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Galapagos – Allgemeine Infos

von Joe OnTour
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Galapagos – Allgemeine Informationen

Von Guayaquil aus tauchen sie nach eineinviertel Flugstunden ganz unversehens aus dem tiefblauen Ozean auf: Die verwunschenen Inseln, die verzauberten Inseln, die bezaubernden Inseln. Tropische Traumwelt, Paradies auf Erden, Arche Noah im Pazifik, Gottes Werkstatt, Musterbeispiel der Evolution oder fantastisches Laboratorium der Natur, lauten die vielen anderen berauschenden Beinamen für das exotische Galápagos-Archipel, das für die gesamte ecuadorianische Tourismus-Industrie weltweit zur magischen Formel ständig steigender Besucherzahlen wurde.

Lage und Größe Fast 1.000 Kilometer westlich vom ecuadorianischen Festland bzw. 1.200 km südwestlich von Panamá und Costa Rica liegen die rund 70 Inseln, Eilande und aus dem Wasser ragenden Vulkanfelsen des Galápagos-Archipels. Isabela, mit 4.588 Quadratkilometern die weitaus größte Insel, nimmt mehr als die Hälfte der Gesamtfläche ein.

Es folgen Santa Cruz (986 qkm), Fernandina (642 qkm), Santiago (585 qkm), San Cristóbal (558 qkm), Floreana (173 qkm) und Marchena (115 qkm). Die Gesamtoberfläche des Archipels beträgt etwas über 8.000 qkm. Zu den kleinsten Eilanden mit einer Fläche von 1 bis 5 qkm gehören Rábida, Seymour, Wolf, Bartolomé, Tortuga und Darwin.

Auf einer Achse von West nach Ost erstreckt sich das Inselreich über mehr als 320 km. Die Äquatorlinie verläuft genau durch den Vulkankrater Wolf im nördlichen Teil der Isabela-Insel, der mit 1.707 m Höhe auch die höchste Erhebung auf Galapagos darstellt.

Bevölkerung und Tourismus heute Auf den bewohnten Inseln (Santa Cruz, San Cristóbal, Isabela und Floreana) leben heute insgesamt rund 25.000 bis 30.000 Menschen – deutlich mehr als die früher genannten gut 20.000. Größter Ort ist weiterhin Puerto Ayora auf Santa Cruz mit rund 12.000 bis 15.000 Einwohnern, gefolgt von Puerto Baquerizo Moreno auf San Cristóbal (rund 5.500–6.000) und Puerto Villamil auf Isabela (rund 2.000–2.500). Floreana bleibt mit nur rund 100–200 Einwohnern die am dünnsten besiedelte der vier bewohnten Inseln.

Die jährliche Besucherzahl ist seit den früher genannten rund 60.000 massiv gestiegen: 2023 zählte der Nationalpark rund 329.000 internationale Ankünfte, 2024 lag der Wert leicht darunter bei einer allerdings stabilisierten Tendenz. Die USA stellen mit weitem Abstand die größte Herkunftsgruppe, gefolgt von Großbritannien, Deutschland und Kanada. Um den Tourismusdruck auf das empfindliche Ökosystem zu begrenzen, wurde 1998 eine gesetzliche Obergrenze für Besucherzahlen eingeführt (ursprünglich rund 70.000 pro Jahr), die inzwischen durch ein System aus Zonierung, Lizenzvergabe für Reiseanbieter und deutlich erhöhten Eintrittsgebühren ersetzt bzw. ergänzt wurde.

Die Entstehungsgeschichte des Archipels Wie viele andere vulkanische Inselketten im pazifischen Raum sind auch die Galápagos-Inseln ozeanischer Abstammung – die Inseln hatten im Verlauf ihrer Entstehungsgeschichte nie eine Verbindung zum Festland, sondern wurden unabhängig davon aus der Tiefe des Meeres emporgehoben bzw. sind durch heißen Magma-Ausstoß aus dem Erdinneren entstanden. Ähnlich den Hawaii-Inseln sind die Galápagos-Inseln geologisch noch sehr jung und nach wie vor „im Wachsen“.

Die äußere Erdkruste ist in große tektonische Platten unterteilt, die auf dem zähflüssigen Erdmantel „schwimmen“ und sich ständig gegeneinander verschieben, was zu Erdbeben und Vulkanausbrüchen führt. Die Galápagos-Inseln befinden sich auf der nördlichen Kante der Nazca-Platte, die sich jährlich um rund neun Zentimeter nach Osten in Richtung der Südamerikanischen Platte bewegt, welche sich ihrerseits mit rund fünf Zentimetern pro Jahr westwärts bewegt. Entlang dieser Kollisionszone, wo die leichtere Nazca-Platte unter die schwerere Südamerikanische Platte abtaucht, entstanden sowohl ein tiefer Meeresgraben als auch – durch das Hochdrücken der Kontinentalplatte – die gewaltige Andenkette.

Unter den Galápagos-Inseln befindet sich zudem ein sogenannter Hot Spot – eine Zone heißer, aufsteigender Magma im unteren Erdmantel, die sich durch die Erdkruste hindurchsticht. Dort, wo einer dieser Vulkankegel aus dem Ozean herausragt, entsteht eine neue Insel; im Fall der Isabela-Insel waren dies einst fünf separate Vulkane, die durch anhaltende Eruptionen zu einer großen Landmasse zusammenwuchsen.

Da der Hot Spot ortsfest bleibt, während die Nazca-Platte dem Kontinent entgegendriftet, lassen sich die Inseln altersmäßig von Ost nach West einteilen: Die ältesten Inseln sind die östlich gelegenen Española und San Cristóbal (über 3 Millionen Jahre), während die vulkanisch aktivsten – Fernandina und Isabela – mit rund 700.000 Jahren die jüngsten sind.

Neuere geologische Erkenntnisse deuten zudem auf ein „Proto-Galápagos“ hin, das vor über neun Millionen Jahren weiter östlich existierte, dem Kontinent deutlich näher lag (nur rund 300–400 km entfernt) und inzwischen wieder im Meer verschwunden ist – ein Umstand, der auch erklärt, warum manche endemische Arten ein höheres evolutionäres Alter aufweisen, als es das Alter der heutigen Inseln vermuten ließe.

Galapagos – Einreise und aktuelle Besucherregeln

Die Galápagos-Inseln gehören zu Ecuador; für die Einreise gelten daher zunächst die allgemeinen ecuadorianischen Einreisebestimmungen. Deutsche, österreichische und Schweizer Staatsangehörige können für touristische Aufenthalte von bis zu 90 Tagen visumfrei nach Ecuador einreisen; erforderlich sind ein bei Einreise noch mindestens 6 Monate gültiger Reisepass sowie ein Nachweis der Weiterreise.

Für die Weiterreise von Guayaquil oder Quito zu den Galápagos-Inseln gelten zusätzliche, spezielle Regelungen zum Schutz des Ökosystems:

  • Transit Control Card (TCT): Alle Reisenden müssen vor dem Abflug zu den Galápagos-Inseln eine TCT erwerben (Stand zuletzt rund 20 US-Dollar), die üblicherweise am Festlandflughafen bar bezahlt wird und der Kontrolle von Ein- und Ausreisen der Inseln dient.
  • Nationalpark-Eintrittsgebühr: Seit August 2024 beträgt die Eintrittsgebühr für ausländische Besucher 200 US-Dollar pro Person (zuvor 100 US-Dollar), für Kinder unter 12 Jahren die Hälfte; sie wird bei Ankunft an den Flughäfen Baltra oder San Cristóbal in bar entrichtet (Kartenzahlung ist meist nur mit Aufschlag möglich). Einwohner Ecuadors und Staatsangehörige einiger südamerikanischer Länder zahlen reduzierte Sätze.
  • Verhaltensregeln im Nationalpark: Mindestens 2 Meter Abstand zu Wildtieren halten, keine Berührung oder Fütterung von Tieren, ausschließlich markierte Wege benutzen, kein Rauchen, Alkoholkonsum oder offenes Feuer in Schutzgebieten, kein Mitnehmen von Naturmaterialien; professionelle Foto-/Videoaufnahmen und Drohnenflüge bedürfen einer gesonderten Genehmigung.

Da sich Gebühren und Bestimmungen in den letzten Jahren mehrfach angepasst haben und weitere Anpassungen möglich sind, empfiehlt sich vor Reiseantritt eine Prüfung der aktuellen Angaben auf der offiziellen Website der Galápagos-Nationalparkverwaltung (galapagos.gob.ec) sowie beim jeweiligen Reiseveranstalter.

Galapagos – Klima

Durch das Zusammentreffen verschiedener pazifischer Meeresströmungen in Wechselwirkung mit den Winden weisen die Galápagos-Inseln kein typisches Äquatorklima auf, sondern ein einzigartiges Mikroklima. Die Meeresströmungen sind der Schlüssel zu diesem Phänomen, das grundsätzlich zwei Jahreszeiten – eine kühle und eine warme – hervorruft.

Von Januar bis Mai/Juni überwiegen durch milde Nordostpassate tropisch-sommerliche Lufttemperaturen. Durch den nordäquatorialen Panamástrom, der bei ungewöhnlicher Stärke auch als El Niño bezeichnet wird, gelangt warmes, planktonarmes Meerwasser (24–27 Grad) in die Region. Die feuchte Luft über dem Ozean wird dabei aufgewärmt und kondensiert; in diesen Monaten können auch im Küstenbereich heftige Regenschauer auftreten, während viele Meerestiere und Seevögel durch das Ausbleiben des kalten, nährstoffreichen Humboldtstroms um ihre Nahrung bangen müssen.

Dennoch hat das Archipel während dieser schwülen Jahreszeit die meisten Sonnentage. Die ansonsten trockene Vegetation gedeiht prächtig und nimmt Farbe an; selbst die staubig-wüstenhafte Insel Baltra wird von einem grünen Teppich überzogen. Viele Tiere beginnen in dieser touristisch attraktiveren Saison mit der Fortpflanzung.

Von Juni bis Dezember/Januar, in den sogenannten Garúa-Monaten, herrschen kühlere Luft- und Wassertemperaturen vor. Mit dem Humboldtstrom aus antarktischen Gefilden gelangen von Süden her subtropische Wetterfronten nach Galapagos. Ein Meer aus dichten Wolken hüllt die höheren Lagen der Inseln ein, verursacht durch das Zusammenwirken von kaltem Wasser (17–20 Grad) und warmer Luft; starke Passatwinde aus Südost verstärken diesen Effekt zusätzlich, es kommt zu Nebel und dauerhaftem Nieselregen (Garúa).

Der kalte, äquatoriale Cromwell-Strom, der aus westlicher Richtung in mehreren hundert Metern Tiefe auf das Galápagos-Plateau trifft (Fernandina, Isabela, Floreana), spielt zudem eine entscheidende Rolle bei der Nährstoffversorgung der dort lebenden Delfine, Wale und Pinguine.

Die planktonreiche See ist besonders zwischen August und Oktober sehr rau, und die Meeresfauna vermehrt sich in dieser Jahreszeit verstärkt. Die Küstenvegetation vertrocknet dagegen zusehends, sogar die Palo-Santo-Wälder verlieren ihre Blätter. Für Tauchsportler gilt diese Jahreszeit mitunter als besonders aufregend, Landgängern wird jedoch eine wärmende Jacke oder ein leichter Pullover empfohlen.

Galapagos – Fauna

Es gibt auf der Erde kaum einen Ort, an dem Tiere leichter in freier Wildbahn zu beobachten sind als auf den Galápagos-Inseln.

Trotz der über Jahrhunderte verursachten Dezimierung durch Piraten, Freibeuter, Walfänger, Pelzrobbenjäger, Siedler und Militär zeigen die Tiere kaum Scheu vor den heute anlandenden Besuchergruppen. Die erwachsenen Tiere bleiben meist unerschrocken und lassen sich aus nächster Nähe beobachten und fotografieren; der Mensch wird weitgehend als unbedeutender Bestandteil ihrer natürlichen Umgebung akzeptiert. Manche Tiere, insbesondere Seelöwenjunge und Darwinfinken, zeigen sogar ausgeprägte Neugier, andere – etwa Tölpel – reagieren bei zu aufdringlicher Annäherung mit Schnabelhieben.

Diese Toleranz der Tiere gegenüber Menschen ist wesentlich den professionellen, seit Jahrzehnten nach strengen Richtlinien der Nationalparkverwaltung geschulten Naturführern zu verdanken. Eine ihrer wichtigsten Aufgaben ist es, dafür zu sorgen, dass Besucher ausschließlich auf den vorgeschriebenen Pfaden bleiben, um Tiere und Nistplätze abseits der Wege nicht zu gefährden. Da viele Vögel und Leguane direkt an den Wegrändern brüten, ist beim Fotografieren stets vorsichtiges Ausweichen geboten – niemals direkt über ein Nest steigen.

Auch sollte jede Konfrontation mit territorialen Tieren, etwa Seelöwenbullen, die einen Landungssteg oder Strandabschnitt für sich beanspruchen, vermieden werden – für Tiere gelten die Nationalparkvorschriften naturgemäß nicht, auch wenn diese letztlich zu ihrem Schutz erlassen wurden.

Die beste Zeit, um frei lebende Tiere zu beobachten, ist der frühe Morgen und der späte Nachmittag; gegen Mittag tauchen Meerechsen, Seelöwen und Meeresschildkröten oft auf Nahrungssuche ab, und auch viele Seevögel sind in der Mittagshitze weniger aktiv.

Auf praktisch jeder Galápagos-Insel bekommen Besucher Seelöwen, Meerechsen, Klippenkrabben, Lava-Eidechsen und Darwinfinken zu sehen. Auf den meisten Inseln begegnet man zudem Blaufußtölpeln, Tropikvögeln, Pelikanen, Gabelschwanzmöwen, Spottdrosseln und Galápagos-Bussarden. Auf vielen Inseln finden sich außerdem Maskentölpel, Binden- und Prachtfregattvögel, Noddy-Seeschwalben und Lavamöwen. Auf einigen wenigen Inseln kommen Riesenschildkröten, Pelzrobben, Landleguane, Flugunfähige Kormorane, Flamingos, Pinguine und Rotfußtölpel vor. Weltweit nur auf Española lässt sich der bodenbrütende Wellenalbatros aus nächster Nähe beobachten.

Säugetiere: Es gibt auf Galapagos nur vier Landsäugetier-Arten – darunter die Galápagos-Reisratte (in zwei Unterarten auf Santa Fé und Fernandina) sowie die für Besucher unbedeutende Galápagos-Fledermaus. Dieser Mangel erklärt sich daraus, dass nie eine Landbrücke zwischen den Inseln und dem Festland bestand.

Die häufigsten Säugetiere an den Küsten sind Seelöwen, deren kehlige Rufe Inselbesucher oft bis in den Schlaf begleiten. Beiboote und Landungsstege in Puerto Baquerizo Moreno (San Cristóbal) und Puerto Ayora (Santa Cruz) werden von ihnen gerne als Liegeplatz genutzt. Seelöwen sind polygam – ein Bulle kann einen bis zu 25-köpfigen Harem verteidigen; nach neunmonatiger Tragezeit bringen die Weibchen meist gegen Jahresende ein rund 5 kg schweres Junges zur Welt. Auf Plaza und Rábida gibt es zudem kleine Kolonien alter oder junggesellenhafter, bei der Weibchenverteilung „leer ausgegangener“ Bullen, die als besonders aggressiv gelten und denen man besser nicht zu nahe kommt.

Die Galápagos-Pelzrobbe unterscheidet sich vom Seelöwen durch dichteres Fell, kleineren, rundlicheren Kopf und größere Ohrmuscheln. Sie hält sich meist in schattigen Felsnischen auf, wo sie sich vor der Äquatorsonne schützt, und sucht im Gegensatz zum Seelöwen niemals Sandstrände auf. Ihre Populationsgröße wird auf mehrere Tausend geschätzt.

Reptilien: Insgesamt sechs Reptilienarten sind auf Galapagos anzutreffen: Riesenschildkröten, Landleguane, Meerechsen, Lava-Eidechsen, Geckos und einige harmlose Schlangenarten. Die bis zu 300 kg schweren Riesenschildkröten gibt es außer auf Galapagos weltweit nur noch auf dem Aldabra-Atoll im Indischen Ozean; von ursprünglich 14 Unterarten sind heute noch 10 erhalten.

Wichtige Korrektur zum „Einsamen Georg“ (Lonesome George): Der berühmte, von seiner Heimatinsel Pinta zur Charles-Darwin-Station umgesiedelte „Einsame Georg“ galt lange als letzter bekannter Vertreter der Pinta-Riesenschildkröte (Chelonoidis abingdonii). Er ist jedoch am 24. Juni 2012 gestorben; seine Unterart gilt seither offiziell als ausgestorben. Sein konservierter Körper wird heute im „Fausto Llerena Riesenschildkröten-Zuchtzentrum“ auf Santa Cruz ausgestellt und zieht weiterhin zahlreiche Besucher an. Insgesamt sind mittlerweile mehrere der ursprünglichen Unterarten ausgestorben; andere werden weiterhin in Zuchtprogrammen der Charles-Darwin-Station und des Galápagos-Nationalparks erhalten und ausgewildert.

Von Insel zu Insel unterscheiden sich die überlebenden Riesenschildkröten-Unterarten durch Größe und Panzerform: Sattelpanzer-Schildkröten mit längeren Nacken und Beinen haben sich an flache Trockenregionen angepasst, während der größere Kuppelpanzer-Typ die feuchteren Hochlandregionen bevorzugt. Allein fünf verschiedene Unterarten leben isoliert in den Vulkankratern der Isabela-Insel.

Einen besonderen Erfolg stellt die Rettung der Unterart auf Española dar: In den 1960er-Jahren lebten dort nur noch zwei Männchen und zwölf Weibchen. Durch Inkubation und langjährige Aufzucht in der Charles-Darwin-Station gelang es, ab 1975 sukzessive und bis 1995 rund 700 Tiere wieder auf Española auszusetzen – eines der bekanntesten Artenschutz-Erfolgsprojekte weltweit.

Riesenschildkröten erreichen die Geschlechtsreife nach etwa 25 Jahren und pflanzen sich zwischen Januar und Juni während der Regenzeit fort; die Weibchen ziehen sich zur Eiablage in Trockenzonen zurück und legen zwischen 2 und 20 tennisballgroße Eier in selbst gegrabenen Bruthöhlen ab. Die Brutplatztemperatur bestimmt das Geschlecht der Jungtiere – kühlere Temperaturen begünstigen Männchen. In freier Wildbahn können die Tiere ein Alter von fast 200 Jahren erreichen; ihr einziger natürlicher Feind ist der Galápagos-Bussard.

Landleguane leben in den Trockenzonen von Plaza Sur, Santa Cruz, Isabela und Fernandina, eine zweite endemische Art ausschließlich auf Santa Fé. Die gelbfarbigen Männchen verteidigen ihr Territorium mit teils heftigen Kopfnick- und Beißgefechten. Als Charles Darwin 1835 auf Santiago landete, fand er so viele Landleguane vor, dass „kaum ein Platz für unser Zelt“ blieb – heute sind Landleguane auf Santiago vollständig ausgestorben, unter anderem durch eingeschleppte Ratten, Schweine, verwilderte Hunde und Katzen, die Eier und Jungtiere fraßen, sowie durch Ziegen, die ihre Nahrungspflanzen vernichteten.

Meerechsen sind die weltweit einzigen Reptilien, die sich erfolgreich an ein Leben im Meer angepasst haben. Mit kräftigen Schwanzbewegungen schwimmen sie kilometerweit und tauchen dank eines im Wasser stark verlangsamten Herzschlags über eine Stunde. Eine spezielle Drüse scheidet überschüssiges Salz über die Nasenlöcher aus, was bei älteren Tieren zu sichtbaren Salzkrusten auf dem Kopf führt.

Lava-Eidechsen bevölkern die Trockenzonen fast aller Inseln; eine Art ist auf mehreren Eilanden verbreitet, sechs weitere endemische Arten sind jeweils auf eine bestimmte Insel beschränkt. Zudem gibt es fünf endemische Geckoarten sowie mehrere Arten scheuer, für Menschen ungefährlicher Dromicus-Schlangen.

Vögel: Die Galápagos-Inseln sind ein Paradies für Vögel. Insgesamt gibt es 19 Seevogelarten (davon fünf endemisch) mit einer geschätzten Gesamtpopulation von über einer Million Tieren, sowie über 40 Land- und Watvogelarten (davon 23 endemisch).

Der Wellenalbatros gilt mit einer Flügelspannweite von bis zu 2,40 m als größter Vogel des Archipels und der tropischen Ostpazifik-Region; weltweit einziger Brutort ist Española, wo zwischen April und Juni über 12.000 Paare an der Punta Suárez und Punta Cevallos beobachtet werden können.

Der endemische Flugunfähige Kormoran ist ausschließlich an den abgelegenen Lavaküsten von Isabela und Fernandina zu finden, mit einer geschätzten Gesamtpopulation von einigen hundert bis wenigen tausend Tieren. Der endemische Galápagos-Pinguin gilt als zweitkleinster Pinguin der Welt und lebt teils sogar nördlich des Äquators – der einzige Pinguin, dem dies gelingt.

Die 13 auf Galapagos endemischen Darwinfinken-Arten (mit einer weiteren Art auf der Kokos-Insel insgesamt 14) haben durch ihre an unterschiedliche Nahrungsquellen angepassten Schnabelformen besonders viel zum Verständnis der Evolutionstheorie beigetragen.

Meerestiere: Von den über 300 Fischarten des Archipels sind rund 50 endemisch. Weißspitzen-Riffhaie und Hammerhaie (teils in Schulen von mehreren hundert Tieren, etwa bei Isla Wolf) sind für Menschen ungefährlich, ebenso die meisten anderen hier vorkommenden Haiarten; Tigerhaie sind in den Galápagos-Gewässern dagegen selten. Manta-, Adler-, Kuhnasen- und Stachelrochen zählen zu den Highlights vieler Tauchgänge.

Meeresschildkröten paaren sich zwischen Dezember und April; die Weibchen legen ihre Eier nachts an Sandstränden ab, die für Besucher nach 18 Uhr gesperrt sind.

Eingewanderte und eingeschleppte Tiere Die endemischen Tiere gelangten über die letzten drei Millionen Jahre auf natürlichem Weg an die Küsten des Archipels – fliegend, schwimmend oder von Wind und Strömung getragen. Mit der Ankunft der ersten Seefahrer vor rund 400 Jahren gerieten diese natürlichen Gleichgewichte zunehmend aus der Balance: Ratten, Mäuse und eingeführte Haustiere (Ziegen, Schweine, Esel, Hunde, Katzen) verbreiteten sich rasant und dezimierten die endemische Tier- und Pflanzenwelt teils dramatisch – etwa durch die verwilderten Ziegen auf Isabela, die einst auf über 100.000 Tiere geschätzt wurden und massive Vegetations- und Bodenschäden verursachten.

Die Charles-Darwin-Station und die Nationalparkverwaltung führen seit Jahrzehnten Programme zur Bekämpfung eingeschleppter Arten durch. Diese waren auf mehreren kleineren Inseln bereits erfolgreich; das aufwendige „Isabela-Projekt“ zur vollständigen Entfernung der verwilderten Ziegen von der Insel Isabela – eines der größten Wiederherstellungsprojekte für Inselökosysteme weltweit – wurde in den 2000er-Jahren im Wesentlichen erfolgreich abgeschlossen, sodass sich die Vegetation und die dortigen Riesenschildkröten-Populationen seither spürbar erholen konnten. Die Kontrolle eingeschleppter Ratten, Katzen und weiterer invasiver Arten bleibt jedoch eine dauerhafte Herausforderung für den Erhalt des einzigartigen Ökosystems.

Galapagos – Flora

Im Gegensatz zum ecuadorianischen Festland erweist sich die Galápagos-Pflanzenwelt als vergleichsweise karg. Manch eine der ansonsten bezaubernden Inseln erinnert während der kühlen Trockenzeit von Juni bis Dezember eher an eine Dornbuschwüste als an ein tropisches Paradies.

Insgesamt gibt es über 500 bis 700 heimische Pflanzenarten und Unterarten (je nach Zählweise), von denen knapp die Hälfte endemisch ist – verglichen mit den rund 20.000 Arten des ecuadorianischen Festlands ist dies vergleichsweise wenig. Mit zunehmender Besiedlung gelangten zudem über 500 nicht heimische Pflanzenarten auf die Inseln, die teils erhebliche ökologische Probleme verursachen, da die endemische Flora ihnen im Wettbewerb um Sonnenlicht, Wasser und Nährstoffe oft unterlegen ist.

Die Flora von Galapagos gliedert sich in mehrere, überwiegend von der Höhenlage abhängige Vegetationszonen: die salzresistente Küstenzone (bis rund 20 Höhenmeter), die nur zur Regenzeit grün wuchernde Trockenzone (bis über 100 m), eine feucht-neblige Übergangszone (150–300 m), die ganzjährig grüne Scalesia-Waldzone (250–600 m), die Miconia-Gestrüppzone auf Santa Cruz und San Cristóbal (bis über 700 m) sowie die windige Pampa-Graszone in den höchsten Lagen.

Zu den auffälligsten Pflanzen der Küstenregion zählen die Mangrovenwälder (Schwarze, Rote und Weiße Mangrove sowie Knopfmangrove), die geschützte, gezeitenabhängige Uferzonen säumen. Weitere typische Küstenpflanzen sind der Salzbusch, die Sonnenwende sowie der Korallenbusch, der auf der Plaza-Insel im Jahresverlauf eindrucksvolle Farbwechsel zeigt.

Zum Wahrzeichen von Galapagos zählen die Opuntia-Baumkakteen: Sechs endemische Arten dieser bis zu 9 m hohen Feigenkakteen haben sich mit spitzen Stacheln, wachsbedeckter Rinde und sonnenausgerichteten Polstern optimal an das trockene Klima angepasst. Daneben gibt es Säulen- bzw. Kandelaberkakteen (bis 6 m hoch) sowie den auf nacktem Lavagestein gedeihenden Lava-Kaktus, etwa in der vulkanischen Landschaft von Bartolomé.

Der häufigste Baum der Trockenzone ist der Palo Santo („Heiliger Stock“), dessen aromatisches Harz an Weihrauch erinnert und der in den trockensten Monaten sein Laub vollständig abwirft, zur Regenzeit jedoch hellgrün austreibt.

In den feuchteren, höher gelegenen Scalesia-Wäldern (250–600 m) dominieren 15 endemische Baum- und Buscharten dieser zu den Korbblütlern zählenden Gattung, umrankt von Bromelien, Farnen und Moosen – diese Zone weist die fruchtbarsten Böden des Archipels auf und wurde daher historisch stark landwirtschaftlich genutzt, insbesondere auf San Cristóbal und Santa Cruz, wo große Teile des ursprünglichen Waldes bereits verschwunden sind.

Oberhalb von etwa 500 m schließt sich die Pampa-artige Bergregion mit meterhohen Miconia-Büschen, vereinzelten Baumfarnen sowie Sumpf- und Elefantengräsern an, vor allem auf San Cristóbal und Santa Cruz; auf Isabela reicht dichtes Buschwerk sogar bis an die Kraterränder der bis zu 1.700 m hohen Vulkane. Bemerkenswerterweise weist diese hochgelegene Bergregion sogar mehr endemische Arten auf als die küstennahen Trocken- und Spritzwasserzonen zusammen.

Galapagos – Geschichte

Die ersten Besucher der Galápagos-Inseln waren vermutlich Angehörige der Manteño- oder Huancavilca-Kulturen, die auf Balsaflößen vom ecuadorianischen Festland herüberkamen – Keramikfunde auf Santiago, Santa Cruz und Floreana deuten darauf hin, auch wenn unklar bleibt, ob sie je zurückfanden.

1535 wurde der Bischof von Panamá, Fray Tomás de Berlanga, durch eine Windflaute unfreiwillig an die Küste des Archipels getrieben – der erste dokumentierte europäische Kontakt. Er beschrieb die Inseln als „voller Seelöwen und Schildkröten“ und „völlig unbewohnbar“; 1574 erschien das Archipel erstmals auf einer Weltkarte als „Islas de los Galápagos“ („Inseln der Schildkröten“).

1546 gab der Spanier Diego de Rivadeneira den Inseln den Namen „Islas Encantadas“ (verzauberte Inseln).

Ab Ende des 16. Jahrhunderts nutzten englische, französische und niederländische Piraten – darunter Francis Drake, Captain Morgan und William Dampier – die Inseln als Versteck und Basis für Überfälle auf spanische Silberflotten. Der Freibeuter Ambrose Cowley benannte die Inseln 1684 nach britischen Adligen und fertigte eine erste Detailkarte an. Der 1709 gerettete Matrose Alexander Selkirk, dessen Schicksal Daniel Defoe zu „Robinson Crusoe“ inspirierte, kommandierte später selbst ein Kaperschiff, das auch Galápagos anlief.

Ende des 18. und Anfang des 19. Jahrhunderts kamen die ersten Wal- und Robbenfänger; die Zahl der in der Region operierenden Fangschiffe stieg bis Mitte des 19. Jahrhunderts auf über 2.000. Über 200.000 Riesenschildkröten fielen den Jägern schätzungsweise zum Opfer (davon rund 15.000 allein auf Floreana), da die Tiere lebend als Frischfleischvorrat an Bord gestapelt werden konnten – drei Unterarten starben dadurch bereits aus.

1832 wurden die Inseln, knapp zwei Jahre nach der Unabhängigkeit Ecuadors, offiziell dem ecuadorianischen Staatsgebiet zugeschlagen. Erster Gouverneur General José Villamil scheiterte mit seinen utopischen Siedlungsplänen auf Floreana, die sich rasch in eine berüchtigte Sträflingskolonie verwandelten. Unter dem grausamen Manuel J. Cobos, der ab 1888 ein Straflager auf San Cristóbal mit einträglicher Zuckerrohrproduktion betrieb, kam es zu schweren Menschenrechtsverletzungen; Cobos wurde 1904 von aufständischen Gefangenen getötet.

Herbst 1835: Der wohl berühmteste Besucher, der junge Naturforscher Charles Darwin, verbrachte im Rahmen der Weltumsegelung der „HMS Beagle“ fünf Wochen auf den Inseln und untersuchte die dortige Tier- und Pflanzenwelt – seine Beobachtungen zu den unterschiedlich angepassten Finken und Riesenschildkröten wurden später zu wichtigen Bausteinen seiner Evolutionstheorie, auch wenn er den Begriff „Evolution“ selbst zu Lebzeiten kaum verwendete.

1875–78 wies der deutsche Geologe Theodor Wolf erstmals den rein vulkanisch-ozeanischen Ursprung der Inseln nach; der höchste Vulkan Galápagos‘ trägt bis heute seinen Namen.

1892 erhielt das Archipel anlässlich des 400. Jahrestags von Kolumbus‘ Ankunft in Amerika den offiziellen Namen „Archipiélago de Colón“. In der Folgezeit gab es mehrere, teils gescheiterte Siedlungsversuche, etwa eine norwegische Fischfabrik auf Floreana (1926) sowie eine Salzmine auf Santiago (1924–1930).

1923 inspirierte ein Besuch des amerikanischen Forschers William Beebe zu dessen Bestseller „Galápagos – World’s End“, der wiederum den deutschen Zahnarzt und Aussteiger Friedrich Ritter beeinflusste, der sich 1929 mit seiner Partnerin Dore Strauch auf Floreana niederließ. 1932 folgte die Kölner Familie Wittmer, deren Nachfahren teils bis heute auf der Insel leben. In dieser Zeit ereignete sich auch die bis heute nicht vollständig aufgeklärte „Galápagos-Affäre“ um die selbsternannte „Baronin von Wagner“ und mehrere mysteriöse Todesfälle auf Floreana, die international für Aufsehen sorgte.

Im Zweiten Weltkrieg diente Baltra den US-Streitkräften als Luftwaffenstützpunkt zur Überwachung des Panamakanals, wobei unter anderem die Landleguan-Population der Insel vollständig ausgerottet wurde.

Am 4. Juli 1959 – zum 100. Jahrestag von Darwins „Entstehung der Arten“ – wurden 95 % der Landfläche des Archipels zum Nationalpark erklärt. Im selben Jahr wurde das 1944 auf Isabela eröffnete Straflager gesprengt; die von Gefangenen errichtete „Mauer der Tränen“ ist bis heute zu besichtigen.

1964 wurde die Charles-Darwin-Forschungsstation gegründet, 1978 erklärte die UNESCO die Galápagos-Inseln zum ersten Weltnaturerbe der Menschheit überhaupt. 1969 begann mit dem Schiff „Lina A“ der organisierte Kreuzfahrttourismus auf Galapagos.

In den folgenden Jahrzehnten stieg die touristische Bedeutung der Inseln kontinuierlich: von rund 60.000 Jahresbesuchern um die Jahrtausendwende auf heute (2023/24) über 300.000 internationale Ankünfte pro Jahr. Um das ökologische Gleichgewicht angesichts dieses Wachstums sowie der wachsenden Wohnbevölkerung zu schützen, wurden seit den 1990er-Jahren zahlreiche Regulierungen erlassen – u. a. ein Sondergesetz für die Provinz Galapagos (1998), verschärfte Zuwanderungsbeschränkungen vom Festland, ein System kontrollierter Besucherstandorte sowie zuletzt (2024) eine deutliche Erhöhung der Nationalpark-Eintrittsgebühr auf 200 US-Dollar.

Zu den größten anhaltenden Herausforderungen zählen invasive Arten, die Belastung durch den weiterhin wachsenden Tourismus sowie – historisch bedeutsam – der zeitweise floriende illegale Handel mit Seegurken („Pepinos del Mar“), deren Fleisch vor allem in Ostasien als vermeintlich potenzsteigernde Delikatesse gehandelt wurde und dessen Übernutzung das marine Nahrungsnetz empfindlich stören kann. Die Nationalparkverwaltung und die Charles-Darwin-Station überwachen diese Fischerei seither deutlich strenger als noch vor zwei Jahrzehnten.


Hinweis: Alle Angaben zu Bevölkerungszahlen, Besucherzahlen, Gebühren und Einreisebestimmungen können sich ändern und wurden nach bestem Wissen zum Stand August 2026 recherchiert. Für aktuelle, verbindliche Informationen empfiehlt sich vor Reiseantritt ein Blick auf die offizielle Website der Galápagos-Nationalparkverwaltung (galapagos.gob.ec) sowie die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amtes.

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Joe OnTour
Author: Joe OnTour

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