturm auf den Winterpalast gab, ein weiteres bedeutendes historisches Wahrzeichen. Auch die Kunstkamera, Russlands ältestes Museum, mit ihrer kuriosen naturkundlichen Sammlung aus der Zeit Peters des Großen, zieht regelmäßig Besucher an.

Kunst, Musik und Nachtleben

St. Petersburg gilt seit jeher als kulturelles Herz Russlands. Neben dem Mariinski-Theater mit seinem weltberühmten Ballett- und Opernensemble gibt es zahlreiche weitere Bühnen, Konzertsäle und Galerien, die das ganze Jahr über ein dichtes Kulturprogramm bieten. Besonders im Sommer, während der weißen Nächte, verwandelt sich die Stadt zusätzlich in eine Bühne unter freiem Himmel: Straßenmusiker, Freiluftkonzerte und die traditionellen „Scharlachrote Segel“-Feierlichkeiten zum Ende des Schuljahres, bei denen ein mit roten Segeln geschmücktes Schiff die Newa entlangfährt, ziehen Zehntausende Zuschauer an die Ufer.

Feiertage und Veranstaltungen

Wichtige Feiertage, die den Alltag und die Öffnungszeiten in St. Petersburg beeinflussen können, sind unter anderem das orthodoxe Weihnachtsfest am 7. Januar, der Internationale Frauentag am 8. März, der Tag des Sieges am 9. Mai zur Erinnerung an das Ende des Zweiten Weltkriegs sowie der Russlandtag am 12. Juni. An diesen Tagen sind viele Geschäfte, Ämter und teilweise auch Museen geschlossen oder verkürzt geöffnet, während an anderen Orten größere Feierlichkeiten und Militärparaden stattfinden.

Einreise und Visum

Für deutsche, österreichische und Schweizer Staatsangehörige besteht grundsätzlich Visumpflicht für die Einreise nach Russland – eine visumfreie touristische Einreise gibt es für diese Staatsangehörigkeiten nicht. Für die meisten touristischen Aufenthalte bis 30 Tage kann ein elektronisches Visum (E-Visum) beantragt werden, das seit August 2025 einen Aufenthalt von bis zu 30 Tagen bei einmaliger Einreise ermöglicht und vollständig online beantragt wird, ohne dass eine Einladung eines Reiseveranstalters notwendig ist. Für längere Aufenthalte oder andere Reisezwecke – etwa Studium, Arbeit oder Familienbesuche – ist weiterhin ein reguläres Visum über ein Konsulat oder Visazentrum erforderlich, wofür in der Regel ein Einladungsschreiben (Voucher) eines lizenzierten russischen Reiseveranstalters vorgelegt werden muss.

Da sich Visabestimmungen kurzfristig ändern können, sollten Reisende ihre individuellen Voraussetzungen stets aktuell bei der zuständigen russischen Auslandsvertretung oder einem autorisierten Visadienstleister prüfen, bevor sie eine Reise planen oder buchen.

Aktuelle Sicherheitslage – ein wichtiger Hinweis

An dieser Stelle ist ein deutlicher Hinweis notwendig, der bei jeder Reiseplanung nach Russland berücksichtigt werden sollte: Das deutsche Auswärtige Amt hat seine Reisewarnung für Russland im Sommer 2026 auf das gesamte Staatsgebiet ausgeweitet – zuvor betraf sie vor allem die unmittelbar an die Ukraine angrenzenden Regionen. Grund sind die zunehmenden ukrainischen Drohnenangriffe, die inzwischen auch Moskau, St. Petersburg und andere Regionen im Landesinneren erreichen; nach Angaben des Ministeriums besteht landesweit eine erhebliche Gefährdung durch Drohnen und Trümmerteile abgeschossener Fluggeräte. Zusätzlich warnt das Auswärtige Amt vor dem Risiko willkürlicher Festnahmen durch russische Behörden, insbesondere da die Presse- und Medienfreiheit in Russland durch neue Zensurgesetze stark eingeschränkt ist und Verhaftungen und Verurteilungen jederzeit erfolgen können, auch aufgrund konstruierter Vorwände, die als politisches Druckmittel dienen können. Besonders hingewiesen wird auf die besonderen Risiken eines Russlandaufenthalts für Doppelstaatsangehörige.

Auch das österreichische Außenministerium stuft die Sicherheitslage ähnlich ein: Für die an die Ukraine angrenzenden Verwaltungsgebiete gilt die höchste Sicherheitsstufe, für die übrigen Regionen des Landes ein hohes Sicherheitsrisiko der Stufe 3 von 4, wobei es auch in Moskau und anderen russischen Städten immer wieder zu nächtlichen Drohnenangriffen sowie damit verbundenen Interneteinschränkungen und Beeinträchtigungen der Mobilität, insbesondere des Flugverkehrs, kommt. Von touristischen Reisen nach Russland wird derzeit ausdrücklich abgeraten.

Hinzu kommen praktische Einschränkungen im Alltag: internationale Kreditkarten funktionieren in Russland weiterhin nicht zuverlässig, weshalb Reisende ausreichend Bargeld einplanen müssen, und auch medizinische Notfälle können durch eingeschränkten Flugverkehr erschwert werden. Wer dennoch eine Reise nach Russland in Erwägung zieht, sollte die Lage bis kurz vor Reiseantritt engmaschig verfolgen, sich in Krisenvorsorgelisten der jeweiligen Botschaft registrieren, eine belastbare Auslandskrankenversicherung mit Rückholklausel abschließen und die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes beziehungsweise des österreichischen oder schweizerischen Außenministeriums konsequent beachten, da sich die Lage kurzfristig weiterentwickeln kann.

Anreise

St. Petersburg verfügt mit dem Flughafen Pulkowo über einen internationalen Airport, der jedoch aufgrund westlicher Sanktionen und der aktuellen Sicherheitslage nicht mehr von den meisten europäischen Fluggesellschaften direkt angeflogen wird. Direktflüge aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind derzeit in der Regel nicht verfügbar; eine Anreise ist meist nur mit Umsteigeverbindungen über Drittstaaten möglich. Auch der Luftraum über Teilen Russlands unterliegt zeitweisen Einschränkungen. Alternative Anreisewege über Landgrenzen, etwa über die baltischen Staaten oder Finnland, sind ebenfalls durch verschärfte Grenzregelungen und eingeschränkte Verkehrsverbindungen erschwert. Vor jeder Buchung sollte daher die aktuelle Verfügbarkeit realistischer Reiserouten sorgfältig geprüft werden.

Innerhalb der Stadt unterwegs

St. Petersburg besitzt ein gut ausgebautes U-Bahn-Netz (Metro), das zu den tiefsten der Welt zählt – manche Stationen liegen über 80 Meter unter der Erde, bedingt durch den sumpfigen Untergrund der Stadt. Viele Metrostationen sind selbst architektonische Sehenswürdigkeiten mit aufwendigen Mosaiken, Marmorverkleidungen und Kronleuchtern. Daneben verkehren Busse, Straßenbahnen und Trolleybusse, die ein dichtes, aber für Ortsunkundige mitunter unübersichtliches Netz bilden, da Fahrpläne und Haltestellenbeschilderungen überwiegend nur auf Kyrillisch verfügbar sind.

Für Fahrten abseits des öffentlichen Nahverkehrs werden in Russland meist lokale Taxi- und Fahrdienst-Apps genutzt, da westliche Anbieter wie Uber in der bekannten Form nicht verfügbar sind. Eine offizielle Registrierung im Voraus über eine russische Telefonnummer ist für die Nutzung dieser Dienste in der Regel erforderlich, was für kurzfristig Reisende eine zusätzliche Hürde darstellen kann. Klassische Straßentaxis ohne App-Vermittlung sollten aus Sicherheitsgründen möglichst gemieden werden.

Für Touristen empfiehlt sich zudem die Fortbewegung zu Fuß entlang der Kanäle sowie mit Booten auf den zahlreichen Wasserwegen, die im Sommer eine attraktive Alternative zum Straßenverkehr darstellen. Die historische Innenstadt ist kompakt genug, um viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß zu erreichen.

Übernachten und Kulinarik

Das Angebot an Unterkünften reicht von einfachen Hostels über Mittelklassehotels bis zu historischen Luxushotels in ehemaligen Adelspalästen. In den zentralen Stadtteilen rund um den Newski-Prospekt und die Eremitage liegen die meisten touristisch relevanten Unterkünfte in fußläufiger Entfernung zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.

Die russische Küche ist geprägt von deftigen, oft sättigenden Gerichten: Borschtsch (Rote-Bete-Suppe), Pelmeni (gefüllte Teigtaschen), Blini (dünne Pfannkuchen) sowie eine ausgeprägte Fisch- und Kaviarkultur aufgrund der Nähe zur Ostsee. Wodka gehört traditionell zur Trinkkultur dazu und wird meist eiskalt in kleinen Gläsern serviert.

Praktische Hinweise

Zeitzone: St. Petersburg liegt in der Zeitzone MSK (Moskauer Zeit), die das ganze Jahr über zwei Stunden vor der mitteleuropäischen Zeit (MEZ) beziehungsweise eine Stunde vor der mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) liegt.

Stromnetz: Die Netzspannung beträgt 220 Volt, es kommen die europäischen Steckertypen C und F zum Einsatz, sodass in der Regel kein Adapter benötigt wird.

Kommunikation: Aufgrund unzuverlässiger internationaler Roaming-Verbindungen empfiehlt sich vor der Einreise entweder der Abschluss eines Roaming-Vertrags mit dem heimischen Mobilfunkanbieter oder der Erwerb einer Travel-eSIM. Internetzugänge und bestimmte westliche Kommunikationsdienste können in Russland eingeschränkt oder blockiert sein.

Reiseversicherung: Eine gültige Auslandskrankenversicherung ist bei der Einreise oft zwingend erforderlich und sollte in jedem Fall abgeschlossen werden, idealerweise mit einer Klausel für den Rücktransport im Notfall.

Trinkgeld: In Restaurants und Cafés ist es üblich, etwa 10 Prozent der Rechnungssumme als Trinkgeld zu geben, sofern dieses nicht bereits als Servicegebühr ausgewiesen ist. Auch bei Taxifahrten und Stadtführungen wird ein kleines Trinkgeld gerne gesehen, ist jedoch nicht zwingend erwartet.

Trinkwasser: Leitungswasser sollte in St. Petersburg nicht ohne Weiteres getrunken werden; abgefülltes Wasser ist überall günstig erhältlich und empfiehlt sich sowohl zum Trinken als auch zum Zähneputzen für empfindliche Mägen.

Kleidung: Beim Besuch orthodoxer Kirchen und Klöster wird von Frauen erwartet, die Schultern und, in vielen Fällen, den Kopf zu bedecken; Männer sollten keine kurzen Hosen tragen. In den Sommermonaten ist trotz milder Temperaturen aufgrund von Wind und häufigem Regen eine wetterfeste Jacke empfehlenswert, im Winter ist warme, mehrschichtige Kleidung mit rutschfestem Schuhwerk unerlässlich.

Notrufnummern: Die einheitliche Notrufnummer für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst lautet 112 und ist auch für ausländische Mobiltelefone erreichbar. Es empfiehlt sich, vor Reiseantritt zusätzlich die Kontaktdaten der zuständigen Botschaft oder des Konsulats des eigenen Landes in St. Petersburg oder Moskau zu notieren.

Rechtliche Besonderheiten: Reisende sollten sich bewusst sein, dass bestimmte Gesetze in Russland – etwa im Bereich von Meinungsäußerung, Fotografie militärischer oder sicherheitsrelevanter Einrichtungen sowie im Umgang mit als „ausländische Agenten“ eingestuften Organisationen – deutlich strenger ausgelegt werden können als in westeuropäischen Ländern. Vorsicht und Zurückhaltung bei politischen Themen sowie beim Fotografieren sensibler Objekte sind dringend anzuraten.

Fazit

St. Petersburg zählt architektonisch und kulturell zweifellos zu den eindrucksvollsten Städten Europas – ein Ort, an dem sich imperiale Geschichte, europäischer Städtebau und russische Identität auf einzigartige Weise verbinden. Gleichzeitig hat sich die Ausgangslage für Reisende in den vergangenen Jahren durch internationale Sanktionen, eingeschränkte Flugverbindungen, praktische Einschränkungen im Zahlungsverkehr und vor allem durch die im Jahr 2026 auf das gesamte Land ausgeweitete Reisewarnung erheblich verändert. Wer eine Reise nach St. Petersburg plant, sollte diese Rahmenbedingungen sehr ernst nehmen, sich unmittelbar vor Reiseantritt bei den offiziellen Stellen des Auswärtigen Amtes beziehungsweise der zuständigen nationalen Außenministerien informieren und die eigene Reiseentscheidung sorgfältig und verantwortungsvoll abwägen.


 
⚠️ Russland – Wichtige Insidertipps für Rundreisende
 
Ein Roadtrip durch Russland ist ein faszinierendes Abenteuer durch unendliche Weiten, erfordert jedoch aufgrund bürokratischer Hürden, der kyrillischen Schrift und spezifischer Straßenverhältnisse eine sehr gründliche Vorbereitung.
 
🛂 Visum, Registrierung und die kyrillische Schrift
  • Das E-Visum und die Registrierung: Für die Einreise benötigen die meisten europäischen Staatsbürger ein Visum (für viele Regionen reicht das elektronische E-Visum). Wichtig: Nach der Ankunft musst du dich innerhalb von 7 Werktagen offiziell registrieren lassen. Wenn du in Hotels übernachtest, übernimmt das Hotel diesen bürokratischen Schritt automatisch für dich. Hebe den Registrierungsbeleg (Uvedomlenie) bis zur Ausreise penibel auf.
  • Die kyrillische Schrift: Außerhalb der absoluten Zentren von Moskau und St. Petersburg sind Straßenschilder und Wegweiser ausschließlich in kyrillischer Schrift verfasst. Es ist für eine Rundreise unerlässlich, sich vorab mit dem kyrillischen Alphabet vertraut zu machen oder eine Navigations-App zu nutzen, die Offline-Karten und lateinische Transkriptionen unterstützt (sehr beliebt und präzise vor Ort ist Yandex Maps).
🚗 Straßenverhältnisse, Korruption und die Dashcam
  • Die Straßenkategorien: Die Hauptverbindungsstraßen zwischen den Großstädten (die sogenannten Föderalstraßen, z. B. die M11 zwischen Moskau und St. Petersburg) sind modern, mehrspurig und teilweise mautpflichtig. Sobald du diese Hauptrouten jedoch verlässt, können dich tiefe Schlaglöcher, unbefestigte Schotterpisten und Spurrinnen erwarten. Ein Fahrzeug mit höherer Bodenfreiheit (SUV) ist für einen Roadtrip absolut empfehlenswert.
  • Verkehrskontrollen (GIBDD): Polizeikontrollen am Straßenrand sind in Russland sehr häufig. Führe immer deinen internationalen Führerschein, die Fahrzeugpapiere und den Versicherungsnachweis mit dir.
  • Der Dashcam-Tipp: In Russland hat fast jedes Auto eine kleine Kamera (Dashcam) hinter der Windschutzscheibe installiert. Dies dient als rechtlicher Schutz bei Unfällen oder um unberechtigte Geldforderungen bei Polizeikontrollen sofort zu entkräften. Für Rundreisende ist die Nutzung einer Dashcam ein dringender Sicherheits- und Versicherungstipp.

 
🗺️ Der perfekte 10-Tages-Roadtrip:
 
Der Goldene Ring & die Metropolen
Diese optimierte Route verbindet die zwei prachtvollsten Metropolen Russlands mit dem geschichtsträchtigen Goldenen Ring – einer Kette historischer altrussischer Städte nordöstlich von Moskau, die als Wiege der russischen Kultur gelten.
  • Gesamtstrecke: ca. 920 km
  • Start: St. Petersburg
  • Ziel: Moskau

Tag 1 & 2: Das Venedig des Nordens (St. Petersburg)
  • Das erlebst du: Erkunde die Prachtstraße Newski-Prospekt, besichtige die gigantische Eremitage (eines der größten Kunstmuseen der Welt) und die farbenfrohe Auferstehungskirche. Unternimm eine Bootsfahrt auf den Kanälen der Newa. (Nutze hier die exzellente Metro, das Auto brauchst du erst ab Tag 3).
Tag 3: Die alte Wiege Russlands (Weliki Nowgorod)
  • Route: St. Petersburg ➔ Weliki Nowgorod (ca. 190 km / 2,5 Std.)
  • Das erlebst du: Fahre nach Süden in eine der ältesten Städte Russlands. Besichtige den historischen Nowgoroder Kreml und die Sophienkathedrale aus dem 11. Jahrhundert.
  • Kulinarischer Tipp: Koste in Nowgorod traditionellen russischen Lebkuchen (Prjanik) zum Tee.
Tag 4 & 5: Der Goldene Ring – Klöster & Zwiebeltürme (Jaroslawl)
  • Route: Weliki Nowgorod ➔ Jaroslawl (ca. 480 km / 6 Std. – längere Etappe, landschaftlich reizvoll)
  • Das erlebst du: Jaroslawl (UNESCO-Weltkulturerbe) liegt direkt an der Wolga. Bestaune die unzähligen, leuchtend grünen und goldenen Zwiebeltürme der Prophet-Elias-Kirche und schlendere entlang der wunderschönen Wolga-Promenade.
Tag 6 & 7: Das weiße Märchen (Suasdal & Wladimir)
  • Route: Jaroslawl ➔ Suasdal ➔ Wladimir (ca. 210 km / 3 Std.)
  • Das erlebst du: Suasdal wirkt wie ein riesiges Freilichtmuseum – hier gibt es kaum moderne Gebäude, dafür Hunderte alte Holzhäuser, Klöster und Kirchen. Fahre am siebten Tag weiter nach Wladimir und besichtige das berühmte Goldene Tor und die Mariä-Entschlafens-Kathedrale.
Tag 8, 9 & 10: Das mächtige Herz Russlands (Moskau)
  • Route: Wladimir ➔ Moskau (ca. 180 km / 3 Std.)
  • Das erlebst du: Gib dein Auto bei der Ankunft ab (der Moskauer Verkehr ist extrem dicht und chaotisch).
  • Tag 8 & 9: Besuche den Roten Platz, die weltberühmte Basilius-Kathedrale mit ihren bunten Mustern und den Moskauer Kreml. Unternimm eine Fahrt mit der Metro – die historischen Stationen wirken wie unterirdische Paläste (Paläste fürs Volk).
  • Tag 10: Schlendere über die historische Künstlerstraße Arbat und genieße den Blick über die Stadt von den Sperlingsbergen (Worobjowy Gory).

 
💶 Geld, Restaurant-Etikette & Trinkgeld-Tipps
  1. Bargeldlose Vorreiter und Sanktionen: Russland ist technologisch extrem weit entwickelt; in den Städten wird fast alles per Smartphone oder Karte bezahlt. Wichtig für internationale Touristen: Aufgrund der internationalen Sanktionen funktionieren europäische Visa- und Mastercards in Russland aktuell nicht. Du musst entweder genügend Euro-/Dollar-Bargeld mitführen und vor Ort in Rubel umtauschen, oder dir direkt nach der Ankunft eine lokale russische Bankkarte (Mir-Karte) ausstellen lassen.
  2. Die Garderoben-Pflicht: Wenn du in Russland ein gehobeneres Restaurant, ein Theater oder Museum betrittst, ist es eine eiserne Pflicht, Jacken, Mäntel und große Taschen an der kostenlosen Garderobe (Garderob) im Eingangsbereich abzugeben. Mit dicker Winterjacke im Speisesaal zu sitzen, gilt als grober Verstoß gegen die Etikette.
  3. Das Trinkgeld (Tschajewyje): Trinkgeld ist in Russland absolut üblich und macht einen Großteil des Kellnergehalts aus. Angemessen sind 10 % des Rechnungsbetrages. Da ausländische Karten oft nicht funktionieren, solltest du das Trinkgeld immer in bar (Rubel-Scheine) in die Mappe legen, in der die Rechnung gebracht wird.
  4. Der Toast beim Trinken: Wenn Wodka oder Wein bestellt wird, trinkt man in Russland niemals einfach so zwischendurch. Jedes Glas wird durch einen gemeinsamen, oft ausführlichen Toast eingeleitet. Der Gastgeber beginnt, danach wandert die Reihe herum. Das Glas wird traditionell in einem Zug geleert (Do dna – Bis zum Boden).

 
📋 Übersicht: Die russische Speisekarte (Меню)
 
Da viele Speisekarten nur auf Russisch vorliegen, hilft diese Tabelle bei der Orientierung. Die russische Küche ist berühmt für ihre Suppen, Teigtaschen und herzhaften Schmand-Gerichte.
RussischTranskriptionDeutsch / Erklärung
ЗакускиSakuskiVorspeisen / Häppchen (Traditionell saure Gurken, Hering oder Speck zum Wodka).
СупыSupySuppen (Die wichtigste Kategorie der russischen Küche).
ГорячееGorjatschejeHauptgerichte / Warme Speisen
БорщBorschtschDie berühmte, tiefrote Suppe aus Roter Bete, Fleisch und Gemüse, serviert mit einem Klecks Schmand (Smetana).
ПельмениPelmeniHerzhafte, mit Fleisch (Rind/Schwein) gefüllte Teigtaschen, ähnlich wie Tortellini.
БлиныBliniHauchdünne russische Pfannkuchen (Crêpes), die herzhaft (mit Kaviar, Lachs) oder süß serviert werden.
СметаныSmetanaSchmand / Saure Sahne (wird zu fast jedem russischen Gericht gereicht).
ЧайTschajTee (Wird in Russland traditionell den ganzen Tag über aus großen Teemaschinen, den Samowaren, getrunken).
Счёт, пожалуйста.Schtschod, poschalujstaDie Rechnung, bitte.

 
🗣️ Die wichtigsten Sprachbegriffe & Höflichkeitsfloskeln
 
Die russische Sprache wirkt auf den ersten Blick oft distanziert, doch sobald man die ersten Höflichkeitsfloskeln nutzt, bricht das Eis sofort und die berühmte russische Gastfreundschaft kommt zum Vorschein.
RussischTranskriptionDeutsch / Erklärung
Здравствуйте!SdrastwujteGuten Tag! / Hallo! (Die formelle, höfliche und wichtigste Begrüßung).
Привет!PriwjetHallo! / Hi! (Nutzbar nur unter Freunden oder Jugendlichen).
ПожалуйстаPoschalujstaBitte / Gern geschehen. (Das universellste Wort im Alltag).
Спасибо!SpasiboDanke!
Большое спасибо!Bolschoje spasiboVielen Dank!
До свидания!Do swidanijaAuf Wiedersehen!
ИзвинитеIswiniteEntschuldigen Sie. (Perfekt, um die Aufmerksamkeit des Kellners zu bekommen).
Да / НетDa / NjetJa / Nein
На здоровье!Na sdorowjeZum Wohl! / Auf die Gesundheit! (Der bekannteste Trinkspruch).
 


Hinweis: Die Angaben zu Visabestimmungen, Sicherheitslage und Einreisebedingungen basieren auf dem Stand August 2026 und können sich kurzfristig ändern. Vor Reiseantritt sollten unbedingt die aktuellen, verbindlichen Informationen des Auswärtigen Amtes (auswaertiges-amt.de), des österreichischen Außenministeriums (bmeia.gv.at) beziehungsweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten sowie der zuständigen russischen Auslandsvertretung eingeholt werden.

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Russland – St. Petersburg

von Joe OnTour 30. August 2026
Erstellt von Joe OnTour

Russland – St. Petersburg

St. Petersburg: Eine Woche zwischen Zaren, Kanälen und weißen Nächten

Es gibt Städte, die man besucht, und es gibt Städte, die einen empfangen wie ein Theater kurz vor dem Vorhangaufgang. St. Petersburg gehört eindeutig zur zweiten Kategorie. Kaum aus dem Flugzeug oder Zug gestiegen, spürt man: Hier wurde nichts dem Zufall überlassen. Peter der Große wollte ein „Fenster nach Europa“ bauen – und er baute es mit einem Sinn für Theatralik, der bis heute jeden Besucher überwältigt.

Ankunft in einer Stadt aus Wasser und Gold

St. Petersburg liegt auf über vierzig Inseln, durchzogen von der Newa und unzähligen Kanälen. Schon vom Taxifenster aus fällt der erste Eindruck: breite Prachtstraßen, pastellfarbene Fassaden in Ocker, Türkis und Zartrosa, dazwischen goldene Kuppeln, die selbst an einem bewölkten Tag zu leuchten scheinen. Man merkt sofort, dass diese Stadt nicht organisch gewachsen ist wie viele europäische Metropolen, sondern am Reißbrett entworfen wurde – von italienischen, französischen und deutschen Architekten, die im Auftrag der Zaren ein Ebenbild von Amsterdam, Venedig und Paris zugleich schaffen sollten. Das Ergebnis ist einzigartig: eine Stadt, die europäisch wirkt und doch unverkennbar russisch bleibt.

Unser Hotel lag unweit des Newski-Prospekts, der Hauptschlagader der Stadt. Schon der erste Spaziergang am Abend zeigte, warum dieser Boulevard seit fast 300 Jahren das pulsierende Zentrum St. Petersburgs ist. Straßenmusiker spielten klassische Melodien vor der Kulisse beleuchteter Barockfassaden, Touristen und Einheimische schlenderten gemeinsam an Buchhandlungen, Cafés und Kirchenportalen vorbei, und über allem lag dieses spezielle Licht der nördlichen Breiten, das selbst am späten Abend nicht ganz verschwinden wollte.

Die Eremitage: Ein Museum, das man nicht an einem Tag begreifen kann

Kein Bericht über St. Petersburg kommt ohne die Eremitage aus – und doch wird man ihr in wenigen Absätzen kaum gerecht. Der Winterpalast, einst Residenz der russischen Zaren, beherbergt heute eine der größten Kunstsammlungen der Welt. Über drei Millionen Exponate verteilen sich auf mehr als 1.500 Räume, und wer versucht, alles zu sehen, verlässt das Gebäude meist erschöpfter, als er es betreten hat.

Wir entschieden uns für eine Strategie, die sich bewährt hat: nicht alles sehen wollen, sondern bewusst auswählen. Der Jordantreppe folgte ich hinauf in die state rooms, wo Kronleuchter und vergoldete Stuckdecken einen fast schwindelerregenden Eindruck von imperialem Prunk vermitteln. Der Thronsaal mit seinem monumentalen Wappen, der Malachitsaal mit seinen grünen Halbedelstein-Säulen, die endlosen Gemäldegalerien mit Werken von Rembrandt, Rubens, Tizian und da Vinci – jeder Raum ist für sich ein Ausstellungsstück.

Besonders berührt hat uns der Raum mit den beiden Leonardo-da-Vinci-Gemälden, die „Madonna Litta“ und die „Madonna Benois“. Vor diesen Bildern, in einem Land, das so oft mit Härte und Distanz assoziiert wird, stehen Menschen aus aller Welt in respektvoller Stille. Es sind Momente wie diese, in denen sich zeigt, wie sehr Kunst Grenzen überwindet, auch wenn die politische Realität draußen eine andere Sprache spricht.

Ein Tipp aus eigener Erfahrung: Wer die Menschenmassen meiden möchte, sollte gleich zur Öffnung um 10 Uhr kommen oder – noch besser – ein Online-Ticket im Voraus buchen. Die Warteschlangen vor dem Palastplatz können sich sonst über Stunden ziehen, besonders in den Sommermonaten.

Der Palastplatz und die Alexandersäule

Direkt vor der Eremitage öffnet sich der Palastplatz, einer der eindrucksvollsten städtischen Räume, die wir je gesehen haben. In seiner Mitte erhebt sich die Alexandersäule, ein monolithischer Granitblock von fast 26 Metern Höhe, der – bemerkenswerterweise – allein durch sein Eigengewicht steht, ohne im Boden verankert zu sein. Errichtet wurde sie zum Gedenken an den Sieg über Napoleon. Wenn man an einem klaren Abend hier steht, umgeben vom halbkreisförmigen Generalstabsgebäude auf der einen und der monumentalen Fassade des Winterpalastes auf der anderen Seite, versteht man, warum dieser Platz Schauplatz so vieler entscheidender Momente der russischen Geschichte war – von der Erstürmung 1917 bis zu den Militärparaden der Gegenwart.

Kanäle, Brücken und der Charme des „Venedigs des Nordens“

St. Petersburg wird gerne mit Venedig oder Amsterdam verglichen, und tatsächlich ist die Zahl der Kanäle und Brücken beeindruckend – über 300 Brücken durchziehen die Stadt, manche schlicht, manche mit vergoldeten Greifen und Löwen geschmückt. Eine Bootstour auf der Moika und dem Griboedov-Kanal gehörte für mich zu den entspanntesten Programmpunkten der Reise. Man gleitet vorbei an Hinterhoffassaden, die vom Wasser aus ganz anders wirken als von der Straße, unter niedrigen Brücken hindurch, an denen manchmal nur wenige Zentimeter Luft nach oben bleiben, und bekommt einen Blick auf die Stadt, der den Touristenmassen des Newski-Prospekts entgeht.

Besonders eindrucksvoll ist die Fahrt vorbei an der Erlöserkirche auf dem verklärten Blut (russisch: Spas na Krowi), einer Kirche, die mit ihren bunten Zwiebeltürmen fast schon fremd wirkt in dieser sonst so europäisch geprägten Stadt. Sie erinnert bewusst an die Basilius-Kathedrale in Moskau und wurde an der Stelle errichtet, an der Zar Alexander II. 1881 einem Attentat zum Opfer fiel. Das Innere ist vollständig mit Mosaiken bedeckt – über 7.000 Quadratmeter, mehr als in jeder anderen Kirche Europas. Wer hier eintritt, sollte sich Zeit nehmen; der erste Eindruck ist fast überwältigend.

Peterhof: Der Versailles des Nordens

Ein Tagesausflug, den wir unbedingt empfehlen möchten, führt nach Peterhof, etwa 30 Kilometer westlich der Stadt am Finnischen Meerbusen gelegen. Peter der Große ließ hier einen Palastkomplex errichten, der bewusst mit Versailles konkurrieren sollte – und in mancher Hinsicht übertrifft er sein französisches Vorbild sogar.

Die berühmte Große Kaskade vor dem Großen Palast ist ein wahres Wunderwerk der Wasserbaukunst: über 60 Fontänen und mehr als 200 vergoldete Statuen, Reliefs und Ornamente, angeordnet auf mehreren Terrassen, die zum Meer hinabführen. Das Bemerkenswerte daran: Die gesamte Anlage funktioniert ohne Pumpen, allein durch natürliches Gefälle – ein technisches Meisterwerk aus dem 18. Jahrhundert, das noch heute funktioniert.

Wir erreichten Peterhof mit dem Tragflügelboot, das vom Anleger direkt hinter der Eremitage ablegt. Die etwa vierzigminütige Fahrt über den Finnischen Meerbusen ist bereits ein Erlebnis für sich, und die Ankunft direkt am Kanal, der zum Palast hinaufführt, verschafft einen der spektakulärsten ersten Eindrücke, die eine europäische Schlossanlage zu bieten hat.

Die weitläufigen Parkanlagen laden zum Verweilen ein. Zwischen jahrhundertealten Bäumen verstecken sich kleinere Pavillons und Lustschlösser, etwa der Marly-Palast oder das Eremitage-Pavillon, ein charmantes kleines Gebäude, in dem einst ein mechanischer Aufzugstisch die Speisen servierte, damit die Bediensteten den privaten Gesprächen der Zarenfamilie nicht lauschen konnten.

Zwischen Zarskoje Selo und dem Bernsteinzimmer

Ein zweiter lohnender Ausflug führt nach Zarskoje Selo, dem „Zarendorf“, mit dem Katharinenpalast als Herzstück. Die hellblau-weiß-goldene Fassade zieht sich über eine Länge von rund 300 Metern und ist von der Straße aus kaum in Gänze zu erfassen. Berühmtheit erlangte der Palast vor allem durch das Bernsteinzimmer – ein aus Bernstein gefertigtes Raumensemble, das im Zweiten Weltkrieg von deutschen Truppen geraubt wurde und bis heute als verschollen gilt. Was Besucher heute bewundern können, ist eine aufwendige Rekonstruktion, die russische Handwerker über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg mühevoll nachgebildet haben. Der Glanz des honigfarbenen Bernsteins im Kerzenlicht – elektrisches Licht ist aus Konservierungsgründen gedimmt – erzeugt eine fast mystische Atmosphäre, die einem noch lange im Gedächtnis bleibt.

Die Peter-und-Paul-Festung: Geburtsort der Stadt

Auf der Hasen-Insel in der Newa gelegen, war die Peter-und-Paul-Festung der Ausgangspunkt der Stadtgründung im Jahr 1703. Heute dient die goldene, schlanke Turmspitze der Peter-und-Paul-Kathedrale als eines der Wahrzeichen der Skyline. Im Inneren der Kathedrale liegen die meisten russischen Zaren und Zarinnen begraben, darunter auch die sterblichen Überreste von Nikolaus II. und seiner Familie, die 1998 hier feierlich beigesetzt wurden – ein bewegender historischer Schlusspunkt unter das tragische Ende der Romanow-Dynastie.

Ein kleiner, aber unterhaltsamer Brauch: Mittags um 12 Uhr wird von der Festungsmauer aus ein Kanonenschuss abgefeuert, eine Tradition, die bis ins 18. Jahrhundert zurückreicht und ursprünglich dazu diente, der Bevölkerung die genaue Uhrzeit mitzuteilen. Wer zufällig in der Nähe ist, sollte auf den lauten Knall vorbereitet sein.

Weiße Nächte: Wenn die Stadt nicht schlafen will

Wer St. Petersburg zwischen Ende Mai und Anfang Juli besucht, erlebt das Phänomen der „weißen Nächte“ – aufgrund der nördlichen Lage der Stadt sinkt die Sonne in dieser Zeit nie vollständig unter den Horizont. Es wird nie wirklich dunkel, nur ein sanftes Dämmerlicht liegt über den Kanälen, während sich die Menschen bis in die frühen Morgenstunden auf den Straßen und Brücken tummeln.

Ein Höhepunkt dieser Jahreszeit ist das nächtliche Öffnen der Zugbrücken über die Newa, das man am besten von einer der Uferpromenaden aus beobachtet. Gegen ein bis zwei Uhr nachts heben sich die massiven Brückenteile langsam in die Höhe, um großen Schiffen die Durchfahrt in Richtung Ostsee zu ermöglichen. Hunderte Schaulustige versammeln sich an den Ufern, manche mit Sekt in der Hand, um dieses nächtliche Schauspiel mitzuerleben – untermalt vom Blick auf die beleuchteten Fassaden des Winterpalastes, die sich im ruhigen Wasser der Newa spiegeln.

Kulinarisches: Zwischen Borschtsch und Blini

Die russische Küche hat einen zu Unrecht bescheidenen Ruf im Westen. In St. Petersburg lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Klassiker wie Borschtsch, die rote Rote-Bete-Suppe mit Sauerrahm, oder Pelmeni, kleine gefüllte Teigtaschen, gehören ebenso zum kulinarischen Repertoire wie Blini, dünne Pfannkuchen, die traditionell mit Kaviar, saurer Sahne oder Marmelade serviert werden.

Besonders empfehlenswert ist ein Besuch in einem der traditionellen „Stolowaja“-Restaurants – einfache Selbstbedienungslokale im Stil der Sowjetzeit, in denen man für wenig Geld hausgemachte russische Küche probieren kann, weit entfernt vom touristischen Trubel. Für ein gehobeneres Erlebnis lohnt sich ein Abend in einem der historischen Restaurants nahe dem Newski-Prospekt, wo klassische Gerichte in stilvollem Ambiente serviert werden, oft begleitet von Live-Musik.

Nicht zu vergessen: der Wodka. In St. Petersburg wird er traditionell eiskalt in kleinen Gläsern serviert, begleitet von eingelegtem Gemüse, Hering oder Schwarzbrot mit Butter – eine Kombination, die sich überraschend gut ergänzt und einen kleinen Einblick in die russische Trink- und Esskultur gibt.

Der Newski-Prospekt bei Nacht

Zum Abschluss unseres Aufenthalts kehrten wir noch einmal auf den Newski-Prospekt zurück, dieses Mal bei Nacht. Die Straße, tagsüber geschäftig und von Verkehr durchzogen, verwandelt sich nach Einbruch der Dämmerung in eine Bühne aus Licht. Die Kasaner Kathedrale mit ihrer halbkreisförmigen Kolonnade, inspiriert vom Petersdom in Rom, erstrahlt in warmem Scheinwerferlicht. Straßenkünstler und Musikensembles spielen an fast jeder Ecke, und die Cafés füllen sich mit Menschen, die den Tag ausklingen lassen.

Ein Fazit

St. Petersburg ist eine Stadt der Superlative – die größte Kunstsammlung, die prächtigsten Paläste, die aufwendigsten Kirchen. Doch was die Stadt wirklich unvergesslich macht, ist nicht allein ihre imperiale Pracht, sondern der Kontrast, der sich überall zeigt: zwischen europäischer Eleganz und russischer Seele, zwischen tragischer Geschichte und ungebrochener Lebensfreude, zwischen strengem Winter und den schwerelosen weißen Nächten des Sommers.

Wer St. Petersburg besucht, sollte sich Zeit nehmen – mindestens vier bis fünf Tage, um der Stadt gerecht zu werden. Wer weniger Zeit hat, wird dennoch mit Eindrücken zurückkehren, die lange nachwirken. Denn diese Stadt am Rande Europas hat die seltene Gabe, gleichzeitig fremd und vertraut zu wirken – ein Fenster nach Europa, wie Peter der Große es wollte, und zugleich ein Ort mit einer ganz eigenen, unverwechselbaren Identität.


Praktische Hinweise: Für die Einreise nach Russland benötigen deutsche, österreichische und Schweizer Staatsangehörige ein Visum. Aktuelle Bestimmungen zu Reisebeschränkungen, Visapflicht und Sicherheitslage sollten vor Reiseantritt unbedingt bei den zuständigen Behörden bzw. dem Auswärtigen Amt geprüft werden, da sich diese kurzfristig ändern können.

Bilder Russland - St. Petersburg

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Südafrika - Leoparden
Südafrika

Südafrika – Leoparden

von Joe OnTour 11. August 2019
Erstellt von Joe OnTour

Südafrika - Leoparden

Wir sind im Wildpark der Ngala Lodge auf der Pirsch nach Leoparden. Leoparden sind in der Regel nachtaktive und sehr scheue Tiere. Sie sind deshalb nicht leicht in der Wildnis zu beobachten. Das ist wohl auch der Grund, weshalb der Leopard die wohl am weitesten verbreitete Grosskatze ist. Leoparden passen sich den Lebensbedingungen optimal an. Sie sind daher auch in den unterschiedlichsten Regionen zu finden und halten sich sowohl im Dschungel als auch in Wüstenregionen auf.

In der Nacht zuvor haben wir mit unserem Ranger noch lange nach dem Essen bei einem Glas Wein zusammengesessen. Dabei hat er uns dann angeboten, dass er uns am nächsten Morgen ein besonderes Erlebnis bietet.

Er hat heute in der Nähe Spuren von Leoparden gesehen. Wir sollen an diesem Tag zu viert (Ranger, Helfer, Brigitte und Jürgen) den Leoparden suchen. Die beste Zeit sollte kurz vor Sonnenaufgang sein. Also heißt es um 3.00 Uhr in der Früh aufstehen und um 4.00 Uhr losfahren. Da diese Pirsch nicht ganz ungefährlich ist, hat sich unser Ranger bereits mit einem Gewehr (für alle Fälle) ausgerüstet. Bereits nach wenigen Kilometern bleibt unser Landrover mitten im Busch stehen. Sollte dies bereits das Ende der so heiß ersehnten Pirschfahrt sein?

Wir sind enttäuscht, doch unser Ranger gibt so leicht nicht auf. Eine Werkstatt ist natürlich in dieser Wildnis nicht zu finden. Hilfe kann nur über Funk in der Lodge angefordert werden, was aber auch den Abbruch der Safari bedeuten würde. Also helfen wir uns selbst. Tags zuvor hat es wie aus Eimern die ganze Nacht geregnet. Die gesamte Gegend ist versumpft. So ist die Reparatur mit einer echten Schlammschlacht verbunden.

Brigitte wendet sich derweil der Botanik zu und erkundet die Flora der afrikanischen Wildnis zumal diese nach dem gestrigen Gewitter zu neuem Leben erwacht ist. An allen Ecken und Enden sprießen neue Gewächse aus dem Boden. Die Natur erwacht zu ungewohnter Blüte. Derweil wird an dem Landy respektive unter ihm hart gearbeitet. Nach endlosen Versuchen schaffen wir es dann doch, den Landrover wieder flott zu kriegen. Die Reparatur hat uns zwar einige Zeit gekostet, unser Ranger will aber die Suche nach dem Leoparden dennoch nicht aufgeben.

Wir fahren durch Flussbetten, vorbei an Wasserlöchern, die sich nach dem Regen gebildet haben und dann plötzlich und vollkommen unerwartet gibt unser Hilfsguide, der auf dem Kotflügel seinen Aussichtsposten hat, ein Zeichen. Er hat etwas entdeckt.

Es ist der Leopard, dessen Spuren unser Ranger gestern schon gesehen hat. Langsam löst sich der Leopard aus seinem Versteck und trottet vor unseren Augen über eine Lichtung davon. Unser Hilfs-Guide hat urplötzlich seinen, wie er meint, doch unsicheren Frontplatz auf dem Kotflügel mit einem vermeintlich sichereren Platz auf dem Beifahrersitz neben unserem Ranger gewechselt.

Sicht-, Geruchs- und Hörsinn des Leopards sind aussergewöhnlich gut entwickelt. Die Raubkatzen sind zudem ausgezeichnete Kletterer und Schwimmer. Die Leoparden des Bushvelds wiegen im Durchschnitt selten mehr als 70 kg. Dennoch sind sie in der Lage, auch grosse Beutetiere wie Impalas in Bäume hochzuziehen, um sie vor anderen Raubtieren in Sicherheit zu bringen.

Unser Guide erzählt uns, dass er einen Leoparden beobachtet hat, wie dieser sogar eine junge Giraffe von etwa 100 kg Gewicht mehrere Meter hoch in eine Astgabel zerrte. Leoparden sind absolute Einzelgänger. Männliche und weibliche Tiere leben in getrennten Territorien. Das Gebiet des Männchens übeschneidet aber meist mehrere weibliche Reviere. Während der Paarungszeit paart sich ein Leopard mit allen brünstigen Weibchen seines Jagdreviers.

Plötzlich sehen wir, wie sich aus dem Dickicht ein weiterer Leopard schält. Es kommt sehr selten vor, dass zwei Leoparden gemeinsam auf die Jagd gehen. In diesem Fall sind es zwei jüngere Brüder, die die Chancen auf eine erfolgreiche Jagd offenbar gemeinsam größer einschätzen. Wir folgen den beiden Tieren bei ihrer ruhigen Pirsch durch dichtes Buschwerk, über die offene Savanne und durch Flussläufe.

Einmal verlieren wir sie in einem geschlossenen Dickicht, das wir nicht durchfahren können. Doch als wir das Buschwerk umfahren und auf der anderen Seite wieder angelangen, sehen wir sie wieder. Majestätisch, ohne uns auch nur des geringsten Blickes zu würdigen, schreiten die beiden Leoparden ihrem Ziel entgegen. Auf Ihrer Pirsch nach Beute sind sie bis zu 30 Km unterwegs. Wir haben schon einiges an Tieren in freier Wildbahn gesehen. Diese majestätischen, geschmeidigen Grosskatzen aber sind in der Tat ein beonderes Erlebnis. Unser Ranger hat uns nicht zu viel versprochen. Immer wieder bewegen sich die Leoparden geräuschlos durch unwegsames Gelände. So folgen wir den beiden Leos mehr als zwei Stunden. Gelegentlich meinen wir, sie verloren zu haben. Wir glauben langsam, sie spielen mit und Katz und Maus. Nachdem wir eine Böschung umfahren haben, sehen wir sie plötzlich wieder vor uns stehen. Vollkommen ruhig sitzt einer der Leos mit der Nase in der Witterung…………

Leoparden können überall dort existieren, wo sie kleine und mittlere Beutetiere und gute Deckung finden. Leoparden sind ihr Leben lang als Singles unterwegs. Ihre Kontakte beschränken sich meistens auf die Paarungszeit und bei Weibchen auf die Zeit der Aufzucht der Jungen. Die Auzucht ist allein Sache der Weibchen. Nach einer Tragzeit von 100 Tagen kommen 3 – 4 Junge zur Welt. Die Jungen sind dunkel und nur gering gefleckt. Wenn sie 2 Jahre alt sind, verlassen sie die Mutter und suchen sich ihr eigenes Revier. Der männlichen Leoparde hat ein Revier von ca. 18 – 65 km2. Das Revier des Weibchens umfasst ein Gebiet von 10 – 30 km2. Männliche Leoparden sind 60 – 70 cm groß bei einer Körperlänge von ca. 200 cm. Ihr Gewicht beträgt etwa 60 kg. Die Weibchen sind ca. 180 cm lang und wiegen 30 – 50 kg. Der Leopard kann mehr als 20 Jahre alt werden Leoparden gehen vorwiegend bei Sonnenuntergang oder kurz nach Sonnenaufgang auf Beutesuche. Bei ihrer Jagd legen sie bis zu 30 km zurück. Der Leo verzehrt eine breite Palette vom Käfer bis zur Antilope sowie Warzenschweine, Schakale, Nagetiere, Schlangen usw.

Avber jetzt wollen wir weiter von unserer Safari berichten, hier also der 2. Teil unseres Reiseberichtes:

Einer der beiden Leoparden hat offenbar Witterung auf eine Beute aufgenommen. Von seinem erhöhten Platz hat er einen guten Überblick über das Geschehen rings um ihn herum. Der Bruder sichert das Gelände auf der anderen Seite des Terrains. Jetzt ist es soweit. Die Beute ist erspäht.

Es ist ein kleiner Impala. Wachsamkeit, Anspannung und das Gespür für den richtigen Augenblick verbunden mit der Schnelligkeit eines Jägers sind die Grundvoraussetzungen für eine erfolgreiche Jagd. Die Jagd beginnt. Einer der beiden Leoparden ist kurz vor dem Sprung auf die Beute. Der Impala hat keine reale Chance, wenn zwei Leoparden gemeinsam jagen. Der Biss ins Genick bringt in kürzester Zeit den Tod.

Anschließend wird die Beute erst einmal auf den nächsten Baum verfrachtet, um sie vor möglichen Neidern in Sicherheit zu bringen. Nach kurzer Zeit wird der Impala in ein Dickicht gebracht, das den Leoparden sicher genug erscheint. Wir folgen den beiden Brüdern in gebührendem Abstand, können uns dann aber bis auf wenige Meter mit dem Landrover an den Aufbruchplatz annähern.

Hier sitzen wir nun wie angewurzelt im offenen Landy, während die Leoparden die Beute unter sich aufteilen. Ein Leopard bricht den Impala auf und weidet ihn aus. Wir hören ganz deutlich das Brechen der Knochen beim Zubeissen. Ein Geräusch, bei dem mir noch heute ein Schauer über den Rücken läuft. Der zweite Leo wartet in kurzem Abstand im nahen Dickicht und sichert das Gebiet. Wir werden offenbar nicht als Feinde betrachtet, anders ist es nicht zu erklären, dass wir aus einer Entfernung von 5 Metern das Geschehen beobachten können. Die ganze Prozedur dauert über 2 Stunden. Dabei sitzen wir in der jetzt prallen Sonne im offenen Landrover. Die Kamera ist bei mir immer im Anschlag ebenso wie beim Ranger das Gewehr griffbereit liegt. Die Zeit vergeht, ohne dass wir merken, dass sich breits ein dicker Sonnenbrand ankündigt. All das nehmen wir nicht wahr, weil wir so gebannt der Szenerie folgen.

Auf unserer Rückfahrt sind wir glücklich, diese ästätische und zugleich grausame Jagd miterlebt zu haben. Sie wird uns unvergessen bleiben.

Bilder Südafrika – Leoparden

Südafrika - Leoparden

Südafrika - Leoparden

Südafrika - Leoparden

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Südafrika - Ngala Lodge

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Neuseeland – Nationalmuseum
Neuseeland

Neuseeland – Nationalmuseum

von Joe OnTour 21. April 2018
Erstellt von Joe OnTour

Neuseeland - Nationalmuseum

IUm sich einen umfangreichen Eindruck von der Kultur und der Geschichte Neuseelands zu machen, ist ein Besuch des Nationalmuseums unabdingbar. Für den interessanten Rundgang durch das Nationalmuseum sollte man mindestens 2 Stunden einplanen. Gleich am Eingang sind kunstvoll gebaute Schiffe aus der Zeit der Maori zu bewundern.

Reichhaltige Verzierungen schmückten die Schiffe und Hütten der Maori. Mehrere Meter hohe Kunstwerke sind mit Masken und Gesichtern verziert.

Mit kleinen Auslegerbooten sind die Maori über das offene Meer nach Neuseeland gekommen. Die Schautafeln zeigen einen interessanten Überblick über die einheimische Fauna auf. Die Größe der ehemals 24 Moa-Arten reichte bis zu drei Metern. Der größte dieser Laufvögel, der Riesenmoa Dinornis maximus, starb sehr wahrscheinlich erst Mitte des letzten Jahrhunderts aus.

Als mit dem Eintreffen der Maori aus Polynesien, um etwa 900 v.Chr. die menschliche Besiedlung einsetzte, gab es noch rund 15 Moa-Arten. Der neuseeländische Moa ist der einzige jemals existierende flügellose Vogel. Der Giant Moa, einer von elf Moaarten, ist mit einer Größe von 3 Metern außerdem der größte bekannte Vogel. Viele Moaknochen und -Skelette wurden in Höhlen gefunden, in die der Moa gefallen war.

Im Nationalmuseum erhält man einen umfassenden Überblick über die Kultur und Lebensweise der Ureinwohner Neuseelands. Dort sind originale Behausungen der Maori aufgestellt. Man kann sich so einen Eindruck von der Lebensweise dieser Siedler machen.

Auf den Bildern in der Gallery ist ein Maori mit typischer Tätowierung und einem Amulett zu sehen sowie eine Darstellung aus dem alltäglichen Leben der steinzeitlichen Ureinwohner Neuseelands.

Man kann auch die Maske eines Maori zu bewundern und auch eine reich verzierte Lagerstätte der Maori. Die Kunst der Herstellung dieser Verzierungen beherrschen heute nur noch einige wenige Nachkommen der Maori.

Im Museum ist auch ein Krieger in seiner urzeitlichen Ketten-Rüstung, bewaffnet mit einem schwertähnlichen Hieb- und Schlaginstrument zu sehen. Er könnte gut als Vorlage für einen der Krieger aus dem Epos „Der Herr der Ringe“ hergehalten haben. Mittlerweile hat es sich wohl weltweit herumgesprochen: „Mittelerde“ ist Neuseeland. Das Museum hat eine Vielzahl wunderschöner alter Masken ausgestellt. Man sieht ihnen den Ursprung aus dem polynesischen Kultur-Raum an.

Ein Schild (Höhe ca. 1,50 m) stammt wohl ebenfalls aus dem polynesischen Raum. Die Ränder sind mit Kaui – Muscheln ausgeschmückt. In der Mitte unter der Nase sind die Waffen (Hauer) eines Ebers (Wildschweins) integriert. Welcher Gegner will diesem Ausdruck des Schreckens standhalten? Daneben eher eine grobe Maske aus sehr früher Zeit mit wenigen Verzierungen, dafür aber mit starkem Ausdruck.

In der Gallery sind wunderschöne Beispiele für die traditionelle Maori-Schnitzerei zu sehen. Die Figuren sind ca. 30 cm hoch. Die Augen sind mit Schildplatt ausgelegt. Es gibt heute noch einen anerkannten neuseeländischen Künstler, der sich der Herstellung dieser Kunststücke verschrieben hat.

Neuseeland

Neuseeland – Nationalmuseum

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Neuseeland - Nationalmuseum

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Neuseeland – Abel Tasman Nationalpark
Neuseeland

Neuseeland – Abel Tasman Nationalpark

von Joe OnTour 20. April 2018
Erstellt von Joe OnTour

Neuseeland – Abel Tasman Nationalpark

Neuseeland – Abel Tasman Nationalpark | Der Nationalpark ist ein 225,3 km² grosses Gebiet im Norden von Neuseelands Südinsel zwischen den beiden Meeresbuchten Golden Bay und Tasman Bay. In diesem Bereich wird die Küste immer schroffer und es hat sich eine beeindruckende Kalksteinlandschaft mit bizarren Felsformationen und tiefen Höhlensystemen gebildet.

Mehr als drei Viertel des Nationalparkgebietes sind dicht bewaldet. Im Park kann man viele Seevögel beobachten. Der Weißwangenreiher, Stelzenläufer, Taraseeschwalben, Tuis, Makomakos und Kuckuckskäuze sind hier beheimatet. Das Klima in dieser Küstenregion ist mit 2200 Sonnenstunden pro Jahr ziemlich mild.

Im Nationalpark findet man zahlreichen kleinen Buchten mit Sandstränden und türkisfarbenem Wasser und Granitklippen. Die Küste des Abel-Tasman-Nationalparks mit dem Meeresgebiet ist seit 1993 durch das Meeresschutzgebiet Tonga Island Marine Reserve streng geschützt.

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Bilder vom Abel Tasman Nationalpark

Neuseeland – Abel Tasman Nationalpark
Neuseeland – Abel Tasman Nationalpark
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Neuseeland – Paparoa National Park
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Neuseeland – Paparoa National Park

von Joe OnTour 20. April 2018
Erstellt von Joe OnTour

Neuseeland – Paparoa National Park

Der Paparoa-Nationalpark ist rund 300 km² gross und liegt an der Westküste von Neuseelands Südinsel. Im Bereich der Küste ist die Landschaft des Paparoa Nationalparks vorwiegend geprägt durch Kalkgestein. Durch Erosion abgetragen findet man deshalb im Park bizarre Felsformationen vor. Es haben sich tiefe Canyons und viele Höhlen gebildet. Die Pancake Rocks sowie der Paparoa-Karst sind wohl die berühmtesten.

Bei unserem Stopp zwischen Greymouth und Westport im Paparoa National Park bei Punakaiki bestaunen wir die Pancake Rocks. Das bizarre Sedimentgestein mit seinen verschiedenen Schichten sieht aus wie gestapelte Pfannkuchen. Bei starker Brandung lässt das Wasser der Tasman Sea in sogenannten Blow Holes wie Geysire emporschießen.

Das Sedimentgestein im Küstenbereich unterliegt dem Einfluss der Brandung und der starken Erosion, wodurch die unterschiedlichen Schichten der Entstehung freigelegt wurden. Dies ist besonders beeindruckend bei den Pancake Rocks zu sehen. An anderer Stelle in ein schmaler Einschnitt im Küstenbereich durch die starke Brandung entstanden. Oft sehen wir der Küste vorgelagerte kleine Felsinseln, die von der Brandung und durch Erosion in einigen Jahren wohl ganz verschwunden sein werden. Auf diese Art und Weise verändert sich das Landschaftsbild ständig.

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Neuseeland – Nationalmuseum

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Paparoa National Park
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Neuseeland Schaffarm
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Neuseeland – Schaffarm

von Joe OnTour 19. April 2018
Erstellt von Joe OnTour

Neuseeland – Schaffarm

In Neuseeland gibt es vierzehnmal so viele Schafe wie Menschen. Wirtschaftlich spielt die Schafzucht zwar eine immer geringere Rolle, dafür sind die Tiere (vor allem bei den asiatischen Besuchern) längst zur lukrativen Touristenattraktion geworden.

Wir sind auf der Schaffarm von Tim, den wir auf unserer Rundreise kennengelernt haben, zum Barbecue eingeladen. Der Kiwi ist der „Picknicker“ schlechthin. Grillen gehört schlichtweg zum Lebensstil. Einige Freunde der Famlie sind ebenfalls eingetroffen. So lässt es sich trefflich über alle möglichen Themen diskutieren.

Uns interessiert natürlich in erster Linie, wie das tägliche Leben auf einer Schaffarm abläuft. Tim führt uns in den Schafstall und erklärt uns, wie die Tiere geschoren werden.

In diversen Boxen werden die Schafe zuerst nach Alter und Qualität der Wolle aussortiert. Die beiden Kinder von Tim lassen sich natürlich das Schauspiel nicht entgehen. Die Scherwerkzeuge werden an einer Schleifmaschine geschärft, was eine Voraussetzung für eine gute Schur ist.
Neuseeland – Scheren schleifen auf einer SchaffarmNeuseeland – Arbeit auf einer Schaffarm
Kati, die Tochter ist noch etwas skeptisch. Das zu scherende Schaf wird zwischen die Knie gepresst. Es gehört schon eine Menge Erfahrung dazu, bis diese Technik reibungslos funktioniert. Dann wird noch einmal die Qualität der Wolle geprüft, bevor es mit der Schur losgeht.

Die Neuseeländer laden gerne Gäste zu sich nach Hause ein und veranstalten vor allem im Sommer vorwiegend an den Wochenenden häufig Barbies (Barbecues, also Grillfeste).

Wir bringen unseren Gastgebern für die Einladung ein kleines Geschenk mit, was in Neuseeeland gern gesehen wird. Tim lebt mit seiner Familie auf einer Schaf-Farm und so lassen wir uns eine Demonstration seines Handwerks natürlich nicht entgehen. Auf diese Art und Weise lernen wir das Leben auf dem Land näher kennen.

Der Scherkopf wird an einen großen Motor angeschlossen, der über mehrere Wellen die Scheren antreibt. Tim erzählt uns, dass in Neuseeland diverse große Veranstaltungen im Schafscheren durchgeführt werden. Dies ist hier eine Art Volkssport. Dabei gewinnt derjeneige, der in einer festgelegten Zeit die meisten Schafe schert.

Auf Schnelligkeit kommt es aber heute nicht an. Tim zeigt uns vielmehr, wie man den perfekten Schnitt vollzieht, ohne die Tiere zu verletzen. Sein Bruder sammelt derweil die geschorene Wolle ein. Die wird dann über einen Schacht in einen anderen Raum ins Untergeschoss befördert, wo sie dann mit Hilfe einer großen Presse auf ein handliches Packmass für den Versand gebracht wird.

Natürlich erfolgt das alles per Hand, also eine schweißtreibende Arbeit, die schon ein gewisses Maß an Kondition erfordert. Brigitte ist von der natürlichen und ursprünglichen Lebensweise unserer Gastgeber beeindruckt.

Bilder Neuseeland – Schaffarm

Neuseeland Schaffarm
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Neuseeland – Rotorua
Neuseeland

Neuseeland – Rotorua

von Joe OnTour 18. April 2018
Erstellt von Joe OnTour

Neuseeland – Rotorua

Um Rotorua herum gibt es 4 grössere Thermalquellen: Whakarewarewa, Waimangu, Waiotapu und Hell’s Gate. Whakarewarewa ist wohl Rotoruas aktivste Thermalgegend und hier befindet sich der Geysir Pohutu, der etwa 20 Mal pro Tag bis zu einer Höhe von 30 m speit. Weitere Sehenswürdigkeiten in Whaka sind heisse Schlammbäder sowie heisse Quellen.

Die Anfahrt ist bereits spektakulär. Durch eine karge Landschaft führt uns der Weg zu Devils Home! Aus der Höhle steigen heiße Dämpfe auf, die nichts Gutes verheissen.

Wir wollen uns dieses Spektakel einmal aus der Nähe ansehen. Aus dem Schlund zischt und brodelt es und Devils Home macht seinem Namen alle Ehre.

Die Landschaft um Rotorua ist eine unwirkliche giftige Küche aus brodelnden und zischenden Dämpfen und stinkenden giftigen Gasen, die aus unterirdischen Felsspalten hervorsteigen und uns den Atem nehmen.

Es gibt aber auch heisse Quellen, groß wie Seen, die Temperaturen um die 100 Grad aufweisen. Man sollte es tunlichst vermeiden, hier hineinzufallen. Die Überlebenschancen sind gleich null. Heisser Wasserdampf steigt von den Seen auf und in der Mitte quillt eine brodelnde Urmasse auf, die aus Tiefen von bis zu mehreren Hundert Metern emporsteigen.

Das Innere unserer Erde wird spürbar, da muss sich Brigitte ganz schön überwinden, um über diesen schmalen Steg zu gehen. Ein kurzer Ausrutscher und es ist vorbei…

Wir haben immer noch nicht genug von dieser unwirklichen Landschaft gesehen, die uns in ihren Bann zieht. An dieser Stelle steigt gelblich übelriechender Schlamm aus dem Erdinneren auf. An anderer Stelle brodelt das kochende Wasser und schlägt Blasen an der Oberfläche. Am Rand des Sees bildet sich eine rötliche Färbung vom Eisenerz. Über schmale Bretterstege wandern wir weiter durch diese Urzeit-Landschaft und werden immer wieder von neuen Eruptionen und Dünsten überrascht.

Neuseeland – Rotorua – Steg ueber einen Urzeit-SeeNeuseeland – Rotorua – roetlich braune Ablagerungen am See
Hier sind eindeutig Spuren von Phosphor zu sehen, die sich auch an den Felswänden abgelagert haben.
Neuseeland – Rotorua – Phosphorbildung im SeeNeuseeland – Rotorua – Phosphor
Die Dämpfe verschleiern die Sicht auf die weitere Landschaft. Überall scheint das Wasser der Seen in Bewegung zu sein.

Wir sehen, wie sich das im Erdinnern aufgeheizte Wasser einen Weg an die Oberfläche bahnt. Der ganze See ist hier eine brodelnde und kochende Masse, an deren Rändern sich rote Eisenerze abgelagert haben. Endlich haben wir es wieder geschafft, heil aus dieser Urzeitszenerie herauszufinden. Wir müssen diese gewaltigen Eindrücke erst einmal verarbeiten. Jürgen kann es nicht lassen, noch einmal einen letzten Blick ins Erdinnere zu riskieren.

Bilder Neuseeland – Rotorua

New Zealand – Rotorua
Neuseeland – Rotorua
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Neuseeland – Kea Papagei
Neuseeland

Neuseeland – Kea Papagei

von Joe OnTour 17. April 2018
Erstellt von Joe OnTour

Neuseeland – Kea Papagei

Ein lustiger heimischer Papageienvogel Neuseelands ist der Kea. Der verspielte Kea ist einer der intelligentesten Vögel der Welt. Besonders liebt der Kea-Papagei Autos, von denen er Scheibenwischer oder andere Gummiteile stehlen kann um das zu vermeiden plündert Brigitte ihren Vorrat an Keksen.

Das scheint den Kea – Papageien zu gefallen. Es kommen immer mehr aus der näheren Umgebung, um die neuen Köstlichkeiten zu probieren. Nur einer steht etwas abseits, ob er sich nicht traut? Nein, er scheint eine kleine Showeinlage abliefern zu wollen, um unserer Aufmerksamkeit zu erlangen.

Da die Kekse ausgegangen sind und wir auch nicht unsere anderen Vorräte hergeben wollen, hält der Kea sich halt an den Gummidichtungen eines parkenden PKWs schädlich und prüft schon einmal den Lack auf seine Geniessbarkeit. Wir sollten uns mit unserem großen Wohnmobil aus dem Staub machen, wer weiss, was der Kea da noch so alles für appetitlich hält.

Bilder Neuseeland – Kea Papagei

Neuseeland - Kea Papagei

Neuseeland - Kea Papagei

Neuseeland - Kea Papagei

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Neuseeland - Coromandel Halbinsel
Neuseeland

Neuseeland – Coromandel

von Joe OnTour 16. April 2018
Erstellt von Joe OnTour

Neuseeland – Coromandel Halbinsel

Die Halbinsel Coromandel liegt östlich von Auckland, auf der anderen Seite des Hauraki Gulf. Coromandels faszinierende Geschichte zeigt sich in den Relikten aus der Goldgräberzeit, den Holzfällerdämmen und den alten Pas (befestigten Dörfern) der Maori. Die Vergangenheit findet man auch in der reizvollen kolonialen Architektur und den historischen Gebäuden, die in verschiedenen Städten der Region noch erhalten sind.

Eine eindrucksvolle, stark bewaldete Bergkette ragt genau in der Mitte der Coromandel-Halbinsel auf – sie wird an allen Seiten durch eine kilometerlange spektakuläre Küste begrenzt. An der Westküste gibt es eine nie enden wollende Aneinanderreihung von Stränden, Buchten und Häfen, gesäumt von Pohutukawa-Bäumen (einem in Neuseeland heimischen Baum mit roten Blüten).

Auf der östlichen Seite Coromandels finden wir eine erstaunliche Ansammlung weißer Sand- und Brandungsstrände. Wir fahren die Küstenstraße zum Square Kauri Tree hinauf, einem der größten und ältesten Bäume der Coromandel-Halbinsel. Er befindet sich an der Straße zwischen Tapu und Coroglen, nach einer etwa zweistündigen Fahrt von Thames aus. Die subtropische Vegetation ist einfach beeindruckend. Immer wieder bieten sich aus erhöhten Lagen traumhafte Blicke auf die unten liegenden Strände.
Neuseeland – Vegetation auf der Coromandel Halbinsel

Vom Cape Reinga bis Auckland und auf der Coromandel Peninsula finden wir ausgedehnte Mangrovenwälder, die ganze Küstenstriche umfassen. Tausende von Luftröhren ragen aus dem Schlamm, um die Pflanzen, die bis zu 5 Meter hoch werden können, mit Sauerstoff zu versorgen. Vom Whitianga Wharf kann man die Fähre zum Stone Steps Wharf nehmen, dem Ausgangspunkt der Cook’s Coast. Front Beach, Flaxmill Bay, Shakespeare Cliff, Lonely Bay und Cooks Beach sind alle in unmittelbarer Nähe.

Am Fuß des Shakespeare Cliffs befindet sich in südlicher Richtung die Flaxmill oder Homestead Bay. Sie bietet einen geschützten Ankerplatz für kleine Boote. Man sagt, daß hier Kapitän Cook mit der Endeavour landete. An der Südseite des Kliffs befinden sich die Lonely Bay und Cooks Beach.

Die Lonely Bay ist eine schmale Bucht, von Klippen abgeschnitten und vollkommen unberührt – sie ist nur vom Cook Memorial aus über einen kurzen steilen Fußweg zugänglich. Wir finden nach langem Suchen einen schmalen Feldweg, der allenfalls für einen Geländewagen taugt. Großes Gezeter bei Brigitte.

ich entschließe mich aber trotzdem, hinabzufahren. In engen Kehren geht es den Berg hinunter. Jetzt gibt es kein Zurück mehr. Wir fahren im Schritttempo. An manchen Stellen muss erst das Geäst beiseite geschlagen werden. Wir brauchen für ca. 3 km etwa 60 Minuten. Zu Fuss wären wir schneller gewesen.

Unten angelangt erwartet uns eine etwa 5 km lange Bucht, die in der Abendsonne aussieht wie von einem anderen Stern. Wir suchen uns direkt am Strand einen Stellplatz für die Nacht. Es ist weit und breit keine Menschenseele zu sehen. Keine Fußabdrücke im Sand, kein Laut, nichts! Nur die Auswirkungen eines vermutlich vor nicht allzulanger Zeit hier durchgefegten Orkans sind zu sehen. Überall liegen Baumstämme und Treibgut am Strand. Eine Szenerie, wie nach einem Tsunami…..

…….die Stille und Einsamkeit (bis auf das stetige Rauschen des Meeres) ist beruhigend und aufregend zugleich. Wir laufen noch ein Stück den Strand entlang, um die untergehende Sonne zu genießen. Riesige entwurzelte Baumstämme übersäen den Strand. Ganze Palmen sind herausgerissen worden und stehen lose wie von Riesenhand dekoriert im Boden. Wir haben eine unruhige Nacht, der erneut aufziehende Sturm zerrt an unserem kleinen Wohnmobil. Aber wir müssen aushalten………….die Steigung bei Dunkelheit zurückzufahren ist schier unmöglich….

Die inspirierende natürliche Schönheit von Coromandel hat dazu geführt, dass das Gebiet in den letzten Jahren ein Paradies für Künstler und Kunsthandwerker geworden ist. Auch der Maler Hundertwasser hatte hier sein Haus und seine Segeljacht liegen.

Die Städte Thames und Coromandel waren früher Schauplatz des Goldrausches. Heute sind es idyllische und interessante Ortschaften. Um das Vogelleben von Coromandel zu bewundern geht man am besten auf dem Holzsteg durch die Mangroven zum Hide.

Wir haben die gestrige Nacht an der Lonley Beach dann doch noch mehr oder weniger gut überstanden. Nach wenigen Kilometern Fahrt finden wir eine ebenso traumhafte aber aufgeräumtere Bucht. Wir stellen unser Wohnmobil einige Meter abseits vom Strand auf. Die Bucht ist cirka 6 Kilometer lang und wird von einer Sanddüne vom Hinterland abgegrenzt.

In der riesigen Bucht sind außer uns in weiter Entfernung noch zwei Leute zu sehen, die am Strand spazieren. Für Brigitte ist das schon einmal beruhigend. Wir sind also nicht „ganz“ allein.
Neuseeland Peninsula – Kilometerlanger einsamer Strand auf der Coromandel-Halbinsel
Wir verbringen hier den ganzen restlichen Tag und übernachten auch an diesem Platz. Von Thames aus kann man den Rocky’s Goldmine Trail begehen – einen dreistündigen Spaziergang durch den Busch. Er beginnt am Dickson Holiday Park. Auf dem Trail hat man wunderbare Ausblicke auf den Firth of Thames und den dort nachwachsenden heimischen Regenwald. Wir sind umringt von Riesenfarnen, mannshohen Gräsern und kleinen kristallklaren Bächen. Eine Landschaft, die zum Träumen und Verweilen animiert, fernab von jeglichem Massentourismus.

Coromandel ist für die Neuseeländer selbst ein bevorzugtes Urlaubsziel. Ihre am Strand gelegenen privaten Ferienhäuser, die „Baches“ genannt werden, können gemietet werden. Darüber hinaus gibt es über 200 Übernachtungsmöglichkeiten:

luxuriöse Wochenendhäuser, Motels, Zimmer mit Frühstück und Campingplätze. Dennoch ist die von Ruhe, grüner Wildnis und einsamer Bergwelt geprägte Atmosphäre durch die behutsame Entwicklung einiger Ferienorte nicht gestört worden.

Etwa die Hälfte der Coromandel-Halbinsel steht unter dem Schutz des Department of Conservation, dazu gehören die Hahei Marine Reserve mit ihrer eindrucksvollen Kalkstein-Küste ebenso wie die Regenwälder des vulkanischen Berglandes, in denen uralte riesige Kauri-Bäume die Holzfällerzeiten überlebt haben. Die Straße in Richtung Norden schlängelt sich an der mit Pohutukawa-Bäumen bewachsenen Westküste der Halbinsel entlang zu den kleinen Dörfern Coromandel und Colville.

Der Pohutukawa ist ein spektakulärer einheimischer Baum, dessen rote Blüten um Weihnachten herum blühen. Bei der Fahrt zur Ostküste gelangt man zur atemberaubenden Mercury Bay. Hier befinden sich zwei berühmte Strände – die wunderschöne Cathedral Cove und die einzigartige Hot Water Beach.

Der Hot Water Beach macht seinem Namen alle Ehre. Bei Ebbe kann man in der Nähe der Felsen mit etwas Fleiss heisse Pools aus dem Sand graben. Vulkanaktivitäten gibt es auf der Coromandel Halbinsel nur noch selten. Hot Water Beach ist außerdem ein guter Surfspot.

Die Coromandel – Halbinsel ist ein Paradies für Angler. An den begehrtesten Stellen sind die Regeln für Angler aufgestellt. Angeln ist nur für den eigenen Verzehr erlaubt. Fischen mit Netzen ist verboten.

Wir versuchen, unser Abendessen mit einer selbstgebauten Angelschnur zu sichern. Nach wenigen Minuten haben wir Erfolg. Ein stattlicher Snapper zappelt am Haken. Geschuppt, ausgenomen und auf dem offenen Feuer gegrillt schmeckt er uns besser als in jedem Fischrestaurant. Der subtropische Regenwald wächst bis an die Uferzonen hinein. Die Bäume sind von Moos und Schlingpflanzen umwuchert.

In den kleinen Buchten, die oft nur vom Meer aus zugänglich sind, finden wir regelrechte Wasserhöhlen. Mit dem Boot in diese Buchten zu fahren, ein wenig zu schnorcheln, frischen Fisch zu fangen und nach dem Essen anschließend im Sand zu dösen ist nicht nur ein Traum sondern gelebte Realität. Für viele der hier lebenden Neuseeländer ein alltägliches Erlebnis, für die meisten „Durch- Reisenden“ ein unvergessliches Abenteuer. Wir bleiben hier noch ein paar Tage, bevor wir uns von der Coromandel – Halbinsel verabschieden.

Ein letztes Mal genießen wir die Fahrt durch die unvergleichliche Vegetation und freuen uns auf neue weitere interessante Eindrücke auf unserer Reise. Eine weitere schöne Art, die Coromandel – Halbinsel zu „erfahren“, ist eine Tour mit dem Mountainbike durch vorher geplante Teilstrecken. Hier bietet sich besonders das Kauaeranga Valley an. Die Straße folgt dem Kauaeranga River und man kann an einigen Stellen zum Schwimmen verweilen. Man kann auch die Küstenstraße zum Square Kauri Tree hinauffahren, einem der größten und ältesten Bäume der Coromandel-Halbinsel.

Bilder Neuseeland – Coromandel Halbinsel

Neuseeland - Coromandel Halbinsel

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Südsee - Bora Bora
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Südsee – Bora Bora

von Joe OnTour 7. April 2018
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Südsee – Bora Bora

Das einzige Dorf auf Bora Bora ist Vaitape. Es besteht aus einer kleinen Ansammlung von Häusern, Läden und Restaurants. Hierher fahren die meisten Besucher der Insel, um Shoppen zu gehen. Bora Bora ist klein und übersichtlich. Die Insel kann man in 1 1/2 Stunden mit dem Auto oder in einigen Stunden mit dem Fahrrad umrunden. Die traumhaften oft einsamen weiten Strände laden zu ausgedehnten Spaziergängen ein.

Manchmal sitzt eine weiße Wolke wie eine Krone auf ihren Gipfeln, und nach Ansicht vieler Besucher ist Bora Bora schließlich auch die Königin der Südseeinseln. Wie von einer Perlenkette geschmückt, ist Bora, so die Kurzform unter Kennern, am Rande ihrer Lagune von schmalen, palmenbestandenen Inseln umgeben (den Motus) wie die kleinen Koralleninseln auf Polynesisch heißen. Das macht das einzigartige Erscheinungsbild Boras aus.

So bietet sich dem Reisenden ein Szenario, das er auf kaum einer anderen Insel Französisch-Polynesiens wiederfindet. Der Flughafen ist wie überall auf den kleinen Südseeinseln überschaubar. Wir haben uns einen Mietwagen gebucht, um die Insel näher erkunden zu können.

Seit Captain Cooks Zeiten, der vergeblich versuchte, hier zu landen, wurden auf den Inselchen zwar an einigen Stellen Hotels errichtet, aber die endlosen Strände blieben trotzdem erhalten. Der Mount Pahia ist immer wieder von fast allen Standpunkten der Insel zu sehen. Die Kulisse ist tatächlich so, wie man sie sich von einer Südseeinsel vorstellt.

Aber wo Licht ist, da gibt es auch Schatten. An manchen Tagen legen hier die großen Seeliner an, um wahre Invasionen von Touristenströmen auf die Insel zu schütten, dann ist es vorbei mit der Südsee-Idylle.

Zum Glück legen die grossen Kreuzfahrtschiffe nicht zu oft auf Bora Bora an. Wenn dieser Spuk vorbei ist, kehrt die Südsee-Romantik wieder ein. Die kleinen polynesischen Boote der Fischer bieten vor dem blauen Himmel der Südsee die perfekte Kulisse für die Fotos, von denen jeder Südsee-Reisende träumt.

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Südsee – Bora Bora – II

von Joe OnTour 7. April 2018
Erstellt von Joe OnTour

Südsee – Bora Bora – Reisebericht 2

Der Name Bora Bora klingt bereits wie ein Zauberspruch. Die verwunschene Landschaft aus grünen Gipfeln und leuchtenden Lagunen scheint nicht von dieser Welt zu sein. Wir haben uns einen Mietwagen organisiert und sind auf der etwa eineinhalbstündigen Inselrundfahrt. Den Mount Pahia immer im Blickfeld fahren wir an der mehr oder weniger befestigten Strasse entlang.

Das Bora Bora Lagoon Resort ist Mitglied der Leading Hotels of the World und der Small Luxury Hotels of the World. Es liegt auf der kleinen Insel Motu Toopua, gegenüber von Vaitape, etwa 15 Minuten mit dem Boot zum Flughafen. Das Hotel liegt nicht auf der Hauptinsel, sondern auf einer eigenen kleinen Vulkanspitze, mitten in der Lagune, mit Blick auf den erloschenen Vulkan Otemanu. Die Urlauber haben nicht nur die Wahl zwischen mehreren Hotels unterschiedlicher Kategorie, sondern auch, ob sie auf der Hauptinsel oder einer der vorgelagerten Motus wohnen wollen.

Auf den Motus stehen meist nur Rezeption, Restaurant, eine kleine Boutique und ein Wassersportzentrum. Genächtigt wird, sofern nicht doch ein paar Strand-Bungalows unter Palmen versteckt sind, in sogenannten Overwater-Bungalows auf Pfählen im Sand der Lagune. Bequemer geht’s kaum noch: Ein paar Schritte vom Bett entfernt kann man von der eigenen Veranda zu jeder Zeit zu den Fischen ins Wasser steigen. Verwaiste Strandabschnitte erreicht man dennoch nach einem Spaziergang von ein paar Minuten. Bora Bora ist ein klassisches Flitterwochen-Ziel, hat aber auch viele Mehrfachbesucher, darunter Taucher aus der ganzen Welt. Die Korallenriffe sind intakt. So sind neben kleinen bunten Fischen immer auch große Tiere wie Barakudas oder Haie zu sehen. Auf ganz andere Art wird Fisch im Restaurant Bloody Mary’s präsentiert: Der Gast stellt nämlich sein Menü aus dem gezeigten Tagesfang zusammen. Mit nur fünf Tischen ging man in den Siebzigern an den Start. Mittlerweile ist das Bloody Mary’s sowohl wegen seiner Küche bekannt als auch wegen der langen Namenstafel aller Berühmtheiten, die sich hier eingefunden haben.

Auf unserer Fahrt über die Insel könen wir an prächtigen Aussichtspunkten den Blick auf einsame Strände und Buchten genießen. Abseits der großen Hotels und Resorts kann man die Naturschönheiten der Insel in vollen Zügen auskosten. Immer wieder schweift der Blick auf die tropische Vegetation und auf einsame Strände.

Bilder Südsee - Bora Bora

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Südsee – Bora Bora – III

von Joe OnTour 7. April 2018
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Südsee – Bora Bora – Reisebericht 3

Kleine weisse Boote frischen das Bild des dunkelblauen Meeres auf. Durch den Mount Pahia werden immer wieder einige Wolken aufgefangen und dort können sie sich dann abregnen. Auf diese Weise spriesst auf der Insel ein immerwährendes üppiges Grün. An den weniger frequentierten Stränden stehen außerhalb der Touristenresorts kleine Hütten, in denen die Einheimischen wohnen.

Eine besondere Stimmung ist in den späten Abendstunden kurz vor dem Sonnenuntergang einzufangen. Die Sonne taucht das Meer, die Wolken und die weißen Schiffe in eine rötlich samtene Watte.

Ein junger Inselbewohner macht sich auf den Weg nach Hause. Barfuss, wie es hier üblich ist. Man darf den Kontakt zu Mutter Erde eben nicht verlieren. Ob er sein Zuhause auch als traumhaft empfindet? Oft ist das tägliche Leben der Inselbewohner von anderen Prämissen bestimmt, die von den meisten Urlaubern nicht wahrgenommen werden.

Wir suchen uns ein kleines einheimisches Restaurant und essen natürlich wieder eines der auf der Insel hervorragend kreierten Fischgerichte. Inzwischen zieht ein Hausboot im Südseestil am nahen Strand vorbei. Schade, dass die Zeit auf Bora Bora schon vorbei geht.

Bilder Südsee - Bora Bora

Südsee - Bora Bora

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Südsee - Samoa - Apia
Südsee

Südsee – Samoa – Apia

von Joe OnTour 3. April 2018
Erstellt von Joe OnTour

Südsee – Samoa – Apia

Das Leben in der Hauptstadt Apia geht einen ruhigen, ja fast besinnlichen Gang. Die Samoaner sind ausgesprochen freundliche und höfliche Menschen, wie die meisten Bewohner der Südsee.

Wir unternehmen einen Bummel durch die Stadt. In der Nähe des Marktes finden wir einige kleine Ladengeschäfte in denen alles für den täglichen Bedarf angeboten wird. Eine wahre Fundgrube zum Stöbern. Während unserer Stadtbesichtigung machen wir in einer kleinen Bar einen Zwischenstop. Die Bedienung empfiehlt uns einen einheimischen Spezialdrink. Brigitte scheint nicht so ganz begeistert zu sein….

Die Samoaner wurden schon früh zum Christentum bekehrt. Die Gotteshäuser weisen darauf hin. Das Innere der Kirche in Apia ist mit bunten Ballons geschmückt. Offensichtlich haben wir die Hochzeitsfeier um Minuten verpasst.

Das Regierungsgebäude von Samoa ist eines der prunkvollsten und grössten Gebäude der Insel. Die Volksvertreter unterscheiden sich hier in ihrem Präsentationsgehabe nicht von den europäischen Pendanten. Wir sehen noch, wie der Premier in seiner amerikanischen Stretch-Limousine vorfährt.

Das krasse Gegenteil trifft uns einige Strassenzüge weiter. Die Samoaner sitzen in ihrer bescheidenen aber bunten Bekleidung vor den Geschäften und halten Smaltalk. Erstaunlicherweise sind sie immer fröhlich und unbeschwert, auch uns Fremden gegenüber.

Bilder Südsee – Samoa – Apia

Südsee - Samoa - Apia

Südsee - Samoa - Apia

Südsee - Samoa - Apia

Südsee - Samoa - Apia

Südsee - Samoa - Apia

Südsee - Samoa - Apia

Südsee - Samoa - Apia

Südsee - Samoa - Apia

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Südsee - Samoa - Apia

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Südsee - Samoa
Südsee

Südsee – Samoa – I

von Joe OnTour 3. April 2018
Erstellt von Joe OnTour

Südsee – Samoa – Reisebericht 1

Das frühere West-Samoa ist das heutige Samoa und hat nichts mit Amerikanisch Samoa zu tun. Samoa liegt im Herzen der Südsee und ist lediglich wenige Flugstunden von Neuseeland entfernt. Tonga und Fidji sind ebenfalls mit dem Flieger schnell erreichbar. Wir haben Samoa auf unserer Südsee-Rundreise besucht.

Einchecken nach Samoa. Gleich nach der Ankunft beeindruckt uns die touristische Unversehrtheit dieser Insel. Es gibt nur wenige Hotels und der Touristenstrom scheint hier zu versiegen.

Vorab aber einige geschichtliche Infos zu Samoa: nach archäologischen Untersuchungen lassen sich die historischen Wurzeln von Samoa bis auf das Jahr 1000 vor Christus zurückverfolgen. Um diese Zeit ließen sich Polynesier auf Samoa nieder und entwickelten ihre eigene Kultur.

Der fruchtbare vulkanische Boden und die üppigen Fischgründe machten Samoa zur Heimat der Polynesier. Circa tausend Jahre später besiedelten die Insulaner die Marquesas – Inseln und Tahiti. Schon früh gab es Kontakte mit Fidji und Tonga. Im Gegensatz zu den anderen polynesischen Königreichen, in denen die Erbfolge galt, wurden in Samoa die Häuptlinge seit jeher vom Volk gewählt. Soziale Klassen gab es bereits damals nicht. Die Entwicklung zum Christentum begann im Jahre 1830. In diesem Jahr landete der englische Reverend John Williams von der Londoner Missionsgesellschaft mit seinem Schiff Messenger of Peace auf der Insel.

Bis 1840 hatte der missionarische Prediger alle Samoaner von seinem Glauben überzeugt. Er erreichte, dass die Samoaner sich mit langen Kleidern und Tüchern bekleideten. Das wiederum rief westliche Händler auf den Plan, die sogleich eine Handelsniederlassung für Baumwollstoffe gründeten. Deutsche, Briten und Amerikaner begannen, Botschaften zu errichten und machten ihren Einfluss auf die samoanische Regierung geltend. Die verunsicherten Häuptlinge schlossen sogleich mit allen Nationen Friedensverträge ab und bauten Handelsbeziehungen auf.

Zur internationalen Konfrontation führte im Jahre 1889 ein bewaffneter Aufstand der Samoaner. Kriegsschiffe aus Deutschland, England und Amerika trafen ein und ankerten im Hafen von Apia. Hier wurden sie von einem Hurrican überrascht, der vier ihrer Schiffe zum Kentern brachte und über 200 Menschen das Leben kostete. Diese instabile politische Lage zog sich bis Ende des 19. Jahrhunderts hin. Dann zog sich England zurück. Am 2. Dezember 1899 unterzeichneten Deutschland, Amerika und Samoa einen Vertrag, der das Land unter den Schutzmächten Deutschland und Amerika aufteilte. So entstanden die Staaten Westsamoa als „deutsche Kolonie“ und Amerkanisch Samoa als „amerikanische Kolonie“.

Soviel zur Geschichte von Samoa. Bei unserer Reise über die Insel sind wir von der Vielfalt der Vegetation überrascht. Die Hauptstraßen erinnern an Feldwege. Es gibt kaum PKW-Verkehr. Immer wieder sehen wir riesige Bäume mit 30- 40 m Höhe, die in weitgehend unkultivierter Landschaft stehen.

Bilder Südsee – Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

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Südsee - Samoa - Strände

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Südsee - Samoa - Folklore - fia fia
Südsee

Südsee – Samoa – Folklore – fia fia

von Joe OnTour 2. April 2018
Erstellt von Joe OnTour

Südsee – Samoa – Folklore – fia fia

Mittwochabends steigt das fia fia, das große Buffet mit samoanischen Tänzen. Dann mischt sich auch Apias begüterte Elite unter die Hotelgäste des Aggie Greys.

Bei der folkloristischen Darstellung treten die Akteure in landestypischen Kostümen auf.

Die Frauen tragen die bunten Blumenkränze der Südsee. Die Tänze sind eine Überlieferung alter historischer Folklore.

Sie drücken die Lebensfreude der Bewohner Samoas aus. Wir fühlen uns in eine andere Zeit zurückversetzt.

Dies ist eine Darbeitung, die man unbedingt gesehen haben sollte, wenn man das Hotel Aggie Greys auf Samoa besucht.

Bilder Südsee – Samoa – Folklore

Südsee - Samoa - Folklore - fia fia

Südsee - Samoa - Folklore - fia fia

Südsee - Samoa - Folklore - fia fia

Südsee - Samoa - Folklore - fia fia

Südsee - Samoa - Folklore - fia fia

Südsee - Samoa - Folklore - fia fia

Südsee - Samoa - Folklore - fia fia

Südsee - Samoa - Folklore - fia fia

Südsee - Samoa - Folklore - fia fia

Südsee - Samoa - Folklore - fia fia

Südsee - Samoa - Folklore - fia fia

Südsee - Samoa - Folklore - fia fia

Südsee - Samoa - Folklore - fia fia

Südsee - Samoa - Folklore - fia fia

Südsee - Samoa - Folklore - fia fia

Südsee - Samoa - Folklore - fia fia

Südsee - Samoa - Folklore - fia fia

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Südsee - Samoa - Strände
Südsee

Südsee – Samoa – Strände

von Joe OnTour 1. April 2018
Erstellt von Joe OnTour

Südsee – Samoa – Strände

Wir haben die Insulaner auf den Cook Islands ein wenig mit unserer Kamera beobachtet.
Eine interessante Strassenszene am Bus-Stop. Männer und Frauen tragen die für die Südsee so typischen bunten Pareos. Die feinen Wickeltücher aus Baumwolle sind meist mit farbenprächtigen Druckmustern versehen. Die Pareos werden sowohl als Kleid als auch als Rock getragen.

Den Polizisten in ihren blauen Röcken merkt man an, dass heute die Temperaturen jenseits der 40 Grad betragen. Auch wir machen bei dieser Hitze endlich eine wohlverdiente Rast nach unserer anstrengenden Insel -Tour.

Bilder Südsee – Samoa – Strände

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa

Südsee - Samoa - Strände

Südsee - Samoa - Strände

Südsee - Samoa - Strände

Südsee - Samoa - Strände

Südsee - Samoa - Strände

Südsee - Samoa - Strände

Südsee - Samoa - Strände

Südsee - Samoa - Strände

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Südsee - Tahiti
Südsee

Südsee – Tahiti

von Joe OnTour 31. März 2018
Erstellt von Joe OnTour

Südsee – Tahiti

Der Klang dieser Namen verleitet bereits zum Träumen. Mitten im Südlichen Pazifik erstreckt sich auf 4 Mio. km2 Meeresoberfläche das Gebiet Französisch-Polynesien, bestehend aus Tahiti und 117 Inseln in 5 Inselgruppen: Gesellschafts-, Tuamotu-, Marquesas-, Tubuaiund Gambier-Inseln. Tahiti und ihre Inseln spiegeln die Gemälde von Gauguin wieder: eine wunderbare Farbpalette vom satten Grün der Berge bis hin zum transparenten Blau der Lagunen. Der Maler Paul Gauguin (1848 bis 1903) lebte und wirkte auf Tahit.

Gemeinsam ist diesen Inseln die Kunst, das Leben zu genießen, die ansteckende gute Laune der Menschen, die hier leben. Sie fühlen sich wie in einem Traum, untermalt von den sehnsüchtigen Rhythmen der polynesischen Lieder. Die Insel besteht eigentlich aus zwei Inseln, die durch einen schmalen Isthmus miteinander verbunden sind und bedeckt 1043 km². Rund um die Insel liegt ein Korallenriff, das stellenweise unterbrochen ist. Etwa 70% der Bevölkerung von Französisch-Polynesien lebt auf Tahiti. Massive Regenwälder bedecken die Insel. Die Regenzeit dauert von November bis April. Tahiti ist die größte Insel von Französisch-Polynesien in der Südsee, deren ursprünglicher Name Otaheite lautet. Die Hauptstadt Papeete liegt an der Nordwestküste.

Auf unserer Reise über die Insel sehen wir mancherlei merkwürdige Erscheinungen. Direkt neben der Strasse steigen an einer Felswand Wasserdämpfe aus der Erde auf. Das hat allerdings nichts mit Magie zu tun. Die Brandung hat sich unter der Strasse eine Öffnung gebahnt und die Fontainen der Brandung schießen aus den Löchern bei jedem Wellenschlag empor. Ein Schauspiel der besonderen Art.

Wir passieren kleine Ficherdörfer. An den Stränden liegen die Boote der Fischer. Die Boote haben die für die Südsee typischen Ausleger an der Seite. Die Fischernetze werden zum Trocknen aufgehängt. So können sie auch gereinigt und gepflegt werden.

Bilder Südsee – Tahiti

Südsee - Tahiti

Südsee - Tahiti

Südsee - Tahiti

Südsee - Tahiti

Südsee - Tahiti

Südsee - Tahiti

Südsee - Tahiti

Südsee - Tahiti

Südsee - Tahiti

Südsee - Tahiti

Südsee - Tahiti

Südsee - Tahiti

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Südsee - Tahiti - Folklore
Südsee

Südsee – Tahiti – Folklore

von Joe OnTour 31. März 2018
Erstellt von Joe OnTour

Südsee – Tahiti – Folklore

Wer die Südsee – Inseln besucht, wird an den vielfältigen Folklore – Veranstaltungen nicht vorbeikommen. Die meisten sind eher auf die Bedürfnisse der Touristen abgestimmt. Man findet aber auch einige wenige Veranstaltungen, die den Zauber der ursprünglichen Tänze erahnen lassen.

Bereits die Jüngeren üben für den großen Auftritt. Manchmal sind nicht nur die Stars der Tanzgruppen interessant. Oft mischen sich auch Show- und Pop-Größen unter das Publikum.

Diese einheimischen Tänzer beherrschen ihr Metier. Choreographie, Maske und Kostüme werden perfekt vorgetragen. Ein Schauspiel, dass man sich nicht entgehen lassen sollte.

Bilder Südsee – Tahiti – Folklore

Südsee - Tahiti - Folklore

Südsee - Tahiti - Folklore

Südsee - Tahiti - Folklore

Südsee - Tahiti - Folklore

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Südsee - Tahiti - Folklore

Südsee - Tahiti - Folklore

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Südsee - Cook Islands
Südsee

Südsee – Cook Islands

von Joe OnTour 30. März 2018
Erstellt von Joe OnTour

Südsee – Cook Islands

Cook Islands, das sind 15 Inseln mit einer Gesamtfläche von nur 240 km, die sich auf einem Seegebiet von 2,2 Mio. qkm verteilen. Von den rund 18 000 Einwohner dieser Inseln leben 4.500 in der Hauptstadt Avarua auf Rarotonga. Die Cook-Inseln liegen während unserer Sommerzeit 12 Stunden hinter der mitteleuropäischen Zeit, im Winter sind es 11 Stunden.

Rarotonga ist eine Insel mit einem Umfang von 32 km. Das Leben hier geht einen beschaulichen und gemächlichen Gang. Die Insulaner auf den Cook Islands sind freundlich und lebensfroh, wie fast überall in der Südsee. Bei den auf den Cook Islands vorherrschenden Temperaturen kann man immer eine kleine Erfrischung gebrauchen.

In den Shops wird oftmals speziell für die Touristen angefertigte Billigware angeboten. Man findet aber auch in wenigen ausgesuchten Läden gut gemachte original polynesische Arbeiten.

Der Roratongan Express hält an den vorgemerkten Bus – Stops. Die Fahrt ist ein kleines Erlebnis der besonderen Art. Man sitzt in Längsrichtung nebeneinander und genießt den kühlenden Fahrtwind (keine Fenster) oder plaudert mit seinen Nachbarn. Die Busse werden von Einmannunternehmungen betrieben. Der technische Zustand ist nicht mit europäischen Maßstäben zu bewerten. Dafür sind sie bunt dekoriert. An diesem Ortssschild auf Südsee-Art mit den wichtigsten Destinations brauchen wir lange Zeit, um uns zu entscheiden, wohin jetzt unsere weitere Reise gehen soll.

Bilder Südsee – Cook Islands

Südsee - Cook Islands

Südsee - Cook Islands

Südsee - Cook Islands

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Südsee - Cook Islands - Markt Roratonga
Südsee

Südsee – Cook Islands – Roratonga

von Joe OnTour 30. März 2018
Erstellt von Joe OnTour

Südsee – Cook Islands – Markt Roratonga

Der Markt auf Roratonga ist eine echte Sehenswürdigkeit. Hier hat man hautnah die Gelegenheit, die Lebensphilosophie der Polynesier zu studieren.

Man muss sich durch ein buntes Gemisch aus Verkäufern, Besuchern und Waren schlagen. Die Händler, die unter dem Dach der Markthalle keinen Platz mehr finden, breiten ihre Waren dekorativ auf dem Boden aus. Angeboten wird so ziemlich alles, was die Inseln an eigenen Produkten hergeben. Aber auch importierte Waren sind zu finden, die aber in der Regel erheblich teurer als die eigenen Produkte sind.

Eine besondere Delikatesse sind natürlich die frischen Fische, hier eine Auswahl an Lobstern. Diese Frau verkauft ihre sebstgemachten Körbe aus Palmblättern.

Wenn die Kunden auf sich warten lassen, wird auf dem Boden sitzend gearbeitet oder ein kleines Schwätzchen gehalten, bei dem nicht selten die neuesten Nachrichten ausgetauscht werden.

Der Markt ist auch die Kommunikationszentrale und Nachrichtenagentur der Insel. Das soll nicht heissen, das es kein Radio und keinen Fernsehen gibt, der persönliche Kontakt ist aber hier noch viel stärker verwurzelt als in Europa.

Die Bewohner der Inseln reden miteinander und übereinander. Das ist Tradition und die wird in der Südsee noch gepflegt. Hierzu trägt auch der enge Verbund innerhalb der Familie bei.

Bilder Südsee – Cook Islands – Markt Roratonga

Südsee - Cook Islands - Markt Roratonga

Südsee - Cook Islands - Markt Roratonga

Südsee - Cook Islands - Markt Roratonga

Südsee - Cook Islands - Markt Roratonga

Südsee - Cook Islands - Markt Roratonga

Südsee - Cook Islands - Markt Roratonga

Südsee - Cook Islands - Markt Roratonga

Südsee - Cook Islands - Markt Roratonga

Südsee - Cook Islands - Markt Roratonga

Südsee - Cook Islands - Markt Roratonga

Südsee - Cook Islands - Markt Roratonga

Südsee - Cook Islands - Markt Roratonga

Südsee - Cook Islands - Markt Roratonga

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Österreich - Oetztal - Piburger See - Winter
Österreich

Österreich – Oetztal – Piburger See

von Joe OnTour 12. November 2017
Erstellt von Joe OnTour

Österreich – Oetztal – Piburger See – Winter

Die Winterlandschaft am Piburger See ist eine vollkommen andere im Gegensatz zu den Eindrücken, die man hier im Sommer hat. Wir beginnen unsere Wanderung wieder im Ort Ötz und wandern von hier aus auf dem gut beschilderten Weg hinauf zum Piburger See.

Es hat in der vergangenen Nacht ca. 20 cm geschneit. Der Weg ist trotzdem gut zu begehen. Uns empfängt eine Wintermärchenlandschaft. Keine Menschenseele ist weit und breit zu sehen.

Lediglich Spuren vom Wildwechsel sind im tiefen Schnee auszumachen. Riesige Felsbrocken, die auf den Köpfen weiss beschneit sind, säumen unseren Weg. Die Bäume vom letzten Holzschlag sind mit der weißen Pracht eingedeckt. Riesige Fichten und Tannen ragen in den blauen Morgenhimmel.

Mit ihren weissen Kronen sehen sie aus wie Gestalten aus der Urzeit. Dann empfängt uns der Piburger See in seiner vollen Winterpracht. Weite Teile des Sees sind vollkommen zugefroren. Die Hinweisschilder sind noch vom nächtlichen Schneesturm weiss verkleidet. Blick auf den verschneiten und zugefrorenen Piburger See.

So einfach, wie der Rundwanderweg um den Piburger See im Sommer ist, so schwierig gestalten sich jetzt die steileren Passagen. Vorsicht ist angesagt, da ein Ausrutscher in den See bei Temperaturen weit unter dem Gefriepunkt gefährlich wird. In dieser Jahreszeit hat man den See für sich allein. Keine Besucher sind weit und breit zu sehen. So können wir die Winterlandschaft in vollen Zügen geniessen. Blick auf den winterlich verschneiten Piburger See.

Bilder Österreich - Ötztal – Piburger See – Winter

Piburger See - Winter
Piburger See - Winter
Piburger See - Winter
Piburger See - Winter
Piburger See - Winter
Piburger See - Winter
Piburger See - Winter
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Frankreich
FrankreichAllgemeine Länderinfos

Korsika – Allgemeine Infos

von Joe OnTour 10. September 2017
Erstellt von Joe OnTour

Korsika – Allgemeine Informationen

Korsika – Allgemeine Informationen

Korsika ist eine Insel im Mittelmeer und eine Region Frankreichs. Die Insel liegt westlich von Italien auf der Höhe der Abruzzen, nördlich der italienischen Insel Sardinien und südöstlich von Frankreich.

Ihr korsischer Name ist Corsica, ihr französischer Corse.

Die Insel ist sehr gebirgig: Etwa 86 % der Insel sind Bergland, nur 14 % Küstentiefland. Auf Korsika ragen rund 50 Zweitausender in den Himmel. Der höchste Berg ist der Monte Cinto mit 2.706 m, der lediglich 25 km vom Meer entfernt liegt.

Größe und Verwaltung Mit einer Fläche von 8.680 km² ist Korsika die viertgrößte Insel im Mittelmeer. Die Insel bildet eine eigenständige französische Region (Collectivité de Corse) und ist territorial in zwei Départements gegliedert: Haute-Corse (Präfektur Bastia, ca. 45.000 Einwohner) und Corse-du-Sud (Präfektur Ajaccio, ca. 70.000 Einwohner). Ajaccio ist zugleich Hauptstadt Korsikas.

Lage und Ausdehnung Die Insel liegt im Mittelmeer zwischen dem 41. und 43. Grad nördlicher Breite und dem 8. und 10. Grad östlicher Länge. Sie misst von Norden bis Süden 183 km und von Osten bis Westen 83 km. Die abwechslungsreiche Küstenlinie ist rund 1.000 km lang. Die Entfernung nach Nizza (Frankreich) beträgt etwa 180 km, nach Livorno (Italien) rund 85 km und zur Nachbarinsel Sardinien nur etwa 12 km.

Bevölkerung Auf der Insel leben rund 355.000 Einwohner (Stand 2023, aktuellste verfügbare amtliche Zählung), was einer Bevölkerungsdichte von ca. 41 Einwohnern/km² entspricht. Damit zählt Korsika weiterhin zu den am dünnsten besiedelten Regionen Frankreichs. Rund 40 % der Bevölkerung leben in und um die beiden großen Städte Ajaccio und Bastia; etwa ein Drittel lebt im gebirgigen Landesinneren. Der Altersdurchschnitt liegt über dem französischen Festlandwert – rund jeder fünfte Korse ist über 65 Jahre alt.

Sprache: Korsisch und Französisch; Amts- und Verkehrssprache ist Französisch. Korsisch wird nach Schätzungen noch von rund 60.000 bis 100.000 Menschen aktiv gesprochen; eine offizielle Anerkennung als zweite Amtssprache der Insel gibt es bislang nicht.

Währung: Da Korsika zu Frankreich gehört, ist die gültige Währung der Euro.

Auskünfte: Offizielle Tourismus-Informationen zu Korsika und Frankreich allgemein bietet Atout France, die staatliche französische Tourismusentwicklungsagentur (Nachfolgeorganisation der früheren „Maison de la France“), online unter france.fr sowie über die offizielle Tourismusseite der Insel, visit-corsica.com.

Korsika – Klima

Im westlichen Mittelmeer sind die Sommer warm und regenarm, die Winter mild und vergleichsweise regenreich.

Im Hochsommer sind an der Küste mittags Temperaturen über 30 °C die Regel, die Wassertemperatur steigt dann auf rund 25 °C; die Durchschnittstemperatur im August liegt bei etwa 24 °C.

Im Winter sinkt die Wassertemperatur des salzreichen Mittelmeeres kaum unter 10 °C; die Durchschnittstemperatur im Januar liegt bei rund 9 °C.

Korsika lässt sich grob in drei Klimazonen unterteilen: Die mediterrane Klimazone endet bei etwa 500 m Höhe. Darüber schließt sich eine mediterrane Übergangszone bis etwa 1.000 m Höhe an, die im Sommer bis über 1.500 m reichen kann. Oberhalb dieser Zone beginnt die alpine Klimazone der korsischen Hochgebirge.

Korsika – Fauna

Auf Korsika leben hauptsächlich Wildschweine, die gemeinsam mit halbwild lebenden Hausschweinen die Macchia- und Waldflächen der Insel besiedeln. Daneben sind Fuchs, Feldhase und Wildkaninchen heimisch.

Das korsische Wappentier, der Mufflon (Wildschaf), ist selten geworden: Die Population dieses Kletterkünstlers liegt bei geschätzt 500 bis 800 Tieren, die sich fast ausschließlich noch in geschützten Hochgebirgsregionen finden – unter anderem im Regionalpark Corse, wo aktive Schutzprogramme laufen.

Zu den Vogelarten zählen unter anderem Amsel, Drossel, Fink, Specht, Nachtigall, Eisvogel und verschiedene Krähenarten. Ergänzt wird das Bild durch Greifvögel wie Bussarde, Sperber, Milane, Eleonorenfalken sowie Stein- und Fischadler.

Häufig anzutreffen sind zudem Insekten (Heuschrecken, Zikaden, Bienen), Gebirgsmolche, Eidechsen, Feuersalamander, Geckos und Landschildkröten. In den Gewässern der Insel finden sich Aale, Forellen, Meeräschen, Wolfsbarsche und Austern; vor der Küste können mit etwas Glück auch Delfine und Finnwale beobachtet werden.

Korsika – Flora

Die Waldfläche Korsikas wird auf 150.000 bis 250.000 Hektar geschätzt, was ungefähr einem Drittel der Gesamtfläche der Insel entspricht. Da sich die Grenze zwischen Wald und Macchia nicht exakt ziehen lässt, schwankt diese Zahl je nach Quelle. Zu den Hauptbaumarten zählen Schwarz- und Strandkiefer, Buche sowie Stein- und Korkeiche.

Im Süden dominieren ausgedehnte Korkeichenwälder, deren rötlich-braune Stämme nach dem Schälen besonders auffallen. Im Osten trifft man häufiger auf Eukalyptusbestände. In den Ebenen und auf Terrassenkulturen ist der Olivenbaum weit verbreitet, dessen Ernte traditionell mit Fangnetzen erfolgt.

Die Küstenvegetation wird geprägt von Platanen, Pinien, Agaven, Opuntien und Palmen. Auch die Edelkastanie fehlt nicht: Sie wächst überwiegend in der Übergangsstufe um 1.000 m Höhe, besonders in der Region Castagniccia mit rund 15.000 Hektar Kastanienwäldern.

Die Macchia, eine typisch mediterrane Vegetationsform aus dornenbewehrten, stacheligen und hartlaubigen Gewächsen, Bäumen, Büschen und Gräsern, prägt weite Teile der Insel. Typische Pflanzen sind Zistrose, Steinlinde, Erdbeerbaum, Myrte, Ginster, Wegedorn, Thymian und Lavendel. Manche Bestände erreichen Höhen von bis zu 10 m und durchziehen auch bewaldete Gebiete. Viele dieser Pflanzen schützen sich vor Austrocknung durch ölige, gummi- oder harzartige Absonderungen, die für den charakteristischen, intensiven Duft der Macchia verantwortlich sind – man kann die Insel bei Windstille schon von See aus riechen.

Korsika – Geschichte

Nur wenige Epochen der wechselvollen korsischen Geschichte brachten den Inselbewohnern dauerhaft friedliche Zeiten. Seit frühgeschichtlicher Zeit lernten die Korsen, sich durch Rückzug in die Berge vor Übergriffen zu schützen – ob durch fremde Truppen, Seeräuber oder den eigenen, oft ausbeuterischen Inseladel.

Bereits vor rund 3.500 Jahren befestigten die Ureinwohner Korsikas ihre Siedlungen. Als die Römer die Insel eroberten, halfen auch die Berge nur bedingt: Die Truppen drangen bis ins Landesinnere vor, schlugen den Widerstand nieder und dezimierten die Bevölkerung erheblich.

Die Völkerwanderungszeit brachte Korsika eine der unruhigsten Phasen seiner Geschichte, geprägt vom wechselnden Einfluss vandalischer, ostgotischer, byzantinischer und langobardischer Herrscher. Auch der Übergang zur päpstlichen Oberhoheit brachte keinen dauerhaften Frieden – Beutezüge maurischer Seefahrer setzten sich fort, teils mit dauerhaften Ansiedlungen.

Die 1133 vom Papst verfügte Teilung der kirchlichen Rechtshoheit über Korsika zwischen den Stadtrepubliken Pisa und Genua übertrug deren Rivalität auf die Insel und spaltete die Bevölkerung über Jahrhunderte in verfeindete Lager. 1284 unterlagen die Pisaner in der Entscheidungsschlacht bei Meloria endgültig; bis 1729 blieben die Genueser Alleinherrscher über Korsika.

Über die Kultur und Lebensweise der Ureinwohner ist vergleichsweise wenig bekannt. Die ältesten erhaltenen Bauwerke Korsikas stammen aus dem vierten Jahrtausend vor Christus; Dolmen und Menhire zeugen von einem ausgeprägten Totenkult der Megalithkultur. Um 1600 v. Chr. entstanden monumentale Menhirstatuen mit menschlichen Gesichtszügen, teils mit dargestellten Waffen, bis zu 4 Meter hoch.

Um 560 v. Chr. gründeten griechische Siedler an der Ostküste die Stadt Alalia (später Aleria); erst 259 v. Chr. brachen die Römer die griechische Handelsvorherrschaft.

1729 brach der Aufstand gegen die genuesische Herrschaft aus. 1736 gaben sich die Korsen eine eigene Verfassung und riefen kurzzeitig den deutschen Abenteurer Theodor von Neuhoff zum König von Korsika aus – er musste die Insel jedoch noch im selben Jahr wieder verlassen. 1755 wurde Pasquale Paoli zum General der korsischen Nation ausgerufen; er machte aus Korsika einen zeitweise unabhängigen Staat mit Corte als Hauptstadt – bemerkenswert unter anderem durch eine für ihre Zeit fortschrittliche Verfassung.

1768 verkaufte Genua seine Rechte an Korsika an Frankreich; nach der Niederlage des korsischen Heeres 1769 wurde die Insel französische Provinz. Am 15. August desselben Jahres wurde in Ajaccio Napoleon Bonaparte geboren – bis heute einer der bekanntesten Söhne der Insel.

Der Korsika-Konflikt und die aktuelle politische Entwicklung

Ab den späten 1950er-Jahren verstärkte der französische Staat seine wirtschaftliche und touristische Erschließung der Insel, was bei vielen Korsen den Eindruck weckte, gegenüber zugezogenen Investoren und Rückkehrern aus dem unabhängig gewordenen Algerien benachteiligt zu werden. Aus diesem Unmut entwickelte sich ab den 1960er-Jahren eine korsische Autonomie- und Unabhängigkeitsbewegung, aus der 1976 die paramilitärische Untergrundorganisation FLNC (Fronte di Liberazione Naziunale Corsu) hervorging. Zwischen den 1970er- und den 2010er-Jahren kam es auf Korsika wiederholt zu Sprengstoffanschlägen, die sich überwiegend gegen Einrichtungen und Repräsentanten des französischen Staates sowie gegen Ferienanlagen richteten; Touristen kamen dabei nach bisherigem Kenntnisstand nie zu Schaden.

Seit 2014 hat der FLNC seine bewaffnete Kampagne offiziell eingestellt. Parallel dazu haben gemäßigte korsische Nationalisten und Regionalisten deutlich an politischem Gewicht gewonnen: Seit 2015 stellen sie die stärkste Kraft im korsischen Regionalparlament. Nach gewaltsamen Protesten infolge des Todes des inhaftierten Attentäters Yvan Colonna im Jahr 2022 stellte Präsident Emmanuel Macron 2023 der Insel einen erweiterten Autonomiestatus in Aussicht. Ein entsprechender Verfassungsreformentwurf passierte im Juni 2026 die erste Lesung in der französischen Nationalversammlung, muss zur endgültigen Verabschiedung aber noch den Senat sowie eine qualifizierte Mehrheit im Kongress (bzw. ein Referendum) durchlaufen – der Ausgang und Zeitplan dieses Prozesses waren zum Zeitpunkt der Recherche noch offen. Vereinzelt kommt es weiterhin zu gewaltsamen Vorfällen im Umfeld rivalisierender Gruppierungen der ehemaligen Untergrundbewegung, die sich jedoch nicht gegen Touristen richten.

Für Reisende bleibt Korsika eine friedliche und sichere Destination; die politischen Auseinandersetzungen betreffen in erster Linie innenpolitische Fragen zwischen Ajaccio und Paris und sind im touristischen Alltag praktisch nicht spürbar.

Korsika – Essen & Trinken

Auf Korsika gibt es hervorragende Wurst- und Schinkenspezialitäten (Saucisse und Saucisson), die meist als Vorspeise (hors d’œuvres) serviert werden, aber auch einen ausgezeichneten Brotbelag abgeben.

Zu den besonderen Spezialitäten zählen Coppa und Lonzu, beides Schinkenspezialitäten: Lonzu wird im Naturdarm aus gewürztem Schweinefilet hergestellt, Coppa ist eine rollbratenähnliche Zubereitung aus durchwachsenem Schweinekamm. Der Prizuttu ist ein roher, butterweicher und zarter Schinken, hervorragend geeignet für die „casse-croûte“, belegte Brote. Figatelli heißen die dunklen Schweinsleberwürste, die gebraten oder pur zu Brot gegessen werden. Salsiccia ist eine weitere, meist kräftig gewürzte Würstchenart.

Fisch und Krustentiere sind auf Korsika vergleichsweise teuer; wegen rückläufiger Fangmengen wird zunehmend importiert. Langusten (korsisch „arigosta“) gelten bei Touristen als Delikatesse, echte korsische Langusten findet man am ehesten am Cap Corse oder in Bonifacio. Seeigel (Oursins) werden roh oder als Omelett zubereitet gegessen, Austern und Muscheln stammen häufig aus den Lagunen (Étangs) der Ostküste.

Auf Märkten oder in Fischhandlungen (Poissonneries) findet man Daurade (Goldbrasse) und Rouget (Rotbarbe), meist gegrillt serviert. Eine Delikatesse ist der recht teure Loup (Wolfsbarsch). Bekannt sind zudem zwei Fischsuppen: die „soupe de poisson“ mit geriebenem, geröstetem Brot sowie die – nicht zu verwechselnde – Aziminu, die korsische Variante der Bouillabaisse.

Bei Fleischgerichten dominiert die Lammkeule (Gigot d’Agneau), ebenso Lammkoteletts und -braten sowie Zicklein. Wildschwein (Sanglier) steht ab Beginn der Jagdsaison im Herbst als Braten, Ragout oder Terrine auf den Speisekarten; Marcassin bezeichnet den Frischling. Kaninchen ist im Landesinneren verbreitet.

Käse gibt es auf Korsika in reichhaltiger Auswahl, darunter zahlreiche Schafs- (Brebis) und Ziegenkäsesorten (Chèvre), meist pikant und herzhaft im Geschmack. Als Spezialität gilt der Brocciu, ein würziger, cremiger Frischkäse (nicht zu verwechseln mit dem aus Trockenmilch hergestellten Brousse), der traditionell nur von Oktober bis Juni erhältlich ist.

Diverses: Obst ist auf Korsika reichhaltig und preisgünstig erhältlich. Brot gibt es überwiegend als Weißbrot in den in Frankreich üblichen Formen – Baguette, Doppellaib, Flûte oder Panier; Vollkornbrot findet sich in Supermärkten. Honig (miel) ist ein beliebtes Mitbringsel und wird in vielen regionalen Geschmacksrichtungen angeboten, vom kräftig-bitteren Kastanienhonig bis zum milden Honig aus der Balagne. Gâteaux Corse ist ein plätzchenartiges Gebäck, das nach individuellen Rezepten jedes Bäckers variiert.

Zum Essen gehört auf Korsika, wie in ganz Frankreich, traditionell Wein. Das Angebot an korsischen Weinen ist vielfältig, ergänzt durch französische und italienische Weine. Der Muscat, ein Weißwein mit likörartigem Geschmack und rund 15 % Alkoholgehalt, erfreut sich besonderer Beliebtheit. In abgelegenen Gaststätten gehört – neben Wasser – der Pastis, ein rund 45-prozentiger Anisschnaps, der mit Wasser verdünnt auf Eis getrunken wird, zu den günstigsten Getränken.

Korsika – Unterkünfte

Korsika ist vom großflächigen Pauschaltourismus vieler anderer Mittelmeerdestinationen bislang weitgehend verschont geblieben. Das Angebot an Hotels und Ferienanlagen ist vergleichsweise begrenzt, das Preisniveau entsprechend hoch – vergleichbar mit dem der Côte d’Azur.

Für Ferienwohnungen am Meer sollte man je nach Lage und Saison mit deutlich vierstelligen Wochenpreisen rechnen, in gehobenen Lagen und zur Hochsaison auch mehr; auch Campingplätze sind während der Hauptsaison für Familien nicht ganz günstig. Wer in der Hauptsaison (Juli/August) auf der Insel Urlaub machen möchte, sollte sich frühzeitig um eine Unterkunft kümmern – unabhängig davon, ob Hotel, Ferienwohnung oder Campingplatz gewünscht ist. Günstiger reisen lässt es sich in der Vor- und Nachsaison (Mai/Juni bzw. September/Oktober), wenn zugleich das Klima angenehm und der Andrang geringer ist.

Fähre und Flug: Fähr- und Flugverbindungen zur Insel hängen stark von Reisetermin, Abflughafen und individuellen Vorlieben ab, sodass sich hier keine pauschalen Angaben machen lassen. Direktflüge gibt es saisonal von mehreren europäischen Flughäfen zu den korsischen Airports Ajaccio, Bastia, Calvi und Figari, häufig auch mit Low-Cost-Anbietern in der Sommersaison; außerhalb der Hochsaison sind Verbindungen mit Umstieg über das französische Festland (Paris, Lyon, Marseille, Nizza) üblicher. Fährverbindungen bestehen unter anderem ab Nizza, Marseille, Toulon sowie von mehreren italienischen Häfen (u. a. Livorno, Genua, Savona) und von Sardinien aus. Aktuelle Informationen zu Flug- und Fährverbindungen erteilt jedes qualifizierte Reisebüro oder die jeweiligen Fluggesellschaften und Reedereien direkt.


Hinweis: Alle Angaben zu Einwohnerzahlen, politischer Lage und Preisen können sich ändern und wurden nach bestem Wissen zum Stand August 2026 recherchiert. Für aktuelle Reise- und Sicherheitshinweise empfiehlt sich vor Reiseantritt ein Blick auf die Website des Auswärtigen Amtes sowie auf visit-corsica.com.

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Korsika - Calvi
Frankreich

Korsika – Insel

von Joe OnTour 10. September 2017
Erstellt von Joe OnTour

Korsika – Insel

Napoleon behauptete, er könne seine Heimat an ihrem Duft erkennen. Und tatsächlich riecht Korsika so intensiv wie kaum eine andere mediterrane Insel. Das Parfüm der Insel Korsika heisst Macchia, ein undurchdringlicher Pflanzenteppich aus Wacholder, Ginster, Myrte, Mastixstrauch, Thymian, Lavendel und vielen anderen Kräutern und Sträuchern.

Korsika im Frühjahr ist für Geruchsmenschen ein kleines Paradies, für Pollenallergiker mitunter die Hölle. Früher stand Macchia auch als Name für den korsischen Widerstand, denn oft versteckten sich politisch Verfolgte oder auch gewöhnliche Kriminelle in dem korsischen Pflanzendschungel. Heute ist Macchia ein Markenzeichen für die verschiedenen Produkte geworden, vom Likör über das Badeöl bis hin zum Parfüm. Eine Werbevokabel, die Umsatz verspricht.

Im Sommer wird die Macchia zum Problem. Das dichte Gestrüpp trocknet in der Hitze schnell aus und brennt wie Zunder. Eine achtlos weggeworfene Zigarette oder eine Glasscherbe, in der das Sonnenlicht gebündelt wird, genügen, um verheerende Brände zu entfachen. Oft werden die Feuer auch gelegt, hier von Bauern, um mit dem Feuer zu roden, dort von Landbesitzern, die so neues Bauland schaffen wollen. Ganz werden die Hintergründe nur selten geklärt. Korsika hält einen traurigen Rekord. Denn nirgendwo in Europa brennt es so oft wie hier, cirka 500 Mal im Jahr. 30 Löschflugzeuge sind auf Korsika stationiert. Rund um die Uhr sind sie in Alarmbereitschaft.

Bei den schweren Waldbränden im Jahr 2003 sind auf Korsika 18 Menschen verletzt worden. Allein an einem Wochenende brannten im Departement Haute Corse 7.100 Hektar Wald und Gebüsch nieder. 650 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Während die Ostküste von langen Sandstränden gesäumt ist, bietet die Westküste teils felsige, teils sandige kleinere und größere Buchten. Wer Ibiza-Trubel und kulturelle Highlights sucht, wird allerdings enttäuscht sein. Korsika ist bekannt durch seine Landschaft mit klaren Bächen und Flüssen, deren Wasser man ungekocht trinken kann. Während in den Bergen noch Schnee liegt, lockt das Mittelmeer oft schon mit 20 Grad Celsius warmen Wasser.

Hier liegen alpine Landschaften und einsame Badebuchten so nah beieinander sonst nirgendwo. Mit einer mittleren Höhe von 568 Metern gilt Korsika als die gebirgigste Insel des Mittelmeeres. Mehr als die Hälfte des Eilandes liegt über 400 Meter, 50 Gipfel sind höher als 2.000 Meter. Der höchste Berg, der Monte Cinto, misst 2.706 Meter. Und das Gefühl der Höhe ist besonders intensiv, weil das Meer so nah ist.

Wer Korsika durchwandert oder an einem der vielen kleinen wilden Strände sitzt, bekommt ein Gefühl dafür, wie das Mittelmeer vor tausend Jahren gewesen sein mag. Es gibt sie noch, die Stellen, an denen man nur den Wind und die Vögel hört oder das beständige Rauschen des Meeres an der Küste. Im Sommer ist es dann an vielen Orten auch in Korsika mit der Ruhe vorbei. Dann dröhnt eine Armada von stinkenden Motoryachten und Jetski an der Küste entlang.

Auf vielen Rückseiten von Automobilen und Motorrädern sieht man ihn als Aufkleber, den schwarzen Männerkopf mit krausem Haar und weißem Stirnband, das Freiheitssymbol der Korsen. Die Experten kommen zu keiner eindeutigen Aussage, woher das korsische Symbol stammt. Im Jahr 1762 wurde der Mohrenkopf mit dem Stirnband unter Pascal Paoli zum offiziellen Wappen und Symbol für den Freiheitskampf der Korsen bestimmt. Es ranken sich viele Geschichten um die Entstehung des Mohrenkopfes als Symbol für das korsische Nationalgefühl.

Geschichtsforscher sagen, der Ursprung liegt in Aragon. In der Zeit des Machtgerangels zwischen Pisa und Genua setzte der Papst den König von Aragon als Verwalter für Korsika und Sardinien ein. Aragons Flagge zeigte bereits vier Mauren, verteilt um ein Kreuz, die vermutlich aus den Siegen über die Araber während der Kreuzzüge hervorgeht .

Vincentellu d’Istria, ein Korse in Aragons Diensten und Erbauer der Zitadelle in Corte, kämpfte gegen die pisanischen und genuesischen Besatzer. Er brachte vermutlich den Korsen den Mohrenkopf. Er wurde auf Korsika Vizekönig, aber bald von den Besatzern geschlagen und in Genua hingerichtet.

Die korsische Musik hat oft das Leid und den Tod zum Thema. Viele korsische Gruppen haben die alten Lieder wiederentdeckt und mit modernen Rhythmen und Instrumenten neu arrangiert. Gesungen wird fast immer auf Korsisch.
Sprache
Korsisch ist eine Sprache der italienisch-romanischen Gruppe. So einfach das klingt, so schwer haben sich Sprachwissenschaftler getan, dies anzuerkennen. Denn erst mit der Veröffentlichung des wissenschaftlichen Lexikons romanischer Linguistik 1988 wurde Korsisch in eine Liste von 14 romanischen Sprachen aufgenommen und damit sprachwissenschaftlich geadelt.

Korsisch ist kein importiertes oder abgewandeltes Italienisch, sondern das Ergebnis einer langen Sprachentwicklung aus dem Urlatein. Der toskanische Einfluss war im 9. Jahrhundert sehr stark. Die Genuesen hinterließen trotz ihrer fünf Jahrhunderte dauernden politischen Herrschaft nur wenig von ihrer Sprache, da auch sie Toskanisch als Schriftsprache übernahmen.

Die Korsen engagieren sich für die Anerkennung ihrer eigenen Sprache. Am deutlichsten wird das dem Besucher, wenn er die übersprühten Ortsschilder sieht, zum Beispiel Morosaglia in Merusaglia oder Corte in Corti. Die korsischen Ortsnamen sind überwiegend italienisch, denn Genua stellte beim Verkauf an Frankreich 1769 eine Bedingung: dass die Ortsnamen italienisch bleiben sollten.

In kleinen Schritten fasst die Anerkennung der Sprache allmählich Fuß. Den Ortsverbänden wird es selbst überlassen, ob sie neue Ortsschilder mit den alten Namen aufstellen wollen. Porto heißt heute wieder Portu. Korsisch kann in Corte studiert werden und wird von der französischen Regierung mittlerweile als Regionalsprache offiziell anerkannt. Somit darf sie an Schulen unterrichtet werden, hat jedoch immer noch nicht den Status eines Pflichtfaches, was viele Korsen fordern.
Wandern
Korsikas hochalpine Welt ist nichts für Anfänger. Ein Teil der Wanderrouten ist überaus anspruchsvoll und verlangt gute Kondition und jede Menge Klettererfahrung. Etwa 30.000 Wanderer besuchen jährlich die Insel. Der GR („Sentier de Grande Randonèe“) 20 ist der wohl bekannteste europäische Wanderweg. Er verläuft entlang der Hauptwasserscheide von Calenzana im Nordwesten der Insel bei Calvi nach Conca im Südosten, bei Porto Vecchio.

Die Strecke misst etwa 170 Kilometer und 10.000 Höhenmeter. Der GR 20 führt zum großen Teil durch wildes, unbewohntes Gebiet und berührt als einzigen Ort Vizzavona. Insgesamt trifft der GR 20 nur viermal auf eine Straße, und zwar bei den bedeutendsten Pässen: Col de Vergio, Col de Vizzavona, Col de Verde und Col de Bavella. Die Strecke kann in 12 bis 15 Etappen bewältigt werden. 13 Hütten bieten dem Wanderer Schutz. In einem eng markierten Teil darf in Hüttennähe auch gezeltet werden.

Als Alternative zum GR 20 gibt es seit einigen Jahren leichtere Stecken zwischen fünf und 20 Wandertagen, zum Beispiel Mare e Monti, Mare a Mare Nord, Mare a Mare Sud.

Bilder Korsika – Insel

Korsika - Insel
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Korsika - Calvi
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