Home KanadaKanada – Allgemeine Infos
Kanada Flag

Kanada – Allgemeine Infos

von Joe OnTour
Veröffentlicht: Aktualisiert: 2,1K Ansichten

Kanada – Allgemeine Informationen

Geografie Kanada ist ein Land mit fast unvorstellbaren Ausmaßen. Es ist nach Russland das zweitgrößte Land der Erde mit einer Fläche von rund 9,98 Mio. Quadratkilometern – damit ist Kanada etwa 28-mal so groß wie Deutschland. Fasst man alle Seen Kanadas zusammen, entspräche deren Fläche etwa der doppelten Fläche Deutschlands. Die Küstenlinie Kanadas misst rund 243.000 km (inklusive aller Inseln und Buchten; die reine Festlandküste rund 58.000 km) und gilt damit als die längste Küstenlinie der Welt. Die Ausdehnung von Nord nach Süd beträgt rund 5.500 km, von West nach Ost rund 5.500–5.800 km.

Wirtschaft Kanada verfügt über eine hoch entwickelte Wirtschaft mit enormen Bodenschätzen und riesigen Energievorräten (u. a. Erdöl, insbesondere aus den Ölsanden Albertas, Erdgas, Wasserkraft sowie bedeutende Mineral- und Metallvorkommen). Wichtigster Handelspartner sind weiterhin die USA, gefolgt von China, weiteren EU-Staaten sowie Japan. Der Rohstoffhandel bleibt eine große Stärke Kanadas, während die verarbeitende Industrie vor allem im Osten des Landes konzentriert ist – entsprechend lebt ein erheblicher Teil der Kanadier in den Ballungsgebieten rund um Ontario und Québec. Der Dienstleistungssektor ist heute mit Abstand der größte und am schnellsten wachsende Wirtschaftszweig Kanadas.

Politik Kanada ist ein föderalistischer Staat mit Gewaltenteilung zwischen der nationalen Regierung und den Regierungen der zehn Provinzen sowie drei Territorien. Kanada ist eine parlamentarische Monarchie im Commonwealth; formelles Staatsoberhaupt ist der britische Monarch (aktuell König Charles III.), vertreten durch die Generalgouverneurin. Aktueller Premierminister: Mark Carney (Liberale Partei), im Amt seit März 2025 – ein ehemaliger Zentralbankchef (u. a. der Bank of Canada und der Bank of England), der seinen Vorgänger Justin Trudeau ablöste.

Religion Die Bevölkerung besteht zu rund zwei Dritteln aus Christen, davon der größte Teil römisch-katholisch (v. a. in Québec) sowie Angehörige verschiedener protestantischer Glaubensgemeinschaften. Der Anteil konfessionsloser Kanadier ist in den letzten Jahrzehnten deutlich gestiegen und liegt heute bei einem erheblichen Teil der Bevölkerung. Durch die hohe Einwanderungsquote sind zudem zahlreiche weitere Glaubensrichtungen vertreten, darunter Muslime, Hindus, Sikhs, Buddhisten sowie jüdische und weitere Gemeinschaften.

Bevölkerung In Kanada leben heute rund 40 bis 41,6 Millionen Menschen (Stand 2026) – deutlich mehr als die früher oft genannten 30 Millionen, bedingt durch anhaltend hohe Zuwanderung der letzten beiden Jahrzehnte. Die meisten Kanadier leben weiterhin in einem schmalen Streifen entlang der Grenze zu den USA sowie in den beiden bevölkerungsreichsten Provinzen Ontario und Québec.

Die größte Stadt bzw. der größte Ballungsraum ist Toronto mit rund 5,6 bis 6,3 Mio. Einwohnern im Großraum, gefolgt von Montreal (rund 4,3 Mio.) und Vancouver (rund 2,6 Mio.). In Ottawa, der Hauptstadt, leben im Ballungsraum rund 1,4 Mio. Menschen. Die Bevölkerungsdichte liegt bei nur rund 4 Einwohnern pro Quadratkilometer, eine der niedrigsten weltweit. Rund 80 % der Kanadier leben in Städten. Kanada bleibt ein klassisches Einwanderungsland mit seit 1971 verfassungsrechtlich verankertem Multikulturalismus; die Balance zwischen Zuwanderung, Wohnungsmarkt und Infrastrukturausbau ist innenpolitisch allerdings ein zunehmend diskutiertes Thema.

Kanada – Einreise und Visum

Deutsche, österreichische und Schweizer Staatsangehörige benötigen für die Einreise nach Kanada auf dem Luftweg kein klassisches Visum, müssen jedoch vor Abflug eine eTA (Electronic Travel Authorization) beantragen, sofern sie zu touristischen oder geschäftlichen Zwecken für bis zu 6 Monate einreisen. Die eTA wird online über die offizielle Website (canada.ca) beantragt, kostet 7 kanadische Dollar und ist in der Regel bis zu 5 Jahre bzw. bis zum Ablauf des Reisepasses gültig, mit Berechtigung zu mehrfacher Einreise.

Voraussetzung ist ein gültiger, maschinenlesbarer Reisepass. Bei Einreise auf dem Landweg (z. B. aus den USA) sowie bei bestimmten Reisezwecken (u. a. längerfristige Aufenthalte, Arbeit, Studium) ist statt der eTA ein reguläres Visum erforderlich.

Von der Nutzung inoffizieller Drittanbieter-Websites, die für die eTA-Beantragung überhöhte Gebühren verlangen, wird abgeraten – die Beantragung sollte ausschließlich über die offizielle Regierungsseite erfolgen. Da sich Einreisebestimmungen kurzfristig ändern können, empfiehlt sich vor jeder Reise ein Blick auf die aktuellen Hinweise des Auswärtigen Amtes sowie der kanadischen Regierung.

Kanada – Klima

Kanadas Klima ist durch die kontinentale Lage in arktische und gemäßigte Zonen unterteilt. Der größte Teil des Landes hat ausgeprägte, trocken-heiße Sommer und sehr kalte, meist sonnige Winter. Diese Jahreszeiten dauern jeweils mindestens fünf Monate.

Je weiter man nach Norden kommt, desto kürzer fallen Frühling und Herbst aus – in den nördlichen Regionen sind diese Übergangsjahreszeiten oft auf zwei bis drei Monate begrenzt. Im Winter macht sich das arktische Klima mit seinen Kaltluftfronten bis weit in die südlichen Landesteile bemerkbar.

Im Sommer werden in den südlichen Regionen Kanadas, bedingt durch Warmluftfronten aus dem Golf von Mexiko, häufig Temperaturen bis zu +35 °C erreicht. In den nördlichen Landesteilen liegen die Sommertemperaturen tagsüber im Schnitt eher bei +15 °C und können nachts unter den Gefrierpunkt fallen.

Im Winter liegen die Temperaturen im Süden durchschnittlich zwischen -5 °C und +10 °C, im Norden zwischen +5 °C und -40 °C. An der milderen südlichen Pazifikküste British Columbias bleiben die Temperaturen meist oberhalb des Gefrierpunkts. Im Winter sind in fast allen Landesteilen, mit Ausnahme mancher milderer Küstenregionen wie Teilen Nova Scotias, heftige Schneefälle üblich.

Kanada – Fauna

Kanadas Tierarten finden in den großen Waldgebieten reichen Lebensraum. Hier leben zahlreiche kleinere Arten wie Kaninchen, Hasen, Eichhörnchen und Füchse, aber auch größere Arten wie Bären, Elche und Stachelschweine.

In den Nationalparks leben noch Waldbisons. Bergschafe und -ziegen halten sich in den Bergwäldern auf, daneben sind Wapiti-Hirsche anzutreffen. Auch die bis zu 800 kg schweren Grizzlybären finden sich hier.

In den nördlichen Gebieten am Rande der Arktis sind zahlreiche Pelztierarten wie Hermeline, Nerze, Vielfraße und Wölfe heimisch. In der Subarktis halten sich Karibus und Moschusochsen auf – Karibus leben in großen Herden, historisch mit teils mehreren hunderttausend Tieren, wobei einige Herden in den letzten Jahrzehnten deutlich geschrumpft sind und heute unter besonderer Beobachtung stehen. Im Sommer sind zudem Millionen Zugvögel anzutreffen.

Eisbären, Robben, Walrosse und Wale leben vor der arktischen Küste.

Dieser enorme Wildtierbestand darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Ressourcen begrenzt sind: Die Fischbestände auf dem Kontinentalschelf vor Neufundland, einst eines der reichsten Fischgründe der Erde, sind seit dem Zusammenbruch der Kabeljaubestände in den 1990er-Jahren teilweise bis heute nicht vollständig erholt. Der Wildbestand in manchen Waldregionen steht durch Lebensraumverlust unter Druck, ebenso durch die fortschreitende Nutzung der Küstenregenwälder an der Westküste.

Umweltschutz und nachhaltige Ressourcennutzung haben in Kanada in den letzten Jahrzehnten deutlich an politischer Bedeutung gewonnen: Die Abholzung der Wälder unterliegt heute strengeren Quoten und Zertifizierungssystemen, und Umweltgesetze zielen darauf ab, die Belastung der Gewässer und Great Lakes weiter zu reduzieren – auch wenn hier weiterhin erhebliche Herausforderungen bestehen.

Kanada – Flora

Rund die Hälfte der Fläche Kanadas ist mit Wäldern bedeckt. Im Südwesten Ontarios findet man teilweise reinen Laubwald.

Im Bereich der Großen Seen herrscht Mischwald vor, bestehend aus Buchen, Eichen, Ulmen, Tannen und Kiefern, dazu der Zuckerahorn, der zur Gewinnung von Ahornsirup dient.

In den nördlichen Regionen erstreckt sich ein rund 6.000 km langer Gürtel aus reinem Nadelwald (Tannen, Fichten, Kiefern) – die kanadische Boreal-Waldzone, eines der größten zusammenhängenden Waldgebiete der Erde. In etwa 2.000 m Höhe geht dieser oberhalb der Baumgrenze in alpine Flora über.

In den regenreichen Gebieten der Westküste findet sich ein regelrechter gemäßigter Regenwald mit Farnen und riesigen Zedern (Western Red Cedar).

Im Süden des Landes herrscht wegen der langen Trockenzeiten in den Prärien Präriegras vor, dessen engmaschige Wurzeln Regenwasser speichern und der Bodenerosion entgegenwirken. In einigen trockeneren Küsten- und Binnengebieten finden sich sogar Kakteen.

Weiter im Norden ist wegen der kalten Winter und des Dauerfrostbodens kein flächendeckender Baumbestand mehr anzutreffen – hier dominieren Krüppelfichten und Weiden. In der Tundra des hohen Nordens finden sich schließlich nur noch alpine Blumen, Gräser und Flechten.

Kanada – Geschichte

Frühgeschichte: Die erste Besiedlung Nordamerikas durch den Menschen erfolgte nach heutigem Forschungsstand vor rund 15.000 bis über 20.000 Jahren, wahrscheinlich über eine Landbrücke zwischen Sibirien und Alaska sowie entlang der pazifischen Küste.

Um 1000: Nordische Seefahrer (Wikinger) siedeln kurzzeitig auf Neufundland (L’Anse aux Meadows) – die erste bekannte, wenn auch kurzlebige europäische Präsenz in Nordamerika.

1497: John Cabot (Giovanni Caboto aus Venedig, in britischen Diensten) landet in Labrador oder Neufundland.

1534/35: Jacques Cartier nimmt für Frankreich die Halbinsel Gaspésie und den oberen Sankt-Lorenz-Strom in Besitz.

1608: Québec City wird gegründet, 1642 folgt Montreal – beide durch die Franzosen (Samuel de Champlain bzw. Paul de Chomedey de Maisonneuve).

1663: Zusammenschluss der Siedlungsgebiete zur Kolonie „Nouvelle-France“.

1670: Gründung der Hudson’s Bay Company durch englische Adlige; in der Folge kommen englische Siedler ins Land, was zu englisch-französischen Rivalitäten um Fischereirechte und Pelzhandel führt.

1840: Ontario (Upper Canada) und Québec (Lower Canada) werden zur sich selbst regierenden „Province of Canada“ vereinigt.

1. Juli 1867: „Canada“ wird durch den British North America Act zusammen mit Nova Scotia und New Brunswick zum „Dominion of Canada“ erhoben, in der Folge erweitert um Manitoba, British Columbia, Prince Edward Island, Alberta und Saskatchewan (1870–1905) sowie 1949 nach Referendum um Neufundland.

1931: Kanada erhält mit dem Statut von Westminster den Dominion-Status voller außenpolitischer Souveränität.

1980: Ein erstes Referendum in Québec zur Souveränität scheitert; die Provinz verbleibt bei Kanada.

17. April 1982: Kanada erhält mit dem Canada Act des britischen Parlaments seine volle Verfassungssouveränität; die neue Verfassung gilt auch für Québec.

1987: Das Meech-Lake-Abkommen, ein Reformvorhaben der konservativen Regierung Mulroney zum besonderen Status Québecs, scheitert 1990 an der Ablehnung durch Manitoba und Neufundland.

1992: Eine Volksabstimmung lehnt mit 54 % das Charlottetown Accord ab, ein Konzept zur Stärkung der Provinzen und zum Sonderstatus für Québec.

1995: Ein zweites Unabhängigkeitsreferendum in Québec endet denkbar knapp mit einer Mehrheit von 50,6 % für den Verbleib bei Kanada.

1999: Gründung des Territoriums Nunavut.

Im 21. Jahrhundert regierten nacheinander die Premierminister Paul Martin (2003–2006), Stephen Harper (2006–2015) und Justin Trudeau (2015–2025), dessen zehnjährige Amtszeit unter anderem von der COVID-19-Pandemie, der Klimapolitik sowie zunehmenden Spannungen im Verhältnis zu den USA geprägt war. Nach Trudeaus Rücktritt übernahm im März 2025 der ehemalige Zentralbankchef Mark Carney die Führung der Liberalen Partei und das Amt des Premierministers; er gewann kurz darauf die vorgezogene Bundeswahl 2025 und führt seither eine Regierung, deren Politik unter anderem stark von der Frage geprägt ist, wie Kanada seine wirtschaftliche und sicherheitspolitische Abhängigkeit von den USA angesichts einer zunehmend konfrontativen US-Handelspolitik verringern kann.

Kanada – Essen & Trinken

Manche glauben, in Kanada gebe es nur Hamburger, Beefsteak und dünnen Kaffee. Das stimmt nicht.

Die Kanadier sind zum Beispiel echte Könner im Zubereiten schmackhafter Salate und kreieren zudem wunderbare Süßspeisen. Es gibt die unterschiedlichsten „Burger“, die oft nur dem Namen nach mit dem klassischen Hamburger verwandt sind.

Von Einwanderern aus Ländern wie Italien, Indien, China und vielen weiteren wurde die jeweils heimische Küche importiert und weiterentwickelt – entsprechend findet man in fast allen kanadischen Städten zahlreiche Spezialitäten-Restaurants dieser Länder, ergänzt durch eine lebendige moderne kanadische Küche, die regionale Zutaten (u. a. Wildlachs, Bisonfleisch, Ahornsirup) neu interpretiert.

Eine kanadische Besonderheit sind die sogenannten „Free Refills“ (kostenloses Nachschenken) bei günstigen Getränken wie Filterkaffee oder Softdrinks – diese Praxis ist zwar nicht mehr überall selbstverständlich, in vielen Diners und Cafés außerhalb der Großstädte aber weiterhin verbreitet.

In den Großstädten gibt es tausende Angebote denkwürdig leckerer Küche. Stadtbewohner mit Sinn für gutes Essen frequentieren Bistros, Lokale und Cafés, die von deftiger Hausmannskost in gut besuchten Lokalen bis zu Feinschmecker-Meisterwerken in gehobenen Restaurants alles bieten.


Hinweis: Alle Angaben zu Bevölkerungszahlen, politischen Ämtern und Einreisebestimmungen können sich ändern und wurden nach bestem Wissen zum Stand August 2026 recherchiert. Für aktuelle, verbindliche Informationen zur eTA/Einreise empfiehlt sich vor Reiseantritt ein Blick auf canada.ca sowie die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.

Fragen zum Reiseziel Kanada

Im Kanada-Forum bekommst Du die Antworten!

Joe OnTour
Author: Joe OnTour

Autor + Reise-Blogger

Das könnte dir auch gefallen.

Focus Mode