Seychellen – Allgemeine Informationen
Die Republik der Seychellen besteht aus 115 Inseln und gliedert sich in 32 Gebirgsinseln (hauptsächlich Granitstein), welche die eigentlichen Seychellen darstellen, sowie in zahlreiche kleine Koralleninseln, die auf einer Meeresfläche von über 400.000 km² verteilt liegen.
Die Inselgruppe um Mahé ist die am dichtesten bevölkerte und damit wichtigste Inselgruppe des Landes. Wie die meisten anderen bewohnten Inseln gehören auch ihre Inseln zu den Gebirgsinseln. Auf Mahé liegt zudem der höchste Punkt des Landes, der Morne Seychellois mit 905 m über dem Meeresspiegel. Auf den Koralleninseln gibt es wegen der geringen Höhe (höchste Punkte bei rund 9 m über dem Meeresspiegel) und mangelndem Trinkwasser nur wenige, kleine Siedlungen.
Das Klima ist wegen der Nähe zum Äquator tropisch und recht konstant, die Temperatur schwankt zwischen 24 °C und 30 °C. Auch die vergleichsweise geringe Niederschlagsmenge variiert nur zwischen rund 2.200 mm in der Hauptstadt Victoria und rund 3.550 mm in den Bergregionen.
Hauptstadt: Victoria (rund 25.000 Einwohner).
Fläche: 455 km², 491 km Küstenlänge.
Bevölkerungszahl: rund 100.000 bis 101.000 Einwohner (Stand 2024–2026) – eine deutliche Steigerung gegenüber den früher genannten 80.000; rund 90 % der Bevölkerung leben auf der Hauptinsel Mahé.
Wirtschaft: Seit der Unabhängigkeit 1976 hat sich das Pro-Kopf-Einkommen der Seychellen im Vergleich zum früheren Subsistenzniveau vervielfacht. Das Wachstum wird angeführt vom Tourismussektor, der einen erheblichen Teil der Arbeitsplätze stellt und den Großteil der Deviseneinnahmen erwirtschaftet, sowie von der Thunfischindustrie. Die Regierung fördert seit Jahren ausländische Investitionen in Hotellerie und Dienstleistungen und versucht zugleich, die Abhängigkeit vom Tourismus durch Landwirtschaft, Fischerei und kleinere produzierende Betriebe zu verringern.
Die Verwundbarkeit des Tourismussektors zeigte sich in der Vergangenheit wiederholt deutlich – etwa durch den Golfkrieg 1991, die Anschläge vom 11. September 2001, den Irakkrieg 2003 sowie besonders stark durch die COVID-19-Pandemie 2020–2022, in der die Besucherzahlen zeitweise auf nahezu null einbrachen. Nach jeder dieser Krisen erholte sich der Sektor jedoch vergleichsweise schnell wieder.
Wichtige Korrektur zur Währungssituation: Mitte 2008 war der Staat aufgrund einer langjährigen strukturellen Devisenkrise faktisch zahlungsunfähig. Mit Unterstützung des Internationalen Währungsfonds wurde daraufhin ein umfassendes Wirtschaftsreformprogramm durchgeführt: Die Seychellen-Rupie wurde Ende 2008 freigegeben und dabei um rund 40 % abgewertet, feste Wechselkurskontrollen und die zuvor bestehende faktische Pflicht, touristische Leistungen in Bardevisen zu bezahlen, wurden abgeschafft. Die Wirtschaft hat sich seither deutlich erholt: Die Seychellen weisen heute mit die höchsten Pro-Kopf-Einkommen aller afrikanischen Staaten auf. Die früher in Reiseführern beschriebene chronische Devisennot mit künstlich hochgehaltener Währung ist damit nicht mehr aktuell – Devisen können heute bei Banken und in Wechselstuben unkompliziert getauscht werden, und Kreditkarten werden in Hotels, größeren Restaurants und bei Autovermietungen breit akzeptiert.
Seychellen – Politik/Staatsform
Aktueller Präsident der Seychellen ist Patrick Herminie (United Seychelles Party), der im Oktober 2025 den bisherigen Amtsinhaber Wavel Ramkalawan in einer Stichwahl besiegte (52,7 % zu 47,3 % der Stimmen) und damit dessen fünfjährige Amtszeit beendete. Ramkalawan selbst hatte 2020 als erster Oppositionskandidat seit der Unabhängigkeit die Präsidentschaftswahl gewonnen – der erste friedliche Machtwechsel in der Geschichte des Landes.
Das Staatsoberhaupt ist auf den Seychellen zugleich Regierungschef und ernennt die Richter der beiden höchsten Gerichte. Präsidentschaftswahlen finden weiterhin alle fünf Jahre statt.
Das Parlament (Nationalversammlung) besteht aus 35 Sitzen; ein Teil der Abgeordneten wird direkt gewählt, die übrigen Sitze werden proportional zu den Parteien verteilt, die mindestens 10 % der Stimmen erhalten haben.
Währung: Seychellen-Rupie (SCR).
Seychellen – Einreise und Visum
Deutsche, österreichische und Schweizer Staatsangehörige benötigen für touristische Aufenthalte von bis zu 30 Tagen (verlängerbar vor Ort bis auf maximal 12 Monate) kein klassisches Visum. Bei Einreise wird kostenlos eine Besuchsgenehmigung (Visitor’s Permit) erteilt.
Wichtiger, im Original komplett fehlender Punkt: Reisende müssen heute vor Abflug zusätzlich eine digitale Einreisegenehmigung (Travel Authorization) über die offizielle Website der seychellischen Regierung oder die zugehörige mobile App beantragen. Benötigt werden dabei Reisepass, Passfoto, Kontaktdaten, Flugdaten, ein Nachweis der Unterkunft für den gesamten Aufenthalt sowie eine Kredit- oder Debitkarte zur Gebührenzahlung; die Bearbeitung dauert in der Regel bis zu 24 Stunden (Express-Bearbeitung gegen Aufpreis möglich). Ohne gültige Travel Authorization kann die Einreise verweigert werden.
Der Reisepass muss über die gesamte Reisedauer hinaus gültig sein und mindestens zwei freie Seiten aufweisen; die Einreise mit Personalausweis ist nicht möglich, jedes Kind benötigt einen eigenen Reisepass.
Gesundheitshinweis: Seit Dezember 2025 gibt es Hinweise auf einen Ausbruch von Chikungunya-Fieber auf den Seychellen. Reisende sollten sich insbesondere tagsüber konsequent vor Mückenstichen schützen; eine Impfung gegen Chikungunya ist verfügbar und sollte bei individuellem Risiko mit einem Arzt besprochen werden. Für die direkte Einreise aus Deutschland sind ansonsten keine Pflichtimpfungen vorgeschrieben; bei Einreise aus einem Gelbfiebergebiet ist für alle Reisenden über 12 Monaten eine Gelbfieberimpfung nachzuweisen.
Da sich Einreisebestimmungen kurzfristig ändern können, empfiehlt sich vor Reiseantritt ein aktueller Blick auf die Hinweise des Auswärtigen Amtes sowie der seychellischen Regierung.
Seychellen – Klima
Die niedrigste jemals auf den Seychellen gemessene Temperatur betrug 19,8 °C, die höchste 34 °C. Tagsüber ist meist mit 27–30 °C zu rechnen, nachts mit 24–26 °C – es wird selten sehr heiß, kühlt aber auch nachts kaum ab.
Die Luft ist oft außergewöhnlich klar (kaum Staub oder Abgase im Umkreis von 1.600 km), sodass man in manchen Nächten phänomenale Sternenhimmel bewundern kann. Die Wassertemperaturen liegen gleichmäßig bei 26–29 °C, wobei in besonders flachen Lagunen gelegentlich regelrechte Badewannentemperaturen erreicht werden.
Man unterscheidet die Zeit des Südost- vom Nordwestmonsun. Während des Südostmonsuns (Juni bis Oktober) ist der Wind stetiger, die Luftfeuchtigkeit niedriger, und es regnet etwas weniger. Nur während des Nordwestmonsuns (Dezember bis April) besteht eine geringe Gefahr, für mehrere Tage eingeregnet zu werden; in dieser Zeit regnet es fast täglich, meist jedoch nur in kurzen Schauern von höchstens halbstündiger Dauer.
Wer empfindlich auf Schwüle reagiert, sollte vor allem die Monsun-Übergangszeiten im Mai und November meiden, da der Wind dann häufig ganz aussetzt. Zu beachten ist, dass auf den Seychellen seit einigen Jahren zunehmend Verschiebungen und Ausnahmen im gewohnten klimatischen Jahresablauf auftreten – die Wetterbedingungen einzelner Monate lassen sich daher nicht mehr ganz so zuverlässig vorhersagen wie in früheren Jahrzehnten.
Wegen der Äquatornähe sind Tage und Nächte das ganze Jahr über etwa gleich lang. Die Niederschläge variieren erheblich von Jahr zu Jahr und lassen sich daher nur schwer vorhersagen.
Durch die Lage rund 4° südlich des Äquators ist für Reisende vor allem die Sonneneinstrahlung ein Thema: Die UV-Intensität ist hier etwa drei- bis viermal so hoch wie im deutschen Hochsommer, da die Ozonschicht rund um den Äquator natürlicherweise dünner ist. Die Sonne geht täglich gegen 6:30 Uhr auf und gegen 18:30 Uhr unter, die Dämmerung dauert nur rund 30 Minuten.
Seychellen – Fauna
Zu den interessantesten einheimischen Vögeln zählt der Seychellen-Rabenpapagei, dessen Bestand dank intensiver Schutzmaßnahmen inzwischen wieder auf mehrere Hundert Tiere angewachsen ist (deutlich mehr als die früher genannten rund 100), außerdem der Dickschnabel-Fluchtvogel, die Warzenfruchttaube und die in Höhlen nistende Seychellen-Höhlensalangane.
Einzige einheimische Säugetiere sind der Seychellen-Flughund sowie die Fledermausart Coleura seychellensis, die zur Familie der Glattnasen-Freischwänze zählt und zu den seltensten Fledermausarten der Welt gehört.
Das Meer mit seinem fast unerschöpflichen Reichtum sorgt nicht nur für das Leben unter Wasser, sondern bietet auch die Lebensgrundlage für Millionen Vögel. Einige Inseln wie Bird Island sind ein wahres Vogelparadies: Hier gibt es keine natürlichen Feinde – weder Krokodile noch Schlangen, Ratten oder Katzen. Da die Vogelinseln (Bird Island, Aride) zudem nur umständlich zu erreichen sind, können hier noch Vogelarten existieren, die anderswo längst ausgestorben sind.
Der Fischreichtum der Seychellen-Gewässer und die noch weitgehend intakten Korallenriffe machen die Inseln zu einem hervorragenden Tauchrevier; zumindest das Schnorcheln sollte jeder Besucher einmal ausprobieren, auch wenn Korallenbleiche durch steigende Meerestemperaturen inzwischen auch hier ein zunehmendes Problem darstellt und einzelne Riffabschnitte beeinträchtigt hat.
Immer wieder anzutreffen sind die kleinen, grauen, allesfressenden Skinke. Unübersehbar sind die Geckos, die auf Mahé meist grau oder braun, auf La Digue dagegen fast immer leuchtend grün gefärbt sind (sogenannte Taggeckos) – diese nützlichen Insektenfresser lassen sich abends häufig im Lampenschein von Gebäuden beobachten.
Zu den weniger beliebten Kleintieren zählen Kakerlaken und Stechmücken. Erstere sind auf den Seychellen dank großzügigem Insektizideinsatz seltener anzutreffen als in vielen anderen tropischen Regionen. Stechmücken gibt es dagegen fast überall, ihre Zahl hält sich aber wegen fehlender stehender Gewässer und des beständigen Windes meist in Grenzen; nur in der Dämmerung in sumpfigeren Gebieten (etwa auf La Digue) empfiehlt sich Mückenschutz. Die als Malaria-Überträger gefürchteten Anopheles-Mücken gibt es auf den Seychellen nicht, eine Malariaprophylaxe ist daher nicht notwendig – allerdings ist, wie oben erwähnt, seit Ende 2025 verstärkt auf durch Aedes-Mücken übertragenes Chikungunya-Fieber zu achten. Ein größeres Problem an manchen Stränden sind kleine Sandfliegen, deren Stiche in der Wirkung Kribelmücken ähneln.
Im Sand der Strände leben zahlreiche Kleintiere und Krebse, größere Exemplare vor allem nach Einbruch der Dunkelheit oder an einsamen Stränden. Die überall im Unterholz in ihren Netzen sitzenden großen, schwarz-gelben Palmspinnen sehen zwar gefährlich aus, sind jedoch harmlos. Vorsicht ist dagegen bei großen Hundertfüßlern geboten, deren Biss giftig ist und schmerzhafte Wunden verursachen kann – sie kommen allerdings selten vor. Auf einigen Inseln gibt es zudem kleine Skorpionarten, deren Stich nicht lebensgefährlich ist. Insgesamt gehen von der Tierwelt der Seychellen kaum nennenswerte Risiken für Besucher aus.
Besonders bemerkenswert unter den zahlreichen, teils äußerst seltenen Vogelarten ist die Seychellen-Schamadrossel, die nur noch auf der Insel Frégate vorkommt; da die Vögel keinen ausgeprägten Fluchtinstinkt besitzen, muss die Insel konsequent ratten- und katzenfrei gehalten werden, um das Überleben der letzten Population zu sichern. Nicht ganz so selten, aber ausgesprochen schön sind die schneeweißen Feenseeschwalben mit ihren pechschwarzen Augen und blauen Schnäbeln, ebenso die in den warmen Aufwinden an den Berghängen segelnden Tropikvögel. Mehrere Gebiete der Seychellen, darunter die Inseln Aride, Cousin und Bird Island, stehen als Vogelschutzgebiete unter strenger Aufsicht und sind für ornithologisch Interessierte ein unbedingtes Muss.
Der Seychellen-Flughund, die einzige einheimische Säugetierart, ist in der Dämmerung häufig zu sehen und zu hören; aus der Nähe erinnert sein rotbraunes Fell an einen kleinen Fuchs. Seine Nahrung besteht ausschließlich aus Früchten.
Seychellen – Flora
Das Vallée de Mai, ein rund 0,195 km² großes Tal im Praslin-Nationalpark, wurde 1983 von der UNESCO zum Weltnaturerbe ernannt.
Die nur auf den Seychellen vorkommende Seychellennusspalme „Coco de Mer“ trägt die größten Samen im gesamten Pflanzenreich und erreicht eine Höhe von 30 bis 40 m. Daneben gibt es sechs weitere, ausschließlich auf den Seychellen heimische Palmenarten sowie Schraubenbäume wie den Horne-Schraubenbaum.
Bis vor rund 60 Jahren war der urzeitlich anmutende Palmenwald in einem abgelegenen Hochtal Praslins noch völlig unberührt; heute kommen Menschen aus aller Welt, um die seltene Coco-de-Mer-Palme mit ihrem bis zu 20 kg schweren Samen – dem größten Samen der Welt – zu bewundern.
Die bis zu 800 Jahre alt werdenden Fächerpalmen finden sich heute nur noch auf Praslin und der kleinen Nachbarinsel Curieuse; der Bestand wird auf mehrere Hundert Exemplare geschätzt. Eine kluge Wirtschaftspolitik schützt die Idylle: Große Hotels dürfen im Schutzgebiet nicht gebaut werden, was die Besucherzahl begrenzt und zur Erhaltung der Naturwelt beiträgt.
Im Vallée de Mai lässt sich die legendenumwobene Fortpflanzung der Coco de Mer studieren: Es gibt weibliche und männliche Palmen, deren markante Fruchtform seit jeher erotische Fantasien und den Volksglauben an eine potenzsteigernde Wirkung befeuert hat. Nach der Bestäubung vergehen rund sieben Jahre, bis eine reife Frucht für den nächsten Fortpflanzungszyklus bereitsteht. Ohne den schützenden Nationalpark wäre die seltene Palme vermutlich längst verschwunden – im vergangenen Jahrhundert hatte die gewöhnliche, kommerziell genutzte Kokosnuss die Coco de Mer auf weiten Teilen der Inseln verdrängt.
Seychellen – Geschichte, Kultur, Kunst
Man vermutet, dass die Inseln der Seychellen ursprünglich von arabischen Händlern entdeckt wurden. Die ersten nachweislich dokumentierten Entdecker waren jedoch die Portugiesen, die die Inseln erstmals 1505 erwähnten.
Besiedelt wurden die Seychellen erst rund 150 Jahre nach ihrer Entdeckung, durch die Franzosen. Zwischen 1794 und 1811 kam es zwischen Briten und Franzosen zum Konflikt um die Inseln, aus dem die Briten als Sieger hervorgingen; unter britischer Herrschaft wurden die Seychellen zunächst Teil von Mauritius, bevor sie 1903 den Status einer eigenständigen Kronkolonie erhielten (nicht erst nach dem Ersten Weltkrieg, wie teils fälschlich kolportiert wird).
Die Unabhängigkeit erlangten die Seychellen 1976 als parlamentarische Monarchie im Commonwealth; noch im selben Jahr wurde die sogenannte Erste Republik ausgerufen. 1977 kam es zu einem unblutigen Staatsstreich, in dessen Folge France-Albert René die Macht übernahm; 1979 wurde zugunsten eines Einparteienregimes eine neue Verfassung eingeführt (Zweite Republik). Mit der Rückkehr zu einem Mehrparteiensystem trat 1993 die aktuelle Verfassung der Dritten Republik in Kraft.
René blieb bis 2004 im Amt und übergab dann an seinen bisherigen Vizepräsidenten James Michel, der bis 2016 regierte. Ihm folgte Danny Faure (2016–2020). Die Präsidentschaftswahl 2020 markierte einen historischen Wendepunkt: Erstmals seit der Unabhängigkeit gewann mit Wavel Ramkalawan ein Oppositionskandidat die Wahl – der erste friedliche demokratische Machtwechsel in der Geschichte des Landes. Bei der Wahl 2025 wiederum verlor Ramkalawan die Stichwahl an Patrick Herminie, der seither das Amt des Präsidenten innehat (Details siehe oben).
Seychellen – Essen & Trinken
Speisen Von den Seychellen sagt man, dass hier die beste kreolische Küche aller Inseln des Indischen Ozeans zu finden ist. Dabei spielen Einflüsse aus der indischen, afrikanischen und französischen Küche eine große Rolle. Neben Rind und Huhn wird vor allem Fisch verarbeitet. Als Beilagen werden meist Reis und Chutneys aus verkochtem Gemüse oder Obst serviert; besonderer Beliebtheit erfreut sich Kürbis-Chutney.
Grundlagen der kreolischen Küche sind die süßliche Eintopfsoße Daube, die auf Tomatenbasis reduzierte Sauce Rougaille und die milde, an Südostasien erinnernde Kokosbasis Carri-Coco.
Aus der französischen Küche wurde die Vorliebe für Suppen übernommen, besonders Fischsuppen (Bouillons). Auch die lokalen Salate werden mit Raffinesse zubereitet – erwähnenswert sind der kreolische Oktopussalat, der Palmherzsalat sowie verschiedene Salate mit grüner Papaya. Das in manchen Restaurants angebotene Gericht aus Flughunden ist eine einheimische Spezialität, die sicher nicht jedem Gaumen zusagt und mit Blick auf den Artenschutz mittlerweile zunehmend kritisch gesehen wird.
Zum Dessert werden häufig Tropenfrüchte sowie die aus Afrika stammende Nachspeise Kat-Kat (grüne Bananen in süßer Kokosmilch gekocht) serviert.
Getränke Eigene Weine sind auf den Seychellen kaum verbreitet, importierte Weine entsprechend teuer. Eine lokale Alternative bieten der selbst gebrannte Früchte-Bakka sowie Calou (Palmmost) – vor häufig angebotenem Billigfusel sollte man sich jedoch in Acht nehmen.
Seychellen – Unterkünfte
Wer die Seychellen besucht, sollte gelegentlich mit unerwarteten Zusatzkosten rechnen. Eine Flughafengebühr (heute meist bereits im Ticketpreis enthalten, in seltenen Fällen aber weiterhin separat zu entrichten) sowie gelegentliche Gebühren für die Nutzung privater Wege können für Überraschungen sorgen; es lohnt sich, entsprechende Kosten vorab beim Reiseveranstalter zu erfragen.
Mit der Beschaffung der einheimischen Währung gibt es heute in aller Regel keine Probleme mehr: Euro können bei Banken sowie in zahlreichen Wechselstuben auf den Seychellen unkompliziert eingewechselt werden, ebenso funktioniert die Abhebung von Rupien an Geldautomaten mit gängigen internationalen Karten. Die früher verbreitete Empfehlung, Reiseschecks mitzuführen, ist inzwischen überholt – Reiseschecks werden heute kaum noch akzeptiert; eine international einsetzbare Kredit- oder Debitkarte ist die praktikabelste Lösung.
Die Unterkünfte auf den Seychellen decken alle Kategorien ab, vom einfachen Gästehaus bis zum Luxushotel. Das Preisniveau liegt jedoch durchgehend deutlich über dem für die jeweilige Kategorie in Deutschland üblichen Niveau.
Wer gut essen möchte, wird nicht enttäuscht – vor allem Fischgerichte gibt es in großer Vielfalt. Da Fleisch (außer Hühnerfleisch) importiert werden muss, lohnt sich hier eher Zurückhaltung. Die Speisekarten werden oft von Curry-Zubereitungen dominiert, die auf den Seychellen wie im Ursprungsland Indien eine eigene kulinarische Wissenschaft darstellen. Das Preis-Leistungs-Verhältnis beim Essen ist grundsätzlich in Ordnung, auch wenn günstiges Essen vielerorts kaum möglich ist. Das „einheimische“ Bier SeyBrew, ursprünglich nach deutscher Brautradition hergestellt, gilt (nicht zuletzt dank des weichen lokalen Wassers) als durchaus gelungen.
Das in Gästezimmern mitunter in Thermosflaschen bereitgestellte Trinkwasser sollte man eher meiden, da es gelegentlich zu Magen-Darm-Beschwerden führen kann; besser verträglich ist in Plastikflaschen verkauftes Mineralwasser.
Ein großes Plus der Seychellen als Reiseziel bleibt, dass sie praktisch frei von den gefürchteten klassischen Tropenkrankheiten sind – spezielle Pflichtimpfungen wie für viele andere tropische Reiseziele entfallen (zum aktuellen Chikungunya-Hinweis siehe Einreise-Kapitel oben). Es lohnt sich dennoch, den aktuellen Stand rechtzeitig vor Reiseantritt bei einem reisemedizinisch erfahrenen Arzt oder einem tropenmedizinischen Institut zu erfragen.
Die Besucherzahlen der Seychellen sind mittlerweile deutlich höher als früher – heute kommen jährlich über 300.000 bis 400.000 Touristen ins Land (statt der früher genannten rund 100.000), was die Inseln stärker prägt als noch vor zwei Jahrzehnten, auch wenn die Kapazität weiterhin bewusst begrenzt gehalten wird und Massenandrang wie an vielen Mittelmeerstränden nicht zu erwarten ist. Der belebteste Strand bleibt der Beau-Vallon-Beach im Nordwesten von Mahé. Außerhalb der Hauptsaison (europäische Sommerferien, Weihnachten, Ostern) sind die meisten Strände weiterhin wenig besucht bis menschenleer.
Die relativ hohen Kosten sind als „Eintrittsgeld“ in ein außergewöhnliches Naturparadies zu verstehen. Es bleibt ein erklärtes Ziel der Regierung, aus einem möglichst umweltverträglichen Tourismus mit begrenzten Besucherzahlen wirtschaftlichen Nutzen zu ziehen; Billig- oder Backpacker-Tourismus ist entsprechend nicht das Zielsegment des Landes. Wer klassischen Clubtourismus sucht, ist auf den Seychellen an der falschen Adresse – wer dagegen einen stillen Moment in überwältigender Landschaft auch ohne fremde Anleitung genießen kann, wird die Seychellen zu seinen eindrücklichsten Reiseerlebnissen zählen.
Hinweis: Alle Angaben zu Bevölkerungszahlen, politischen Ämtern, der Gesundheitslage und Einreisebestimmungen können sich ändern und wurden nach bestem Wissen zum Stand August 2026 recherchiert. Für aktuelle, verbindliche Informationen empfiehlt sich vor Reiseantritt ein Blick auf die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.
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Author: Joe OnTour
Autor + Reise-Blogger