Südafrika – Allgemeine Informationen
Die Republik Südafrika liegt an der Südspitze des afrikanischen Kontinents. Das Land wird im Osten vom Indischen Ozean, im Westen vom Atlantischen Ozean und im Norden von Namibia, Botswana, Simbabwe, Mosambik und Eswatini (früher Swasiland, seit 2018 offiziell umbenannt) begrenzt. Lesotho wird von Südafrika vollständig eingeschlossen.
Drei geografische Regionen dominieren Südafrikas Landschaft: das Binnenhochland, die Berge und die Küstenregion. Das Binnenhochland ist durch eine weitgehend gleichbleibende Höhenlage gekennzeichnet und wird durch Gebirgsabbrüche (die Große Randstufe), die über die Ebenen (Veld) des Hochplateaus emporragen, von den anderen Landschaftsformen abgegrenzt.
Obwohl es zwei große Flusssysteme gibt, den Limpopo und den Oranje, ist die Oberfläche des Plateaus wasserarm. An der Küste gibt es sowohl Sandstrände als auch Felsenbuchten, das Hinterland ist mit Sträuchern bewachsen. Die Bergregion, die sich vom Kap der Guten Hoffnung entlang der Küste bis zum Limpopo-Tal im Nordosten erstreckt, besteht aus den Drakensberg-, Nuweveld- und Strombergketten.
Provinzen (korrigiert): Seit den ersten demokratischen Wahlen 1994 ist Südafrika in neun Provinzen eingeteilt: Westkap (Provinzhauptstadt Kapstadt), Ostkap, Nordkap, KwaZulu-Natal, Free State (Bloemfontein), North West (Mahikeng), Limpopo (Polokwane – die ursprünglich „Northern Province“ genannte Provinz wurde bereits 2003 umbenannt), Mpumalanga sowie Gauteng (Johannesburg/Pretoria) – die im Original fälschlich als „Johannesburg“ bezeichnete neunte Provinz. Gauteng ist flächenmäßig die kleinste, aber mit weitem Abstand bevölkerungsreichste Provinz des Landes.
Hauptstadt: Pretoria (Regierungssitz, heute rund 2,5–3 Mio. Einwohner im Großraum). Kapstadt (Sitz des Parlaments, heute rund 4,8 Mio. Einwohner im Großraum). Bloemfontein bleibt daneben Sitz der obersten Berufungsgerichtsbarkeit – Südafrika verfügt damit einmalig über drei Hauptstädte mit jeweils unterschiedlichen Regierungsfunktionen.
Fläche: 1.219.090 km² (bzw. rund 1.213.090 km² reine Landfläche).
Bevölkerungszahl: rund 63 bis 65 Millionen (Stand 2025/26) – deutlich mehr als die früher genannten 42,1 Millionen (Stand 1999). Größte Metropolregion ist heute Johannesburg mit rund 4,8 Mio. Einwohnern, dicht gefolgt von Kapstadt mit rund 4,77 Mio.
Wirtschaft: Südafrika hat weiterhin die am weitesten entwickelte Industriewirtschaft im südlichen Teil Afrikas, auch wenn Nigeria und Ägypten inzwischen teils höhere Gesamt-BIP-Werte erreichen. Viehzucht ist weit verbreitet, Zucker und Getreide werden in großen Mengen erzeugt. Der Bergbau bleibt eine wichtige Wirtschaftssäule: Kohle wird in großen Mengen gefördert, dazu Chrom, Mangan, Vanadium und Platin. Die wertvollsten Rohstoffe des Landes sind weiterhin Gold und Diamanten, wenn auch Südafrikas Anteil an der Weltgoldproduktion gegenüber früheren Jahrzehnten deutlich zurückgegangen ist.
Bergbau und Landwirtschaft zählen weiterhin zu den bedeutenden Arbeitgebern und Exportsäulen, der größte Wirtschaftssektor ist heute jedoch klar der Dienstleistungssektor. Der Tourismussektor ist inzwischen einer der wichtigsten Deviseneinnahmequellen des Landes; die Besucherzahlen haben sich seit den früher genannten 6 Millionen (1999) mehr als verdoppelt, mit teils erheblichen Schwankungen durch die COVID-19-Pandemie 2020–2022 und einer seitherigen Erholung.
Die südafrikanische Wirtschaft kämpft seit Jahren mit strukturellen Herausforderungen: hoher struktureller Arbeitslosigkeit (die Quote lag zuletzt bei rund 30–33 %, teils noch höher als die im Original genannten 36 % aus dem Jahr 2000), wiederkehrenden Stromausfällen durch den maroden staatlichen Energieversorger Eskom sowie einem im internationalen Vergleich nur moderaten Wirtschaftswachstum. China, die USA, Deutschland und weitere EU-Staaten zählen heute zu den wichtigsten Handelspartnern.
Politik/Staatsform: Parlamentarische Republik (im Commonwealth) seit 1961, aktuelle Verfassung seit 1997. Zweikammerparlament: Nationalversammlung (400 Mitglieder) und Nationalrat der Provinzen (90 Mitglieder).
Aktueller Staats- und Regierungschef: Cyril Ramaphosa (ANC), im Amt seit Februar 2018 (als Nachfolger des zurückgetretenen Jacob Zuma), 2019 sowie 2024 im Amt bestätigt.
Wichtige aktuelle politische Entwicklung, die im Original fehlt: Bei den Parlamentswahlen im Mai 2024 verlor der ANC erstmals seit dem Ende der Apartheid 1994 seine absolute Mehrheit und erreichte nur noch rund 40 % der Stimmen. Da keine Partei eine eigene Mehrheit erzielte, bildete Ramaphosa eine „Regierung der Nationalen Einheit“ (Government of National Unity, GNU) – ein breites Bündnis aus ANC, der größten Oppositionspartei Democratic Alliance (DA), der IFP sowie mehreren kleineren Parteien. Dies markiert einen historischen Einschnitt in der südafrikanischen Nachkriegspolitik und wird von vielen Beobachtern als Chance für pragmatischere Reformen gewertet, auch wenn die Koalition intern immer wieder um Kurs und Postenbesetzung ringt.
Währung: 1 Rand (ZAR) = 100 Cents.
Südafrika – Bevölkerung, Sicherheit und Autofahren
Die großen Städte Südafrikas sind weiterhin von teils scharfen sozialen Gegensätzen geprägt: Während bessere Wohngebiete oft großzügig angelegt und gepflegt sind, bestehen die „Townships“, in denen nach wie vor ein erheblicher Teil der Bevölkerung lebt, überwiegend aus einfachen Häusern, Baracken oder informellen Siedlungen. Insbesondere die Townships, aber auch Teile der Innenstädte großer Städte wie Johannesburg, Pretoria, Kapstadt und Durban leiden weiterhin unter hoher Kriminalität; Südafrika zählt international zu den Ländern mit besonders hoher Gewaltkriminalitätsrate. Touristen können Ziel von Raubüberfällen werden, bei denen Täter mitunter nicht vor Gewalt zurückschrecken. Im Fall eines Überfalls wird grundsätzlich weiterhin dazu geraten, auf Gegenwehr zu verzichten und Wertsachen widerstandslos herauszugeben.
Für aktuelle, regional differenzierte Sicherheitseinschätzungen (z. B. zu bestimmten Stadtteilen oder Regionen) empfiehlt sich vor Reiseantritt ein Blick auf die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes, da sich die Lage regional und zeitlich unterscheiden kann.
Auto fahren: Es herrscht Linksverkehr; außerhalb der großen Ballungsräume ist der Verkehr meist überschaubar. Etwas Übung erfordert das Einfädeln in Kreisverkehre sowie die in Südafrika verbreiteten 4-Way-Stopschilder an vielen Kreuzungen: Wer zuerst an der Kreuzung ankommt, fährt auch zuerst, danach der/die Nächste in Ankunftsreihenfolge.
Ein Mietwagen sollte idealerweise bereits von zuhause aus gebucht werden; aktuelle Preise variieren je nach Saison, Fahrzeugklasse und Anbieter erheblich und sollten vor Reiseantritt verglichen werden.
Beim Überholtwerden hält sich der umsichtige Fahrer weit links bzw. weicht auf die Standspur aus, um den Überholenden vorbeizulassen; als Dank wird häufig kurz die Warnblinkanlage betätigt, der Überholte revanchiert sich mit kurzer Lichthupe – eine unter Einheimischen verbreitete, für Touristen oft neue Verkehrsgeste.
Südafrika – Klima
Südafrika erstreckt sich zwischen dem 22. und 34. Grad südlicher Breite und fällt somit in den Bereich der Subtropen. Im Vergleich zu Gebieten ähnlicher Breitenlage sind die Temperaturen jedoch in vielen Regionen niedriger. An der Westküste sorgt der kalte Benguela-Meeresstrom für gemäßigte Temperaturen; im zentralen Hochland ist es die Höhenlage (Johannesburg liegt auf rund 1.753 m Höhe), die auch im Hochsommer das Thermometer selten über 30 Grad klettern lässt.
Im Winter sinken die Temperaturen – ebenfalls höhenbedingt – bis auf den Gefrierpunkt, teilweise auch darunter; lediglich an den Küsten ist es dann wärmer. Niederschläge fallen vorwiegend in den Sommermonaten, mit Ausnahme des westlichen Kaps, das als Winterregengebiet gilt.
Die Jahreszeiten liegen den europäischen genau entgegengesetzt: Wenn in Deutschland Winter herrscht, ist in Südafrika Sommer – und umgekehrt. Der südafrikanische Winter (Juni bis August) ist meist trocken und angenehm warm, außer in der Region um Kapstadt, wo es um diese Jahreszeit ausgiebig regnen und nachts empfindlich kühl werden kann. In den Drakensbergen ist dann Schnee möglich. Im Hochsommer (Oktober bis Februar) steigen die Temperaturen bis auf rund 30 Grad, in Durban und den angrenzenden Provinzen ist die Luftfeuchtigkeit hoch.
In den Übergangsmonaten herrschen in ganz Südafrika klimatische Bedingungen, die sich mit dem südeuropäischen Frühjahr und Herbst vergleichen lassen.
Südafrika – Fauna
Südafrika ist zu Recht stolz auf sein reiches Naturerbe, das in zahlreichen Naturreservaten und Nationalparks sorgfältig geschützt wird. Das Land ist Heimat von mehr als 300 Säugetierarten, über 500 Vogelarten, mehr als 100 Reptilienarten sowie unzähligen Insektenarten.
Südafrika ist nicht nur Heimat der drei größten Landsäugetiere der Welt – Afrikanischer Elefant, Breitmaulnashorn und Flusspferd –, hier lebt auch das höchste (Giraffe), das schnellste (Gepard) und eines der kleinsten Säugetiere überhaupt (Zwergspitzmaus).
Die Artenvielfalt bleibt beeindruckend, auch wenn einige Arten seit Ankunft der Europäer ausgestorben sind. Das meiste Großwild lebt in den Nationalparks, wo die größte Chance besteht, Büffel, Löwen, Leoparden, Elefanten sowie Breit- und Spitzmaulnashörner zu beobachten. Alle großen Wildschutzgebiete Südafrikas liegen in der Savanne oder Halbsavanne.
Es gibt zahlreiche Antilopenarten wie Impala, Kudu oder Springbock, daneben Strauße, Flamingos und Zebras. Die Nashornwilderei bleibt trotz intensiver Schutzmaßnahmen ein ernstes Problem, insbesondere im Krüger-Nationalpark, wobei internationale Zusammenarbeit und verstärkte Ranger-Einsätze in den letzten Jahren zu einem gewissen Rückgang der Wilderei-Zahlen beigetragen haben. Die überwältigende Vielfalt der Tierwelt Südafrikas sollte man mit eigenen Augen erleben.
Südafrika – Flora
Mit über 20.000 Pflanzenarten – rund 10 % aller Pflanzenarten weltweit – verfügt Südafrika über eine außergewöhnlich artenreiche Flora.
Rund 8.000 Arten konzentrieren sich auf die kleine westliche Kapregion. Von den sechs Florenreichen der Erde stellt diese „Fynbos“-Vegetationszone am Kap eines dar – es handelt sich vorwiegend um immergrüne Hartlaubgewächse mit meist feinen, nadelartigen Blättern.
Der Fynbos ist besonders reich an prachtvollen Blütenpflanzen, allen voran die Proteas, von denen es über 130 verschiedene Arten gibt.
Steht der Reichtum an Blütenpflanzen dem gegenüber, sieht es bei den Waldbeständen ganz anders aus: Nur rund 1 % der Fläche Südafrikas ist bewaldet. Diese Wälder liegen fast ausschließlich im niederschlagsreichen Küstenstreifen des Indischen Ozeans und in den angrenzenden mittleren Höhenlagen des Randschwellengebirges. Es handelt sich dabei überwiegend um Plantagen mit importierten Baumarten, meist Eukalyptus, Kiefern oder Fichten.
Der ursprüngliche Wald fiel dem Raubbau weitgehend zum Opfer, da er wirtschaftlich lange als wenig nutzbringend galt und daher schon in der früheren Geschichte Südafrikas rücksichtslos gerodet wurde. Nur kleine Flecken des ursprünglichen „Indigenous Forest“ sind heute noch erhalten; die begehrten Harthölzer Yellowwood, Stinkwood und Ironwood stehen mittlerweile unter strengem Naturschutz.
Der weitaus größte Teil Südafrikas ist Grasland. Insbesondere im Highveld dominiert ein Bewuchs aus verschiedenen Gräsern, niedrigen Büschen und vereinzelten Akazien, meist Kameldorn oder Weißdorn. Im Nordwesten wird die Vegetation aufgrund geringerer Niederschläge spärlicher; vor allem im trockenheißen Namaqualand finden sich zahlreiche wasserspeichernde Sukkulentenarten sowie Aloen und Euphorbien.
Im Nordosten geht die Gras- und Dornsavanne zunehmend in eine dichter bewachsene Buschsavanne über. Besonders markant sind hier die Affenbrotbäume (Baobabs), die sich gut im nördlichen Teil des Krüger-Nationalparks beobachten lassen.
Südafrika – Geschichte und Kultur
Die Besiedlung Südafrikas durch Europäer begann in Kapstadt. Nachdem sich die Engländer zunächst gegen die Etablierung einer Kolonie am Kap der Guten Hoffnung entschieden hatten, erkannten die Holländer als Erste die strategische und ökonomische Bedeutung des Kaps. Im Auftrag der Holländisch-Ostindischen Handelskompanie landete der Kaufmann Jan van Riebeeck am 6. April 1652 in der Bucht am Fuß des Tafelbergs.
Seit Beginn des 18. Jahrhunderts dehnten sich die Siedler am Kap immer weiter nach Norden und Osten aus – getragen von den sogenannten Trekburen, weißen Farmern auf der Suche nach Weideland. Seit Ende des Jahrhunderts stellten sich ihnen die im Osten siedelnden Xhosa-Völker entgegen.
In den städtischen Gemeinden wuchs die Gefahr der Konfrontation zwischen nach politischer Selbstbestimmung strebenden Bürgern und einer schwachen, korrupten Kolonialverwaltung. In Swellendam und Graaff-Reinet wurden erste, nur kurzlebige Republiken ausgerufen. Der Machtkampf endete 1795 mit der Landung britischer Schiffe am Kap und der Übernahme der Kolonie durch das englische Königreich.
Das 19. Jahrhundert wurde vom „Groot Trek“ geprägt: Ab 1835 verließen mehr als 10.000 Buren, die „Voortrekker“, mit ihren Familien die Kapkolonie und zogen nach Norden und Nordosten. Zur gleichen Zeit bildeten sich im südlichen Afrika aus losen Stammesverbänden größere Volksgemeinschaften – ein Prozess, der keineswegs friedlich verlief. In diese Zeit fiel auch die Entwicklung des Zulu-Königreichs; durch ein hohes Maß an Gewalt erlangte der Zulu-Krieger Shaka die Oberherrschaft über verschiedene Zulu-Clans und dehnte seinen Machtbereich systematisch aus.
Nach vergeblichen Verhandlungen und mehreren katastrophalen Überfällen kam es 1838 zur entscheidenden Schlacht: Am 16. Dezember siegten 464 Buren unter Andries Pretorius über etwa 10.000 Zulu-Krieger.
Der portugiesische Seefahrer Vasco da Gama hatte die Bucht des heutigen Durban bereits Weihnachten 1497 erreicht und „Rio de Natal“ genannt; eine erste feste Siedlung, „Port Natal“, entstand jedoch erst 1823. 1835 erhielt der Ort nach dem damaligen Gouverneur der Kapkolonie den Namen Durban. 1844 wurde Natal britische Kronkolonie; der Anglo-Zulu-Krieg endete nach zahlreichen verlustreichen Kämpfen 1879 mit dem Sieg der Briten.
Nachdem die Voortrekker 1842 in Natal von den Briten besiegt worden waren, zog der Groot Trek weiter nach Nordosten in die Gebiete südlich und nördlich des Vaal-Flusses. Im Norden entstand zunächst das unabhängige Transvaal, später umgewandelt in die Südafrikanische Republik. Die Kapkolonie dehnte sich derweil weiter aus; 1848 wurde das gesamte Land zwischen Vaal und Oranje britisches Hoheitsgebiet. Am 23. Februar 1854 führte der Vertrag von Bloemfontein zur Gründung des Oranje-Freistaats.
Nach Gründung der Südafrikanischen Union 1910 wurde die Politik der konsequenten Rassentrennung durch ein Bündel von Gesetzen eingeleitet, die die Rechte der schwarzen Bevölkerungsmehrheit immer weiter beschnitten – etwa der „Mines and Works Act“ (1911) und der „Native Land Act“ (1913), der 7,3 % der Landesfläche zu „Reservaten“ für Schwarze erklärte und ihnen den Landerwerb außerhalb dieser Gebiete verbot.
Da es aufgrund fehlenden Wahlrechts und generellen Streikverbots für Nicht-Weiße kaum Möglichkeiten für politischen Protest gab, wurde 1912 der „African National Congress“ (ANC) sowie weitere Widerstandsbewegungen gegründet, die zunächst wenig effektiv agierten. Nach dem Zweiten Weltkrieg verschärften sich die Konflikte; die verunsicherte weiße Wählerschaft verhalf 1948 der rechtskonservativen National Party unter D. F. Malan, der drastische Maßnahmen gegen die vermeintliche „schwarze Gefahr“ versprochen hatte, zu einem Wahlsieg. Malan prägte den Begriff der „Apartheid“ und leitete deren systematische Umsetzung ein.
Frederik Willem de Klerk läutete im Februar 1990, wenige Monate nach seinem Amtsantritt, durch eine historische Parlamentsrede das Ende der Apartheid ein; das ANC-Verbot wurde aufgehoben, und wenige Tage später wurde Nelson Mandela nach 27-jähriger Haft freigelassen. In geheimen Verhandlungen hatten sich ANC und Regierung zuvor auf einen gewaltfreien, friedlichen Übergang und eine neue Verfassung geeinigt.
Im April 1994 fanden die ersten freien Wahlen Südafrikas statt, bei denen der ANC erwartungsgemäß einen überwältigenden Sieg errang. Am 10. Mai 1994 trat Nelson Mandela als erster schwarzer Präsident des neuen Südafrika die Nachfolge de Klerks an, der zweiter Vizepräsident der Interimsregierung wurde. Erster Vizepräsident wurde Thabo Mbeki, der Mandela 1999 als Präsident nachfolgte und bis 2008 im Amt blieb.
Fortsetzung der Geschichte bis in die Gegenwart – im Original fehlend: Nach Mbekis erzwungenem Rücktritt 2008 (im Zuge parteiinterner Machtkämpfe) folgte Kgalema Motlanthe als Übergangspräsident, ab 2009 dann Jacob Zuma, dessen fast neunjährige Präsidentschaft zunehmend von Korruptionsvorwürfen und der sogenannten „State Capture“-Affäre überschattet wurde. Nach parteiinternem Druck trat Zuma 2018 zurück; sein Nachfolger wurde der bisherige Vizepräsident und heutige Amtsinhaber Cyril Ramaphosa.
Ramaphosa gewann die Präsidentschaftswahl 2019 regulär, verlor mit dem ANC bei den Wahlen 2024 jedoch erstmals seit 1994 die absolute Mehrheit und regiert seither an der Spitze der oben beschriebenen „Regierung der Nationalen Einheit“. Zu den zentralen politischen Themen der letzten Jahre zählen die anhaltende Energiekrise mit wiederkehrenden landesweiten Stromabschaltungen („Load Shedding“), hohe Jugendarbeitslosigkeit, Korruptionsaufarbeitung sowie Debatten um eine mögliche Landreform.
Südafrika – Essen & Trinken
Einheimische Spezialitäten sind unter anderem Sosaties (eine Art Schaschlik), Bobotie (Hackfleisch mit Curry-Würzung), Bredies (Eintopf mit Fleisch, Tomaten und weiterem Gemüse), Crayfish (Flusskrebs) sowie Biltong (luftgetrocknetes Trockenfleisch) – Letzteres gilt bis heute als beliebter südafrikanischer Snack schlechthin.
Getränke: Südafrika produziert ausgezeichnete einheimische Weine – die südafrikanische Weinindustrie, vor allem rund um Stellenbosch, Franschhoek und Paarl, hat international in den letzten Jahrzehnten deutlich an Ansehen gewonnen. Auch Sherry wird im Land gekeltert. Liquor Stores, in denen Spirituosen verkauft werden, haben meist Montag bis Freitag von 9 bis 18 Uhr und samstags von 9 bis 13 Uhr geöffnet, wobei die genauen Öffnungszeiten je nach Provinz und lokalen Vorschriften variieren können; Alkohol ist inzwischen auch in vielen Supermärkten erhältlich.
Zur Begrüßung reicht man sich die Hand. Bei Privatbesuchen werden übliche Höflichkeitsformen erwartet; zwanglose Kleidung ist im Alltag angemessen, zu besonderen Anlässen elegante Kleidung. In Kinos und Theatern ist Rauchen verboten.
Trinkgeld: Rund 10 % sind üblich, wenn das Trinkgeld nicht bereits im Preis enthalten ist. Portiers, Kellner, Zimmerservice-Personal, Gepäckträger und Taxifahrer erwarten ein Trinkgeld; in Hotelrechnungen ist üblicherweise kein Bedienungsgeld enthalten.
Hinweis: Alle Angaben zu Bevölkerungszahlen, politischen Ämtern, der Sicherheitslage und wirtschaftlichen Kennzahlen können sich ändern und wurden nach bestem Wissen zum Stand August 2026 recherchiert. Für aktuelle, verbindliche Informationen empfiehlt sich vor Reiseantritt ein Blick auf die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes..
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Author: Joe OnTour
Autor + Reise-Blogger