Impfung gegen Malaria?

Begonnen von woelfi, Februar 25, 2007, 14:43:57

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woelfi

Gibt es eine Impfung gegen Malaria?
Liebe Grüsse

Wolfgang

HEVERO

Man / Frau kann sich noch nicht gegen
Erdbeben und Malaria impfen. :hallo:
HEVERO
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http://www.vera-rolf-hehnen.de

hannes

Nein nur prophylaktisch was schlucken.
Heute meist Lariam.

Kommt aber darauf an, wo Du hin willst.
Die WHO empfiehlt auch für Länder in denen das Malaria-Risiko minimal ist die Prophylaxe - Die Pharmaindustrie bedankt sich ....

woelfi

#3
Hallo,

da habt Ihr beide Recht. Die Antwort von HEVERO fand ich ganz interessant...... :zustimm:

Man kann lediglich eine Malariaprophylaxe, also vorbeugend Tabletten einnehmen, wie Hannes schon sagt. Dann wird ein 60-80prozentiger Schutz gewährleistet. Einige Ärzte verschreiben das Medikament Lariam ungern, weil es oft starke Nebenwirkungen (Alpträume, Depression) hervorruft. Eine Alternative ist die Tablettenkombination Resochin+Paludrin. Mit der Prophylaxe beginnt man eine Woche vor der Abreise und hört vier Wochen nach Rückkehr damit auf.

Die beste Vorbeugung gegen Malaria ist aber, sich so wenig wie möglich von Mücken stechen zu lassen.

Malariamücken sind erst ab Einbruch der Dämmerung aktiv. Ab einbrechender Dunkelheit sollte man deshalb helle Kleidung tragen, Mücken setzen sich lieber auf dunkle Sachen. Lange Ärmel und  lange Hosen und Strümpfe sind Pflicht. Mückencremes helfen und unter dem Moskitonetz schlafen und die Fenster geschlossen halten oder Fliegengitter einsetzen sind weitere Maßnahmen.
Liebe Grüsse

Wolfgang

hannes

Ja manche Leute haben Probleme mit Lariam.
Ich nicht, ich hab das schon zigmal genommen ohne was zu merken.

Bei meiner Infektion als Intensivkur sogar die halbe Packung ...
Das hat die Plasmodien für ein paar Wochen eingedämmt, aber dann kamen sie wieder.

Das Tropeninstitut hat aber zur endgültigen Bekämpfung sehr hochwirksame (und für mich wieder nebenwirkungslose  ) Medikamente,
die den Erregern endgültig den Garaus machen ..
Leider hab ich deren Namen vergessen.
Würde man die als Prophylaxe nehmen, dann gäb's wohl keine Infektionen ....

Btw: Ich bin überzeugt, daß ich mir meine Infektion durch Stiche während des Tages geholt hab.
Nachts war ich im Zelt geschützt und tagsüber wurde ich von Myriaden Mücken attackiert.

Lange Ärmel, lange Hosen und Mückencreme (welche ?) - alles gut und schön in der Theorie.
Aber wir wanderten bei 35 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit bergauf und bergab und transpirierten ja nicht schlecht.
Die ganze Mückencreme wurde nur so von den Schweißströmen weggewaschen ....


Rastlos

ZitatMan kann lediglich eine Malariaprophylaxe, also vorbeugend Tabletten einnehmen, wie Hannes schon sagt. Dann wird ein 60-80prozentiger Schutz gewährleistet.
Die Zahlen sind doch ziemlich hochgegriffen  :icon_lol:  Der evtl. Schutzfaktor liegt deutlich tiefer. Den Leuten werden aber gerne solche Prognosen vorgegaukelt, damit man die Medikamente weiter fleißig unter die Leute bringen kann  :flop:

ZitatEinige Ärzte verschreiben das Medikament Lariam ungern, weil es oft starke Nebenwirkungen (Alpträume, Depression) hervorruft. Eine Alternative ist die Tablettenkombination Resochin+Paludrin.
Es gibt inzwischen unzählige Medikamente auf dem Markt. Wenn man sich wirklich für die Einnahme einer Prophylaxe entschließen sollte - ich rate davon aber ab - und seinen Körper mit Medikamenten vollstopfen will, dann sollte man sich wirklich SEHR genau erkundigen, denn manche Medikamente machen in bestimmten Ländern absolut keinen Sinn mehr, da die Erreger mittlerweile völlig resistent dagegen sind. Leider sind dabei noch nicht einmal mehr die Tropeninstitute die beste Ansprechstelle, denn auch die verschreiben immer wieder noch Prophylaxen für Gebiete, die eigentlich Erregerfrei sind  :icon_evil:
Der sinnvollste Ansprechpartner sind die Krankenhäuser in der betreffenden Region.

ZitatDas Tropeninstitut hat aber zur endgültigen Bekämpfung sehr hochwirksame (und für mich wieder nebenwirkungslose   ) Medikamente,
die den Erregern endgültig den Garaus machen ..
Leider hab ich deren Namen vergessen.
Würde man die als Prophylaxe nehmen, dann gäb's wohl keine Infektionen ....
Sorry, aber das ist Blödsinn. Die Erreger werden auch dafür eine Resistenz aufbauen - und das um so schneller je häufiger Prophylaxen eingesetzt werden. Wenn dieser Malaria-Prohpylaxe-Wahn so weiter geht, dann werden schon bald keine bezahlbaren und wirkungsvollen Medikamente mehr für eine ernsthafte Malaria-Erkrankung zur Verfügung stehen.

ZitatLange Ärmel, lange Hosen und Mückencreme (welche ?) - alles gut und schön in der Theorie.
Aber wir wanderten bei 35 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit bergauf und bergab und transpirierten ja nicht schlecht.
Nein, nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis!!
Bzgl. des geeigneten Mückenschutzmittels informiert man sich am besten vor Ort, denn auch hier ist nicht jedes Mittel gleich gut geeignet.
Wenn Du bei den Touren doch eh schwitz wie Sau (ich kenn das nur zu gut  :icon_wink:), dann ist es doch auch egal, ob Du lange oder kurze Kleidung trägst. Daher würde ich im Zweifelsfall die lange vorziehen bzw. Ärmel hochkrempeln und Hosen mit abnehmbaren Beinen tragen wenn keine Mücken da sind.

ZitatDie beste Vorbeugung gegen Malaria ist aber, sich so wenig wie möglich von Mücken stechen zu lassen.
DAS ist definitv der beste und sicherste Schutz gegen Malaria!!
Ich kann nur jedem dazu raten, die lange Kleidung und Mückenschutz jeder Prohpylaxe vorzuziehen. Sollte dann doch einmal der Verdacht auf eine Infektion bestehen, dann bekommt man in jedem Krankenhaus bzw. bei jedem Arzt des Landes das für dieses Gebiet wirksamste Medikament.

LG
Jens
Wer rastet der rostet und es gibt einfach zu viel Schönes auf unserer Erde zu entdecken!
www.weltbummeln.de

woelfi

Hallo Jens,

ZitatDie Zahlen sind doch ziemlich hochgegriffen. Der evtl. Schutzfaktor liegt deutlich tiefer.

Statistiken sind dazu da, sie anzuzweifeln. Im Einzelfall nützt die Statistik auch nichts, wenn man von Malaria befallen wird und das Risiko und die damit verbundenen gesundheitlichen Folgen für den Einzelnen sind doch gewaltig.

Ich habe zum Thema Malaria und Malariaprophylaxe einen interessanten Artikel im Netz gefunden, den ich Euch nicht vorenthalten will. Hier der Link:

http://www.reisemed.at/malaria.html
Liebe Grüsse

Wolfgang

Rastlos

ZitatIch habe zum Thema Malaria und Malariaprophylaxe einen interessanten Artikel im Netz gefunden, den ich Euch nicht vorenthalten will. Hier der Link:

http://www.reisemed.at/malaria.html
Fragt sich nur, wie lange Österreich noch Malariafrei ist 
Die Erreger tritt nämlich so langsam die Rückeroberung des Europäischen Kontinents an  :icon_wink:
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hannes

ZitatDie Zahlen sind doch ziemlich hochgegriffen    Der evtl. Schutzfaktor liegt deutlich tiefer. Den Leuten werden aber gerne solche Prognosen vorgegaukelt, damit man die Medikamente weiter fleißig unter die Leute bringen kann 

Wie definiert man einen Schutzfaktor ?
Wenn sich der 0815 Tourist in den Savannengebieten von Kenya oder an den Stränden Thailands aufhält, wird der "Schutzfaktor" der Malaria-Prophylaxe bei 100 % liegen.
Wenn er sich dagegen in die Niederungen und Sumpfebiete von Neuguinea begibt wird der Schutzfaktor trotz der gleichen Prophylaxe wohl unter 50 % sinken .....

Fazit: Malaria - Gebiet  ist nicht gleich Malaria - Gebiet obwohl dort der gleiche Plasmodien - Stamm sein Unswesen treibt ....


ZitatEs gibt inzwischen unzählige Medikamente auf dem Markt. Wenn man sich wirklich für die Einnahme einer Prophylaxe entschließen sollte - ich rate davon aber ab - und seinen Körper mit Medikamenten vollstopfen will, dann sollte man sich wirklich SEHR genau erkundigen, denn manche Medikamente machen in bestimmten Ländern absolut keinen Sinn mehr, da die Erreger mittlerweile völlig resistent dagegen sind. Leider sind dabei noch nicht einmal mehr die Tropeninstitute die beste Ansprechstelle, denn auch die verschreiben immer wieder noch Prophylaxen für Gebiete, die eigentlich Erregerfrei sind 
Der sinnvollste Ansprechpartner sind die Krankenhäuser in der betreffenden Region.

Hängt sehr vom Zielgebiet ab. Für 0815 Tourismusziele (Kenya, Südostasien) würde ich keine Malariaprophylaxe durchführen, für andere Ziele "offthebeatentrack" trotz des nicht 100%igen Wirkungsgrad auf alle Fälle.
Wenn Du im Tiefland von Irian Jaya etwa zu den Asmat oder Korowai ein Trekking machst und nichts nimmst, dann bist Du nach ein paar Wochen mit 100%iger Sicherheit infisziert.
Aber selbst im Hochland von Neuguinea ist dies nicht mehr notwendig, weil dort das Klima durchaus mit europäischen Sommern vergleichbar ist und die Mückendichte wesentlich geringer ist als an den Tieflandflüssen.

In Südamerika würde ich noch die Schwarzwasser-Flüsse (oder sind die Weißwasserflüsse - die "mückenreichen" ?), also den Rio Negro nicht ohne Prophylaxe bereisen.

ZitatSorry, aber das ist Blödsinn. Die Erreger werden auch dafür eine Resistenz aufbauen - und das um so schneller je häufiger Prophylaxen eingesetzt werden. Wenn dieser Malaria-Prohpylaxe-Wahn so weiter geht, dann werden schon bald keine bezahlbaren und wirkungsvollen Medikamente mehr für eine ernsthafte Malaria-Erkrankung zur Verfügung stehen.

Da ging's auch nicht mehr um die Prophylaxe, sondern sollte nur darstellen, daß es hochwirksame Medikamente gibt, die man bei einer Infektion einsetzen kann um die Plasmodien zu eliminieren.

ZitatNein, nicht nur in der Theorie, sondern auch in der Praxis!!
Bzgl. des geeigneten Mückenschutzmittels informiert man sich am besten vor Ort, denn auch hier ist nicht jedes Mittel gleich gut geeignet.
Wenn Du bei den Touren doch eh schwitz wie Sau (ich kenn das nur zu gut  ), dann ist es doch auch egal, ob Du lange oder kurze Kleidung trägst. Daher würde ich im Zweifelsfall die lange vorziehen bzw. Ärmel hochkrempeln und Hosen mit abnehmbaren Beinen tragen wenn keine Mücken da sind.

Es gibt Regionen, dann kann man sich nicht informieren ..... :icon_smile:
Kurze Kleidung hat halt was mit Komfort zu tun ..... :icon_biggrin:
Das wird halt dann ein paar Tage danach ins Gegenteil verkehrt, wenn man die ganze Nacht am kratzen ist und sich die Stiche entzünden ..... Kenn ich nur zu gut .... :icon_biggrin:
Frage: Warum werden die Einheimischen, die so komfortabel unbedeckt durch den Regenwald wandern, nicht gestochen ???

ZitatStatistiken sind dazu da, sie anzuzweifeln. Im Einzelfall nützt die Statistik auch nichts, wenn man von Malaria befallen wird und das Risiko und die damit verbundenen gesundheitlichen Folgen für den Einzelnen sind doch gewaltig.

BTW: Malaria läßt sich in der modernen Welt sehr gut behandeln.
Die Probleme treten meist dann auf, wenn die Behandlung verzögert wird, weil dieses hohe Fieber im Winter nur schwer von einer normalen Grippe zu unterscheiden ist, usw...

Malaria - resident wird man, wenn man schon einmal eine Infektion durchgemacht hat, da sich dann die Antikörper im Blut befinden.

Malaria ist nicht gleich Malaria.

Es gibt zumindest 3 oder noch mehr Arten:

Malaria tropica - die gefährlichste Art - die kann und wird unbehandelt meist zum Tod führen

Malaria tertiana - hohe Fieberschübe nur jeden 3. Tage, relativ harmlos, in der Regel für gesunde Menschen nicht lebensbedrohend, nur schädigen die Plasmodien, soferne nicht eliminiert die Leber

Malaria quartana - wie Malaria tertiana, jedoch Fieberschübe jeden 4. Tag

Das Malaria automatisch mit einer Klimaerwärmung auch vormals klimatisch gemäßigtere Regionen erreichen muß, stimmt nicht.
Viel hängt davon ab, ob sich ein Land leisten kann die Überträger - die Anopheles Mücken zu bekämpfen.

Singapur ist etwa völlig Malariafrei und hat das gleiche tropische Klima wie Malaria-Hochrisiko-Länder,
Der tropische Norden von Australien, etwa die Cape York - Halbinsel ist malariafrei, aber nur ein paar km
von der "Malariahölle" dem Tiefland von Papua Neuguinea entfernt.


Und wenn es einem doch erwischen sollte: Ruhig und gelassen bleiben.
Sobald wie möglich nach Europa zurückkehren, denn wie gesagt hierzulande
ist Malaria gut behandelbar, aber im Notfall auch lieber in ein "schungelspital" gehen,
dort hat man sicher das Know How dafür.
Wenn beides nicht machbar ist, dann hohe Dosen der Prophylaxe (Lariam, Chloroquin),
soferne man schon bei der Prophylaxe keine Nebenwirkung verspürt hat, nehmen.






Rastlos

ZitatHängt sehr vom Zielgebiet ab. Für 0815 Tourismusziele (Kenya, Südostasien) würde ich keine Malariaprophylaxe durchführen, für andere Ziele "offthebeatentrack" trotz des nicht 100%igen Wirkungsgrad auf alle Fälle.
Du würdest Dich wundern, wieviele Touris in den 0815 Gebieten aber trotzdem fleißig Ihre Prophylaxe schlucken, weil irgendein Arzt es empfohlen hat  :icon_lol:

ZitatWenn Du im Tiefland von Irian Jaya etwa zu den Asmat oder Korowai ein Trekking machst und nichts nimmst, dann bist Du nach ein paar Wochen mit 100%iger Sicherheit infisziert.
In kurzer Keidung bestimmt  :icon_wink:
Natürlich ist das Risiko in solchen Gebieten um ein Vielfaches höher und bedarf eines besonders wirkungsvollen Schutzes. Aber nimmt dort z.B. ein Guide Prophylaxe?? In den meisten Fällen nicht, sondern er lässt sich erst dann behandeln, wenn er wirklich erkrankt ist. OK, das liegt natürlich auch daran, dass eine dauerhafte Einnahme eh nicht möglich ist. Aber wie oft erkrankt denn ein Guide für solche Gebiete tatsächlich an Malaria?

ZitatEs gibt Regionen, dann kann man sich nicht informieren .....  :icon_smile:
1 : 0 für Dich  :icon_mrgreen:

ZitatFrage: Warum werden die Einheimischen, die so komfortabel unbedeckt durch den Regenwald wandern, nicht gestochen  ???
:icon_biggrin:  Das habe ich mich auch schon oft gefragt. Allerdings werden auch die gestochen, tragen das aber mit Fassung und ohne viel Kratzaufwand. Einige Wissenschaftler vermuten jedoch auch eine Malariaresistenz auf Grund von besonderen Genen (s. http://science.orf.at/science/news/32042). So besteht unter anderem wohl auch ein Zusammenhang zwischen der Sichelzellenanämie und einer angeborene Resistenz gegen Malaria.

ZitatMalaria - resident wird man, wenn man schon einmal eine Infektion durchgemacht hat, da sich dann die Antikörper im Blut befinden.
Das wäre mir aber absolut neu  :icon_scratch:
Man kann unter Umständen allenfalls eine Semiimmunität erreichen, die jedoch nach einigen Jahren wieder verloren geht.

ZitatWenn beides nicht machbar ist, dann hohe Dosen der Prophylaxe (Lariam, Chloroquin),
soferne man schon bei der Prophylaxe keine Nebenwirkung verspürt hat, nehmen.
Eine Eigentherapie sollte aber wirklich nur die ALLERLETZTE Möglichkeit sein, wenn man in absehbarer Zeit zu keiner ärztlichen Einrichtung gelangen kann (z.B. im tiefsten Dschungel). Für solche Touren empfiehlt sich dann auch tatsächlich die Mitnahme von geeigneten Stand-By-Medikamenten, über deren genaue Anwendung man sich vorher gut informieren sollte.


Eine sehr gute wissenschaftliche Ausführung zur Malaria findet man unter http://www.thieme-connect.com/ejournals/html/klinikarzt/doi/10.1055/s-2003-40300.
Wer rastet der rostet und es gibt einfach zu viel Schönes auf unserer Erde zu entdecken!
www.weltbummeln.de