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Irland – Allgemeine Informationen

von Joe OnTour
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Irland – Allgemeine Infos

 
Irland ist ein traditionell überaus beliebtes Reiseland, in dem Besucher mit der sprichwörtlichen irischen Gastfreundschaft empfangen werden und in aller Regel einen unbeschwerten Urlaub verbringen.
Insbesondere in den größeren Touristenzentren und Ballungsräumen, allen voran in den belebten Ausgehvierteln von Dublin (wie dem Temple-Bar-Bezirk), ist jedoch Vorsicht vor Taschendiebstahl und Kleinkriminalität angebracht. In der Haupturlaubszeit kommt es gelegentlich zu Aufbrüchen von Mietwagen an unbewachten, abgelegenen Parkplätzen entlang von Küstenstraßen, bekannten Aussichtspunkten (wie an den Cliffs of Moher) oder Wanderwegen. Es empfiehlt sich daher, das Fahrzeug stets komplett abzuschließen, keine Wertgegenstände offen im Auto liegenzulassen und nach Möglichkeit auf belebten Parkflächen zu parken. Im Pannenfall auf den irischen Autobahnen und Nationalstraßen sollte man sich vergewissern, dass der Pannendienst im offiziellen Auftrag des zuständigen Automobilclubs (wie der AA Ireland) oder des Autovermieters handelt.
 
 
Fläche: 70.273 km² (bezogen auf die Republik Irland, welche rund fünf Sechstel der gesamten irischen Insel umfasst; die verbleibenden rund 14.130 km² gehören als Nordirland zum Vereinigten Königreich).
 
Bevölkerungszahl: rund 5,3 bis 5,4 Millionen (Stand 2025/26). Dies stellt einen deutlichen Zuwachs gegenüber früheren Jahrzehnten dar; Irland verzeichnet seit den 2000er-Jahren ein konstantes Bevölkerungswachstum, das sowohl durch eine vergleichsweise hohe Geburtenrate als auch durch starke internationale Zuwanderung getragen wird.
 
Bevölkerungsdichte: rund 76 Einwohner pro km².
 
Hauptstadt: Dublin (Baile Átha Cliath), heute mit rund 590.000 Einwohnern in der eigentlichen Kernstadt und rund 1,5 Millionen Menschen in der gesamten Metropolregion (Greater Dublin Area).
 
Geografie: Irland nimmt den weitaus größeren Teil der gleichnamigen Insel im Nordatlantik ein. Im Nordosten grenzt die Republik an Nordirland und damit an das Vereinigte Königreich. Im Osten wird die Insel durch die Irische See und den St.-Georgs-Kanal von Großbritannien getrennt, während im Westen und Süden der offene Atlantische Ozean anschließt.
 
Die geografische Gestalt Irlands gleicht einer weiten, flachen Beckenlandschaft im Landesinneren, die von einem unvollständigen Ring aus Bergen und Hügelketten an den Küsten umgeben ist. Das Landesinnere ist geprägt von weiten Ebenen, saftigen grünen Weiden, zahlreichen Torfmooren und großen Fluss- und Seensystemen. Der längste Fluss des Landes und der gesamten britischen Inseln ist der Shannon mit einer Länge von rund 360 km, der sich durch mehrere große Seen (wie den Lough Derg) schlängelt.
Die höchsten Erhebungen finden sich im Südwesten der Insel in der Grafschaft Kerry. Hier liegt das Gebirge der Macgillycuddy’s Reeks, in dem sich mit dem Carrauntoohil (1.038 m) auch der höchste Berg Irlands befindet.
 
Die irischen Küsten weisen eine Gesamtlänge von über 1.400 km auf und zeigen markante Unterschiede. Während die Ostküste flacher verläuft und breite Sandstrände besitzt, ist die Westküste zum Atlantik hin extrem zerklüftet. Hier ragen spektakuläre Steilklippen wie die berühmten Cliffs of Moher oder die Klippen von Slieve League senkrecht aus dem Meer, und tiefe, fjordähnliche Buchten schneiden weit in das Land ein. Dem Festland vorgelagert sind zahlreiche kleinere Inseln wie die Aran-Inseln oder Achill Island.
 
Sehenswürdigkeiten/Attraktionen: Irland ist weltberühmt für seine mystischen Kulturstätten und grandiosen Naturlandschaften. Zu den wichtigsten Attraktionen zählen die Welterbestätte Newgrange (ein steinzeitliches Hügelgrab), der spektakuläre Küstenabschnitt des „Ring of Kerry“, die Klippen von Moher, der Wild Atlantic Way sowie der Killarney-Nationalpark. Kulturelle Zentren wie Dublin (mit dem berühmten Trinity College), Galway und Cork bieten ein reiches Angebot an Musik, Literatur und Geschichte.
Staatsform: Parlamentarische Republik seit der Verfassung von 1937. Das Zweikammerparlament (Oireachtas) besteht aus dem gewählten Abgeordnetenhaus (Dáil Éireann) mit derzeit 160 bis 174 Abgeordneten (die Zahl wird regelmäßig an das Bevölkerungswachstum angepasst) und dem Senat (Seanad Éireann) mit 60 Mitgliedern.
 
Staatsoberhaupt: Präsident Michael D. Higgins, im Amt seit dem 11. November 2011. Er wurde 2018 für eine zweite siebenjährige Amtszeit wiedergewählt. Der als Dichter und Intellektueller geschätzte Politiker genießt im irischen Volk über alle Parteigrenzen hinweg ein außerordentlich hohes Ansehen.
 
Regierungschef: Premierminister (Taoiseach) Simon Harris (Fine Gael), im Amt seit April 2024, nachdem sein Vorgänger Leo Varadkar zurückgetreten war. Die irische Innenpolitik der jüngeren Vergangenheit ist geprägt von einer Dreiparteienkoalition, intensiven Debatten über die Bewältigung der Wohnungsnot sowie den wirtschaftlichen Herausforderungen und rechtlichen Anpassungen im Nachgang des britischen Brexits.
 
Sprache: Amtssprachen sind Irisch (Gaeilge) und Englisch. Obwohl Irisch laut Verfassung die erste offizielle Amtssprache ist und auf allen Verkehrsschildern sowie offiziellen Dokumenten an erster Stelle steht, ist Englisch im Alltag die dominierende Sprache. Irisch wird vor allem in den staatlich geschützten Regionen, den sogenannten Gaeltacht-Gebieten (hauptsächlich im Westen des Landes), aktiv als Muttersprache gesprochen.
 
Religion: Traditionell stark römisch-katholisch geprägt. Auch wenn der Einfluss der katholischen Kirche in den letzten Jahrzehnten im Zuge einer rasanten gesellschaftlichen Modernisierung und Säkularisierung spürbar zurückgegangen ist, bekennen sich weiterhin rund 69 % der Bevölkerung zum katholischen Glauben; daneben gibt es protestantische Minderheiten (Church of Ireland) sowie eine wachsende Zahl an Konfessionslosen.
 
Ortszeit: Westeuropäische Zeit (WEZ/GMT). In Irland gilt die Sommerzeitregelung (letzter Sonntag im März bis letzter Sonntag im Oktober: WEZ+1). Die Zeitverschiebung zu Deutschland, Österreich und der Schweiz beträgt somit ganzjährig −1 Stunde.
 
Geld und Preisniveau: Das offizielle Zahlungsmittel in der Republik Irland ist der Euro (wichtig: Im benachbarten Nordirland gilt das britische Pfund). Das allgemeine Preisniveau in Irland liegt spürbar über dem deutschen Durchschnitt und gehört, bedingt durch hohe Steuern auf Alkohol und Tabak sowie gestiegene Kosten für Dienstleistungen und Unterkünfte, zu den höchsten in der Europäischen Union. In den touristischen Zentren und vor allem in Dublin ist das Preisniveau nochmals deutlich erhöht.
 
Netzspannung: 230 V, 50 Hz. In Irland werden ausschließlich die dreipoligen Stecker des Typs G (Commonwealth-Stecker) verwendet. Für Reisende aus Mitteleuropa ist daher ein entsprechender Reiseadapter zwingend erforderlich.
 
Telefon: Der Mobilfunk ist flächendeckend sehr gut ausgebaut; öffentliche Telefonzellen haben im digitalen Zeitalter kaum noch Bedeutung. Die internationale Landesvorwahl für die Republik Irland lautet +353.
Die wichtigsten regionalen Vorwahlen lauten: Dublin 01, Cork 021, Galway 091, Limerick 061 und Waterford 051. (Bei Anrufen aus dem Ausland wird die führende Null der Ortsvorwahl weggelassen).
 
Anreise: Die Anreise mit dem eigenen Fahrzeug erfolgt meist über Frankreich (z. B. von Cherbourg) mit modernen Autofähren direkt nach Rosslare oder Dublin, was zwar Zeit erfordert, aber landschaftlich reizvoll ist. Alternativ gibt es Fährverbindungen über Großbritannien (Transit-Route). Das irische Fernstraßennetz (Autobahnen und Nationalstraßen) ist hervorragend ausgebaut; auf mehreren Autobahnabschnitten (wie der Ringautobahn M50 um Dublin) wird eine elektronische oder klassische Maut erhoben.
 
Auskünfte: Tourism Ireland, Gutleutstraße 32, 60329 Frankfurt am Main. Für Österreich und die Schweiz stehen entsprechende Vertretungen online und telefonisch zur Verfügung. Vor Reiseantritt sollten aktuelle Adressdaten und Einreisebestimmungen überprüft werden.
 
Auto: Für Autofahrer sind Führerschein und Fahrzeugschein erforderlich; die Grüne Versicherungskarte ist ratsam. Wichtig ist der Linksverkehr. Die Promillegrenze liegt bei 0,5 (0,2 für Anfänger), Geschwindigkeiten gelten in km/h. Der Pannendienst läuft über AA Ireland.
 
 
Irland – Klima
Irlands maritimes Klima wird vom Golfstrom geprägt, was milde Winter und mäßige Sommer beschert. Regen fällt ganzjährig, besonders im Westen. Die beste Reisezeit liegt zwischen Mai und September, wobei Juli und August am stärksten frequentiert sind.
 
 
Irland – Fauna & Flora
Die Tierwelt ist inselbedingt artenärmer, bietet aber Rückzugsräume für Rotwild und große Seevogelkolonien an den Klippen. Botanisch ist die Insel für ihre saftigen Landschaften, Moorgebiete und die floristische Vielfalt des Burren bekannt, trotz historischer Waldarmut.
 
 
Irland – Geschichte
Von frühen Jägern, Megalithkulturen (Newgrange) und Kelten über die Christianisierung (St. Patrick), Wikinger und englische Vorherrschaft bis hin zur Hungersnot im 19. Jahrhundert, dem Osteraufstand 1916 und der Republikgründung 1949 reicht die bewegte Historie. Das Karfreitagsabkommen 1998 befriedete den Nordirlandkonflikt, während der EU-Beitritt und der „Keltische Tiger“ das moderne Irland formten.
 
 
Irland – Essen & Trinken
Die Küche verbindet deftige Klassiker wie Irish Stew oder das Full Irish Breakfast mit einer modernen Gastronomieszene. Weltbekannt sind das Stout (Guinness) und irischer Whiskey; in Pubs gilt Selbstbedienung an der Bar.
 
 
Irland – Unterkünfte
Neben klassischen Hotels prägen private Bed & Breakfasts (B&Bs), malerische Cottages und historische Castle Hotels das vielfältige Übernachtungsangebot.
 

⚠️ Irland – Wichtige Insidertipps für Rundreisende
 
Ein Roadtrip auf der „Grünen Insel“ ist ein unvergessliches Abenteuer, verlangt Autofahrern durch den Linksverkehr und extrem schmale Straßen jedoch volle Konzentration ab.
 
🚗 Die Herausforderungen des Linksverkehrs & der Straßenverhältnisse
  • Der Linksverkehr: Das Steuerrad des Mietwagens befindet sich auf der rechten Seite, geschaltet wird mit der linken Hand. Tipp für den Start: Buche nach Möglichkeit einen Mietwagen mit Automatikgetriebe (Automatic). Das nimmt enorm viel Stress, da du dich voll auf die Straße und das Linksfahren konzentrieren kannst.
  • Die Straßenkategorien: Autobahnen (mit einem M gekennzeichnet, z. B. M50) und Nationalstraßen (N, z. B. N7) sind hervorragend ausgebaut. Abenteuerlich wird es auf den Regionalstraßen (R) und Lokalstraßen (L). Diese sind oft extrem schmal, von hohen Fuchsienhecken oder Steinmauern gesäumt und weisen kaum Ausweichstellen (Passing Places) auf. Hier gilt: Defensiv fahren und lieber einmal mehr abbremsen.
  • Die Spiegel-Miete: Da man sich als Festland-Europäer beim Linksverkehr instinktiv eher zu nah am linken Straßenrand orientiert, kommt es bei Mietwagen überproportional häufig zu Schäden am linken Außenspiegel (durch Hecken oder Mauern). Eine Vollkaskoversicherung ohne Selbstbeteiligung (Super Damage Waiver) ist in Irland dringend ratsam.
🛣️ Das elektronische Mautsystem auf der M50 (Dublin)
  • Die schrankenlose Maut: Rund um Dublin verläuft die Ringautobahn M50. Zwischen den Anschlussstellen 6 und 7 gibt es eine rein elektronische Mauterfassung (eFlow Barrier-Free Tolling). Kameras scannen dein Kennzeichen im Vorbeifahren.
  • Wie man bezahlt: Es gibt dort keine Kassenhäuschen! Du musst die Maut (ca. 3,50 €) bis spätestens 20:00 Uhr des Folgetages selbstständig nachzahlen. Das geht online auf eflow.ie, telefonisch oder an fast jeder Tankstelle und in Kiosken mit dem „Payzone“-Symbol. Wer es vergisst, zahlt saftige Bußgelder. Hinweis: Viele Mietwagenfirmen rechnen die Maut automatisch über die hinterlegte Kreditkarte ab – frage hierzu unbedingt beim Check-in am Schalter nach.

🗺️ Der perfekte 10-Tages-Roadtrip: Der Wild Atlantic Way
Diese spektakuläre Route führt dich entlang eines der schönsten Abschnitte des Wild Atlantic Way im wilden Westen Irlands – vorbei an steilen Klippen, mystischen Tälern und lebendigen Pub-Städten.
  • Gesamtstrecke: ca. 690 km
  • Start: Shannon Airport / Galway
  • Ziel: Cork oder Dublin

Tag 1 & 2: Das bunte Herz des Westens (Galway & Connemara)
  • Das erlebst du: Starte in Galway, der lebendigsten Stadt Irlands. Genieße die Straßenmusikanten in der Quay Street und die bunten Pub-Fassaden. Nutze den zweiten Tag für eine Rundfahrt durch die wilde, einsame Moor- und Berglandschaft von Connemara und besuche die majestätische Kylemore Abbey.
  • Kulinarischer Tipp: Koste fangfrische Austern an der Bucht von Galway mit einem spritzigen Weißwein.
Tag 3 & 4: Die rauen Riesen (Die Klippen von Moher & Loop Head)
  • Route: Galway ➔ Burren-Nationalpark ➔ Cliffs of Moher ➔ Lahinch (ca. 90 km)
  • Das erlebst du: Fahre durch die surreale, graue Karstlandschaft des Burren. Besuche die weltberühmten Cliffs of Moher (Nutze die Abendstunden nach 16:30 Uhr für magisches Licht und weniger Trubel). Erkunde an Tag 4 die deutlich ruhigere, aber nicht weniger spektakuläre Halbinsel Loop Head.
Tag 5 & 6: Das Postkarten-Irland (Der Ring of Kerry & Killarney)
  • Route: Lahinch ➔ Killimer-Tarbert Fähre ➔ Killarney (ca. 140 km)
  • Das erlebst du: Setze mit der Autofähre über den Shannon-Fluss. Dein Basislager ist das charmante Städtchen Killarney. Befahre am sechsten Tag die berühmteste Panoramastraße des Landes: Den Ring of Kerry. Dich erwarten dramatische Küstenausblicke, grüne Hügel und die Aussichtspunkte Ladies View und Moll’s Gap.
  • Kulinarischer Tipp: Gönne dir nach der Panoramafahrt einen wärmenden Irish Coffee im Killarney-Nationalpark.
Tag 7 & 8: Wilde Einsamkeit (Die Dingle-Halbinsel)
  • Route: Killarney ➔ Dingle ➔ Slea Head Drive (ca. 80 km)
  • Das erlebst du: Viele Locals halten die Dingle-Halbinsel für noch schöner als den Ring of Kerry. Der Slea Head Drive führt dich an der äußersten Spitze entlang steiler Klippen direkt am Atlantik. Das Städtchen Dingle besticht durch seine bunten Häuser und tollen Fischrestaurants.
Tag 9 & 10: Historische Monumente & bunte Hafenstädte (Kinsale & Cork)
  • Route: Dingle ➔ Kenmare ➔ Glengarriff ➔ Kinsale (ca. 210 km)
  • Das erlebst du: Fahre über den spektakulären Bergpass Healy Pass nach Süden in die wunderschöne, farbenfrohe Hafenstadt Kinsale, die als kulinarische Hauptstadt Irlands gilt. Erkunde am zehnten Tag das nahegelegene Cork und den historischen English Market.

💶 Geld, Restaurant-Etikette & Trinkgeld-Tipps
  1. Die Pub-Kultur & Selbstbedienung: Der Pub ist das Wohnzimmer der Iren. Wichtig zu wissen: In traditionellen Pubs gibt es keine Bedienung am Tisch. Du gehst für jedes Getränk und oft auch für das Essen selbst an die Bar (The Counter), bestellst dort und bezahlst direkt.
  2. Runden schmeißen (Buying Rounds): Wenn du in einer Gruppe im Pub bist, ist es eine eiserne soziale Regel, dass man „Runden“ schmeißt. Jeder kauft abwechselnd für den ganzen Tisch Getränke. Wer geht, ohne seine Runde bezahlt zu haben, gilt als extrem unhöflich.
  3. Das Trinkgeld: In Restaurants ist bei gutem Service ein Trinkgeld von 10 % bis 15 % üblich. Prüfe vorab die Rechnung: Steht dort bereits der Begriff „Service Charge“, ist das Trinkgeld schon enthalten. In Pubs gibt man dem Barkeeper beim Bestellen an der Bar kein prozentuales Trinkgeld; man sagt bei einer größeren Bestellung einfach „And have one yourself“ (er bucht sich dann den Preis für ein Pint als Trinkgeld ein) oder wirft Kleingeld in das Tip Jar auf dem Tresen.
  4. Essenszeiten: Das Mittagessen (Lunch) findet zwischen 12:00 und 14:30 Uhr statt. Das Abendessen (Dinner) wird meist recht früh zwischen 18:00 und 20:30 Uhr eingenommen. Danach schließen in kleineren Orten oft die Küchen.

Exkurs zur irischen Whiskey-Kunde

(traditionell mit „e“ geschrieben). Er erklärt die Besonderheiten, die wichtigsten Sorten und den ungeschriebenen Pub-Knigge.
 

🥃 Irischer Whiskey: Das flüssige Gold der Grünen Insel
Irland gilt als die historische Wiege des Whiskeys. Schon im Frühmittelalter brannten irische Mönche das Lebenswasser, auf Gälisch „Uisce Beatha“ (gesprochen: Ischke Bacha), woraus sich im Laufe der Jahrte das Wort Whiskey entwickelte. Während schottischer Whisky oft rauchig und torfig schmeckt, unterscheidet sich der irische Whiskey grundlegend in Herstellung und Charakter.
 
🌟 Die 3 großen Geheimnisse des irischen Whiskeys
  1. Die dreifache Destillation (Triple Distilled): Während die meisten schottischen Whiskys nur zweimal destilliert werden, jagen die irischen Erzeuger ihren Whiskey fast immer dreimal durch die kupfernen Brennblasen. Das macht den irischen Whiskey unnachahmlich mild, weich und fruchtig.
  2. Kein Torfrauch: Im Gegensatz zu vielen schottischen Kollegen wird das Malz in Irland traditionell in geschlossenen Öfen ohne Torfrauch getrocknet. Der Whiskey behält dadurch seine klaren Getreide- und Fruchtaromen ohne die typisch medizinische Rauch- oder Torfnote.
  3. Die Erfindung des Single Pot Still: Dies ist die urtypische, geschützte irische Whiskey-Art. Hierbei wird eine Mischung aus gemälzter und ungemälzter Gerste in einer einzigen Brennblase destilliert. Das verleiht dem Whiskey eine ganz besondere, leicht cremige Textur und eine feine Würze.

📋 Die 4 wichtigsten Whiskey-Kategorien im Überblick
 
Wenn du vor dem Pub-Regal oder im Fachgeschäft stehst, triffst du auf vier Bezeichnungen:
  • Single Malt: Besteht zu 100 % aus gemälzter Gerste und stammt aus einer einzigen Destillerie. Er ist komplex, elegant und oft von Aromen wie Vanille, Honig und hellen Früchten geprägt.
  • Single Pot Still: Der irische Nationalstolz (Mischung aus gemälzter und ungemälzter Gerste). Er schmeckt wunderbar cremig, vollmundig und bringt eine charakteristische Note von grünem Apfel und sanften Gewürzen mit.
  • Single Grain: Wird nicht aus Gerste, sondern aus anderen Getreidesorten (wie Mais oder Weizen) in kontinuierlichen Brennverfahren hergestellt. Er ist sehr leicht, süßlich und bildet oft die Basis für Blends.
  • Blended Irish Whiskey: Die weltweit bekannteste Kategorie (z. B. Jameson oder Tullamore D.E.W.). Hier werden verschiedene Malt-, Pot-Still- und Grain-Whiskeys miteinander verschnitten, um einen absolut harmonischen, leicht zugänglichen und unkomplizierten Allrounder zu kreieren.

🍻 Der irische Pub-Knigge für Whiskey-Genießer
 
Damit du im Pub beim Whiskey-Bestellen sofort wie ein Kenner wirkst, solltest du diese drei Regeln beachten:
  1. Die richtige Bestellung: Wenn du den Whiskey pur (Zimmertemperatur) trinken möchtest, bestellst du ihn „neat“. Möchtest du einen winzigen Schluck Wasser dazu, um die Aromen zu öffnen, orderst du ihn „with a splash of water“.
  2. Vorsicht mit Eis (On the rocks): Einen teuren Single Malt oder Single Pot Still mit Eiswürfeln zu bestellen, gilt unter irischen Kennern als Sünde, da die Kälte die feinen Aromen betäubt und das schmelzende Eis den Whiskey verwässert. Bei einem einfachen Blend für ein Mixgetränk ist Eis hingegen völlig in Ordnung.
  3. Die Alternative – Ein „Half and Half“: Wenn du dich wie die Einheimischen an den Geschmack herantasten willst, bestelle ein Half and Half. Du bekommst dann ein frisch gezapftes Pint Guinness und dazu ein kleines Glas Whiskey (einen Shot). Die beiden Getränke ergänzen sich durch ihre Malz- und Röstaromen hervorragend.


📋 Übersicht: Die irische Speisekarte (The Menu)
EnglischAusspracheDeutsch / Erklärung
StartersStartersVorspeisen
Mains / Main CourseMäns / Män KorsHauptgericht
DessertsDißörtsNachspeisen
Irish StewEirisch StjuDer Nationalfeiertags-Klassiker: Ein deftiger Eintopf aus Lammfleisch, Kartoffeln, Karotten und Zwiebeln.
Seafood ChowderSifud TschauderEine sämige, dickflüssige Fischsuppe mit Sahne, vollgepackt mit verschiedenen Edelfischen, Muscheln und Lachs.
Fish and ChipsFisch änd TschipsIn Bierteig frittiertes Fischfilet (meist Kabeljau) mit dicken Pommes, serviert mit Erbsenpüree (Mushy Peas) und Remoulade.
Soda BreadSohda BredTraditionelles, schweres irisches Brot, das mit Natron statt Hefe gebacken wird. Wird fast immer mit gesalzener Butter zur Suppe gereicht.
Pint of StoutPeint of StautEin großes Glas (ca. 0,57 Liter) dunkles, cremiges Guinness-Bier.
The bill, please.Dö bill, plißDie Rechnung, bitte.

🗣️ Die wichtigsten Höflichkeitsfloskeln & Sprachbesonderheiten
 
Obwohl in Irland fast ausschließlich Englisch gesprochen wird, nutzen die Iren eine ganz eigene, wunderbar höfliche und bildhafte Ausdrucksweise (Irish English).
Englisch (Irland)AusspracheDeutsch / Erklärung
Cheers!TschiersDanke! / Prost! (Das universellste Wort in Irland. Man sagt es zum Barkeeper, zum Busfahrer beim Aussteigen und beim Anstoßen).
Please / Thank youPliß / Sänk juBitte / Danke. (Iren nutzen diese Worte im Übermaß, sei lieber einmal zu höflich).
Hi / HelloChai / ChellohHallo.
How’s it going?Chaus it goingWie geht’s? / Alles klar? (Die Standard-Begrüßung).
What’s the craic?Wots dö kräckWas gibt’s Neues? / Wie ist die Stimmung? (Craic ist das irische Wort für Spaß, Geselligkeit und Neuigkeiten).
It’s grand.Its grändAlles super. / Passt schon. / Kein Problem. (Hört man ständig, wenn etwas völlig in Ordnung ist).
SorrySorriEntschuldigung. (Wird auch genutzt, um die Aufmerksamkeit eines Kellners zu bekommen).
Slán!SlahnTschüss! / Auf Wiedersehen! (Das traditionelle gälische Wort zum Abschied, das fast jeder nutzt).
Hinweis: Alle Angaben wurden nach bestem Wissen recherchiert; vor Reiseantritt empfiehlt sich die Prüfung aktueller Hinweise.
 

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Joe OnTour
Author: Joe OnTour

Autor + Reise-Blogger

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