Seychellen – Allgemeine Informationen

Die Republik der >Seychellenbesteht aus 115 Inseln und gliedert sich in 32 Gebirgsinseln (hauptsächlich Granitstein) welche die eigentlichen Seychellen darstellen, und in zahlreiche kleine Koralleninseln, die auf einer Meeresfläche von über 400.000 km² verteilt liegen.

Die Inselgruppe um Mahé ist die am dichtesten Bevölkerte und damit wichtigste Inselgruppe des Landes. Wie die meisten anderen bewohnten Inseln auch gehören ihre Inseln zu den Gebirgsinseln. Auf Mahé ist auch der höchste Punkt des Landes zu finden, der Morne Seychellois, der 905 m über den Meeresspiegel ragt. Auf den Koralleninseln gibt es wegen der geringen Höhe (höchste Punkte bei 9 m über dem Meeresspiegel) und dem mangelnden Trinkwasser nur wenige, kleine Siedlungen.

Das Klima ist wegen der Nähe zum Äquator tropisch und recht konstant, die Temperatur schwankt zwischen 24°C und 29.9°C. Auch die recht geringe Niederschlagsmenge variiert nur zwischen 288 cm in der Hauptstadt Victoria und 355 cm in den Bergregionen.
Hauptstadt
Victoria
Fläche
454 km²
491 km Küstenlänge
Bevölkerungszahl
80.000 Einwohner
Wirtschaft
Seit der Unabhängigkeit im Jahre 1976 hat sich das Pro-Kopf Einkommen auf diesem Indischen-Ozean-Archipel versiebenfacht, verglichen mit dem alten Subsistenzlevel. Wachstum wurde angeführt durch den Touristensektor, der etwa 30% der Arbeitskräfte beschäftigt und mehr als 70% der „harten Währung“ Einnahmen beschafft, sowie durch Tunfisch-Industrie. In den vergangenen Jahren hat die Regierung ausländische Investoren ermutigt in Hotels und Service zu investieren. Gleichzeitig hat die Regierung versucht die Abhängigkeit vom Tourismus zu reduzieren, indem sie die Entwicklung von Farmen, der Fischindustrie und kleiner produzierender Firmen gefördert hat. Die Verwundbarkeit des Touristensektors wurde durch den starken Sturz in den Jahren 1991-92 (Golf Krieg), den Anschlägen vom 11. September und nun erneut durch den Golf Krieg 2003 sichtbar. Andere Programme der Regierung betreffen das Haushaltsdefizit, einschließlich der Kosten für die Sozialversorgung sowie weitere Privatisierungen von öffentlichen Unternehmen. Das Wachstum verlangsamte sich in den Jahren von 1998-2001, aufgrund des lahmenden Tourismus und der Tunfisch-Sektoren. Auch die Kontrolle über die Wechselkurse zu ausländischen Währungen sowie die Knappheit an ausländischen Währungen haben die wirtschaftliche kurzfristige Ausrichtung gefördert. Der Wert der Rupie auf dem Schwarzmarktist etwa halb so viel, wie der offizielle Tauschwert; ohne eine Abwertung der Seychelles Rupie dürfte der Touristensektor schwammig bleiben und Urlauber werden Ziele wie die Komoren, Mauritius oder Madagaskar vorziehen.
Politik-Staatsform
Der Präsident der Seychellen ist seit dem 14. April 2004 James Alix Michel. Er löste France-Albert René ab, der zuletzt 2001 mit 54% der Stimmen in sein Amt gewählt wurde und im März 2004 sein Amt als Präsident der Seychellen niederlegte.

Michel war bisher Vizepäsident. Die Präsidentschaftswahlen finden alle 5 Jahre statt. Das Staatsoberhaupt ist in den Seychellen gleichzeitig auch der Regierungschef und setzt die Richter der zwei höchsten Gerichte ein.

Das Parlament besteht aus 34 Abgeordneten. Davon werden 25 direkt gewählt. Die verbleibenden 9 Sitze werden proportional zu allen Stimmen an die Parteien verteilt, die mindestens 10 Prozent der Stimmen erhalten haben.
Währung
Seychelles Rupie (SCR)
Wissenswertes
Die Seychellen befinden sich in ständiger Devisennot. Mehr als die Hälfte der gesamten Deviseneinnahmen werden zur Zeit zur Beschaffung von Erdöl ausgegeben. Alldies muss aus den Einnahmen des Tourismus finanziert werden, da andere Einnahmequellen praktisch nicht vorhanden sind. Die Rupie wird als einheimische Währung künstlich hoch gehalten um die Deviseneinnahmen so hoch wie möglich ausfallen zu lassen.

Dies hat natürlich die Folge, dass der Schwarzmarkt blüht. Auf dem Privatmarkt werden Kurse von 1:10 angeboten. Von Regierungsseite wird hiergegen kaum vorgegangen.

Unterkünfte, Restaurantbesuche und sonstige touristische Aktivitäten müssen von den Gästen in Devisen bezahlt werden. Diese müssen bereits aus den Einreiseländern mitgebracht werden, da es keine Devisen im Land zu tauschen gibt. Bei Banken und an Kartenautomaten werden lediglich einheimische Rupies ausgezahlt. Einziger Ausweg ist die Zahlung mit der Kreditkarte.

Umrechnungskurs ist derzeit (Stand 2004) 1 EUR = 6,15 Rupie

Die besten Preise z. B. bei Autovermietern oder bei Einkäufen erlangt man mit Cash-Zahlungen.

Seychellen – Klima

Die niedrigste jemals auf den Seychellen gemessene Temperatur betrug 19,8°C, die höchste 34°C. Man kann tagsüber meist mit 27-30°C rechnen, nachts mit 24-26°C, d.h. es wird selten sehr heiß, kühlt aber auch nachts kaum ab.

Die Luft ist oft außergewöhnlich klar (kaum Staub oder Abgase im Umkreis von 1.600 km), so daß man in manchen Nächten phänomenale Sternenhimmel bewundern kann. Die Wassertemperaturen liegen gleichmäßig bei 26-29°C, wobei in besonders flachen Lagunen gelegentlich auch regelrechte Badewannen-Temperaturen erreicht werden

Man unterscheidet allerdings die Zeit des Südost- von der des Nordwestmonsuns. In ersterer (Juni bis Oktober) ist der Wind stetiger, die Luftfeuchtigkeit niedriger, und es regnet etwas weniger.

Nur während des Nordwestmonsuns (Dezember bis April) besteht eine geringe Gefahr, für mehrere Tage oder gar wochenlang eingeregnet zu werden, was bei einer entsprechend teuren Reise natürlich ärgerlich wäre. In dieser Zeit regnet es auch fast täglich, allerdings meist nur in kurzen Schauern von höchstens halbstündiger Dauer.

Wer sehr empfindlich gegen Schwüle ist, sollte vor allem die sogenannten Monsun-Umschlagszeiten im Mai und November meiden, da dann der Wind häufig ganz versiegt.

Dabei ist allerdings zu beachten, daß auf den Seychellen seit einigen Jahren zunehmend Verschiebungen und Ausnahmen im klimatischen Ablauf der Jahreszeiten auftreten. Die Wetterbedingungen der einzelnen Monate sind daher nicht mehr ganz so zuverlässig vorherzusagen wie in früheren Zeiten.

Wegen der Äquatornähe sind Tage und Nächte das ganze Jahr über etwa geich lang. Die Niederschläge in Form warmer Regen variieren erheblich von Jahr zu Jahr und lassen sich deshalb schwer vorhersagen.

Durch ihre Lage 4° südlich des Äquators ist für den Reisenden auf den Seychellen vor allem die Sonneneinstrahlung ein Problem, denn die UV-Intensität ist hier etwa drei- bis viermal so hoch wie im deutschen Hochsommer. (Rund um den Äquator existiert ein breiter Gürtel, in dem die Ozonschicht von Natur aus dünner ist.)

Die Sonne geht jeden Tag etwa um 6:30 Uhr auf und um 18:30 unter, wobei die Dämmerung nur etwa 30 Minuten dauert.

Seychellen – Fauna

Als einer der interessantesten einheimischen Vögel findet man auf den Seychellen den Rabenpapagei, dessen Bestand auf etwa 100 Tiere reduziert ist, zudem Dickschnabel-Fluchtvogel, Warzenfruchttaube und die in Höhlen nistende Seychellen – Höhlensalangane.

Einzige Säugetiere auf den Sexchellen sind die Seychellen-Flughunde und die Fledermausart Coleura seychellensis, die zur Familie der Glattnasen-Freischwänze zählt.

Das Meer mit seinem fast unerschöpflichen Reichtum sorgt nicht nur für das Leben unter Wasser, es bietet auch die Lebensgrundlage für viele Millionen von Vögeln. Einige Inseln wie Bird Island sind ein wahres Vogelparadies.

Hier gibt es keine Feinde, weder Alligatoren noch Schlangen, keine Ratten oder Katzen. Zudem sind die Vogelinseln, Bird-Island oder Aride nur äußerst umständlich zu erreichen. Deshalb können hier noch Vögel existieren, die sonst auf der Welt längst ausgestorben sind.

Die Tierwelt der Seychellen hat viele Besonderheiten zu bieten. Da ist zunächst der großartige Fischreichtum der Seychellen-Gewässer, der die Inseln mit ihren noch intakten Korallenriffen zu guten Tauch-Revieren macht. Wenigstens das Schnorcheln sollte deshalb jeder Besucher unbedingt einmal ausprobieren.

Immer wieder anzutreffen sind die kleinen, grauen, allesfressenden Skinke.

Unübersehbar sind die Geckos, die auf Mahé meist grau oder braun sind, auf La Digue fast immer eine leuchtend grüne Färbung haben. Die grünen Geckos werden auch Taggeckos genannt. Diese nützlichen Insektenfresser findet man fast immer in Gebäuden, wo sie abends im Lampenschein beobachtet werden können.

Zu den ungeliebten Kleintieren zählen die Kakerlaken und Stechmücken. Erstere, eigentlich überall in den Tropen anzutrffen, findet man auf den Seychellen allerdings weniger. Dies ist sicherlich auf den großzügigen Umgang mit Insektiziden zurückzuführen.

Dagegen gibt es Stechmücken fast überall auf den Seychellen. Ihre Zahl hält sich aber in Grenzen, da es kaum stehende Gewässer gibt. Außerdem vertreibt der ständige Wind die ungeliebten Geister. Nur in der Dämmerung in sumpfigen Gebieten wie z. B. auf La Digue muß man etwas gegen die Mücken unternehmen. Die als Malaria-Überträger gefürchteten Anopheles-Mücken gibt es auf den Seychellen nicht. Eine Malaria-Prophylaxe ist demnach nicht notwendig.

Ein größeres Problem an Stränden sind die kleinen Sandfliegen. Sie sind in der Wirkung mit Kribelmücken vergleichbar.

Im Sand der Strände leben unzählige Kleintiere und Krebse. Größere Exemplare sind vor allem nach Einbruch der Dunkelheit oder an einsamen Stränden antreffen.

Die überall im Unterholz in ihren Netzen sitzenden riesigen, schwarz-gelben Palm-Spinnen sehen zwar gefährlich aus, sind dagegen aber um so harmloser.

In Acht nehmen sollte man sich vor großen Hundertfüßlern, deren Biß giftig ist und böse Wunden verursachen kann. Sie kommen aber sehr selten vor.

Auf einigen Inseln findet man kleine Skorpion-Arten, deren Stich jedoch nicht lebensgefährlich ist. Alles in Allem kann man sagen, daß von der Tierwelt der Seychellen kaum nennenswerte Risiken für Besucher ausgehen.

Besonders schön anzusehen sind die vielen Vogelarten der Seychellen, von denen eine Reihe von Exemplaren äußerst selten sind. Zu nennen ist hier besonders die Seychellen-Schamadrossel, die nur noch auf Frégate lebt. Die Vögel kennen keinen Fluchtinstinkt. Deshalb muß die Insel ratten- und katzenfrei gehalten werden, damit das Überleben der letzten wenigen Dutzend Exemplare gesichert ist.

Nicht so selten, aber dafür ausgesprochen schön sind die schneeweißen Feenseeschwalben, die pechschwarze Augen und blaue Schnäbel haben. Ebenso bemerkenswert sind die in den warmen Aufwinden an den Berghängen segelnden Tropikvögel. Manche Gebiete der Seychellen stehen als Vogelschutzgebiete unter strenger Aufsicht. Hierzu zählen auch die Inseln Aride, Cousin oder Bird-Island. Sie sind für ornithologisch Interessierte ein unbedingtes Muss.

Die einzige einheimische Säugetierart ist der Seychellen-Flughund. Die großen, in ihrem Verhalten den kleineren Fledermäusen gleichenden Tiere sind in der Dämmerung häufig zu sehen und auch zu hören. Der Flying Fox sieht aus der Nähe mit seinem rotbraunen Fell aus wie ein kleiner Fuchs. Die Nahrung der Flughunde besteht ausschließlich aus Früchten.

Seychellen – Flora

Vallee de Mai, ein 0,195 qkm großes Tal im Praslin-Nationalpark – Als Weltkulturerbe von der UNESCO ernannt im Jahr 1983

Die nur auf den Seychellen vorkommende Seychellennuapalme „Coco de Mer“ mit den größten Samen im Pflanzenreich und einer Höhe von 30 bis 40 m.

Zudem weitere sechs nur auf den Seychellen heimische Palmenarten und Schraubenbäume wie der Hornes-Schraubenbaum.

Bis vor 40 Jahren war der urzeitlich anmutende Palmenwald in einem abgelegenen Hochtal der Seychelleninsel Praslin, noch völlig unberührt. Heute kommen Menschen aus aller Welt hierher, um die seltene Seychellen-Palme zu bewundern. Ihre Besonderheit ist der bis zu 20 kg Gewicht schwere Samen „Coco de Mer“. Der größte Samen der Welt.

Heute findet man die Fächerpalmen, die bis zu 800 Jahre alt werden können, nur noch auf Praslin und der kleinen Nachbarinsel Curieuse. Ihr Bestand wird auf 400 Exemplare geschätzt.

Eine kluge Wirtschaftspolitik schützt die Idylle. Große Hotels dürfen hier nicht gebaut werden. Das begrenzt die Zahl der Urlauber, und ist die Gewähr zur Erhaltung der Naturwelt.

Auf Praslin, einer der größeren Inseln des Archipels, wurde schließlich die Palme gefunden, die man solange gesucht hatte. In unserer Zeit wurde ein Park, Vallee de Mai, das Maital, angelegt. Hier kann man die Palme studieren, ihr Wachstum beobachten und ihre legendenumwobene Fortpflanzung.

Die merkwürdige Form erinnert an das Gesäß schöner Menschen. So hat die Frucht erotische Phantasien angeregt und mancher hoffte sogar auf eine potenzstärkende Wirkung. Ohne den schützenden Naturpark, wäre deshalb die seltene Palme längst verschwunden.

Apropos Palme, es gibt weibliche Palmen und männliche, leicht zu unterscheiden. Eine Seychellen-Legende sagt, daß sie sich in einer stürmischen Nacht zusammentun…

7 Jahre vergehen nach der Vereinigung bis wieder eine reife Frucht für den neuen Kreislauf bereit ist. Die kleine Schwester, die jeder kennt, die gewöhnliche Kokusnuß, hatte hier seit dem vergangenen Jahrhundert die Coco de Mer verdrängt. Ihr Saft, das Fleisch und ihre Fasern waren begehrt. Heute gibt es im Welterbe-Naturpark wieder eine große Zahl von Coco de Mer Palmen. Die ältesten sollen rund 800 Jahre alt sein. Die höchsten sind über 30 Meter.

Eine kluge Wirtschaftspolitik beschützt die Idylle. Große Hotels dürfen hier nicht gebaut werden. Das begrenzt die Zahl der Urlauber, so daß die Seychellen immer noch wie ein grenzenloses Paradies erscheinen.

Seychellen – Geschichte – Kultur – Kunst

Man vermutet, dass die Inseln der Seychellen ehemals von Arabischen Händlern entdeckt wurden.

Die ersten nachweislichen und protokollierten Entdecker der Seychellen waren die Portugiesen. Diese erwähnten die Inseln erstmals 1505.

Die Seychellen wurden erst 150 Jahre nach ihrer Entdeckung von den Franzosen besiedelt.

In der Zeit von 1794 bis 1811 kam es zwischen den Engländern und Franzosen zum Konflikt um die Inseln. Die Engländer gingen hieraus als Sieger hervor.

Die Seychellen wurden unter der Englischen Herrschaft ein Teil von Mauritius.

Nach dem ersten Weltkrieg 1911 erhielten die Seychellen den Status einer eigenständigen Kolonie.

Die Unabhängigkeit erlangten die Seychellen 1970, die so genannte erste Republik wurde aber erst 1976 gegründet.

1979 wurde sie zu gunsten eines Ein-Parteien-Regimes wieder abgesetzt. Hieraus entstand die zweite Republik.

1993 trat die aktuelle Verfassung der dritten Republik auf den Seychellen in Kraft.

Seychellen – Essen & Trinken

Speisen
Von den Seychellen sagt man, dass hier die beste kreolische Küche von allen Inseln des Indischen Ozeans zu haben ist.

Dabei spielen die Einflüsse aus der indischen, afrikanischen und der französischen Küche eine grosse Rolle. Ausser Rind und Huhn wird natürlich vor allem Fisch verarbeitet. Als Beilagen werden in der Regel Reis und Chutneys aus verkochtem Gemüse oder Obst serviert. Besonderer Beliebtheit erfreut sich der Kürbis-Chutney.

Grundlagen der kreolischen Küche sind die süßliche Eintopf-Soße Daube, die auf Tomaten-Basis reduzierte Soße Rougaille und die milde, an Südostasien erinnernde Kokos-Basis Carri-Coco.

Aus der französischen Küche wurde die Vorliebe für Suppen, besonders Fischsuppen (Bouillons) übernommen. Auch die lokalen Salate werden mit Rafinesse zubereitet. Nicht vergessen sollte man den kreolischen Oktopus-Salat, den Palmherz-Salat und verschiedene Salate mit grüner Papaya. Dagegen ist das in manchen Restaurants angebotene Gericht aus Flughunden schon eine einheimische Spezialität, die sicher nicht für jeden Gaumen geeignet ist.

Zum Dessert werden oft Tropenfrüchte und die aus Afrika stammende Nachspeise Kat-Kat (grüne Bananen in süßer Kokosmilch gekocht) serviert.
Getränke
Eigene Weine sind kaum bekannt und so ist man auf Importweinen angewiesen. Diese sind jedoch ziemlich teuer. Eine Alternative sind die lokalen Drinks, wie der selbst gebrannte Früchte-Bakka und Calou (Palmmost). Hüten sollte man sich vor vor den nicht selten angebotenen Billig-Fusel.

Seychellen – Unterkünfte

Wer die Seychellen besucht, sollte darauf eingerichtet sein, bei einigen Gelegenheiten über Gebühr zur Kasse gebeten zu werden. Zwar hatte man mit der offiziellen Begründung, man wolle die Touristen nicht unnötig verärgern, vor Jahren die Flughafengebühr abgeschafft. Sie wurde aber inzwischen wieder eingeführt (100 SR pro Person) und sorgt bei manchem Abreisenden für eine unangenehme Überraschung.

Zudem kann es beispielsweise passieren, daß man für die Benutzung eines privaten Weges (der nicht als solcher zu erkennen ist) nachträglich bezahlen soll. Die Erkenntnis, daß auch die meisten Touristen sich ihr (Urlaubs-) Geld hart haben verdienen müssen, hat sich hier noch nicht durchgesetzt.

Mit der Beschaffung der einheimischen Währung gibt es im allgemeinen wenig Probleme. EURO können bei allen Banken auf den Seychellen eingewechselt werden. Es gibt viele kleine Filialen, die meist an Werktagen bis zum frühen Nachmittag und Samstags am Vormittag geöffnet haben. Es empfehlen sich Traveler’s Cheques, mit denen man einen wesentlich besseren Umtauschkurs erhält.

Die Unterkünfte auf den Seychellen decken alle Kategorien ab, vom einfachsten Gästehaus bis zum Luxushotel. Das Preisniveau liegt allerdings stets deutlich über dem für die jeweilige Kategorie in Deutschland üblichen.

Wer gut essen will, wird nicht enttäuscht. Vor allem Fischgerichte kann man in faszinierender Vielfalt genießen. Da Fleisch (außer Hühnerfleisch) importiert werden muß, sollte man darauf verzichten. Die Speisekarte wird von Curry-Zubereitungen dominiert, die auf den Seychellen (wie im Ursprungsland Indien) eine Wissenschaft für sich sind. Beim Essen kann sich das Preis-Leistungs-Verhältnis durchaus sehen lassen, wenngleich es vielerorts kaum möglich ist, billig essen zu gehen. Das „einheimische“ Bier heißt SeyBrew, wird von einem Deutschen gebraut und ist (nicht zuletzt wegen des weichen Wassers) recht gut.

Auf Gästezimmern in Thermosflaschen zur Verfügung gestelltes Trinkwasser sollte man (entgegen manchen Empfehlungen aus Reiseführern) meiden, da es unter Umständen zu Magen-Darm-Beschwerden führt. Besser verträglich ist das in Plastikflaschen verkaufte „Mineral“-Wasser.

Ein sehr großes Plus der Seychellen als Reiseland ist, daß sie praktisch frei von den gefürchteten Tropenkrankheiten sind. Spezielle Impfungen, wie sie für Reisen in viele andere tropische Länder notwendig werden, entfallen. (Sicherheitshalber sollte man den neuesten Stand rechtzeitig vor Reiseantritt bei einem kundigen Arzt oder beim tropenmedizinischen Institut in Hamburg erfragen.) Sicher ist, daß es nur wenige Orte auf der Welt gibt, an denen man eine so wenig verdorbene tropische Umwelt mit so geringen gesundheitlichen Risiken genießen kann.

Die Zahl von (bisher) jährlich etwa 100.000 Touristen ist bei weitem zu gering, um für überfüllte Strände àla Ibiza oder Mallorca zu sorgen. Der belebteste Strand der Seychellen ist noch der Beau Vallon Beach im Nordwesten von Mahé. Außerhalb der Hauptsaison (europäische Sommerferien, Weihnachten und Ostern) sind die meisten Strände wenig besucht bis menschenleer, so daß man selbst auf der Hauptinsel Mahé seinen persönlichen, einsamen Traumstrand finden kann. Die relativ hohen Kosten sind als Eintrittsgeld in ein „irdisches Paradies“ zu verstehen, und wer sich für atemberaubende Naturschönheiten begeistern und über den einen oder anderen organisatorischen Mangel hinwegsehen kann, hat dabei immer noch ein Preis-Leistungs-Verhältnis, das viele andere Reiseziele nicht annähernd erreichen.

Schließlich ist es ein erklärtes (und legitimes) Ziel der örtlichen Regierung, aus einem möglichst umweltverträglichen Tourismus (dazu gehören mäßige Besucherzahlen) möglichst viel Geld einzunehmen.

Ausdrücklich unerwünscht sind beispielsweise Rucksack-Touristen, die sich auf Kosten der einheimischen Bevölkerung mit wenig Geld durchschlagen wollen.
Wer sogenannten Club-Urlaub liebt oder auf Promenadenbummel, Wasserski und Wiener Schnitzel nicht verzichten kann, sollte von einem Seychellen-Urlaub Abstand nehmen.

Wer aber in der Lage ist, einen stillen Moment in einer überwältigenden Landschaft auch ohne fremde Anleitung zu genießen, der wird die wahren Seychellen kennenlernen und den Aufenthalt dort zu seinen besten Erlebnissen zählen.

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