Südsee – Allgemeine Informationen
Wissenswertes zu Französisch-Polynesien Französisch-Polynesien, ein Überseeland Frankreichs (seit 2004 mit dem Status „Collectivité d’outre-mer“ und erweiterter Autonomie), besteht aus fünf Archipelen: den Gesellschaftsinseln (mit Tahiti, Moorea, Bora Bora), den Tuamotu-Inseln, den Marquesas-Inseln, den Austral-Inseln und den Gambier-Inseln. Das Seegebiet dieser 118 Inseln erstreckt sich über eine Meeresfläche von rund 4 Mio. km², die reine Landfläche beträgt jedoch nur etwa 4.000 km².
Der Flughafen von Papeete (Faa’a) befindet sich auf der Hauptinsel Tahiti, rund 17.500 km von Europa entfernt; die Flugzeit beträgt inklusive Zwischenstopp(s) meist rund 24 Stunden.
Einreisebestimmungen: EU-Bürger, darunter Deutsche, Österreicher und Schweizer, benötigen für einen Aufenthalt von bis zu 90 Tagen kein Visum. Erforderlich sind: – ein gültiger Rück- oder Weiterflugschein mit den erforderlichen Reisedokumenten, – ein bei Einreise noch mindestens 6 Monate gültiger Reisepass (Kindereinträge im Elternpass werden nicht mehr akzeptiert – jedes Kind benötigt einen eigenen Reisepass), – der Nachweis ausreichender finanzieller Mittel für die Aufenthaltsdauer.
Währung: Zentralpazifischer Franc (Franc Pacifique, XPF). Der XPF ist seit Einführung des Euro fest an diesen gekoppelt: 1.000 XPF = 8,38 EUR bzw. 1 EUR ≈ 119,3 XPF – dieser Kurs ist seit 1999 unverändert und gilt somit auch heute noch.
Geld: Kreditkarten sind in der Südsee heute nahezu überall verbreitet und die übliche Zahlungsart in Hotels, größeren Restaurants und Geschäften. Reiseschecks spielen dagegen praktisch keine Rolle mehr und werden von immer weniger Banken angenommen – von ihrer Mitnahme ist eher abzuraten. Auf weniger touristisch erschlossenen Inseln bleibt Bargeld (Landeswährung oder US-Dollar) weiterhin unverzichtbar, da Geldautomaten und Kartenterminals dort selten oder gar nicht vorhanden sind.
Netzspannung: Auf den Cookinseln, in Tonga, Samoa und Fidschi beträgt die Netzspannung 240 Volt/50 Hertz, der Anschluss erfolgt über einen dreipoligen Flachstecker – ein Mehrfachadapter (Weltreisestecker) ist unbedingt mitzunehmen. In Französisch-Polynesien beträgt die Netzspannung 220 Volt/50 Hertz mit europäischen Rundsteckern.
Zeit: Die Datumsgrenze verläuft mitten durch den Südpazifik: Fliegt man von Westen nach Osten, kommt man einen Tag früher an, umgekehrt verliert man einen Tag. Zu beachten ist außerdem, dass einige Inselstaaten (u. a. Samoa) 2011 die Datumsgrenze offiziell gewechselt haben, um ihre Zeitzone an die wichtigen Handelspartner Australien und Neuseeland anzugleichen. Die mitteleuropäische Sommerzeit verschiebt die jeweiligen Zeitangaben um eine weitere Stunde.
Post: Briefe oder Postkarten aus der Südsee nach Europa sind heute meist ein bis zwei Wochen unterwegs, teils auch etwas länger. Wer sich Post aus Europa nachsenden lassen möchte, kann diese mit dem eigenen Namen versehen an das General Post Office des jeweiligen Landes senden lassen, mit dem Vermerk „Poste restante“ (postlagernd) – dieser Service wird heute allerdings seltener genutzt als früher, da E-Mail und mobile Kommunikation die klassische Poste-restante-Nutzung weitgehend abgelöst haben.
Impfung & Gesundheit: Grundsätzlich ist für die direkte Einreise aus Deutschland keine Pflichtimpfung vorgeschrieben. Empfehlenswert sind dennoch die Standardreiseimpfungen sowie je nach Reiseziel und -dauer Hepatitis A, Typhus, Tetanus und Polio – eine individuelle reisemedizinische Beratung vor Abreise wird empfohlen, da sich Empfehlungen im Detail ändern können.
Eine Malariaprophylaxe ist beim Besuch von Vanuatu, Papua-Neuguinea und den Salomonen weiterhin unverzichtbar; die übrigen hier beschriebenen Reiseziele (Cookinseln, Fidschi, Französisch-Polynesien, Samoa, Tonga) gelten als malariafrei. Das in der Südsee vorkommende Dengue-Fieber wird durch Moskitos übertragen und tritt meist zwei bis drei Wochen nach der Infektion mit grippeähnlichen Symptomen auf; ein wirksamer Mückenschutz ist daher grundsätzlich empfehlenswert.
Die ärztliche Versorgung ist auf den einzelnen Südseeinseln sehr unterschiedlich: Auf den Cookinseln und auf Tahiti trifft man meist auf gut ausgebildetes medizinisches Personal, auf abgelegeneren Inseln kann die Versorgung deutlich eingeschränkt sein. Bei schwereren Erkrankungen erfolgt häufig eine medizinische Ausfliegung nach Australien oder Neuseeland. Eine leistungsfähige Auslandsreise- und Rückholversicherung sollte daher in jedem Fall abgeschlossen werden.
Empfehlenswert ist eine kleine Reiseapotheke (u. a. Mittel gegen Durchfall und Fieber, Desinfektionsmittel) sowie ein Moskitonetz für die Nacht, insbesondere bei einfacheren Unterkünften ohne Klimaanlage oder Fliegengitter.
Bevölkerung: Französisch-Polynesien zählt heute rund 280.000 bis 290.000 Einwohner (Stand 2026), davon der überwiegende Teil Polynesier, daneben Bevölkerungsgruppen asiatischer (v. a. chinesischer) und europäischer Herkunft.
Sprache
Cookinseln: Offizielle Landessprache ist Englisch, daneben ist Cook-Islands-Māori weit verbreitet: Kia orana (Hallo), meitaki (Danke), tapu (Eintritt verboten).
Fidschi: Es gibt drei offizielle Sprachen: Fidschianisch, Hindi und Englisch. Auf Fidschianisch sagt man: Bula (Hallo), Ni sa yadra (Guten Morgen), Vinaka (Danke schön), Ni sa moce (Auf Wiedersehen).
Französisch-Polynesien: Französisch und Tahitianisch sind offizielle Sprachen, mit Englisch kommt man auf den touristisch erschlossenen Inseln ebenfalls gut zurecht. Auf Tahitianisch sagt man: Ia orana (Hallo), Maeva (Willkommen), Māuruuru roa (Vielen Dank).
Samoa: Englisch ist offizielle Sprache, Samoanisch eng verwandt mit den polynesischen Sprachen Tahitis, der Cookinseln und Tongas. Talofa (Hallo), Afio mai (Willkommen), Tofā (Auf Wiedersehen), Manuia (Viel Glück), Fiafia (Fest), Palagi (Weißhäutiger).
Tonga: Tongaisch ist Landessprache, in der Schule wird zudem Englisch gelehrt. Auf Tongaisch sagt man: Mālō e lelei (Guten Tag), Mālō ‚aupito (Vielen Dank), ‚Ofa atu (Prost), Fale (Haus).
Reisezeit: Die beste Reisezeit für die Südsee liegt zwischen Mai und Oktober, im Südsee-„Winter“; auf den Cookinseln, auf Tonga oder in Französisch-Polynesien kann es spätabends dennoch kühl genug für einen Pullover sein.
Im Juli und August machen viele Australier und Neuseeländer auf den Sonneninseln Urlaub, zudem wird es auf Tahiti durch Besucher aus Frankreich, insbesondere in den dortigen Sommerferien, etwas voller.
Zwischen November und April, in der Regenzeit mit meist kurzen, aber heftigen Regenfällen, ist das Klima heiß und schwül (vor allem in Samoa und Fidschi); zudem steigt in dieser Zeit die Zyklongefahr deutlich. Im Südsee-Winter liegen die Tagestemperaturen meist bei 23–25 Grad.
Sicherheit: Auf allen hier beschriebenen Inseln ist die Kriminalitätsrate im internationalen Vergleich gering, Gastfreundschaft genießt hohen Stellenwert. Dennoch kommt es, wie in vielen touristisch geprägten Regionen, gelegentlich zu Gelegenheitsdiebstählen, insbesondere an Stränden – die üblichen Vorsichtsmaßnahmen (Wertsachen nicht unbeaufsichtigt lassen, Hotelsafe nutzen) sind empfehlenswert. Für Fidschi lohnt sich zudem, vor Reiseantritt einen Blick auf die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes zu werfen, da das Land in seiner jüngeren Geschichte mehrfach politisch instabile Phasen durchlaufen hat (siehe Geschichtsabschnitt).
Autoverkehr
Cookinseln: Linksverkehr, Gurtpflicht, Höchstgeschwindigkeit 50 km/h – auf Hunde und Schweine auf der Straße achten.
Fidschi: Linksverkehr, Gurtpflicht, Höchstgeschwindigkeit auf Landstraßen 80 km/h, in Dörfern 50 km/h oder weniger bei verkehrsberuhigenden Bodenschwellen.
Französisch-Polynesien: Rechtsverkehr, Gurtpflicht, Höchstgeschwindigkeit 40 km/h in Dörfern, 80 km/h auf Landstraßen.
Samoa: Wichtige Korrektur: Samoa hat 2009 von Rechts- auf Linksverkehr umgestellt (um leichter gebrauchte Fahrzeuge aus Australien, Neuseeland und Japan importieren zu können) – der frühere Hinweis auf Rechtsverkehr ist damit überholt. Straßen abseits der Hauptrouten sind bisweilen holperig, Dörfer sind häufig mit Bodenschwellen verkehrsberuhigt.
Tonga: Linksverkehr, Höchstgeschwindigkeit 65 km/h, in Dörfern 40 km/h. Begegnet einem der König in seiner Kolonne, ist anzuhalten. Trampen ist auf Tonga unerwünscht. Für die Anmietung eines Fahrzeugs ist auf Tongatapu gegen eine geringe Gebühr ein örtlicher Führerschein zu beantragen.
Mietwagen, Busse & Taxis: Die im ursprünglichen Artikel genannten Einzelpreise für Mietwagen, Busfahrten und Taxis stammten erkennbar aus den frühen 2000er-Jahren und sind heute in ihrer absoluten Höhe nicht mehr verlässlich. Die relative Einordnung bleibt jedoch meist zutreffend: Mietwagen und Taxis sind in Französisch-Polynesien und auf Fidschi vergleichsweise teuer, auf den Cookinseln und in Samoa dagegen moderater; Busse bzw. lokale Sammeltaxen sind praktisch überall die günstigste Fortbewegungsart. Für aktuelle Preise empfiehlt sich eine Recherche kurz vor Reiseantritt bei örtlichen Anbietern oder Reiseveranstaltern.
Tauchen: Ausrüstung für Tauchgänge kann vor Ort gemietet werden. Eines der beliebtesten Tauchgebiete ist die Astrolabe Lagoon nahe der Insel Kadavu (Fidschi).
Fischen, Golf & Wassersport: An vielen der größeren Resorts werden Hochsee-Angeltouren, Wasserskifahren, Reiten und Golf angeboten; auf Fidschi zählen unter anderem der Fiji Golf Club in Suva sowie mehrere Resort-Golfplätze zu den bekannteren Anlagen.
Trinkgelder: Trinkgelder sind in der Südsee traditionell weder im Restaurant noch im Hotel üblich und werden mancherorts sogar als unpassend empfunden – eine Ausnahme bilden touristisch stark von Japan und den USA geprägte mikronesische Inseln. In großen internationalen Hotelketten hat sich diese Zurückhaltung in den letzten Jahren teilweise gelockert; im Zweifel orientiert man sich am besten an den Gepflogenheiten vor Ort bzw. den Hinweisen des jeweiligen Hotels.
Botschaft (Frankreich) in Deutschland: Französische Botschaft, Pariser Platz 5, 10117 Berlin (die im Originalartikel genannte Adresse „Alexanderplatz 5″ ist überholt).
Honorarkonsulat Deutschland in Französisch-Polynesien: Für aktuelle Kontaktdaten empfiehlt sich eine Prüfung über die Website des Auswärtigen Amtes, da sich Adressen und Ansprechpartner von Honorarkonsulaten gelegentlich ändern.
Südsee – Klima
Auf Tahiti weht das ganze Jahr über ein erfrischender Südseewind. Man unterscheidet zwei Jahreszeiten: die heiße Jahreszeit von November bis März mit Durchschnittstemperaturen um 27 °C und eine kühlere Jahreszeit von April bis Oktober mit Durchschnittstemperaturen um 25 °C. Die Wassertemperatur beträgt konstant etwa 26 °C.
Die beste Reisezeit für die Südsee liegt zwischen Mai und Oktober, im Südsee-„Winter“. Im Juli und August machen viele Australier und Neuseeländer auf den Sonneninseln Urlaub, zudem wird es auf Tahiti durch französische Feriengäste etwas voller.
Zwischen November und April, in der Regenzeit mit meist kurzen, aber heftigen Regenfällen, ist das Klima heiß und schwül (vor allem in Samoa und Fidschi), außerdem steigt die Zyklongefahr deutlich. Im Winter liegen die Tagestemperaturen meist bei 23–25 Grad.
Südsee – Fauna
Pazifischer Flying Fox Die Frucht-Fledermaus oder der Flying Fox ist häufig im Koroyanitu-Nationalpark anzutreffen. Meist werden diese Tiere abends gesichtet, wenn sie ihre Lager verlassen. Der Flying Fox fliegt weite Strecken auf der Suche nach Früchten oder Blüten und ist während der Nacht lautstark zu hören. Weibliche Tiere tragen ihre Jungen am Bauch hängend.
Ein weiterer Flying Fox, der samoanische Flying Fox (Bekwa Lulu), ist ebenfalls im Koroyanitu-Nationalpark anzutreffen. Er besitzt eine weniger intensive Färbung und fliegt eher allein als in Gruppen; diese Art lässt sich auch tagsüber im Flug beobachten.
Wildschweine Das Wildschwein wurde von den ersten Siedlern nach Fidschi und andere Südseeinseln gebracht. Die meisten Tiere sind schwarz gefärbt, es gibt aber auch weiße, braune und gescheckte Exemplare. Sie plündern gerne die Gärten der Dorfbewohner, bevor sie sich wieder in die Wälder zurückziehen. Die Jagd auf Wildschweine ist nicht ganz ungefährlich, da männliche Eber mit ihren scharfen Stoßzähnen ein wehrhafter Gegner sein können, besonders wenn sie in die Enge getrieben werden.
Schleiereule Weit verbreitet, aber nur nachts aktiv, ernährt sich die Schleiereule fast ausschließlich von Nagetieren. Unverwechselbar ist ihr Ruf, den man häufig während des Flugs hört.
Bellende Taube Die bellende Taube ist eine große Waldtaube, die besonders auf Fidschi vorkommt. Man sieht sie oft auf gut sichtbaren Zweigen sitzen; bekannt ist sie für ihre lauten, bellenden Rufe. Sie ernährt sich von großen Früchten wie Muskatnuss und den Früchten der Sagopalme.
Roter Avadavat Kleine Gruppen des Roten Avadavat finden sich häufig in Grasebenen. Das Brutgefieder des Männchens zeichnet sich durch dunkles Burgunderrot mit weißen Punkten aus; außerhalb der Brutsaison sind Männchen wie Weibchen matt braun.
Pazifischer Goldregenpfeifer Fidschis häufigster Wintergast aus dem Norden ist dieser Watvogel, der meist in großer Zahl ab September eintrifft und Ende März/Anfang April wieder abzieht. Er lässt sich regelmäßig auf Schlamm- und Sandflächen der Inseln beobachten.
Gelbbrüstiger Moschus-Papagei Dieser große, auffällige Papagei lebt nur in den Wäldern von Viti Levu (Fidschi) und stößt häufig laute Schreie aus. Durch die fortschreitende Rodung des Regenwaldes ist sein Fortbestand weiterhin stark gefährdet; entsprechende Schutzprogramme laufen auf Fidschi.
Südsee – Flora
Fleischfressende Pflanzen Im nährstoffarmen Dschungel haben sich besonders trickreiche Strategien entwickelt, etwa bei den Kannenpflanzen: Ihre Fangorgane bestehen aus kannenartig umgeformten Blättern, die durch Nektarduft und Farbe Insekten anlocken. Die glatten, glitschigen Innenwände lassen die Beute abrutschen; am Boden der Kanne werden Insekten und gelegentlich auch größere Beutetiere wie Baumfrösche oder Tausendfüßler durch Verdauungssäfte aufgelöst und liefern der Pflanze wichtige Stickstoffquellen.
Orchideen Orchideen gehören zur größten Familie der blütentragenden Pflanzen. Ihre Größe variiert von 1 cm bis über 5 m, die Mehrzahl wächst epiphytisch, daneben gibt es terrestrische und auf Felsen wachsende Arten. Jede Blüte besitzt drei Kelch- und drei Blütenblätter, von denen eines zur Lippe geformt ist, auf der bestäubende Insekten landen – die Formenvielfalt der Blüten ist entsprechend enorm.
Taro Taropflanzen gedeihen vorwiegend in tropischen und subtropischen Regionen und wurden bereits vor über 2.000 Jahren erstmals kultiviert. Die Knollen enthalten rund 20 % Stärke sowie etwa 3 % Eiweiß, dazu reichlich Provitamin A und Vitamin C. Es existieren rund 1.000 verschiedene Taro-Sorten; die Knollen werden nach dem Schälen gewaschen und lassen sich ähnlich wie Kartoffeln kochen, grillen, backen oder frittieren – dabei sollte das Kochwasser einmal gewechselt werden, um enthaltenes Calciumoxalat zu entfernen.
Yams Ein wichtiger Stärkelieferant auf allen Märkten der Region; einzelne Knollen können bis zu 50 kg schwer werden.
Brotfrucht Der Brotfruchtbaum wird bis zu 20 m hoch und speichert Stärke in bis zu 2 kg schweren, grünen Früchten; die Blätter erreichen Größen von bis zu 80 x 50 cm.
Jackfrucht Der Jackfruchtbaum ähnelt der Brotfrucht, trägt jedoch noch größere Früchte von bis zu einem Meter Länge und 50 kg Gewicht, die direkt am Stamm und an älteren Ästen wachsen (Stammblütigkeit). Der Baum wird bis zu 25 m hoch.
Kokosnuss Kokosfleisch wird unter anderem zur Herstellung von Kosmetikprodukten verwendet, das Kokoswasser gilt in der traditionellen Anwendung als erfrischend und elektrolytreich.
Südsee – Geschichte, Kultur, Kunst
1502: Christoph Kolumbus erfährt von indigenen Informanten, dass sich jenseits der mittelamerikanischen Landenge ein Ozean erstreckt, deutet die Nachricht jedoch falsch.
1520: Ferdinand Magellan gelangt auf der Westroute nach den Molukken durch die nach ihm benannte Meerenge in den Südpazifik und nennt den Ozean „Mar Pacifico“.
1521: Magellan landet auf Guam und nennt die Inselgruppe „Islas de los Ladrones“ (Marianen, Mikronesien).
1616: Willem Schouten und Jacob Le Maire erreichen den Norden der Tongainseln, entdecken die Hoorn-Gruppe sowie Neuirland (Melanesien).
1642/43: Abel Janszoon Tasman entdeckt auf seiner Fahrt von Batavia aus Tasmanien, Neuseeland, das Zentrum der Tongainseln und berührt die Fidschi-Inseln sowie Neubritannien.
1722: Jacob Roggeveen entdeckt die Osterinsel und den Samoa-Archipel.
1764–66: John Byrons Südseereise führt über die Tuamotus, die Tokelau-Inseln und die Gilbertinseln zu den Marianen.
1766–69: Erste wissenschaftlich begleitete Südsee-Expedition unter Louis Antoine de Bougainville, Wiederentdeckung des Samoa-Archipels, der Neuen Hebriden und der Salomonen, Entdeckung der Louisiaden. Im selben Zeitraum entdeckt Samuel Wallis Tahiti, Philip Carteret findet die Santa-Cruz-Inseln und die Salomonen wieder und entdeckt die nach ihm benannte Meerenge zwischen Neuirland und Neubritannien.
1768–71: James Cooks erste Pazifikreise: Entdeckung der Austral-Gruppe und der Cookstraße, Wiederauffindung der Torresstraße.
1772–75: James Cooks zweite Pazifikreise: Entdeckung der Cookinseln, Besuche auf Tonga und den Marquesas, Entdeckung Neukaledoniens.
1776–80: Britische Forschungsreise unter James Cook (bis 1779): Entdeckung des Hawaii-Archipels; Cook stirbt am 14. Februar 1779 auf Hawaii.
1789: Kapitän William Bligh, nach der Meuterei auf der Bounty in einem offenen Boot ausgesetzt, durchquert die Fidschi-Gruppe und entdeckt deren Hauptinsel Viti Levu. Im selben Jahr wird Nauru von einem amerikanischen Walfängerkapitän gesichtet.
1835: Charles Darwin bereist mit der „Beagle“-Expedition Ozeanien und begründet auf Basis seiner Beobachtungen auf den Tuamotus, Tahiti und in Neuseeland seine Theorie zur Entstehung von Korallenriffen.
1838/1843: Tahiti wird zunächst französisches Protektorat, 1843 französische Kolonie.
1874: Die Fidschi-Inseln werden britische Kolonie.
1888: Nauru wird Teil Deutsch-Neuguineas, Chile annektiert die Osterinsel, Großbritannien erklärt u. a. die Cookgruppe zum Protektorat (ab 1901 neuseeländisches Territorium).
1897/1898: Die letzte hawaiianische Königin Liliʻuokalani wird 1893 gestürzt, 1898 annektieren die USA Hawaii formell.
1898–1900: Im Gefolge des Spanisch-Amerikanischen Krieges fällt Guam an die USA. Das Deutsche Reich erwirbt die übrigen Marianen, die Karolinen und Palau von Spanien und die Marshallinseln sowie Teile Samoas.
1914–1918: Deutschland verliert im Ersten Weltkrieg seine pazifischen Kolonien, die 1919/20 als Völkerbund-Mandate an Japan, Großbritannien, Australien und Neuseeland verteilt werden.
1941–45: Japanische Truppen erobern weite Teile Mikronesiens und Melanesiens, werden aber bis 1945 von alliierten Streitkräften zurückgeschlagen.
1959: Hawaii wird 50. Bundesstaat der USA.
1962: Westsamoa (heute Samoa) erlangt als erster pazifischer Staat die Unabhängigkeit.
1970: Tonga und Fidschi werden unabhängig.
1980: Die Neuen Hebriden werden als Vanuatu unabhängig.
1987: Auf Fidschi finden zwei Militärputsche statt, in deren Folge das Land den Commonwealth verlässt und Republik wird.
1994: Palau wird als 185. Mitglied in die UNO aufgenommen.
1995/96: Frankreich führt nach jahrelangen, international kritisierten Atomtests im Südpazifik (Mururoa, Fangataufa) eine letzte Testserie durch und beschließt 1996 nach heftigen internationalen und regionalen Protesten die endgültige Einstellung aller Atomversuche.
2000: Ein weiterer, ethnisch motivierter Putsch erschüttert Fidschi (Speight-Putsch); der demokratisch gewählte Premierminister wird kurzzeitig als Geisel genommen.
2006: Ein dritter Militärputsch unter Führung von Commodore Frank Bainimarama stürzt die fidschianische Regierung erneut; es folgt eine mehrjährige Militärregierung.
2009: Samoa stellt den Straßenverkehr von Rechts- auf Linksverkehr um.
2010: Frankreich verabschiedet ein Entschädigungsgesetz (Loi Morin) für Opfer der Atomtests in Französisch-Polynesien und der Sahara; die konkrete Umsetzung und Anerkennung von Entschädigungsansprüchen bleibt seither politisch umstritten und wurde in den Folgejahren mehrfach nachgebessert.
2013/2014: Fidschi verabschiedet eine neue Verfassung, 2014 finden erstmals seit dem Putsch von 2006 wieder demokratische Wahlen statt; Fidschi kehrt in den Commonwealth zurück.
2017: Die Marae Taputapuātea auf Raʻiātea (Gesellschaftsinseln) wird als erste Stätte Französisch-Polynesiens in die UNESCO-Welterbeliste aufgenommen – als bedeutendes spirituelles und kulturelles Zentrum des alten Polynesien.
Seit den 2020er-Jahren ist die Frage einer weitergehenden Autonomie bzw. Unabhängigkeit Französisch-Polynesiens von Frankreich politisch weiterhin präsent, ohne dass sich bislang eine klare Mehrheit für einen vollständigen Souveränitätsschritt abzeichnet; die 2004 eingeführte erweiterte Autonomie bleibt der aktuelle Status.
Südsee – Essen & Trinken
In den Hotels und Restaurants wird hauptsächlich französische Küche angeboten, daneben gibt es einige chinesische Lokale und Pizzerien. Das typisch polynesische Essen wird dagegen vorwiegend in Familien serviert, seltener in Restaurants.
Angeboten wird, was die jeweilige Insel bietet – die Zutaten sind meist fangfrisch und naturbelassen. Dazu zählen Poisson cru (roher, in Limettensaft und Kokosmilch marinierter Fisch), das Nationalgericht etwa der Tahitianer, sowie gebackener und gegrillter Fisch mit selbstgemachter Mayonnaise und schmackhafte Langusten. Auch Oktopus und große Muscheln gelten als Delikatesse. Fleischgerichte bestehen meist aus Huhn, seltener aus gebratenen Seevögeln.
Als Beilage dienen selbstgebackenes Brot, Reis und Knuspergebäck, häufig auch Brotfrucht, Taro und Süßkartoffeln. Als Nachtisch sind Fruchtsalate oder Crêpe Polynésie – zarte, mit Zucker bestreute Pfannkuchen – verbreitet. Oft gibt es zudem Kaffee mit Vanillearoma, statt Sahne wird häufig Kokoscreme gereicht.
Traditionell essen viele Polynesier mit den Fingern; Besteck ist in Familien weniger gebräuchlich und wird vor allem in Restaurants gereicht. In vielen Familien ist es üblich, dass nach dem Essen mit der Ukulele Musik und Gesang dargeboten werden.
Eine besondere Spezialität ist das Tamaara’a: Ein mit Kokosnüssen gefüttertes Schwein wird in Bananenblätter gewickelt und zusammen mit Brotfrucht, Taro und Süßkartoffeln mehrere Stunden auf heißen Steinen in einem Erdofen gegart. Als Vorspeise wird häufig roher Fisch serviert.
Zum Dessert gibt es oft Poe, einen dicken Brei aus Bananen, Papaya, Mango und Kokosmilch.
Südsee – Unterkünfte
Bungalows im Stil traditioneller Hütten heißen auf Fidschi „bures“, in Polynesien „fales“; sie bieten je nach Ausführung Platz für zwei bis vier, auf den Cookinseln bis zu sechs Personen. Grundsätzlich lässt sich häufig Geld sparen, wenn man Unterkünfte gemeinsam mit dem Flug über Fluggesellschaften ab Australien oder Neuseeland bucht; auch vor Ort lohnt sich die Nachfrage nach Sondertarifen.
Für Rucksackreisende hat sich die Infrastruktur in der Südsee in den letzten Jahren spürbar verbessert: Auf Tahiti, in Samoa, auf den Cookinseln und Fidschi gibt es heute deutlich mehr preiswerte Unterkünfte, Hostels und Campingplätze als früher, ähnlich dem in Australien und Neuseeland verbreiteten Backpacker-Standard – konkrete Preise haben sich seit den frühen 2000er-Jahren allerdings spürbar erhöht und sollten vor Reiseantritt aktuell recherchiert werden.
Cookinseln: Da viele Gäste aus Neuseeland und Australien kommen, sind zahlreiche Zimmer und Bungalows mit eigener Küche ausgestattet, eine Klimaanlage fehlt dagegen häufig. Ferienhäuser werden meist wochenweise vermietet; aktuelle Preise sollten direkt bei örtlichen Vermietern oder über gängige Buchungsplattformen recherchiert werden.
Fidschi: Luxuriöse Inselresorts sind vergleichsweise teuer, daneben besteht eine große Auswahl an preiswerteren Familienunterkünften, die sich vor allem an den australischen und neuseeländischen Markt richten. Backpacker finden auf Fidschi weiterhin ein gutes Angebot an einfachen, akzeptablen Unterkünften.
Französisch-Polynesien: Auf Tahiti verfügen meist nur größere Hotels über Klimaanlagen, Zimmer mit eigener Küche sind eher selten. Bora Bora zählt zu den preislich anspruchsvollsten Destinationen der Südsee, insbesondere bei den bekannten Overwater-Bungalow-Resorts; wer frühzeitig bucht oder Pauschalpakete (Flug/Unterkunft/Transfer) wählt, kann spürbar sparen.
Samoa: Außerhalb der Hauptstadt Apia ist das Hotelangebot begrenzt, nicht jede Unterkunft verfügt über einen eigenen Strandzugang. Wer campen möchte, sollte stets vorab den Matai (Dorfhäuptling) um Erlaubnis fragen – diese traditionelle Regel gilt nach wie vor.
Tonga: Der Standard vieler Hotels ist, abgesehen von einigen Inselresorts, weiterhin eher einfach. Campingurlaub ist in Tonga nicht vorgesehen; Übernachtungen auf unbewohnten Inseln sind nur mit offizieller Genehmigung möglich, Auskunft erteilt das Tonga Visitors Bureau.
Camping allgemein: Ausgewiesene Campingplätze im europäischen Sinne sind in der Südsee weiterhin selten. Nach Absprache mit dem jeweiligen Grundstückseigentümer ist das Zelten auf Privatgrund jedoch vielerorts möglich.
Hinweis: Alle Angaben zu Bevölkerungszahlen, politischer Geschichte, Preisen und Einreisebestimmungen können sich ändern und wurden nach bestem Wissen zum Stand August 2026 recherchiert. Für aktuelle, verbindliche Informationen empfiehlt sich vor Reiseantritt ein Blick auf die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes sowie die jeweiligen offiziellen Tourismusseiten der Inselstaaten.
Fragen zum Reiseziel Südsee
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Author: Joe OnTour
Autor + Reise-Blogger