Spanien – Allgemeine Infos
Spanien ist ein traditionell beliebtes Reiseland, in dem Besucher gastfreundlich empfangen werden und in aller Regel einen unbeschwerten Urlaub verbringen. Insbesondere in den größeren Touristenzentren ist jedoch Vorsicht vor Taschendiebstahl und Kleinkriminalität angebracht. In der Urlaubszeit kommt es gelegentlich zu Überfällen auf Touristen entlang der spanischen Autobahnen (insbesondere auf der A-7 zwischen der französisch-spanischen Grenzstation La Jonquera und Barcelona). Die Betroffenen werden dabei auf vermeintliche Schäden an ihrem Fahrzeug (z. B. eine Reifenpanne) hingewiesen, woraufhin „Hilfeleistung“ angeboten wird. Es empfiehlt sich daher, möglichst nur auf belebten Raststätten zu halten, sich im Pannenfall zu vergewissern, dass der Abschleppwagen das Symbol von „Autopistas“ bzw. des angeforderten Pannendienstes trägt, das Fahrzeug stets abzuschließen und keine offen sichtbaren Gegenstände darin liegen zu lassen.
Spanien – Allgemeine Informationen
Fläche: 504.782 km²
Bevölkerungszahl: rund 48,6 bis 49 Millionen (Stand 2025/26) – deutlich mehr als die früher genannten 40,3 Millionen (Stand 2005); Spanien ist heute das viertbevölkerungsreichste Land der EU.
Bevölkerungsdichte: rund 96–97 pro km².
Hauptstadt: Madrid, heute mit rund 3,4 Millionen Einwohnern in der Kernstadt und rund 6,8 Millionen in der Metropolregion (statt der früher genannten rund 4 Mio., was vermutlich bereits die Metropolregion meinte).
Geografie: Spanien nimmt etwa vier Fünftel der Iberischen Halbinsel ein, die außerdem Portugal, Andorra und Gibraltar umfasst. Die Pyrenäen bilden im Nordosten eine natürliche Grenze zu Frankreich. Zum Staatsgebiet gehören zudem die südöstlich von Barcelona im Mittelmeer gelegenen Balearen (Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera) sowie die Kanarischen Inseln vor der Westküste Afrikas. Dazu kommen die nordafrikanischen Exklaven Ceuta, Melilla, die Chafarinas-Inseln sowie mehrere kleinere Felseninseln (u. a. Peñón de Vélez de la Gomera und Peñón de Alhucemas) – diese Gebiete werden von Marokko beansprucht und sind seit Langem Gegenstand diplomatischer Spannungen zwischen Spanien und Marokko.
Spanien ist ein sehr gebirgiges Land und liegt im Durchschnitt 610 m ü. M. Die rund 400 km langen Pyrenäen erstrecken sich vom Baskenland im Nordwesten bis zum Mittelmeer; einige Gipfel erreichen eine Höhe von mehr als 3.000 m, der höchste ist der Pico de Aneto mit 3.404 m.
Im Landesinneren befindet sich die Meseta, ein riesiges, 600–800 m hohes Plateau, durchzogen von zahlreichen Sierras. Im Nordwesten und Norden wird die Meseta durch das Kantabrische Gebirge und das Iberische Randgebirge begrenzt, im Süden schließt die Sierra Morena an. Jenseits der Sierra Morena liegt das Guadalquivir-Tal.
Die gebirgige Landschaft Galiciens liegt an der stark zerklüfteten Atlantikküste im Norden der Iberischen Halbinsel. Die Sierra Nevada südöstlich von Granada in Andalusien ist Teil der parallel zum Mittelmeer verlaufenden Kordilleren; hier liegt mit dem Mulhacén (3.481 m) der höchste Berg des spanischen Festlandes.
Alle Küsten Spaniens zusammengerechnet sind knapp 3.500 km lang. Die Mittelmeerküste reicht von der französischen Grenze im Norden bis zum Felsen von Gibraltar im Süden. Die Straße von Gibraltar verbindet Mittelmeer und Atlantik und trennt Spanien von Nordafrika.
Sehenswürdigkeiten/Attraktionen: Spanien ist reich an kulturellen Sehenswürdigkeiten wie Sevilla, Barcelona, Toledo, Madrid und Girona, ergänzt durch landschaftliche Attraktionen und Badeparadiese entlang der Mittelmeerküsten, der Balearen und der Kanaren.
Staatsform: Parlamentarische Monarchie seit 1978, Verfassung von 1978. Zweikammerparlament (Cortes Generales): Abgeordnetenhaus (Congreso de los Diputados) mit 350 Abgeordneten und Senat (Senado) mit 259–266 Senatoren (die genaue Zahl variiert leicht je nach Wahlperiode und autonomen Gemeinschaften).
Staatsoberhaupt: König Felipe VI., im Amt seit 19. Juni 2014, nachdem sein Vater Juan Carlos I. – der im Original noch als aktuelles Staatsoberhaupt genannt wurde – nach 39-jähriger Regentschaft abgedankt hatte. Juan Carlos I. lebt seit 2020 überwiegend im Ausland (Abu Dhabi), nachdem er im Zusammenhang mit einer Korruptionsaffäre unter verstärkte öffentliche und juristische Beobachtung geraten war.
Regierungschef: Ministerpräsident Pedro Sánchez (PSOE), im Amt seit Juni 2018, seither mehrfach in wechselnden Koalitionen bestätigt; die spanische Innenpolitik der letzten Jahre war unter anderem geprägt von Debatten um die Amnestie katalanischer Unabhängigkeitsbefürworter sowie von einer fragmentierten Parlamentslandschaft mit häufig wechselnden Koalitionspartnern.
Sprache: Amtssprache ist Spanisch (Kastilisch). Katalanisch, Galizisch und Baskisch sind regional als Amtssprachen mitanerkannt und weit verbreitet; in Touristengebieten wird zudem teils Englisch und Deutsch verstanden.
Religion: Weiterhin überwiegend römisch-katholisch geprägt, wobei der Anteil praktizierender Katholiken gegenüber den früher genannten 94 % in den letzten Jahrzehnten spürbar gesunken ist, zugunsten eines wachsenden Anteils Konfessionsloser sowie muslimischer, protestantischer und weiterer religiöser Minderheiten.
Ortszeit: Spanien/Balearen: MEZ, mit Sommerzeitumstellung (letzter Sonntag März bis letzter Sonntag Oktober: MEZ+1); Differenz zu Mitteleuropa damit ganzjährig 0 Std. Kanarische Inseln: MEZ−1 mit Sommerzeitumstellung auf MEZ; Differenz zu Mitteleuropa ganzjährig −1 Std.
Geld und Preisniveau: Zahlungsmittel ist der Euro. Das allgemeine Preisniveau liegt in Spanien im Schnitt weiterhin etwas unter dem deutschen Niveau, ist aber seit den 2020er-Jahren durch die europaweit gestiegene Inflation spürbar näher an das deutsche Preisniveau herangerückt; in Ferienhochburgen bleibt es oft teurer als im Landesdurchschnitt.
Netzspannung: 220 V, 50 Hz (110/125 V noch vereinzelt in älteren Gebäuden kleinerer Ortschaften).
Telefon: Selbstwählferndienst ist Standard; öffentliche Münz- und Kartentelefone haben durch die praktisch flächendeckende Mobilfunknutzung heute nur noch geringe praktische Bedeutung. Landesvorwahl: 34. Ortsnetzkennzahlen der großen Städte: Madrid 91, Alicante 96, Balearen 971, Barcelona 93, Benidorm 96, Bilbao 94, Granada 958, Las Palmas 928, Málaga und Torremolinos 95, Santander 942, Sevilla 95, Teneriffa 922 und Valencia 96.
Anreise: Die Anreise mit dem eigenen Auto erfordert weiterhin Zeit und Muße; alle Hauptstrecken sind als Autobahnen ausgebaut. Die Durchreise durch Frankreich ist mit hohen Autobahngebühren verbunden, in Spanien werden ebenfalls Mautgebühren erhoben, die aber deutlich niedriger ausfallen als in Frankreich – auf vielen spanischen Autobahnabschnitten wurde die Maut in den letzten Jahren zudem abgeschafft oder reduziert. Wer Zeit hat, kann über Landstraßen fahren, was allerdings oft nur rund 300 km Wegstrecke am Tag bedeutet.
Auskünfte: Spanisches Fremdenverkehrsamt, Myliusstr. 14, 60323 Frankfurt. Österreich: Spanisches Fremdenverkehrsamt, Mahlerstr. 7, 1010 Wien. Schweiz: Office Espagnol du Tourisme, 15, rue Ami-Levrier, 1201 Genf. (Aktuelle Kontaktdaten sollten vor Reiseantritt geprüft werden, da sich Adressen und Telefonnummern von Fremdenverkehrsämtern gelegentlich ändern.)
Auto: Als Autofahrer benötigt man den nationalen Führerschein sowie den Fahrzeugschein; die internationale grüne Versicherungskarte wird empfohlen, ist innerhalb der EU inzwischen aber meist nicht mehr zwingend erforderlich, da der Versicherungsschutz ohnehin EU-weit gilt. Spanische Verkehrsregeln unterscheiden sich nicht wesentlich von den deutschen. Treibstoff ist als Normal (95 Oktan), Super (98 Oktan), Diesel (gasóleo) und in modernen Fahrzeugen praktisch ausschließlich als bleifrei (sin plomo) erhältlich – verbleiter Kraftstoff spielt heute keine Rolle mehr.
Auf wichtigen Straßen und in großen Städten sind weiterhin Straßenwachtfahrzeuge des RACE (ADAC-Partnerclub) unterwegs, landesweit rund um die Uhr erreichbar.
Spanien – Klima
Das spanische Festland verzeichnet in den letzten Jahren zunehmend heißere Sommer. In den Sommermonaten ist es vielerorts nur noch in klimatisierten Innenräumen gut auszuhalten. Im tiefsten Süden Andalusiens werden häufig über 40 Grad erreicht, was wiederholt zu ausgetrockneten Wasserspeichern und Wasserrationierungen geführt hat – Poolanlagen dürfen dann nicht mehr befüllt und Außenanlagen nicht mehr bewässert werden, mancherorts wird die Wasserversorgung zeitweise ganz eingestellt. Diese Dürreproblematik hat sich in den letzten Jahren, begünstigt durch den Klimawandel, in weiten Teilen Spaniens eher verschärft als entspannt.
Die Winter fallen dagegen zunehmend unbeständiger aus; so kommt es inzwischen vor, dass selbst im Januar oder Februar noch Schnee bis in die Strandregionen der Costa del Sol fällt.
Eine „beste Reisezeit“ gibt es dennoch nicht – jede Jahreszeit hat ihre Besonderheiten. In den Sommermonaten sind die Urlaubsgebiete an der Küste (die gesamte Mittelmeerküste von Port Bou bis Marbella ist inzwischen dicht mit Ferienanlagen bebaut) oft überfüllt, die Temperaturen kaum auszuhalten. Die Nebensaison im Frühjahr und Herbst ist nicht nur klimatisch angenehmer, auch der Besucherstrom ebbt spürbar ab, und Übernachtungs- sowie Lebensmittelpreise sinken in dieser Zeit oft deutlich.
Spanien – Fauna
Der Tourismus – in vielen Küstenregionen sogar der Massentourismus – hat inzwischen bis in ländliche Gebiete Spaniens Einzug gehalten. Die gute Erschließung der Küstenregionen erschwert es heimischen Tierarten, ungestörte Rückzugsräume zu finden; die Artenvielfalt an den Küsten Spaniens ist entsprechend stark dezimiert.
An einigen wenigen Stellen der dichtbesiedelten Küsten wurden Feuchtgebiete aufgrund ihrer hohen zoologischen und botanischen Bedeutung unter Naturschutz gestellt und dienen ziehenden Vogelarten als wichtiger Überwinterungsplatz. Im Landesinneren ist die Vogelwelt oft nur spärlich vertreten; größere Säugetiere wie Hirsche, Wildschweine, Marder, Füchse, Hasen und Kaninchen finden sich eher in den dünner besiedelten Regionen im Inland.
Der Fischreichtum an den Küsten von Costa Brava, Costa Daurada, Costa Blanca und Costa del Sol ist durch Überfischung stark zurückgegangen; ein erheblicher Teil des für den Kochtopf bestimmten Fischs muss importiert werden. Ein bekanntes, aber touristisch wenig erschlossenes Fischereizentrum mit einer Flotte von mehreren Hundert Fischerbooten findet sich in Sant Carles de la Ràpita, wenige Kilometer südlich von Tortosa am Cap de Tortosa. Manche Boote bleiben mehrere Tage auf See, bevor sie am Abend geschlossen in den Hafen zurückkehren. Angesichts der Überfischung fallen die Fänge meist eher bescheiden aus – vor allem Kleinfische, Krabben, Garnelen und Langusten werden noch in nennenswerten Mengen angelandet, daneben Tintenfische, Quallen, Sardinen und Thunfische.
Spanien – Flora
Die Kantabrische Bergkette teilt das Land grob in zwei Klimazonen mit unterschiedlicher Pflanzenwelt. Die Flora nördlich des Gebirges profitiert von einem maritimen Klima mit geringeren Temperaturschwankungen und häufigeren Niederschlägen, was eine üppigere Vegetation begünstigt – mit rund 5.000 verschiedenen Pflanzenarten trägt diese Region erheblich zur botanischen Vielfalt Spaniens bei.
In vielen anderen Landesteilen fällt dagegen die Waldarmut auf. Mit der bereits vor Jahrhunderten begonnenen Waldzerstörung ging vielerorts eine Bodenaustrocknung einher, die den Wasserhaushalt veränderte und zu erheblicher Bodenerosion führte. Wirtschaftlich orientierte Monokulturen (v. a. Kiefern und Eukalyptus) unterstützen die Erholung einer artenreichen Waldflora kaum. Weit verbreitet sind Farne, diverse Ginsterarten sowie Heidekraut; nur rund 30–37 % der Fläche Spaniens ist heute bewaldet, ein Anteil, der sich durch Aufforstungsprogramme in den letzten Jahrzehnten leicht erhöht hat, überwiegend jedoch weiterhin durch Kiefern- und Eukalyptus-Monokulturen.
In wenigen Bergregionen finden sich Buchenwälder und verschiedene Tannenarten, in niedrigeren Lagen auch Laubbäume wie Linden, Kastanien, Ahorn, Ulmen, Eschen, Haselnusssträucher sowie die für die Region typische Stieleiche.
Südlich des Kantabrischen Gebirges sind Fauna und Vegetation erheblichen Temperaturschwankungen ausgesetzt; im Sommer werden bis zu 40 Grad erreicht, lange Trockenperioden prägen die Landschaft. Wälder sind hier selten, brachliegendes Land und Gestrüpp dominieren – doch auch hier haben sich einige an Trockenheit angepasste Baumarten behauptet, darunter Pinie, Steineiche, Seekiefer und Zerreiche.
Spanien – Geschichte
10.000 v. Chr.: Die Iberische Halbinsel wird im Laufe der Jahrtausende von Ureinwohnern, Kelten, Phöniziern, Karthagern, Griechen, Römern und später weiteren Völkern besiedelt – die Vorfahren der heutigen spanischen Bevölkerung.
1.000–700 v. Chr.: Die Phönizier gründen Handelskolonien an der spanischen Mittelmeerküste.
600 v. Chr.: Griechische Kolonien werden zunehmend von den Karthagern verdrängt, die eigene Siedlungen gründen.
200 v. Chr.: Die Römer erobern Spanien, errichten zahlreiche Bauwerke (u. a. Aquädukte, Amphitheater) und machen das Land zu einem Bestandteil des Römischen Reiches.
um 400 n. Chr.: Germanische Stämme, darunter die Westgoten, übernehmen im Zuge der Völkerwanderung die Herrschaft über weite Teile der Halbinsel.
7.–11. Jahrhundert: Die gotische Herrschaft dauert bis 711 an; der letzte Gotenkönig Roderich wird von muslimischen Truppen besiegt, die über die Straße von Gibraltar übersetzen. Die Mauren machen den Süden Spaniens durch fortschrittliche arabische Bewässerungstechnik zu einer blühenden Region.
12.–15. Jahrhundert: Die katholische Kirche wird von den spanischen Königen zunehmend gestärkt; im Zuge der Reconquista und der Inquisition werden Nichtchristen vertrieben oder zwangskonvertiert, was Wirtschaft und Handel zeitweise stark belastet.
16. Jahrhundert: Durch die Kolonialisierung großer Teile Amerikas wird Spanien zu einem der reichsten Länder Europas, auch wenn nicht alle geführten Kriege siegreich verlaufen.
17./18. Jahrhundert: Die Habsburger-Dynastie wird durch Philipp V. aus dem Haus Bourbon abgelöst.
19. Jahrhundert: Napoleon besetzt Spanien; wenige Jahre später kehrt der spanische König durch den Freiheitskampf seines Volkes auf den Thron zurück. Das Land wird von wiederkehrenden Unruhen und Machtkämpfen erschüttert; zeitweise wird die Republik ausgerufen, kurz darauf wieder von der Monarchie abgelöst.
1923–1930: Angesichts einer Wirtschaftskrise errichtet General Primo de Rivera eine Militärdiktatur.
1931: Die Militärdiktatur endet mit der Ausrufung der Zweiten Spanischen Republik.
1936–1939: Im Spanischen Bürgerkrieg erhalten die Nationalisten unter General Francisco Franco Unterstützung vom faschistischen Deutschland und Italien. Nach Kriegsende übernimmt Franco die Macht.
1975: Franco stirbt; es wird eine konstitutionelle Monarchie unter Juan Carlos I. ausgerufen.
1978: Spanien erhält seine bis heute geltende demokratische Verfassung.
1986: Spanien tritt der Europäischen Gemeinschaft (heute EU) bei.
1992: Die Olympischen Spiele finden in Barcelona statt, die Weltausstellung in Sevilla – ein Symboljahr für das moderne, demokratische Spanien.
Fortsetzung der Geschichte bis heute – im Original fehlend:
11. März 2004: Bei den Madrider Zuganschlägen sterben 191 Menschen und über 2.000 werden verletzt – der schwerste islamistisch motivierte Terroranschlag in der Geschichte Westeuropas bis dahin, der die Wahlen wenige Tage später maßgeblich beeinflusste.
2008–2014: Die globale Finanzkrise trifft Spanien besonders hart, mit einer schweren Immobilien- und Bankenkrise sowie zeitweise über 26 % Arbeitslosigkeit.
2014: König Juan Carlos I. dankt nach 39-jähriger Regentschaft zugunsten seines Sohnes ab; Felipe VI. wird neuer König.
2017: Ein von der katalanischen Regionalregierung organisiertes, von der spanischen Zentralregierung als verfassungswidrig eingestuftes Unabhängigkeitsreferendum sowie eine anschließende einseitige Unabhängigkeitserklärung Kataloniens lösen die schwerste Verfassungskrise Spaniens seit der Demokratisierung aus; mehrere katalanische Politiker werden inhaftiert oder fliehen ins Ausland.
2018: Pedro Sánchez (PSOE) wird nach einem erfolgreichen Misstrauensvotum gegen seinen Vorgänger Mariano Rajoy neuer Ministerpräsident und bleibt dies seither durch mehrere Wahlen und wechselnde Koalitionen hindurch.
2021: Nach jahrelanger juristischer und öffentlicher Kontroverse um seine Finanzgeschäfte verzichtet Juan Carlos I. endgültig auf eine Rückkehr in den aktiven öffentlichen Raum und lebt seither überwiegend im Ausland.
Spanien zählt heute, nach Frankreich, zum zweitmeistbesuchten Land der Welt und bleibt einer der wichtigsten Wirtschaftsmotoren Südeuropas.
Spanien – Essen & Trinken
Das Abendessen ist die wichtigste Mahlzeit des Tages. Im Vergleich zu Deutschland geht man in Spanien deutlich später, meist erst zwischen 20 und 22 Uhr, zum Abendessen; es wird viel geredet, sodass eine Mahlzeit oft mehrere Stunden dauert. Das Mittagessen fällt dagegen meist eher schmal aus, das Frühstück besteht bei vielen Spaniern oft nur aus einer Tasse Kaffee mit einem kleinen Gebäckstück.
Spaniens Küche ist ausgesprochen vielfältig. In den Küstenorten steht häufig Fisch auf der Speisekarte, meist begleitet von Salaten oder Gemüse. Im Landesinneren werden dagegen eher deftige Fleisch- oder (im Herbst) Wildgerichte serviert, meist mit Reis und Gemüse. Typisch für die ländliche Küche sind deftige Gemüse- oder Fleischsuppen auf Basis von Tomaten, Kartoffeln und Zwiebeln, teils mit Schweine-, Hühner- oder Lammfleisch, teils auch mit Fisch.
Eine der bekanntesten Spezialitäten ist die Paella – eine Reispfanne mit verschiedensten Gemüse-, Fleisch- und Fischsorten sowie Meeresfrüchten. Auch Langusten, Muscheln und Tintenfische gehören vielerorts zum Standardrepertoire.
Für den kleinen Hunger zwischendurch eignen sich Tapas: kleine Appetithäppchen, Snacks und kleinere Mahlzeiten, die – da viele Spanier auf ein ausführliches Frühstück verzichten und oft erst gegen 14 Uhr zu Mittag essen – die Zwischenzeit überbrücken. Das Angebot reicht von einfachen Oliven bis zu Hühnchenschenkeln.
Spanische Rotweine sind die klassische Begleitung zum Essen und dienen zugleich als Grundlage für Sangría, der zusätzlich Obst oder Saft sowie Schnaps und Mineralwasser beigemischt werden.
Tipp: Auch in Spanien ist es üblich, dass das Bedienungspersonal einen Platz zuweist; sich unaufgefordert an einen Tisch zu setzen gilt als unhöflich, ebenso das Zusetzen zu fremden Gästen ohne Einladung. Die Frage „Ist hier noch frei?“ gilt als eher aufdringlich. Nach dem Essen wird üblicherweise eine gemeinsame Rechnung gebracht.
Spanien – Unterkünfte
Übernachtungsmöglichkeiten sind in Spanien reichhaltig und in jeder Preiskategorie zu finden; neben den üblichen Informationen aus Reisekatalogen lohnt sich auch die Nachfrage bei lokalen Fremdenverkehrsstellen.
Spanien als Reiseziel erschöpft sich nicht im Massentourismus mancher Küstenabschnitte (v. a. zwischen Barcelona und Málaga) – wer gezielt sucht, findet auch heute noch ruhigere Alternativen abseits der Hauptrouten.
Das Hotelangebot reicht von der einfachen Pension bis zum 5-Sterne-Haus, wobei der Standard oft anders ausfällt als in Deutschland gewohnt – ein kleines, gut geführtes 3-Sterne-Hotel kann mitunter besser sein als ein heruntergewirtschaftetes 4-Sterne-Haus. Neben klassischen Hotels gibt es zahlreiche Appartements sowie eine große Zahl an Campingplätzen. Wer nicht vorgebucht hat, sollte sich in größeren Orten in den örtlichen Touristenbüros über freie Unterkünfte und Preise informieren; in kleineren Städten und abgelegeneren Regionen ist diese Möglichkeit jedoch oft nicht gegeben.
Für Individualreisende sind die Preise in der Hauptsaison (Juni bis September), vor allem in den Touristenhochburgen, oft deutlich erhöht. In der Nebensaison lassen sich dagegen häufig erhebliche Preisnachlässe erzielen, mancherorts bis zu 50 % und mehr gegenüber dem sonst üblichen Preis.
Besonders im spanischen Inland finden sich die Paradores – die ursprünglichste Hotelkategorie Spaniens. Das staatliche Netzwerk umfasst heute rund 95 Häuser (eine leichte Zunahme gegenüber den früher genannten 86), darunter historische Burgen, Schlösser, Abteien, Klöster und Paläste, die speziell zu Übernachtungszwecken umgebaut wurden.
Hinweis: Alle Angaben zu Bevölkerungszahlen, politischen Ämtern und aktuellen Entwicklungen können sich ändern und wurden nach bestem Wissen zum Stand August 2026 recherchiert. Für aktuelle, verbindliche Informationen empfiehlt sich vor Reiseantritt ein Blick auf die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.
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Author: Joe OnTour
Autor + Reise-Blogger