Ecuador – Allgemeine Informationen

Staatsform:
Präsidiale Republik, seit 1822 von Spanien unabhängig. Präsident: Lucio Gutiérrez.

Staatsname:
República del Ecuador.

Staatsflagge:
Gelb/Blau/Rot mit einem Staatswappen in der Mitte, bestehend aus Sonne, Kondor, Chimborazo, Río Guayas u. Dampfschiff.

Staatsgrenzen:
Im Norden mit Kolumbien, im Süden u. Osten mit Perú, im Westen der Pazifische Ozean.

Staatsfläche:
Etwa 272.000 qkm (einschl. den Galápagos-Inseln / 8.010 qkm), welche in 21 Provinzen unterteilt sind.

Staatssprache:
Offiziell Spanisch, im Hochland auch Quechua (fast 2 Mill. Pers.), in Amazonien wie im nördl. Küstenbereich noch vereinzelte Stammessprachen (vor allem Shuar im südl. Oriente).

Währung:
US Dollar. US amerikanische Noten und Münzen sind in Umlauf, zusätzlich eigene, ecuadorianische Münzen (1, 5, 10, 25 und 50 cents).

Bevölkerung:
Die Gesamtbevölkerungszahl beträgt fast 13 Millionen Einwohner.

Landeshauptstadt ist Quito (1.8 Mill. Einw.), grösste Stadt ist Guayaquil (2.8 Mill. Einw., Überseehafen u. Industriezentrum).

Andere bedeutende Städte sind Machala (450.000 Einw., Bananenumschlaghafen), Manta (400.000 Einw., Fischereihafen und Automobilindustrie), Cuenca (350.000 Einw., Kultur- u. Touristenhochburg). Weitere Städte über 100.000 Einw. sind Durán (gegenüberliegende Flusseite v. Guayaquil), Portoviejo (Manabí / Küste), Santo Domingo (innere Küste), Ambato (zentrales Hochland), Esmeraldas (nördl. Küste), Loja (südl. Hochland), Babahoyo (innere Küste), Quevedo (innere Küste), Milagro (innere Küste), Daule (innere Küste), Chone (Manabí / Küste), Riobamba (zentrales Hochland), Ibarra (nördl. Hochland).

Etwa 60 % der Ekuadorianer leben in diesen Ballungsräumen! Der Rest verteilt sich auf Kleinstädte, Dörfer u. Weiler, wobei ein Drittel der Gesamtbevölkerung in der Landwirtschaft beschäftigt ist.
Durchschnittliche Bevölkerungsdichte:
46 Einw. pro qkm. Wachstumsrate: 2,2 % pro Jahr, wobei etwa 40 % der Bevölkerung unter 15 Jahre alt ist!

Lebenserwartung:
Bei Männern 67 Jahre, bei Frauen 72 Jahre. Analphabetenrate: 10 % (grosses Stadt-Land Gefälle).

Bruttosozialprodukt:
Etwa 1.200 USD pro Kopf.

Inflationsrate:
Im Jahresdurchschnitt über 50 % (1988-92).

Arbeitslosenquote:
10-15 % (Unterbeschäftigtenrate etwa 30 %). Arbeitsaktive Bevölkerung: 30 % Universitätsabgänger, 18 % Hauptschulabgänger, 50 % ohne oder nur mit sehr kurzem Schulabschluss. Der gesetzlich vorgeschriebene Mindestlohn liegt bei etwa 150 USD pro Monat!

Gesundheitswesen:
Durchschnittl. 12 Ärzte u. 20 Krankenhausbetten pro 10.000 Einwohner.

Rassenverteilung:
30 % Indianer (hauptsächlich im Hochland u. Amazonien lebend), 50 % Mestizen und Cholos, 8 % Schwarze, Mulatten und Zambos, 10 % Weisse, Asiaten und Araber (darunter auch 5.000 Deutsche, 3.000 Schweizer und 20.000 Koreaner). Trotz Religionsfreiheit (seit 1904) sind 93 % der Bevölkerung ausschliesslich römisch-katholisch!

Sozialstruktur:
Fast 2 % aller Ekuadorianer gehören einer reichen weissen Oberschicht an. Weitere 10 % sind als wohlhabend oder zumindest vermögend zu bezeichnen. Zusammen verfügen diese Familien-Minderheiten über zwei Drittel des gesamten Nationaleinkommens!

Der Mittelschichtanteil wurde in den letzten Jahren zusehends geringer und stellt heute gerademal 25 % dar. Über 60 % der Bevölkerung sind als arm zu bezeichnen, wovon ein gutes Drittel praktisch unter dem Existenzminimum dahinvegetiert!

Provinzen im Andenhochland (sierra):
Azuay (8.100 qkm, 650.000 Einw, Hauptstadt Cuenca), Bolívar (4.000 qkm, 200.000 Einw., capital Guaranda), Cañar (3.100 qkm, 200.000 Einw., cap. Azogues), Carchi (3.600 qkm, 240.000 Einw., cap. Tulcán), Cotopaxi 6.000 qkm, 350.000 Einw., cap. Latacunga), Chimborazo (6.600 qkm, 480.000 Einw., cap. Riobamba), Imbabura (4.600 qkm, 350.000 Einw., cap. Ibarra), Loja (11.000 qkm, 500.000 Einw., cap. Loja), Pichincha (13.000 qkm, 2.5 Mill. Einw., cap. Quito), Tungurahua (3.340 qkm, 450.000 Einw., cap. Ambato).

An der Küste (costa):
El Oro (5.850 qkm, 700.000 Einw., cap. Machala), Esmeraldas (15.200 qkm, 450.000 Einw., cap. Esmeraldas), Guayas (20.500 qkm, 3.6 Mill. Einw., cap. Guayaquil), Los Ríos (7.200 qkm, 750.000 Einw., cap. Babahoyo), Manabí (19.000 qkm, 1.6 Mill. Einw., cap. Portoviejo).

In Amazonien (oriente):
Morona Santiago (25.700 qkm, 100.000 Einw., cap. Macas), Napo (34.000 qkm, 150.000 Einw., cap. Tena), Pastaza (30.000 qkm, 100.000 Einw., cap. Puyo), Sucumbios (18.300 qkm, 120.000 Einw., cap. Lago Agrio), Zamora Chinchipe (23.000 qkm, 100.000 Einw., cap. Zamora).

Insulare Region Galápagos:
8.010 qkm, 30.000 Einw., cap. Puerto Baquerizo Moreno).

Höchste Erhebungen:
Chimborazo 6.310m, Cotopaxi 5.897m, Cayambe 5.790m, Antizana 5.704m, El Altar 5.320m, Illiniza Sur 5.260m, Sangay 5.230m, Illiniza Norte 5.126m, Carihuayrazo 5.020m, Tungurahua 5.016m, Cotacachi, 4.944m, Sincholagua 4.900m, Quilindaña 4.878m, Guagua Pichincha 4.794m, Corazón 4.788m, Chiles 4.768m, Rumiñahui 4.712m, Rucu Pichincha 4.698m, Sara Urcu 4.676m, Imbabura 4.609m.

Grösste Flussysteme:
Zum Pazifik hin der Río Guayas (Zusammenfluss aus Babahoyo und Daule, grösstes Wassereinzugssystem der amerikanischen Pazifikküste), Río Esmeraldas, Río Cayapas / Santiago, Río Mataje, Río Chone, Río Jubones. Zum Amazonas hin der Río San Miguel / Putumayo, Río Aguarico, Río Napo, Río Cononaco / Curaray, Río Pastaza, Río Santiago (Zusammenfluss aus Zamora, Paute u. Upano).

Verkehr, Kommunikation & Versorgung:
40.000 km Strassennetz. 965 km Eisenbahnlinien. 2 internationale Flughäfen in Quito und Guayaquil. 1 Telefon pro 20 Einw., 1 Fernseher pro 12 Einw., 1 Radiogerät pro 3 Einwohner.

Geschätztes hydroelektrisches Strompotential 100.000 Megawatt, genutztes Strompotential über 2.000 Megawatt (hauptsächl. durch die Staudämme v. Paute u. Agoyan), wobei landesweite, bis zu 10 Std. anhaltende Stromausfälle bei ausbleibenden Regenfällen an der Tagesordnung sind. Fast 600 km transekuadorianische Öl-Pipeline, vom Oriente über die Anden hinweg bis zur Raffinerie in Esmeraldas (Küste).

Ecuador – Klima

Das Äquatorland Ecuador kann prinzipiell das ganze Jahr über bereist werden. Jede Jahreszeit hat zumindest für ausgesprochene Naturfreunde ihre bestimmten Vorzüge.

In den Monaten von Juli bis September, sowie Dezember bis Januar, wird das Land von den meisten ausländischen Touristen besucht. Da Ecuador zum inneren Tropengürtel gehört, entsprechen die vorherrschenden Temperaturen in der Hauptsache den unterschiedlichen Höhenlagen mit einem ausgesprochenen Mikroklima.

Während es im Hochland recht kalt sein kann, und über die Páramo-Gipfel Schneestürme hinwegfegen, liegt die Hafenstadt Guayaquil unter einer kaum erträglichen tropisch-schwülen Hitzeglocke und nur ein Raum mit Air-Condition verschafft erfrischende Erquickung.

Auf der dem Pazifik vorgeschobenen Halbinsel Santa Elena spielt allerdings auch der kalte Humboldtstrom eine wichtige Rolle. Ansonsten gibt es im Verlauf eines Jahres keine bemerkenswerten Temperaturschwanken, daher also auch keine Jahreszeiten wie auf der Nord- und Südhalbkugel.

Die Regenzeit verläuft auf Galapagos, an der Küste und im Hochland, von Ende Januar bis Anfang Mai.

Im feucht-heißen Amazonastiefland sind gewöhnlich die Monate Juni, Juli und August am niederschlagsreichsten, selbst wenn die eigentliche Regenzeit bereits im Februar beginnt. Überschwemmungen und Erdrutsche sind oftmals die Folge.

Ein hoher Grad an Luftfeuchtigkeit herrscht jedoch das ganze Jahr über. Plötzlich auftretende, heftige tropische Regenschauer, sind übrigens auch zur „Trockenzeit“ keine Seltenheit. Die Niederschlagswerte sind hier im Jahresdurchschnitt die höchsten des Landes. Sie liegen teils bei 5000 mm.

Im Hochland ist es von Mitte Juni bis Anfang September meistens am schönsten, wenn die Äquatorsonne oftmals den ganzen Tag über scheint.

Ein vorübergehender „Altweibersommer“ (veranillo), irgendwann zwischen Oktober und Januar, beschert jedoch mitunter die sonnenintensivsten Stunden am Nachmittag.

Unterbrochen wird der veranillo zumeist gegen November, wenn teils sintflutartige Regen- und Hagelschauer einem verfrühten „Wintereinbruch“ gleichkommen. Zwischen Ende Januar und Ende Mai regnet es dann am meisten.

„Schottische“ Witterungsverhältnisse schlagen häufig im April auf die Stimmung und lassen einen fast vergessen sich im tropischen Südamerika zu befinden. Um sich das leicht verwirrende Klima des Hochlandes etwas verständlicher machen zu können, gibt es in der Hauptstadt eine allgemeine Faustregel: Frühling in den Morgenstunden, Sommer zur Mittagszeit, Herbst und Regen am Nachmittag, sowie laue Winternächte bis zu fünf Grad. In Lagen über 4.000 Meter kann es sogar zu Schneefällen kommen.

An der Küste ist in den Regenmonaten von Ende Januar bis Anfang Mai, mit einem Ansteigen der Temperaturen, und einer sprunghaften Vermehrung von Stechmücken und anderen Plagegeistern zu rechnen.

Im nördlichen, feucht-heißen Küstenbereich um Esmeraldas, bedeutet dies meistens nächtliche Regenfälle und starke Sonneneinstrahlung am späteren Vormittag. Die Sommermonate von Juni bis Dezember sind zwar viel trockener, dafür ist der Himmel jedoch am Vormittag oft bewölkter.

Im südlichen, trocken-heißen Küstenbereich, können die Monate Juli, August und September verhältnismäßig kühl sein. Ein leichtes Jäckchen ist dann meist notwendig. In Salinas können die ansonsten trocken-heißen Temperaturen gerade zu dieser Jahreszeit manchmal bis auf sage und schreibe 12 Grad fallen. Der Dezember und Januar beschert dann meist wieder sonnigere Tage und langanhaltende Bräune.

Ecuador – Fauna & Flora

Ecuador kann mit nahezu 25.000 verschiedenen Pflanzen u. Bäumen aufwarten. Dabei sind fast 10.000 Arten u. Unterarten in Amazonien, weitere 10.000 in der Andenregion, und über 5.000 an der Küste beheimatet. Etwa 20 % der gesamten Flora ist endemisch. Um das facettenreiche Spektrum der ecuadorianischen Flora und Fauna besser verstehen zu können, gilt es zunächst den bereits erwähnten thermischen Stufen zu folgen. Nur so kann sich der Beobacher ein zusammenhängendes Bild von den komplizierten Wechselwirkungen zwischen Klima, Temperatur u. Feuchtigkeit, ihren dazugehörigen biologischen Lebensräumen, und ihrem mannigfaltigen Artenbestand zu verschaffen.
Urwälder
In den immergrünen tropischen Regenwäldern des Amazonastieflandes, sowie auch seinen hügeligen Randzonen, den immergrünen tropischen Bergurwäldern der östlichen Kordillerenausläufer sorgen heftige Niederschlagsperioden für eine relativ ausgeglichene Flora und Fauna.

Der flache Regenwald besteht zum grössten Teil aus nährstoffarmer, ausgeschwemmter fester Erde, ständig sumpfigen pantanos, oder zeitlich überfluteten Laub- u. Palmwäldern, welche von braunfarbenen Flüssen und stillen Lagunen durchzogen sind. Bei den Bergurwäldern am Fusse der Andenkordillere ist die Niederschlagshäufigkeit noch höher als im Tiefland.. Hier regnen sich die aufgestauten Amazonaswolken an den Hängen ab. Auch der Artenreichtum fällt in diesen hügeligen Berichen sogar noch höher aus.

Lediglich 1 % des Sonnenlichtes kann die dichten Baumkronen durchdringen, wo sich auch ein Grossteil der Dschungeltiere verborgen hält. Unterhalb dieses Blätterteppichs von bis zu 60m hohen Urwald-Kathedralen ringen Kräuter, Sträucher, Büsche und Baumfarne um das spärlich einfallende Licht. Der Kampf um Sonne, Wasser und Nährstoffe zwecks Photosynthese findet meist in der Höhe statt! Würgefeigen umschlingen die dicksten Stämme, bis diese ersticken, absterben, und somit Platz für neues Leben schaffen. Lianen hängen von den Wipfeln herab. Bromelien sitzen völlig losgelöst vom Boden auf den dicksten Ästen.

In ihren ananasgleichen Kelchstauden sammelt sich Regenwasser, das wiederum von Insekten und Fröschen als Miniatur-Tümpel zur Fortentwicklung genutzt wird. Wobei letztere gerne von ebenso gut getarnten Baumschlangen heimgesucht werden.

Noch vor 100 Jahren war auch die gesamte Küstenregion von dichten Urwäldern bedeckt, die mit dem Voranschreiten grossflächigen Plantagenanbaus (erst Kakao, dann Bananen) inzwischen fast völlig verschwunden sind. Lediglich in der nördlichen Provinz Esmeraldas gibt es noch zusammenhängende feucht-heisse Dschungelgebiete.

Auch den gezeitenabhängigen, an Salzwasser gebundenen Mangrovenwäldern im Uferbereich zwischen Meer und Hinterland, wurde in den letzten 25 Jahren der Garaus gemacht. Über 80 % der manglares sind inzwischen den camaroneras (Shrimp-Farmen) zum Opfer gefallen.

Der Süden der Küstenprovinz Manabí sind zu einem Grossteil noch mit savannenartigen Trockenurwäldern überzogen, die sich in der Regenperiode von Mai bis November in grüne undurchdringliche Dickichte verwandeln. Während der Trockenzeit werfen die Bäume u. Sträucher dann allmählich alle ihre Blätter ab, und geben den Anschein einer Dornbuschsteppe. Der einzige, weithin sichtbare Baum, der aus diesem niedrigen Busch- u. Kakteenwald herausragt, ist der bis zu 50m hohe, Flaschenhals-bauchige Ceibo (Kapokbaum).

Eine Sonderstellung nimmt der immergrüne subtropische Nebelwald ein, der sich sowohl auf der westlichen wie auch östlichen Andenkordillere in Höhenlagen zwischen 1.000 und 2.500m befindet. Wie der Name schon sagt, zeichnet sich der Nebelwald durch tiefliegende, ständig auf- u. absteigende Wolkenmassen sowie ein verstärktes Temperaturgefälle aus.

Lediglich ein paar Fleckchen intakter Hochlandurwälder sind heute noch in durchschnittlichen Höhenlagen zwischen 3.000 u. 4.000m anzutreffen. Der stolze Rest musste im Zuge jahrhundertelanger Abholzungssgeschichte den landwirtschaftlichen Nutzungsflächen weichen. Zu den wenigen verbliebenen Urwaldzonen gehört z. B. auch das nahe Quitos gelegene Pasochoa-Reservat.

Der Pflanzenwuchs im Hochgebirge gilt nicht zuletzt aufgrund der vorherrschend starken Temperaturschwankungen (bis zu 30 Grad) als einzigartig im tropischen Amerika. Die andine Flora hat sich in den letzten 60 Millionen Jahren entwickelt, und charakterisiert sich vor allem durch kleinere dickere Blätter, die den frostigen Nächten, scharfen Winden, und der intensiven Sonnenstrahlung problemlos widerstehen können. Typische Hochland-Bäume sind die schnellwachsenden, wohlriechenden Eukalyptus ,Zedern, Zypressen, und inzwischen selten gewordene, deformiert erscheinende, dunkelrot-stämmige Quinua-Bäumchen sowie die überall im Cotopaxi-Nationalpark aufgeforsteten Pinien.

Ecuador – Geschichte – Kultur – Kunst

Das heutige Staatsgebiet von Ecuador umfasste in präinkaischer Zeit mehrere kleine voneinander weitgehend unabhängige Stammesgebiete zwischen den Großreichen der Chimu im Süden und der Chibcha im Norden.

Im 15. Jahrhundert überrannten die Inka das gesamte Gebiet bis in die Gegend von Pasto und etablierten den Hauptort Quito als nördliche Hauptstadt ihres Reiches. Von hier aus errang der letzte Inkakaiser Atahualpa in einem kurzen Bürgerkrieg gegen seinen Bruder Huáscar die Macht.

Im Zuge der Conquista eroberte kurz darauf Sebastian de Benalcazar, ein Hauptmann des Francisco Pizarro, die Gebiete zwischen dem heutigen Peru und dem Chibchareich und gründete 1534 die heutige Hauptstadt San Francisco de Quito. Von hier aus entdeckte die Expedition des Gonzalo Pizarro 1546 den Amazonas, weshalb Ecuador immer wieder letztlich vergeblich Anspruch auf einen Zugang zu diesem Strom erhoben hat.

Als Vorläufer des heutigen Ecuador bestand während der gesamten Kolonialzeit die Real Audiencia de Quito, die abwechselnd und mit oft unbestimmtem Status und noch weniger bestimmten Grenzen zum Vizekönigreich Perú oder zum Vizekönigreich Neugranada (‚Kolumbien‘) gerechnet wurde.

Im Jahre 1802 bereiste und erforschte Alexander von Humboldt die Gegend und bestieg den Pichincha sowie die Hänge des Chimborazo.

Das Ende der kolonialen Herrschaft kam, als Marschall Antonio José de Sucre, ein Leutnant des Simón Bolívar, die Spanier im Jahre 1822 in der Schlacht am Pichincha bei Quito schlug und aus dem Land vertrieb.

Am 24. Mai 1822 wurde das Gebiet des heutigen Ecuadors als südlicher Teil von Gran Colombia (heute Ecuador Kolumbien, Venezuela und Panama) von Spanien unabhängig

Die Republik Ecuador entstand im Jahre 1830 durch den Zerfall von Gran Colombia. Die Namensgebung geht auf die französisch-spanische Expedition (unter Beteiligung von Charles-Marie de La Condamine, Pierre Bouguer, Louis Godin, sowie von Jorge Juan und Antonio de Ulloa) zurück, die noch im 18. Jahrhundert unter anderem zum ersten Mal die genaue Lage des Äquators vermessen hatte. Erster Präsident der Republik Ecuador wurde General Juan Jose Flores.

1832 besetzte und annektierte Ecuador die bis dahin mehr oder weniger unbewohnten und herrenlosen Galapagos-Inseln, die in etwa 1000 km Entfernung vor der Küste des Landes liegen. Drei Jahre später, 1835 besuchte Charles Darwin im Rahmen der britischen Expedition der Beagle die berühmte Inselgruppe und sammelte dort Erkenntnisse, die ihn später zur Entwicklung der Evolutionstheorie führten.

Die gesamte weitere Geschichte des Landes war durch die schroffen Gegensätze zwischen Liberalen und Konservativen, Grossgrundbesitzern und der indigenen landlosen Bevölkerung, Mestizen und Indianern, den rückständigen Provinzen und den Städten, dem Hochland und der Küste sowie der Konkurrenz zwischen der Hauptstadt Quito und der größten Hafenstadt Guayaquil geprägt. Diese Gegensätze bewirkten eine mehr oder weniger bis heute durchgängig chaotische politische Entwicklung, die in kurzer Folge immer wieder durch Putsch und Gegenputsch, kurzen Bürgerkriegsepisoden und regionalen Partikularismus gekennzeichnet war. Zeitweise ‚regierten‘ in Ecuador bis zu drei ‚Präsidenten‘ gleichzeitig, das letzte Mal noch im Jahre 1997.

Im letzten Drittel des 19. Jahrhunderts errichtete Präsident García Moreno eine rigide katholische Diktatur, die Ende des 19. Jahrhunderts von der liberal-revolutionären Herrschaft des Bürgerkriegsgenerals Eloy Alfaro ersetzt wurde. Auch im 20. Jahrhundert lösten sich Militärdiktaturen und zivile Regierungen in raschem Wechsel ab. Im Durchschnitt wurde die jeweilige Regierung etwa alle eineinhalb Jahre durch einen militärischen Putsch oder zivilen Staatsstreich gestürzt, was Ecuador den Ruf der klassischen Bananenrepublik einbrachte.

Eine bedeutendere Rolle spielte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hierbei der Konservative Velasco Ibarra, der seit den vierziger Jahren insgesamt fünfmal Präsident war und zuletzt erst 1972 in Zusammenhang mit der Entdeckung größerer Erdölvorräte im Amazonas-Tiefland durch den Putsch des Generals Rodríguez Lara endgültig gestürzt wurde. Ecuador trat der OPEC bei. Die Nachfolger dieser zunächst relativ stabilen selbst ernannten revolutionären Militärdiktatur wurden später durch den frei gewählten sozialdemokratisch orientierten Präsidenten Jaime Roldós Aguilera abgelöst, der selber wiederum bei einem mysteriösen Flugzeugabsturz 1981 umkam. Auch die spätere Präsidentschaft seines korrupten Erben Abdalá Bucaram endete im Jahr 1997 im Fiasko, als der Präsident nach einem konservativen Staatsstreich vollkommen diskreditiert fluchtartig das Land Richtung Panama verlassen musste.

Eine neue Konstellation ergab sich, als in der Folge linksgerichtete Militärs in seltener Koalition mit indianischen Gruppen im Jahr 2000 erneut putschten und den Präsidenten Jamil Mahuad Witt stürzten. Der alte Gegensatz zwischen liberalen und konservativen Kräften spiegelt sich auch heute noch im Machtkampf zwischen den städtischen Eliten und den neuen sozialen Bewegungen der indianischen Bevölkerung wieder, deren Repräsentant der frühere Putschist von 2000 und heutige Präsident Lucio Gutiérrez zu sein vorgibt.

Die notorische politische Instabilität des Landes machten sich auch auswärtige Mächte immer wieder zunutze, nicht zuletzt weil in den weitgehend unerschlossenen Urwaldgebieten im Osten des Landes bekannte oder vermutete Erdöl-Lagerstätten lockten. So verlor Ecuador 1904 große Teile seines nominellen Staatsgebiets im Norden und Osten an seine Nachbarländer Peru und Kolumbien, wobei es diese Gebiete nie wirklich kontrolliert hatte.

1941 marschierte die peruanische Armee in den Süden von Ecuador ein, brannte die Stadt Santa Rosa nieder, besetzte den wichtigen Bananenhafen Machala und bedrohte Guayaquil. Ecuador musste daraufhin 1942 im Vertrag von Rio de Janeiro die Hälfte seines verbliebenen Territoriums an Peru abgeben, wobei auch hier wieder großenteils Gebiete vor allem im Osten und Südosten am Amazonas betroffen waren, in denen eine ecuadorianische Verwaltung seit der Kolonialzeit de facto nie bestanden hatte.

Der letzte Grenzkrieg mit Peru um das Gebiet der Cordillera del Condor am Río Cenepa, entzündete sich 1995 an Streitigkeiten um die Auslegung dieses Vertrages und wurde offiziell erst 1999 durch einen nunmehr als ‚endgültig‘ bezeichneten Grenz- und Friedensvertrag beendet.

Ab 1995 führten die US-Amerikaner hier die verdeckte Operation „Safe Border“ durch, um Ölförderanlagen und Pipelines gegen Auswirkungen der Grenzscharmützel zu sichern.

In jüngster Zeit droht Ecuador unverschuldet eine Verwicklung in den kolumbianischen Bürgerkrieg, da die Rebellen der FARC die Nordgrenze des Landes immer wieder überschreiten, um die unwegsamen Gebiete südlich des Putumayo als Ruheraum zu mißbrauchen. Weiter haben die USA im Jahre 2000 eine Marinebasis an der Pazifikküste in Manta errichtet, um von dort aus kolumbianische Coca-Felder aus der Luft zu vernichten und die Guerillas zu bekämpfen.

Ecuador gehört zu der 1969 gegründeten Andengemeinschaft, die seit 1995 eine Freihandelszone zwischen den Mitgliedsstaaten aufgebaut hat.

Ecuador – Essen & Trinken

Bei der ekuadorianischen Küche, comida criolla oder auch comida nacional, handelt es sich um eine relativ junge Gastronomie. Wenn diese wohl kaum eine Bedeutung in der internationalen Cusine hat, darf an deren Eigenständigkeit nicht gezweifelt werden.

Neben den regional verschiedenen Grundnahrungsmitteln, dessen einfache Hauptgerichte sich oft aus altüberlieferten bäuerlichen Rezepten zusammensetzen, spielen in der ekuad. Gastronomie vor allem europäische, insbesonders spanische und auch nordamerikanische Einflüsse eine entscheidene Rolle.

Von den spanischen Eroberern wurden indianische Nahrungsmittel wie Meerschweinchen und Lamas weitgehend durch andere Fleischträger wie Schweine und Rinder ersetzt. Dabei wird z. B. das heutzutage kostspielig gewordene Meerschwein (cuy) vorzugsweise noch in ländlichen Bereichen des Hochlandes verzehrt, während das fast ausgestorbene ekuad. Lama heutzutage lediglich der Wollproduktion dient. Die Population hat durch die Einfuhr aus Chile und Perú erst jüngst wieder stark zugenommen.

Andererseits wurde das Leben der Küstenbewohner seit allen Zeiten nahezu fast nur vom Fischreichtum bestimmt. Ein zartes, saftiges Steak ist daher in den meisten Orten und Kleinstädten, außer in Großstädten, auch heute noch eine Seltenheit.

Ecuador ist eben ein Land der Dritten Welt! Mitteleuropäische Hygienevorstellungen können daher nicht immer erfüllt werden.

Ecuador ist ein ausgesprochenes „Suppenland“. Vielleicht nirgends auf der Welt wird soviel Suppe (sopa) konsumiert wie im kühlen ekuadorianischen Hochland. Die Liste reicht von der populären Hühnerbrühe (caldo de gallina), über deftige Fischsuppen (sopa de pescado), Gemüsesuppen (sopa de verduras), einer Art „Blutwursteintopf“ (yaguarlocro), schmackhaften Kartoffel-Hüttenkäse-Suppen mit Avocadofrucht (locro de queso), bis hin zum caldo de patas (in seiner traditionellsten Form: Kartoffelsuppe mit Schweinshaxe, gekochter Maniokwurzel, gekochtem Mais, Milch, Zwiebeln, Knoblauch und eventuell Erdnüssen oder auch culandro (Koriander), ein extrem starkes Kräutergewürz. Eine proteinreiche Sopa Marinera (Meeresfrüchtesuppe) gehört vor allem im Küstenbereich zu den exquisiteren Gaumenfreuden.

Ein weiteres, landläufig sehr populäres Suppengericht, nennt sich Sancocho. Es besteht haupsächlich aus Rind- oder Schweinefleisch, gekochter Maniokwurzel, Kochbananen und Erbsen. Ursprünglich von der Küste, ist das Gericht heute aber auch im Hochland weit verbreitet.

Wer das Glück hat, von Ekuadorianern zu einem dieser beiden letztgenannten kulinarischen Spezialitäten eingeladen zu werden, sollte sich dies auf keinen Fall entgehen lassen. Hausgemacht schmecken diese einfach zubereiteten nationalen Gerichte meist viel köstlicher als in jedem Restaurant.

Das aus dem pazifischen Ozeans stammende „cebiche“ ist im bodenständigen Sinne betrachtet schlichtweg das ekuadorianische Nationalgericht. Das in Essig, Öl, Zitronen- und auch Orangensaft marinierte, meist mit Tomatenscheibchen, Zwiebelringchen u. Kräutern angemachte, rohe Meeresfrüchte-Cocktail aus Weißfisch, Krabben, Muscheln oder Langusten, stellt freilich nur ein kleines, so doch feines Aushängeschild eigenständiger Kochkunst dar.

Ají ist eine scharfe, aus roten Chilischoten zubereitete Soße, die in fast jedem Restaurant extra mit auf den Tisch kommt, und je nach regionalen Gegebenheiten oder ganz persönlichem Geschmack unterschiedlich zubereitet wird. Der Schärfegrad reicht dabei von milder bis hin zu teuflisch-brennender Würze. Sinn und Zweck der Sache ist neben einer Aufheiterung der Geschmacksnerven, ein durchgeputzter, amöbenfreier Magen.

Zu den gängigsten ekuadorianischen Haupt- u. Nebengerichten gehören:

Churrasco bedeutet normalerweise eine üppige Portion weißgeschälter Reis, unter einem mehr o. weniger großen Stück Fleisch mit zwei Spiegeleiern drüber, ein paar fettigen Pommes Frites, angebratenen Zwiebelringen, und ein wenig Gemüsesalat.

Apanado ist ein Wiener Schnitzel mit Pommes Frites, Reis u. Gemüsesalat.

Lomo a la Plancha ist ein plattgebügeltes Stück Rinderfilet mit Pommes Frites o. Kartoffelbrei, dazu ein wenig Gemüse.

Seco de Chivo, eine Art würziges Ziegenfleisch-Gulasch mit trockenem Reis.

Seco de Pollo (auch seco de gallina), gekochtes Huhn mit trockenem Reis und einer aufgeschnittenen Avocado-Frucht.

Menestra (con carne y patacones), gegrilltes Stück Fleisch mit Linsen, Reis u. kleinen, gestampften Bratbananenpuffern.

Locro ist mitunter das authentischste ekuad. Nationalgericht. Es handelt sich um eine Suppe aus Kartoffeln und Käse.

Die roten Flecken auf der Suppe stammen von dem Gewürz achiote, welches oft mit hinzugegeben wird. Locros können mit Fleisch, Eiern, Kürbis und auch Kohl angereichert werden.

Guatita, Schmorgericht aus Innereien, meist mit einer Erdnußsoße, gekochten Kartoffeln u. einer Avocadofrucht.

Fritada, in einer tiefen, manchmal fast ein Meter Durchmesser großen Pfanne, werden Schweinefleischstückchen im eigenen Saft geschmort. Dazu gibt es meist eine Maisbeilage ( z.B. mote).

Hornado, gebackenes, süßlich gewürztes Schweinefleisch (auch Haut), mit Kartoffelbrei oder llapingachos (kleine käsegefüllte Kartoffelpuffer) serviert, dazu meist ein wenig Salat.

Pescado Frito (fritierter Fisch), Camarones al ajíllo oder Camarones Apanado (Shrimps in Knoblauchsoße, bzw. panierte Shrimps), Calamares (eine Art Tintenfisch), sowie Cangrejo (Taschenkrebs), gehören inzwischen zu den landesweit verbreiteten Speisen.

Viche, dickflüssige Fischsuppe mit Kochbananenstückchen. Nicht nur an der Küste eine beliebte Zwischenmahlzeit!

Humitas, süßer, in einem Bananenblatt eingelegter Mais- u. Eierteig. Zusätzliche Ingredienzen, wie z. B. gemahlene Erdnüsse o. geriebener Käse sind meist regional bedingt.

Quimbolitos sind süße Maistaschen m. Rosinen, oft mit einem Schuß Zuckerrohrschnaps abgerundet.

Empanadas sind eine Art Pasteten in Teigtaschenform mit Füllung und in Schmalz gebacken. Es gibt verschiedene Sorten, je nach Füllung: z. B. Fleisch- (de carne), Bananen- (de verde), oder Käse-Empanadas (de queso).

Tapao, ebenfalls ein ganz typisches Gericht aus der grünen Provinz Esmeraldas, besteht in der Hauptsache aus gekochtem Fisch und Kochbananen.

Frühstück heißt auf spanisch desayuno, und besteht in der Regel aus Kaffee (café), Brötchen (pan), Margarine (margarina), Marmelade (mermelada) o. einem Stückchen weißem Käse (queso), sowie Spiegeleier (huevos fritos), Rühreier (huevos revueltos), oder zwei fast harte Eier im Becher (huevos a la copa).

Ein in fast allen populären Restaurants serviertes, meist zweigängiges Mittagsmenü, nennt sich in Ecuador almuerzo. Es besteht aus einer meist schmackhaften Suppe (sopa), el segundo (der zweite Gang) aus Reis mit z.B. Huhn u. einer halbierten Kochbanane, oder ein winziges Stückchen Fleisch mit ein paar Linsen. Dazu gibt es einen Saft, oder eine colada, ein geschlagenes Mixgetränk aus „Köllnflocken“ und Maismehl! Die 1 bis 2 Dollarmahlzeiten sind aber nicht immer sättigend.

Ein komplettes Abendessen, wie das Mittagessen aus zwei Gängen bestehend, heißt merienda. Das Abendmahl von der Speisekarte (a la carta) eines Restaurants oder zuhause, heißt cena.

Garküchen und Imbißstände:

Die auf allen Strassen des Landes weit verbreiteten puestos de comida stellen für viele Einheimische eine preiswerte Alternative für die Restaurants dar. An diesen Imbißständen werden die verschiedensten Speisen zubereitet. Da die Hygiene aber nicht den europäischen Maßstäben entspricht, ist vom Verzehr der dortigen Mahlzeiten abzuraten. Es ist vorzuziehen in einem sauberen Restaurant ein paar tausend Sucres mehr auszugeben, als den Rest der Urlaubstage mit Magenkoliken zu verbringen, oder sich sogar eine Hepatitis einzufangen.

Getränke:
Mineralwasser (agua mineral) gibt es mit Kohlensäure (con gas) und ohne Kohlensäure versetzt (sin gas), und wird inzwischen überall angeboten. Bei den vielen Marken in Plastik- u. Glasflaschen sei auf die Versiegelung am Flaschendeckel zu achten. Selbst bei diesen Produkten haben sich „Fälschungen“, d.h. unlautere Wiederabfüllungen eingeschlichen.

Frischgepreßte Säfte (jugos) werden je nach dem mit mehr oder weniger Wasser, bzw. auch mit Milch angeboten.

Pipas Heladas („Eispfeifen“) sind eisgekühlte, mit köstlichem Saft angefüllte Riesenkokosnüsse, und einem langen Strohhalm drin!

Alkohol ist auch in Ecuador eine weitverbreitete Volkskrankheit mit all seinen verheerenden Auswirkungen auf Familienleben, Verkehr und Wirtschaft. Dies führte Ende 1996 sogar dazu, daß der damalige Präsident Abdalá Bucaram Ortiz ein neues Gesetz hinsichtlich des uneingeschränkten Konsums verabschieden ließ. Neuerdings darf sonntags offiziell kein Alkohol mehr ausgeschenkt werden. Auch wenn dies auf dem Lande wieder anders aussieht, und so manche Restaurants in den Großstädten an Sonn- u. Feiertagen cerveza (Bier) servieren, wird das Verbot vor allem in den Ballungszentren weitgehendst eingehalten. Auch unter der Woche ist in den Vergnügungsvierteln eine Sperrstunde angesagt. Alle Bars, Diskotheken und Nachtclubs haben zumindest offiziell von Montag bis Samstag um 2 Uhr morgens zu schließen.

Das meist konsumierte alkoholische Getränk ist neben dem „brennenden“ punta (ein hausgemachter Zuckerrohrschnaps in hauptsächl. ländlichen Gegenden), das allerorts erhältliche cerveza (Bier). Auf Landesniveau gibt es zwei einheimische Marken: das helle Pilsener, und das etwas bierigere Club. Ein gekühltes Nevada, welches fast nur im Süden Ekuadors in praktischen Literflaschen zu bekommen ist, entpricht wohl am ehesten noch europ. Braunormen.

Guten Wein (vino), vor allem Rotwein aus Chile, aber auch aus Argentinien, Kalifornien oder Spanien, gibt es nicht nur in den großen Supermarktketten zu kaufen. Viele besser bestückte Einzelhandelsläden verfügen teils über ein paar recht brauchbare Marken.

Bei Dorffesten im Andenhochland (fiestas del pueblo), und Stadtteilfesten im Süden Quitos, wird manchmal Canelazo, ein würzig heißer Zuckerrohrschnaps, in kleinen Trinkbechern billig ausgeschenkt. Vorsicht ist im Umgang mit dem Teufelszeug geboten, bevor sämtliche Bleche wegfliegen!

Ecuador – Unterkünfte

Ecuador hat mit zahlreichen Hotels aufzuwarten, sodaß in fast jedem Ort Unterkunftsmöglichkeiten vorhanden sind.

Hotel (Hotel), Hostal (kleines Hotel), Hostería (Landgasthaus), Residencial (Gästehaus), Pension (Pension), Posada (Unterkunft im Stil „Bed & Breakfast“), Albergue (Herberge), Parador (Raststätte), oder Cabañas (Ferienhütten u. Ferienhäuschen aller Preiklassen), nennen sich die zahlreichen, ganz unterschiedlich beschaffenen Schlafquartiere in Ecuador. Ein Aparthotel hat geräumigere Zimmer, bzw. viel mehr Suites anzubieten als ein herkömmliches Hotel.

Im Andenhochland gibt es noch viele koloniale wie geschichtsträchtige Gutshöfe aus dem 18. u. 19. Jh., die teilweise in herrschaftliche Hacienda-Hotels (Hosterías), oder luxuriös ausgestattete Ranchos umgebaut wurden. Manche dieser Haziendas verfügte ehemals über tausende von Hektar Land, welches im Laufe der Zeit unter den Erben des Großgrundbesitzers sowie auch den indianischen Kommunen im Umland aufgeteilt wurde.

Ein Motel ist übrigens immer ein neonbeleuchtetes Stundenhotel mit Parkplatz, und einer hohen Mauer drumherum, meist in den Randzonen und an den Ausfallstraßen größerer Ortschaften gelegen.

Von der von Kakerlaken und Wanzen heimgesuchten, fensterlosen „Ein-Einviertel-Dollar-Bleibe“, bis hin zur edelsten Nobelherberge mit Panoramablick, bietet das Land ein bunt gewürfeltes Spektrum an Unterbringungsmöglichkeiten.

Die meisten Hotels haben Doppel- u. Mehrbettzimmer. Einzelzimmer sind dagegen seltener. Besonders während der Hochsaison (Juni bis September im Hochland, bzw. Weihnachten bis April an der Küste) bedeutet dies normalerweise für Einzelreisende, fast den gleichen Preis wie für ein Doppelzimmer zu bezahlen.

Reservierungen können in der Hochsaison von Vorteil sein. Ganz besonders im August (Hochland, Galápagos) und um Neujahr herum (Küste, Galápagos), sind renommierte Hotels und Feriendörfer oft voll ausgebucht. Hinzu kommt, daß in vielen Touristikorten an der Küste, zur Hochsaison doppelte bis dreifache Preise für Übernachtungen verlangt werden. Auch zu bestimmten Festtagen und örtlichen Feierlichkeiten kann das vorhandene Bettenaufkommen einer Stadt schlagartig ausgelastet sein.

In den meisten Hotels der gehobenen Klasse, und in vielen Mittelklassehotels, müssen zum Übernachtungspreis noch 20% impuestos (Mehrwert- u. Dienstleistungssteuern) hinzugerechnet werden.

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