Eines vorneweg: Kabul ist kein Urlaubsziel. Es ist eine gefährliche und ungesunde Stadt.
Wer weitere Details möchte, kann sich gerne an mich wenden, ich war in den letzten 3 Monaten drei mal beruflich in Kabul und kann
gerne meine Reiseeindrücke schildern.
Grüße
Floridaadler 8)
Fotos 1 und 2 zeigen den Airport von Kabul und einen Sonnenuntergang von meinem Büro aus
Foto 3 und 4 zeigen einen Blick vom Hotel (Ottawa Resorts) und eine Seitenstraße, die allerdings viel befahren wird.
(Link zum Hotel: http://space.arcor.de/ottawa-kabul/)
Grüße
FA 8)
Mir fehlt die Berechtigung die bilder herunterzuladen.......kann man da was machen? woran liegt das dass ich als mod keine berechtigung dazu hab? bei wem funzt das ganze?
tobi
Schreib mir eine PN mit Deiner Mailadresse und ich sende Dir die Bilder zu (gerne auch noch ein paar andere)
Grüße
Floridaadler 8)
Hallo Tobi,
also bei mir geht der Download ohne Probleme...
Hi Tobi,... :icon_biggrin:
kann das an den Profil-Einstellungen liegen?
Evtl. hast Du auch den Download bei Deiner Firewall eingeschränkt?
Zitat von: Floridaadler am Februar 23, 2006, 16:20:57
Eines vorneweg: Kabul ist kein Urlaubsziel. Es ist eine gefährliche und ungesunde Stadt.
Wer weitere Details möchte, kann sich gerne an mich wenden, ich war in den letzten 3 Monaten drei mal beruflich in Kabul und kann
gerne meine Reiseeindrücke schildern.
Grüße
Floridaadler 8)
Fotos 1 und 2 zeigen den Airport von Kabul und einen Sonnenuntergang von meinem Büro aus
Ja bitte erzähl mal ein bißchen hier von Afghanistan.
Ist sicher für andere auch interessant.
Ist wirklich schade, was der Krieg da in diesem an und für sich sehr interessanten Land angerichtet hat.
Zitat von: hannes am Februar 23, 2006, 18:20:46
Zitat von: Floridaadler am Februar 23, 2006, 16:20:57
Ja bitte erzähl mal ein bißchen hier von Afghanistan.
Ist sicher für andere auch interessant.
Ist wirklich schade, was der Krieg da in diesem an und für sich sehr interessanten Land angerichtet hat.
Okay. Ich hab eine Art Tagebuch geführt, daraus werde ich zitieren:
Die erste Reise fand von Mitte bis Ende Oktober statt...Erste Eindrücke:Mitte: Oktober: Es regnet seit heute morgen, angeblich der erste Regen. Dadurch, das alles sehr staubig ist, ist alles sehr schlammig. Die Straßen sind in mittlerem bis katastrophalen Zustand, immer wieder Schlaglöcher. Autofahren würde mir hier keinen Spaß machen. Auf den Straßen ist alles: Handwagen, Fahrräder, Eselkarren, LKWs, Busse, Mofas, PKWs - alles fährt dicht an dicht - man ist meist Milimeter nicht Zentimeter vom nächsten Auto enfernt. Dabei beschleunigen die Fahrer bis auf 70 km/h und bremsen wieder hart. Auf Fußgänger wird keine Rücksicht genommen, man fährt nahe vorbei. Immer wieder sieht man UN Fahrzeuge, die meisten Autos hier sind von Toyota (85%), aber es gibt auch viele andere (Tata - indisch, Hyundai, einen Mercedes hab ich auch gesehen). Überall (im Abstand von 1km) sind bewaffnete "Sicherheitsleute", tw. mit Maschinengewehren. Alles ist sehr geschäftig. Man sieht einen Laden neben dem anderen. Frauen sind wenige auf der Straße und dann sehr unterschiedlich gekleidet. Von fast europäisch bis völlig verschleiert, die meisten aber wie in der Türkei üblich.
Wir (meine Firma) hatten erst im InterConti gebucht. Als wir ankamen war keine Reservierung für uns zu finden und das InterConti sei ausgebucht, hieß es. Das InterConti ist ein staatliches Hotel, deshalb auch schwer bewacht. Das OttawaResort haben wir in einer Kabuler Zeitung (Zeitungen in Kabul gibt es erst seit kurzem und dann 2 Blätter umfassend) gesehen - dort angerufen, es ist völlig neu, steht seit 14 Tagen, seit 2 Tagen hat es die UN-Freigabe, das heißt es wird dann nachts bewacht.
Mit dem Strom scheint es Probleme zu geben, d.h. die Stecker passen nicht 100%-ig aber wenn man daran wackelt klappt es mit dem Strom. Der Besitzer des Hotels (Herr Yaqoobi) ist stolz wie Oskar auf sein Hotel und die Speisenkarte sieht sehr vernünftig aus. Da es auch billiger ist als das InterConti (70 US$ mit Frühstück statt 105US$ für das InterConti ohne Frühstück) hat unser Geschäftsführer gleich für die gesamte Zeit abgeschlossen. Von außen ist das InterConti viel vernünftiger und das Ottawa ist hinter einem Holztor überhaupt nicht repräsentativ, aber sobald man drinnen ist, ist es sehr geräumig.
Ich hab auch schon meinen Koffer ausgepackt, es scheint auf den ersten Eindruck lebbar. Allerdings sind wir die ersten Gäste, heute abend sollen noch 4 Gäste von der UN kommen.
Kabul wirkt mit keiner Stadt, die ich bislang kennen lernte vergleichbar, auch nicht mit Ägypten oder Tunesien oder der Türkei. Es ist halt eine andere Welt...
Die Eindrücke eine Woche später:Kabul liegt auf einer Höhe von 1.900 metern und hat 3 Millionen Einwohner. Wegen der Nähe zur Wüste ist es permanent staubig und die Luft ist wegen der Höhe und auch wegen der vielen Autos katastrophal. Aber wen interessiert schon die Lebenserwartung in Afghanistan? (44 Jahre)
Gestern war auf der Straße nach Dschalalabad ein Anschlag, bei dem auch deutsche Istaf-Soldaten ums Leben kamen. Ich arbeite ziemlich direkt im Zentrum, unser Hotel (meines und das meiner Kollegen) ist vielleicht 3 km vom Stadtzentrum entfernt. Natürlich steht vor unserem Hotel, wie vor allen inetrnationalen Hotels ein Wächter mit einer Kalaschnikow. Das ist Vorschrift seitens der UN, wenn UN Gäste beherbergt werden (und wir haben 4 UN-Gäste aus Deutschland), daß bewaffneter Schutz gewährleistet werden muß. Also ich fühl mich dadurch nicht wohler...
Der Anschlag fand 13 km ausserhalb des Zentrums statt, die Berichte gingen ja durch die Presse.
Ein normaler Tag sieht so aus: 6:15h aufstehen, um 7h zum frühstück, um 7:45h zur Firma, um 08:15h Beginn. Mittagspause um 12h, dann weiter bis 18:30h, dann ab ins Hotel. Nicht in die Stadt gehen, nicht draußen aufhalten.
Alles frische vermeiden. Heißt: Kein Salat, keine frischen Früchte, Wasser nur abgekocht trinken. Peel it, cook it boil it or forget it. Ersatzweise werden Vitamintabletten im abgekochten Wasser aufgelöst.
Mein Job ist Anwender am PC zu schulen. Das heißt, sofern Strom da ist. Meist fällt der Strom aus, dann werden Generatoren angeworfen. Wenn weder Generator noch Strom da ist wird mit Gaslicht gearbeitet.
Kurz vor der Abreise:Hat Afghanistan auch seine schönen Seiten gehabt? Schwer zu beurteilen. Wenn wir abends von der Arbeit nach Hause fahren kommen wir schon an interessanten Stellen vorbei, voller Leben, voller Licht. Die bekanntesten Straßen in Kabul sind die "Flower Street" und die "Chicken Street". Mir haben die UN-Menschen gesagt, sie wären da schon gewesen - allerdings haben sie mehr Angst vor den eigenen Kollegen als vor den Afghani, da "auf der Straße" erwischt zu werden ein Grund ist, nach Hause gesendet zu werden.
Viele Afghani sprechen englisch oder eher die "pakistanische / indische Art" Variante des englischen. Man käme in Kabul auch auf der Straße mit Englisch durch - denn selbst wenn jemand kein englisch kann holt er einen Bekannten. Das Hotel in dem ich und meine Kollegen untergebracht sind nennt sich "Ottawa Ressort". Es könnte eigentlich sehr schön da sein, wenn wir nicht sehr häufig Stromausfälle hätte, so daß es nachts eisekalt ist - da keine Heizung vorhanden ist werden Radiatoren gestartet, die über den Strom laufen. Fällt der elektrische Strom aus, startet unser Hotel zwar einen Generator, aber da dieser nicht für die Gesamtversorgung reicht. Das Hotel ist aber schön gelegen, im Sommer wenn es beihnahe 30 Grad ist (nachts soll es immer noch auf 12 Grad C. abkühlen - kein Wunder bei 1800 Meter Höhe) kann man dort bestimmt toll draußen sitzen.
Teil II folgt sogleich...
Die zweite Reise war Anfang bis Mitte Dezember:
Gewöhnt man sich an Elend? Mit Sicherheit ja - meine Kollegen sehen hier die Fortschritte, die Kabul zweifelslos macht, denn die Menschen hier sind ja nicht faul, obwohl man so eine Aussage nicht pauschalieren kann, und so gesehen ist aktives Betteln auch Arbeit. Was sie nicht sehen, verdrängen oder auch ihre Augen verschließen ist doch, daß es viel Armut gibt. Und wenn nicht aktiv ohne Gegenleistung gebettelt wird, dann passiert das in anderer Form.
Da es sich in Kabul immer staut, kommen Menschen mit Lotterie-Losen, Telefonkarten oder auch 1 Woche alten Zeitungen zum Auto gelaufen und wollen "ihre Ware" loswerden - dies aber massiv, sie klopfen, rufen "Mister, Mister" und das minutenlang. Die bevorzugte Reaktion ist wegschauen um zu zeigen daß man kein Interesse hat.
Meist werden die Verkäufer dann von unserem Fahrer auf Dari beschimpft und sie lassen es nach einiger Zeit bleiben.
Mein Kollege, der ein Herz hat und sich auch sozial engagiert, hat gesagt, er hat einmal den Fehler gemacht, einem Jungen eine Zeitung für 1US$ "abzukaufen", obwohl er diese nicht wirklich verwenden konnte. Was passierte ist, daß ihm dann alle anderen Verkäufer auch permanent nachgelaufen sind und ihm andere Waren verkaufen wollten - er sagte sie sind ihm wirklich 1 km nachgelaufen, bis er dann den Fahrer bat, dem Treiben einhalt zu gebieten. Sicher ist jeder westliche Mensch erst einmal sehr reich für die Menschen, die hier leben (und im Durchschnitt 300 US$ einnehmen und 100 US$ für Miete ausgeben) - zumal sie noch im "schicken Anzug" durch die Gegend fahren und ihre Digitalkameras nutzen.
Ich muß für mich zugeben, daß mein Mitleid wirklich noch nicht erschöpft ist, nur habe ich weder die Mittel angemessen zu helfen - noch weiß ich, ob man nicht mit "verschenken" von Geld die Bettelei fördert. Kann mir jemand einen Rat geben was das richtige ist?
Letztlich leben wir, trotz anstrengendem Job in einem "goldenen Käfig" hier, haben zu essen, ein Dach über dem Kopf, Drinks an der Bar. Und die Träume, die wir haben sind bei den meisten Menschen gleich.
Und dennoch: Man gewöhnt sich an Kabul, man realisiert, daß man nicht permanent und unmittelbar in Lebensgefahr ist - auch wenn immer etwas passieren könnte. Und es ist sicher auch nicht auszuschließen, daß man hier -wie jetzt im Irak- auch mal auf die Idee kommen kann, jemanden zu entführen.
Ein guter Artikel zu Gefahr findet sich im focus wieder:
http://focus.msn.de/hps/fol/newsausgabe/newsausgabe.htm?id=22080
Die dritte Reise fand Mitte Januar bis Ende Januar statt, hier erste Eindrücke - der Rest muss noch aufgearbeitet werden:
Nach der Ankunft: Wir sollten unsere Pässe abgeben, an einen Soldaten. Wir taten dies und haben unsere Stempel erhalten und wurden dann an "der Schlange" vorbei geführt. Als wir an dem Förderband für die Koffer standen kam dann ein "Zivilist" und verlangte Bakschisch" (Trinkgeld). Normalerweise geben wir nichts, doch er sagte "Because of the passports". Der Soldat der die Abwicklung vornahm stand daneben. Also nahm mein Kollege 3 Dollar zur Hand und wollte dem Soldat diese geben. Er lehnte dies ab und der Zivilist kam wieder und sagte - das war zu wenig. mein Kollege hat ihn aber nicht verstanden. Als er dann das Geld wieder einsteckte sagte er: "You will face problems". Wir mussten auf unsere Koffer warten und dieser Typ nahm uns immer wieder ins Visier - als wenn wir etwas verbrochen hätten. Dabei lief er im Polizeibereich rum, als wenn er dazu gehören würde.
Als wir im Hotel ankamen und ich das erzählte wurde uns gesagt: Das ist ein Spinner - wenn wir jetzt zum Airport fahren, dann wird er und der Soldat rausgeschmissen, dann werden sie sagen, wir haben sie falsch verstanden. Naja Bakschisch und Korruption gehören zum Alltag
Soweit die erste Episode. Im Hotel gab es dann ein Problem in dem Zimmer daß für mich vorgesehen war, das Wasser lief "aus". Also hat man mir erst ein anderes Zimmer gegeben, in dem habe ich nur meine Koffer abgestellt und dann um 14:30h unserer Zeit war es gelöst. Also konnte ich meine Koffer noch in mein Zimmer tragen lassen, aber ich habe nun natürlich nicht ausgepackt und bin zur Arbeit gefahren. Nach der Arbeit - ab 19.ooh konnte ich dann Sonntag meine Koffer auspacken.
Montag, der 23.01.06
Kalt ist es - wie in Berlin: -12ºC war es morgens um 5:00h - afghan Time.
Heute morgen gab es schon wieder eine unangenehme Situation: Nabi, unserem Fahrer ging das Auto aus. Zum Glück nur ein unzureichend angeschlossenenes Batteriekabel, aber innerhalb von einer Minute waren wir von 50 Leuten umringt, echt ein unangenehmes Gefühl als Europäer. Grade wo auch die Mohammed Karikaturen ein Thema sind. Wer weiß, auf welche Ideen eine solche Menge kommt. Klar man kann immer in allem eine Gefahr sehen, aber ich denke ich bin nur begrenzt ängstlich und kann sowas relativ gut einschätzen. Ansonsten: Permanente Stromausfälle...
------------------------------------------------------------------------------------------------
Ich hoffe das gibt einen ersten Eindruck. Die Tage danach waren arbeitsam, die Abreise "eigenartig". Dies muss ich aber noch gesondert berichten.
Grüße
FA 8)
Noch ein Foto vom Flugzeug aus...
Grüße
FA 8)
@ Floriaadler
Vielen Dank für diese eindrucksvollen Berichte und Stimmungen.
Das sieht leider noch alles viel düsterer und trauriger aus, als ich gedacht habe.
Da hat man fast den Eindruck, daß die US Invasion vieles verschlimmert, statt gebessert hat.
Man war ja immer der Meinung, daß die Taliban aus Afghanistan vollständig rausgeworfen wurden.
Aber offenbar gibt es noch immer Banditen und Rechtslose en Masse.
Kann man als Angestellter so einen Auftrag nach Kabul zu reisen auch verweigern (wegen Sicherheitsbedenken).
Ich denke schon, oder ?
denke auch wenn die taliban aus afghanistan raus sind, banditen gibts deswegen trotzdem, gehören zu jedem land wie der schnee zum gipfel. und der satz "gelegenheit macht diebe" ist einer der wahrheitsnähesten sprichwörter der welt. wo es löcher in der sicherheit gibt wird es leute geben die diese früher oder später nutzen, so klein diese auch sind (die löcher, nicht die leute....).
aber schon heftig was da unten noch so los ist.....das bild von kabul aus der luft, das ist aber nicht alles von der stadt oder? oder sind auf dem stück echt 3mio menschen untergebracht? wenn ja, sehr heftig....
tobi
ps: die pics funktionieren jetzt, jürgen hats hingebracht, danke!
@tobi: Natürlich ist das nicht alles, aber Luftfotos von der ganzen Stadt wären auch sehr unpräzise, respektive würden nicht den Eindruck hinterlassen können - Gegenfrage: Kannst Du Dir ein Luftfoto von ganz Berlin vorstellen?
Die Taliban sind eine eigene Glaubensrichtung, die im Prinzip "zurück ins Mittelalter" fordern. Das ist zumindest der Eindruck, den mir mehrere Afghani vermittelt haben - ein Mann war Arzt, der Prothesen für Beine angepasst hat. Unter den Taliban durfte er keine Frauen behandeln, aber eine ausgebildete Frau gab es auch nicht. Das hat sich erst mit dem Regimewechsel vollzogen.
@hannes: Auch wenn die Amerikaner nicht so beliebt sind, haben sie tatsächlich den Aufschwung und die Demokratisierung des Landes vorgenommen. Sie sorgen tatsächlich für Verbesserungen, werden aber selber Ziele der "Taliban" respektive "Fundamental-Islamisten".
Allerdings sind manche Dinge nicht so wie sie scheinen. Amerika zahlt jährlich 7,1 Milliarden US$ nach Afghanistan. Das ist verdammt viel Geld.
Es sieht nur so aus: Eine amerikanische Kommission entscheidet, daß bspw. eine Straße nach Djalalabad benötigt wird. Dann wird eine amerikanische Firma mit der Schätzung der Kosten beauftragt. Die schätzt, das kostet 400 Millionen US$. Dann wird eine Ausschreibung für amerikanische Firmen gemacht, die bereit sind zu diesem Preis zu bauen - oder günstiger. Dann bekommt eine amerikanische Firma den Bauauftrag, die amerikanische Arbeiter nach Kabul sendet und die Straße für 350 Millionen US$ baut. Will sagen: Die Afghani haben dann zwar eine Straße nach Djalalabad - nur Arbeit haben sie damit keine.
Zu Deiner zweiten Frage: Das Auswärtige Amt rät immer noch von Reisen nach Afghanistan ab. Das würde ich auch tun. Als Angestellter sieht das Leben dann halt so aus, daß Du abends im bewachten Hotel bist - und tagsüber auf Deiner bewachten Arbeit. Das heißt aber nicht, daß es ungefährlich ist. In der Zeit in der ich da war, wurden 2 Raketen auf das Verteidigungsministerium geschossen. Es gab nur Sachschaden. Ich erfuhr es von UN-Mitarbeitern. Durch die Presse ging es nicht. Es gab ja keine Verletzten oder Tote. No casualties - no news..
Grüße
Floridaadler 8)
hi Floridaadler,
Man hat von der Berichterstattung die Meinung vermittelt bekommen, daß die Taliban durch die USA in Afghanistan eliminiert wurden.,was ja offenbar nicht stimmt.
Wenn ich Dich richtig verstanden habe, dann sind es nicht religiös fundamentalistische Anschläge auf die Ungläubigen, sondern vorallem Verbrechen mit materiellem Hintergrund. Kurz gesagt, es geht ums Geld. Und wenn man einen reichen Europäer oder Amerikaner entführen kann, dann werden die Firmen
für die er arbeitet, wohl viel Geld für ihn springen lassen ...
Hättest Du eigentlich den Auftrag auch Sicherheitsgründen auch ablehnen können ?
Bzw. welche Luftlinien fliegen denn nach Afghanistan ? Linienmaschinen ?
lg
hannes
Hallo Hannes,
ja ich hätte auch ablehnen können, aber nach meinem ersten Besuch hatte ich (und habe ich noch) viel Sympathie für die Menschen, die dort leben und arbeiten. Finanziell war es nicht lohnend, aber das war auch nicht meine Intention.
Die Taliban sind nach wie vor existent, nur haben sie eben keine Machtbefugnisse mehr. 1945/1946 gab es ja auch noch Nazis in Deutschland.
Kleiner Exkurs: (http://de.wikipedia.org/wiki/Taliban) (ggf. Klick auf Exkurs)
Taliban, طالبان (persischer Plural von arabisch talib "Student" ) bezeichnet eine Gruppe streng islamisch-sunnitischer Fundamentalisten, deren Anführer und viele Mitglieder in islamistischen Schulen in Pakistan ausgebildet wurden und deren Handeln und Ideologie massiv vom radikal-orthodoxen Islam (siehe: Wahhabismus) und vom paschtunischen Nationalismus (siehe Paschtunwali) beeinflusst werden. Die Taliban sind den Schiiten feindlich gesinnt. Die Taliban bezeichnen sich selber als Mitglieder der sunnitischen Rechtschule Abu Hanifas.
Bei den Entführungen kann es um Geld gehen, schlimmer wäre es, wenn Häftlinge freigelassen werden sollen, denn welches Regime läßt sich erpressen... Was bei Frau Osthoff passiert ist haben wir ja auch gesehen.
Geflogen sind wir ab Frankfurt direkt nach Kabul (jeweils Mi. + So. gehen Maschinen - wenn sie gehen, es gab da auch schon 2-tägige Verspätungen) mit Ariana Afghan Airlines.
Grüße
Floridaadler 8)