Russland und St. Petersburg: Allgemeine Informationen für Reisende
Russland im Überblick
Russland ist mit rund 17,1 Millionen Quadratkilometern das flächenmäßig größte Land der Erde – es erstreckt sich über elf Zeitzonen, von der Ostsee im Westen bis zur Beringstraße im äußersten Osten, wo es nur wenige Kilometer von Alaska entfernt liegt. Trotz dieser gewaltigen Ausdehnung lebt der Großteil der etwa 144 Millionen Einwohner im europäischen Teil des Landes, westlich des Urals. Die Hauptstadt Moskau ist mit über 13 Millionen Einwohnern das politische, wirtschaftliche und kulturelle Zentrum, während St. Petersburg mit rund 5,4 Millionen Einwohnern die zweitgrößte Stadt und das historische „Tor nach Europa“ darstellt.
Amtssprache ist Russisch, eine ostslawische Sprache, die mit dem kyrillischen Alphabet geschrieben wird. In den großen Städten und touristischen Zentren sprechen viele jüngere Menschen sowie Angestellte in Hotels und Restaurants zumindest rudimentär Englisch, im ländlichen Raum und abseits der Touristenpfade ist dies jedoch deutlich seltener der Fall. Es empfiehlt sich, zumindest ein paar grundlegende russische Wörter und die kyrillischen Buchstaben zu kennen, da Straßenschilder, Speisekarten und Metrostationen meist ausschließlich auf Kyrillisch beschriftet sind.
Die Landeswährung ist der Russische Rubel (RUB). Internationale Zahlungskarten westlicher Anbieter wie Visa oder Mastercard funktionieren in Russland seit einigen Jahren aufgrund internationaler Sanktionen nicht zuverlässig beziehungsweise gar nicht. Reisende sollten sich daher grundsätzlich mit ausreichend Bargeld in Euro oder US-Dollar eindecken und dieses vor Ort umtauschen, da eine Versorgung mit Bargeld über ausländische Karten und Geldautomaten in der Regel nicht möglich ist. Auch Reiseschecks werden nicht akzeptiert.
Politisches System und Verwaltung
Russland ist verfassungsrechtlich eine föderale, semipräsidentielle Republik, gegliedert in eine Vielzahl von Föderationssubjekten – Republiken, Gebiete (Oblaste), autonome Kreise sowie die beiden Föderationsstädte Moskau und St. Petersburg, die einen eigenen, den Regionen gleichgestellten Verwaltungsstatus besitzen. An der Spitze des Staates steht der Präsident, dem weitreichende Machtbefugnisse zukommen; die Regierung wird vom Ministerpräsidenten geführt. Für Reisende ist vor allem relevant, dass staatliche Institutionen in Russland deutlich präsenter und einflussreicher im Alltag auftreten, als man dies aus vielen westeuropäischen Ländern gewohnt ist – etwa bei Registrierungspflichten für Ausländer, die sich länger als sieben Werktage im Land aufhalten, oder bei der Kontrolle von Ausweisdokumenten.
Bevölkerung, Religion und Kultur
Russland ist ein multiethnischer Staat mit über 190 anerkannten Volksgruppen, wobei ethnische Russen mit rund 80 Prozent die deutliche Mehrheit stellen. Die vorherrschende Religion ist das russisch-orthodoxe Christentum, das nach den Jahrzehnten staatlich verordneter Religionslosigkeit in der Sowjetzeit seit den 1990er-Jahren eine bemerkenswerte Wiederbelebung erfahren hat. Zahlreiche Kirchen und Klöster wurden in den vergangenen dreißig Jahren restauriert oder originalgetreu wiederaufgebaut. Daneben leben in Russland bedeutende muslimische, buddhistische und jüdische Gemeinschaften, vor allem in bestimmten Regionen wie dem Nordkaukasus, Tatarstan oder Burjatien.
Kulturell hat Russland der Welt einige der bedeutendsten Beiträge in Literatur, Musik, Ballett und bildender Kunst geschenkt. Namen wie Puschkin, Tolstoi, Dostojewski, Tschaikowski, Rachmaninow oder Kandinsky prägen bis heute das internationale Bild der russischen Kultur. St. Petersburg selbst war und ist ein Zentrum dieses kulturellen Schaffens: Hier wirkten Dostojewski und Puschkin, hier hat das weltberühmte Mariinski-Theater seinen Sitz, eine der bedeutendsten Opern- und Ballettbühnen der Welt, und hier gründete sich im 18. Jahrhundert die Russische Akademie der Künste.
Wirtschaft und Alltag
Russland verfügt über bedeutende Rohstoffvorkommen, insbesondere Erdöl, Erdgas und Metalle, die traditionell einen wesentlichen Teil der Staatseinnahmen ausmachen. Internationale Sanktionen infolge des Kriegs gegen die Ukraine haben seit 2022 tiefgreifende Auswirkungen auf Wirtschaft, Handel, Bankwesen und internationale Reiseverbindungen, die auch für Besucher aus dem Ausland unmittelbar spürbar sind – etwa bei der Nutzung von Zahlungskarten, bei Flugverbindungen oder beim Zugang zu bestimmten internationalen Dienstleistungen und Plattformen. Für den Alltag in St. Petersburg bedeutet dies, dass Reisende sich vorab gründlich informieren und entsprechend planen sollten, insbesondere in Bezug auf Bargeldversorgung und Kommunikation.
Geschichte in Kürze
Die Geschichte Russlands reicht von den mittelalterlichen Fürstentümern der Kiewer Rus über das Zarenreich, das im 18. Jahrhundert unter Peter dem Großen zur europäischen Großmacht aufstieg, bis zur Oktoberrevolution 1917, die das Land in die Sowjetunion verwandelte. Nach dem Zerfall der UdSSR 1991 entstand die heutige Russische Föderation. Diese wechselvolle Geschichte prägt bis heute das Stadtbild vieler russischer Metropolen: prunkvolle Zarenpaläste stehen neben monumentalen sowjetischen Bauten und modernen Hochhäusern – ein architektonischer Spiegel der politischen Umbrüche der letzten drei Jahrhunderte.
Klima und beste Reisezeit
Russland ist klimatisch enorm vielfältig, doch für den europäischen Teil des Landes, zu dem auch Moskau und St. Petersburg gehören, gilt grundsätzlich ein gemäßigt-kontinentales Klima mit kalten, oft strengen Wintern und warmen, manchmal schwülen Sommern. In St. Petersburg, das an der Ostsee liegt, mildert die Nähe zum Meer die Temperaturen etwas ab, gleichzeitig sorgt die feuchte Meeresluft für häufigen Nebel, Wind und Niederschlag – die Stadt gilt als eine der regenreichsten Großstädte Europas.
Die beliebteste Reisezeit für St. Petersburg liegt zwischen Mai und September. Besonders die Monate Juni und Juli sind wegen des Phänomens der „weißen Nächte“ gefragt, wenn die Sonne aufgrund der nördlichen Lage der Stadt nie vollständig untergeht und die Dämmerung bis in die frühen Morgenstunden anhält. In dieser Zeit ist allerdings auch mit deutlich höheren Preisen für Unterkünfte und mit vollen Sehenswürdigkeiten zu rechnen. Der Winter dagegen zeigt St. Petersburg von einer ganz anderen, stilleren Seite: verschneite Palastfassaden, zugefrorene Kanäle und kurze, aber stimmungsvolle Tageslichtstunden – allerdings bei Temperaturen, die häufig deutlich unter den Gefrierpunkt fallen.
St. Petersburg: Geschichte und Bedeutung
St. Petersburg wurde 1703 von Zar Peter dem Großen an der Mündung der Newa in die Ostsee gegründet, mit dem erklärten Ziel, ein „Fenster nach Europa“ zu schaffen. Über 200 Jahre lang, bis 1918, war die Stadt die Hauptstadt des Russischen Reiches und Sitz der Zarenfamilie. In dieser Zeit entstanden die meisten der prachtvollen Bauwerke, die das Stadtbild bis heute prägen: der Winterpalast, die Peter-und-Paul-Festung, unzählige Kirchen, Adelspaläste und die weitläufigen Kanalanlagen, die der Stadt den Beinamen „Venedig des Nordens“ eingebracht haben.
Im 20. Jahrhundert erlebte die Stadt, die zwischenzeitlich in Petrograd und später in Leningrad umbenannt wurde, dramatische Ereignisse: die Oktoberrevolution 1917 nahm hier ihren Ausgang, und im Zweiten Weltkrieg überstand die Stadt eine fast 900 Tage andauernde Belagerung durch deutsche Truppen, die mehr als eine Million Menschenleben forderte. Seit 1991 trägt die Stadt wieder ihren ursprünglichen Namen St. Petersburg und ist heute UNESCO-Weltkulturerbe mit einer der dichtesten Ansammlungen historischer Bauwerke weltweit.
Sehenswürdigkeiten im Überblick
Zu den bekanntesten Attraktionen zählen die Eremitage im Winterpalast mit einer der größten Kunstsammlungen der Welt, der weitläufige Palastplatz mit der Alexandersäule, die Erlöserkirche auf dem verklärten Blut mit ihren charakteristischen bunten Zwiebeltürmen sowie die Peter-und-Paul-Festung auf der Hasen-Insel. Außerhalb der Stadt locken die ehemaligen Sommerresidenzen der Zaren: Peterhof mit seinen berühmten Springbrunnenkaskaden am Finnischen Meerbusen und Zarskoje Selo mit dem Katharinenpalast und dem rekonstruierten Bernsteinzimmer. Der Newski-Prospekt, die zentrale Prachtstraße der Stadt, verbindet viele dieser Sehenswürdigkeiten und ist zugleich das Zentrum für Geschäfte, Cafés und Nachtleben.
Daneben lohnen sich Besuche der Isaakskathedrale mit ihrer vergoldeten Kuppel, von der aus sich ein Panoramablick über die gesamte Innenstadt bietet, sowie des Russischen Museums, das die weltweit größte Sammlung russischer Kunst beherbergt und damit eine gute Ergänzung zur internationalen Ausrichtung der Eremitage darstellt. Wer sich für maritime Geschichte interessiert, findet im Kreuzer „Aurora“, der am Newa-Ufer vor Anker liegt und einst mit einem Schuss das Signal zum Sturm auf den Winterpalast gab, ein weiteres bedeutendes historisches Wahrzeichen. Auch die Kunstkamera, Russlands ältestes Museum, mit ihrer kuriosen naturkundlichen Sammlung aus der Zeit Peters des Großen, zieht regelmäßig Besucher an.
Kunst, Musik und Nachtleben
St. Petersburg gilt seit jeher als kulturelles Herz Russlands. Neben dem Mariinski-Theater mit seinem weltberühmten Ballett- und Opernensemble gibt es zahlreiche weitere Bühnen, Konzertsäle und Galerien, die das ganze Jahr über ein dichtes Kulturprogramm bieten. Besonders im Sommer, während der weißen Nächte, verwandelt sich die Stadt zusätzlich in eine Bühne unter freiem Himmel: Straßenmusiker, Freiluftkonzerte und die traditionellen „Scharlachrote Segel“-Feierlichkeiten zum Ende des Schuljahres, bei denen ein mit roten Segeln geschmücktes Schiff die Newa entlangfährt, ziehen Zehntausende Zuschauer an die Ufer.
Feiertage und Veranstaltungen
Wichtige Feiertage, die den Alltag und die Öffnungszeiten in St. Petersburg beeinflussen können, sind unter anderem das orthodoxe Weihnachtsfest am 7. Januar, der Internationale Frauentag am 8. März, der Tag des Sieges am 9. Mai zur Erinnerung an das Ende des Zweiten Weltkriegs sowie der Russlandtag am 12. Juni. An diesen Tagen sind viele Geschäfte, Ämter und teilweise auch Museen geschlossen oder verkürzt geöffnet, während an anderen Orten größere Feierlichkeiten und Militärparaden stattfinden.
Einreise und Visum
Für deutsche, österreichische und Schweizer Staatsangehörige besteht grundsätzlich Visumpflicht für die Einreise nach Russland – eine visumfreie touristische Einreise gibt es für diese Staatsangehörigkeiten nicht. Für die meisten touristischen Aufenthalte bis 30 Tage kann ein elektronisches Visum (E-Visum) beantragt werden, das seit August 2025 einen Aufenthalt von bis zu 30 Tagen bei einmaliger Einreise ermöglicht und vollständig online beantragt wird, ohne dass eine Einladung eines Reiseveranstalters notwendig ist. Für längere Aufenthalte oder andere Reisezwecke – etwa Studium, Arbeit oder Familienbesuche – ist weiterhin ein reguläres Visum über ein Konsulat oder Visazentrum erforderlich, wofür in der Regel ein Einladungsschreiben (Voucher) eines lizenzierten russischen Reiseveranstalters vorgelegt werden muss.
Da sich Visabestimmungen kurzfristig ändern können, sollten Reisende ihre individuellen Voraussetzungen stets aktuell bei der zuständigen russischen Auslandsvertretung oder einem autorisierten Visadienstleister prüfen, bevor sie eine Reise planen oder buchen.
Aktuelle Sicherheitslage – ein wichtiger Hinweis
An dieser Stelle ist ein deutlicher Hinweis notwendig, der bei jeder Reiseplanung nach Russland berücksichtigt werden sollte: Das deutsche Auswärtige Amt hat seine Reisewarnung für Russland im Sommer 2026 auf das gesamte Staatsgebiet ausgeweitet – zuvor betraf sie vor allem die unmittelbar an die Ukraine angrenzenden Regionen. Grund sind die zunehmenden ukrainischen Drohnenangriffe, die inzwischen auch Moskau, St. Petersburg und andere Regionen im Landesinneren erreichen; nach Angaben des Ministeriums besteht landesweit eine erhebliche Gefährdung durch Drohnen und Trümmerteile abgeschossener Fluggeräte. Zusätzlich warnt das Auswärtige Amt vor dem Risiko willkürlicher Festnahmen durch russische Behörden, insbesondere da die Presse- und Medienfreiheit in Russland durch neue Zensurgesetze stark eingeschränkt ist und Verhaftungen und Verurteilungen jederzeit erfolgen können, auch aufgrund konstruierter Vorwände, die als politisches Druckmittel dienen können. Besonders hingewiesen wird auf die besonderen Risiken eines Russlandaufenthalts für Doppelstaatsangehörige.
Auch das österreichische Außenministerium stuft die Sicherheitslage ähnlich ein: Für die an die Ukraine angrenzenden Verwaltungsgebiete gilt die höchste Sicherheitsstufe, für die übrigen Regionen des Landes ein hohes Sicherheitsrisiko der Stufe 3 von 4, wobei es auch in Moskau und anderen russischen Städten immer wieder zu nächtlichen Drohnenangriffen sowie damit verbundenen Interneteinschränkungen und Beeinträchtigungen der Mobilität, insbesondere des Flugverkehrs, kommt. Von touristischen Reisen nach Russland wird derzeit ausdrücklich abgeraten.
Hinzu kommen praktische Einschränkungen im Alltag: internationale Kreditkarten funktionieren in Russland weiterhin nicht zuverlässig, weshalb Reisende ausreichend Bargeld einplanen müssen, und auch medizinische Notfälle können durch eingeschränkten Flugverkehr erschwert werden. Wer dennoch eine Reise nach Russland in Erwägung zieht, sollte die Lage bis kurz vor Reiseantritt engmaschig verfolgen, sich in Krisenvorsorgelisten der jeweiligen Botschaft registrieren, eine belastbare Auslandskrankenversicherung mit Rückholklausel abschließen und die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes beziehungsweise des österreichischen oder schweizerischen Außenministeriums konsequent beachten, da sich die Lage kurzfristig weiterentwickeln kann.
Anreise
St. Petersburg verfügt mit dem Flughafen Pulkowo über einen internationalen Airport, der jedoch aufgrund westlicher Sanktionen und der aktuellen Sicherheitslage nicht mehr von den meisten europäischen Fluggesellschaften direkt angeflogen wird. Direktflüge aus Deutschland, Österreich und der Schweiz sind derzeit in der Regel nicht verfügbar; eine Anreise ist meist nur mit Umsteigeverbindungen über Drittstaaten möglich. Auch der Luftraum über Teilen Russlands unterliegt zeitweisen Einschränkungen. Alternative Anreisewege über Landgrenzen, etwa über die baltischen Staaten oder Finnland, sind ebenfalls durch verschärfte Grenzregelungen und eingeschränkte Verkehrsverbindungen erschwert. Vor jeder Buchung sollte daher die aktuelle Verfügbarkeit realistischer Reiserouten sorgfältig geprüft werden.
Innerhalb der Stadt unterwegs
St. Petersburg besitzt ein gut ausgebautes U-Bahn-Netz (Metro), das zu den tiefsten der Welt zählt – manche Stationen liegen über 80 Meter unter der Erde, bedingt durch den sumpfigen Untergrund der Stadt. Viele Metrostationen sind selbst architektonische Sehenswürdigkeiten mit aufwendigen Mosaiken, Marmorverkleidungen und Kronleuchtern. Daneben verkehren Busse, Straßenbahnen und Trolleybusse, die ein dichtes, aber für Ortsunkundige mitunter unübersichtliches Netz bilden, da Fahrpläne und Haltestellenbeschilderungen überwiegend nur auf Kyrillisch verfügbar sind.
Für Fahrten abseits des öffentlichen Nahverkehrs werden in Russland meist lokale Taxi- und Fahrdienst-Apps genutzt, da westliche Anbieter wie Uber in der bekannten Form nicht verfügbar sind. Eine offizielle Registrierung im Voraus über eine russische Telefonnummer ist für die Nutzung dieser Dienste in der Regel erforderlich, was für kurzfristig Reisende eine zusätzliche Hürde darstellen kann. Klassische Straßentaxis ohne App-Vermittlung sollten aus Sicherheitsgründen möglichst gemieden werden.
Für Touristen empfiehlt sich zudem die Fortbewegung zu Fuß entlang der Kanäle sowie mit Booten auf den zahlreichen Wasserwegen, die im Sommer eine attraktive Alternative zum Straßenverkehr darstellen. Die historische Innenstadt ist kompakt genug, um viele der wichtigsten Sehenswürdigkeiten bequem zu Fuß zu erreichen.
Übernachten und Kulinarik
Das Angebot an Unterkünften reicht von einfachen Hostels über Mittelklassehotels bis zu historischen Luxushotels in ehemaligen Adelspalästen. In den zentralen Stadtteilen rund um den Newski-Prospekt und die Eremitage liegen die meisten touristisch relevanten Unterkünfte in fußläufiger Entfernung zu den wichtigsten Sehenswürdigkeiten.
Die russische Küche ist geprägt von deftigen, oft sättigenden Gerichten: Borschtsch (Rote-Bete-Suppe), Pelmeni (gefüllte Teigtaschen), Blini (dünne Pfannkuchen) sowie eine ausgeprägte Fisch- und Kaviarkultur aufgrund der Nähe zur Ostsee. Wodka gehört traditionell zur Trinkkultur dazu und wird meist eiskalt in kleinen Gläsern serviert.
Praktische Hinweise
Zeitzone: St. Petersburg liegt in der Zeitzone MSK (Moskauer Zeit), die das ganze Jahr über zwei Stunden vor der mitteleuropäischen Zeit (MEZ) beziehungsweise eine Stunde vor der mitteleuropäischen Sommerzeit (MESZ) liegt.
Stromnetz: Die Netzspannung beträgt 220 Volt, es kommen die europäischen Steckertypen C und F zum Einsatz, sodass in der Regel kein Adapter benötigt wird.
Kommunikation: Aufgrund unzuverlässiger internationaler Roaming-Verbindungen empfiehlt sich vor der Einreise entweder der Abschluss eines Roaming-Vertrags mit dem heimischen Mobilfunkanbieter oder der Erwerb einer Travel-eSIM. Internetzugänge und bestimmte westliche Kommunikationsdienste können in Russland eingeschränkt oder blockiert sein.
Reiseversicherung: Eine gültige Auslandskrankenversicherung ist bei der Einreise oft zwingend erforderlich und sollte in jedem Fall abgeschlossen werden, idealerweise mit einer Klausel für den Rücktransport im Notfall.
Trinkgeld: In Restaurants und Cafés ist es üblich, etwa 10 Prozent der Rechnungssumme als Trinkgeld zu geben, sofern dieses nicht bereits als Servicegebühr ausgewiesen ist. Auch bei Taxifahrten und Stadtführungen wird ein kleines Trinkgeld gerne gesehen, ist jedoch nicht zwingend erwartet.
Trinkwasser: Leitungswasser sollte in St. Petersburg nicht ohne Weiteres getrunken werden; abgefülltes Wasser ist überall günstig erhältlich und empfiehlt sich sowohl zum Trinken als auch zum Zähneputzen für empfindliche Mägen.
Kleidung: Beim Besuch orthodoxer Kirchen und Klöster wird von Frauen erwartet, die Schultern und, in vielen Fällen, den Kopf zu bedecken; Männer sollten keine kurzen Hosen tragen. In den Sommermonaten ist trotz milder Temperaturen aufgrund von Wind und häufigem Regen eine wetterfeste Jacke empfehlenswert, im Winter ist warme, mehrschichtige Kleidung mit rutschfestem Schuhwerk unerlässlich.
Notrufnummern: Die einheitliche Notrufnummer für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst lautet 112 und ist auch für ausländische Mobiltelefone erreichbar. Es empfiehlt sich, vor Reiseantritt zusätzlich die Kontaktdaten der zuständigen Botschaft oder des Konsulats des eigenen Landes in St. Petersburg oder Moskau zu notieren.
Rechtliche Besonderheiten: Reisende sollten sich bewusst sein, dass bestimmte Gesetze in Russland – etwa im Bereich von Meinungsäußerung, Fotografie militärischer oder sicherheitsrelevanter Einrichtungen sowie im Umgang mit als „ausländische Agenten“ eingestuften Organisationen – deutlich strenger ausgelegt werden können als in westeuropäischen Ländern. Vorsicht und Zurückhaltung bei politischen Themen sowie beim Fotografieren sensibler Objekte sind dringend anzuraten.
Fazit
St. Petersburg zählt architektonisch und kulturell zweifellos zu den eindrucksvollsten Städten Europas – ein Ort, an dem sich imperiale Geschichte, europäischer Städtebau und russische Identität auf einzigartige Weise verbinden. Gleichzeitig hat sich die Ausgangslage für Reisende in den vergangenen Jahren durch internationale Sanktionen, eingeschränkte Flugverbindungen, praktische Einschränkungen im Zahlungsverkehr und vor allem durch die im Jahr 2026 auf das gesamte Land ausgeweitete Reisewarnung erheblich verändert. Wer eine Reise nach St. Petersburg plant, sollte diese Rahmenbedingungen sehr ernst nehmen, sich unmittelbar vor Reiseantritt bei den offiziellen Stellen des Auswärtigen Amtes beziehungsweise der zuständigen nationalen Außenministerien informieren und die eigene Reiseentscheidung sorgfältig und verantwortungsvoll abwägen.
Hinweis: Die Angaben zu Visabestimmungen, Sicherheitslage und Einreisebedingungen basieren auf dem Stand August 2026 und können sich kurzfristig ändern. Vor Reiseantritt sollten unbedingt die aktuellen, verbindlichen Informationen des Auswärtigen Amtes (auswaertiges-amt.de), des österreichischen Außenministeriums (bmeia.gv.at) beziehungsweise des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten sowie der zuständigen russischen Auslandsvertretung eingeholt werden.
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Author: Joe OnTour
Autor + Reise-Blogger